Was ist Kunst?

Von: , Frage gestellt am Mo, 9. Feb 2004

Hallo, Gemeinde!
Erklärungen und Meinungen zur Kunst gibt es viele .. doch seit einiger Zeit rede ich mir mit Freunden die Münder fusselig über eine DEFINITION von Kunst, einen kleinsten gemeinsamen Nenner aller Aussagen, seien es ästhetische (Kunst ist, was gefällt), inhaltistische (Kunst hat eine Botschaft, eine Intention) oder formale (Kunst ist, was so genannt wird, also im Museum hängt).

Jetzt interessiert mich eure Meinung - oder, falls bekannt, autorisierte Lehrmeinungen zum Thema!

Grüße von Stefan

27 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 53 Minuten 0 hilfreich
    Re: Was ist Kunst?

    Hallo Stefan,

    Kunst ist für Dich, was Du als Kunst erachtest.

    Wenn Du die Meinung anderer übernimmst, übernimmst Du deren Erachtung.

    Gandalf

  2. Antwort von nach 2 Stunden 0 hilfreich
    Re: Was ist Kunst?

    Hallo Stefan,

    Gandalf hat zwar Recht, aber die subjektive Seite scheint mir keinen "kleinsten gemeinsamen Nenner" zu machen (und außerdem ist diese Kennzeichnung vergleichsweise neu).

    Wenn ich mir z. B. deine drei Beispiele ansehe: ästhetische (Kunst ist, was gefällt)
    inhaltistische (Kunst hat eine Botschaft, eine Intention)
    formale (Kunst ist, was so genannt wird, also im Museum hängt)
    dann fällt mir doch ein gemeinsamer "objektiver" Nenner ein (wenn ich das mal so nennen darf), nämlich die Künstlichkeit, die Kunst zu Kunst macht, also etwa im Gegensatz zur Natur. Kunst ist also nichts von selbst Gewachsenes, sondern etwas von Menschen zu einem bestimmten Zweck Gemachtes, etwas Hergestelltes. Schon die Griechen unterschieden das Handeln (Praxis) vom Herstellen (Poiesis) und fassten unter diesem letzten Begriff auch die Kunst. Dieser objektive Begriff würde auch die subjektive Fassung einschließen, weil ja dort auch das zur Kunst Gemachte als Kunst aufgefasst wird, also selbst wenn Natur Kunst sein soll, würde sie es nur dadurch werden, dass sie dazu gemacht wird.

    Herzliche Grüße

    Thomas Miller

  3. Antwort von nach 2 Stunden 0 hilfreich
    Re: Was ist Kunst?

    Hallo Gemeindemitglied -

    ich erinnere, daß der DuMont-Verlag mal ein Taschenbuch mit dem Titel "Was ist Kunst?" hatte, in dem ca. 1000 Definitionsversuche akademischer und polemischer Art versammelt wurden. Das sollte doch das ideale Material für Dich sein (zumal wenn Du die Kunst beherrschst, unter dem Tisch unauffällig nachzublättern, um dann in die Diskussion lässig ein "Aber Hegel hat gesagt..." einzuwerfen...).

    Gruß

    Pengoblin

  4. Antwort von nach 7 Stunden 0 hilfreich
    Re: Was ist Kunst?

    Hi Stefan,
    über Kunst gibt es (wie hier schon gesagt) unzählige Definitionen, Aussagen, Zitate, wiss. Abhandlungen....
    Und ich als Vollblutkünstlerin verrate Dir jetzt mein Lieblingszitat über die Kunst von Howard Buten, Schriftsteller und Psychiater:
    "Kunst ist etwas Wunderbares. Und sie kann so vieles sein. Nur eins ist sie nicht: wichtig. Wichtig ist nur, wer mit wem spricht, wer wem zu essen gibt, wer wem den Hintern abputzt, wenn er es selber nicht kann."
    Gruß,
    Anja

  5. Antwort von nach 17 Stunden 0 hilfreich
    Re: Was ist Kunst?

    Hy,
    hab ich im Netz gefunden:

    Kunst bezeichnet im engeren Sinn das vom Menschen schöpferisch
    Hervorgebrachte und ist somit das Ergebnis von Kreativität.

    also könnte man fast alles als Kunst bezeichnen.

    cu
    gk

  6. Antwort von nach 23 Stunden 0 hilfreich
    Re: Was ist Kunst?

    Hallo ! ich bekam diesen Satz von der Uni mit:"Kunst ist die Fähigkeit einen inneren Erlebnis Ausdruck und Gestaltung zu verleihen". Grüsse Lilly
    (gefallen muss Kunst nicht) [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

    • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
      leicht off topic (und ein bißchen provokant)

      Hallo! ich bekam diesen Satz von der Uni mit:"Kunst ist die
      Fähigkeit einen inneren Erlebnis Ausdruck und Gestaltung zu
      verleihen".
      Da stellt sich nur mitunter die Frage, was für traumatische innere Erlebnisse so manch ein Künstler durchlebt haben mag...

      Bei Beuys vermute ich mal, er hatte ständig den Alptraum, pleite zu sein und machte deswegen Schei**e zu Geld.

      Picasso hat offensichtlich zeitweilig den falschen Dealer gehabt...

      Aber was Salvador Dali geraucht hatte, das würde mich schon interessieren! Davon würd ich vielleicht auch gerne mal naschen... ;-) *scnr*
      Die Bilder von Dali find ich einfach nur geil! (Davon habe ich auch zwei Drucke im Büro hängen...)


      Schönen Gruß,
      Robert
      *nach einem Besuch in der Kunstgalerie Düsseldorf vor mehreren Jahren ein streng praktizierender Kunstbanause*







      Für mich ist Kunst erst DANN eine Kunst, wenn zu ihrer Durchführung mehr gehört als der "Durchschnittsmensch" zu leisten imstande ist.
      Ich kann beim besten Willen nicht malen oder zeichnen, aber ich habe Zeichnungen von "Künstlern" gesehen, die ich selber auch problemlos hinbekommen hätte.


      Ich definiere Kunst (für mich ganz persönlich, ohne Anspruch auf Allgemeingültigkeit) so:

      sie ist etwas wollentlich und zielgerichtet von Menschenhand erschaffenes und ist AUSSERDEM entweder

      1. schön anzusehen (dann muß sie nicht darstellend sein, von mir aus auch völlig abstrakt, aber zumindest HÜBSCH!)

      oder

      2. (nachvollziehbar) darstellend.
      Dann muß sie nicht hübsch aussehen, aber einen für den durchschnittlichen Betrachter nachvollziehbaren Inhalt haben. ("Der Schrei" von Edvard Munch z.B. sieht wirklich scheußlich aus, hat aber durchaus eine inhaltliche Aussage.)



      Aber wenn ich dann einen "Künstler" sehe, der mit einer Horde von "Jüngern" (warum drängt sich in mir nur immer der Ausdruck "Bekloppte" auf?) in den Düsseldorfer Stadtwald geht um dort ein Stück Waldboden leerzufegen(!), dann frage ich mich, ob man solche Leute nicht lieber in die Psychiatrie einweisen sollte...

      Genausowenig wie mir in den Kopf wollte, daß dereinst im Hamburger Hafen ein sogenannter "Künstler" einen Oberklassewagen mit voller Fahrt zwischen zwei aufeinanderzulaufende Betonplatten gejagt hatte...
      Ein anderer Künstler hatte vor Jahren mal einen nagelneuen BMW in eine Schrottpresse gesteckt und den herauskommenden Quader als "Kunst" tituliert...

      Und im besagten Düsseldorfer Kunstmuseum habe ich auch mal ein tolles "Kunstwerk" gesehen: es war eine in Stücke geschlagene Geige, deren Überreste der "Künstler" auf eine Leinwand geklebt hatte.
      Wenn ich mich richtig erinnere, lautete der Titel des Kunstwerks "zerstörte Geige"...
      Wenn DAS Kunst ist, dann bin ich auch ein Künstler! Meine Kunstwerke sind dann betitelt "verbogener Kotflügel", "zersplitterter Scheinwerfer" "zerrissenes Sitzpolster" oder auch "verkratzter Kofferraumdeckel".

      Na ja.

      Ich LIEBE das Buch "Zieh den Stecker raus, das Wasser kocht" von Ephraim Kishon... http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/378442080X/qid...
      Er bringt das Thema meiner Meinung nach absolut treffend auf den Punkt!

      • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
        Re: Künstlers Traumata physisch und psychisch

        Hallo, Da stellt sich nur mitunter die Frage, was für traumatische
        innere Erlebnisse so manch ein Künstler durchlebt haben mag...

        Bei Beuys vermute ich mal, er hatte ständig den Alptraum,
        pleite zu sein und machte deswegen Schei**e zu Geld.
        Bisschen anders liegen die Dinge in diesem Fall: Der StuKa-Funker (andere sagen: Pilot, ich habs nicht überprüft) Beuys ist 1944 mit seinem Geier abgestürzt und trug in der Folge eine Metallplatte im Schädel (daher der Hut). Nach seiner eigenen Aussage war die nach diesem Absturz erfolgte Pflege durch Tartaren, unter Verwendung von Filz (als warmem, unempfindlichem Verband) und tierischem Fett (als Wundsalbe) für ihn eine Art "künstlerische Initiation".

        Nach Meinung eines Facharztes für Nervenheilkunde aus einem ähnlichen Jahrgang wie Beuys ist für Patienten, die eine derartige Schädelverletzung erlebt haben, eine mehr oder weniger gänzliche Enthemmung, Wegfall des "Filters der Kultur", durchaus typisch.

        So kryptisch liegen die Dinge in diesem Fall also nicht...


        Schöne Grüße



        MM



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