Löffel in die geöffnete Sektflasche

Von: , Frage gestellt am Do, 19. Okt 2000

Aus gegebenem anlass interessiert mich wieso es (angeblich) funktioniert, die kohlensäure bzw. den sekt trinkbar zu erhalten, wenn man einen löffel in die geöffnete sektflasche hängt. Wobei meiner information nach der löffel nicht in die flüssigkeit hineinragen muss.

Danke jetzt schon für alle antworten!
Liebe grüße
Andrea

P.S. Werde diesen text auch im Physikforum posten - scheint mir plausibel, daß es eine physikalische erklärung gibt.

8 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 2 Stunden hilfreich
    Re: Nützt nichts

    Zitat aus Stimmts
    Von Christoph Drösser

    Stimmt nicht. Die Legende ist ein
    Beispiel dafür, wie hartnäckig sich ein
    Gerücht halten kann, das doch
    eigentlich recht einfach zu überprüfen
    ist. Vielleicht liegt es, wie die
    niederländischen Forscher Geert Jan
    van Oldenborgh und Fernando L. J. Vos
    schreiben, an "der
    Unwahrscheinlichkeit, zwei halbleere
    Flaschen in einer relativ kleinen Region
    der Raumzeit zu haben". Mit anderen
    Worten: Man leert Champagnerflaschen
    nacheinander, so daß immer höchstens
    eine angebrochene übrigbleibt.

    Die beiden Physiker beschlossen 1995,
    die Hypothese wissenschaftlich zu
    testen. Da sie über keinen
    Forschungsetat für derartige Projekte
    verfügten, mußten sie ihr Experiment
    mit Cidre durchführen. Sie glauben
    aber, ihre Ergebnisse auf andere
    moussierende Getränke übertragen zu
    können. Van Oldenborgh und Vos
    leerten zwei Flaschen des Apfelsekts je
    zur Hälfte und ließen sie dann über
    Nacht offen im Kühlschrank stehen -
    eine mit Löffel, die andere ohne. Am
    nächsten Tag mußten zehn Freiwillige
    je fünf Zentiliter aus zwei Plastikbechern
    trinken, die mit den Ziffern 1 und 2
    versehen waren. Nur die beiden
    Forscher wußten, welcher Cidre in
    welchem Becher war. Ergebnis: Die
    Tester konnten keinen Unterschied
    feststellen.

    Während dieser Versuch allein auf dem
    subjektiven Urteil der Probanden
    beruhte, berichtete die lothringische
    Zeitung Le Republicain Lorrain bereits
    am 17. März 1987 von härteren
    wissenschaftlichen Untersuchungen,
    durchgeführt mit einem sogenannten
    Aphrometer, das den Kohlensäuredruck
    in Flüssigkeiten feststellt. Der
    Veranstalter dieses Tests war das
    Komitee für den Wein der Champagne
    in Epernay - ein kompetenteres Institut
    ist also kaum vorstellbar.

    Für diesen Versuch wurden sechs
    Champagnerflaschen geopfert - zwei
    wurden mit einem Korken
    verschlossen, zwei mit einem Teelöffel
    versehen, zwei einfach so in den
    Kühlschrank gestellt, nachdem je ein
    Glas Schampus entnommen worden
    war. Nach 24 Stunden wurde der
    Gasdruck gemessen. Ergebnis: Alle
    sechs Flaschen hatten Druck verloren,
    die verkorkten Flaschen mit Abstand am
    wenigsten. Zwischen den offenen
    Flaschen und denen mit Löffel war kein
    signifikanter Unterschied festzustellen.

    Die Lehre aus diesen Experimenten:
    Man sollte Sekt- und
    Champagnerflaschen am besten leer
    trinken. Wenn wirklich etwas übrigbleibt,
    wirkt nur ein hermetischer Verschluß
    blasenerhaltend. Ein Löffel dagegen
    nutzt gar nichts. Schade eigentlich,
    hätte doch ein Wirksamkeitsnachweis
    nach den Worten der holländischen
    Forscher "zur Reduzierung der
    CO2-Emissionen beigetragen".

    Nachtrag (aus dem Buch "Stimmt's -
    Moderne Legenden im Test"): So weit,
    so negativ. Jetzt hat sich die Redaktion
    der ARD-Quizsendung "Kopfball" noch
    einmal des Themas experimentell
    angenommen - und konnte tatsächlich
    einen Effekt messen. Die
    Fernsehmacher stellten zwei
    angebrochene Flaschen über Nacht in
    den Kühlschrank, je eine mit und ohne
    Löffel. Am nächsten Tag wurde durch
    Erhitzen aus beiden Sektflaschen die
    Kohlensäure komplett entfernt und
    deren Volumen gemessen. "In der
    Silberlöffelflasche war eindeutig mehr
    Kohlendioxid", berichtet der
    WDR-Redakteur Ranga Yogeshwar.
    Die naheliegendste wissenschaftliche
    Erklärung: Die Sache wirkt nur, wenn
    man die bereits warm gewordene
    Flasche auch tatsächlich in den
    Kühlschrank stellt. Der Löffel wirkt dann
    als ein Wärmeleiter, der die Wärme
    schneller aus der Flasche transportiert.
    So kühlt der Sekt schneller ab, und in
    kaltem Sekt bleibt mehr Kohlensäure
    gelöst. Bestätigt wird diese Theorie
    durch ein weiteres Ergebnis der Kölner
    Hobbyforscher: Nach einer Stunde im
    Kühlschrank war die Löffelflasche um
    drei Grad kälter als die andere. Aus
    dieser Erklärung folgt sofort, daß der
    Löffel aus einem Material bestehen
    sollte, das möglichst gut die Wärme
    leitet. Plastiklöffel bringen also gar
    nichts, es muß schon Metall sein - und
    da gehört tatsächlich der oft
    beschworene Silberlöffel zu den
    besseren Leitern.

    ;-)
    Rainer

    • Antwort von nach 3 Stunden hilfreich
      Re^2: Nützt nichts

      Das ist doch ein bißchen aus DER ZEIT geklaut. Ich hoffe, die erwischen Dich nicht. ;-)

      Gruß
      Christian [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

      • Antwort von nach 6 Stunden hilfreich
        Re^3: ;-Þ

        Das ist doch ein bißchen aus DER ZEIT geklaut. Ich hoffe, die
        erwischen Dich nicht. ;-)

        Nee, das ist aus dem Archiv, hatten wir schon x-mal.

        • Antwort von nach 23 Stunden hilfreich
          Re^4: ;-Þ

          Das ist doch ein bißchen aus DER ZEIT geklaut. Ich hoffe, die
          erwischen Dich nicht. ;-)

          Nee, das ist aus dem Archiv, hatten wir schon x-mal.
          Auch gut. Ist nur wortwörtlich aus einem "Die Zeit"-Artikel (hab die CD-ROM). Die Zeit eine Rubrik (gehabt?), wo diese "Rätsel des Alltags" geklärt werden.

          Gruß

          Christian

          • Antwort von nach 3 Tagen hilfreich
            Eben!

            Hallo Christian, Auch gut. Ist nur wortwörtlich aus einem "Die Zeit"-Artikel
            (hab die CD-ROM). Die Zeit eine Rubrik (gehabt?), wo diese
            "Rätsel des Alltags" geklärt werden.
            Eben. Und die heißt "Stimmt's" und ist von Christoph Drösser, wie Rainer einleitend gesagt hat...

            Gruß, Kubi

            • Antwort von nach 3 Tagen hilfreich
              Mein Fehler

              Ja, jetzt seh ichs auch. Manchmal hilft genaues Lesen doch.


              Gruß
              Christian [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

  2. Antwort von nach 6 Stunden hilfreich
    Da könntest Du genauso gut...

    den Zeige-, Ring- oder sonstigen Finger in die Sektflasche stecken!

    Hi Andrea,

    die Realität sieht tatsächlich wie oben beschrieben aus. Was die Blubber-Bläschen angeht, bietet ein handelsüblicher Weinflaschen-Verschluß durchaus eine Möglichkeit (die beste!). Was den Geschmack angeht, na ja...

    Ciao

    Tessa

  3. Antwort von nach 14 Stunden hilfreich
    Danke!!! :-)))

    Herzlichen dank, ihr habt mich überzeugt und ich werde den sekt in zukunft austrinken *hicks* resp. jetzt den sekt ausleeren.

    lg Andrea

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