Gehirnstürmen zu Herbst

Von: , Frage gestellt am Mo, 18. Nov 2002

Hallo Kultivierte!

Welche Sätze (evtl. Worte) fallen Euch zu Herbst ein? (--> eine Runde "Brainstorming")

Ich suche eher was Erfrischendes, Positives, Natuerliches - darf gerne auch auch ein Gedicht sein, aber nur wenn Ihr es richtig schön findet (irgendwelche Gedichte zum Herbst sind mit Suchmaschinen schon auffindbar, aber viele sind einfach nur schwermütig).

Bin mal gespannt!
Grüßlis,
Uli

7 Antworten zu dieser Frage

    • Antwort von nach 13 Stunden 0 hilfreich
      Hab noch eins

      Hallo, Uli,
      beim Stöbern habe ich einmal diesen Link gefunden: http://www.garten-literatur.de/Leselaube/abc/herbst_...

      und auch noch was von Tucholski:

      Es pfeift der Wind …
      Es pfeift der Wind. Was pfeift er wohl?
      Eine tolle, närrische Weise.
      Er pfeift auf einem Schlüssel hohl,
      bald gellend und bald leise.
      Die Nacht weint ihm den Takt dazu
      mit schweren Regentropfen,
      die an der Fenster schwarze Ruh
      ohn End eintönig klopfen.
      Es pfeift der Wind. Es stöhnt und gellt.
      Die Hunde heulen im Hofe. –
      Er pfeift auf diese ganze Welt,
      der große Philosophe.


      Grüße Eckard

  1. Antwort von nach 9 Stunden 4 hilfreich
    'Wiedergeborenes Trotzdem im Wald'

    ... fällt mir zu Herbst ein. Keine Quellenangabe, denn den Namen hab ich mal als Kind für den Herbst gefunden.

    Ansonsten liebe ich Rilkes "Herbstlied". Es mag melancholisch wirken, aber ich finde es wundervoll:

    "Herr, es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
    Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
    und auf den Fluren laß die Winde los.

    Befiehl den letzten Früchten, voll zu sein;
    gib ihnen noch zwei südlichere Tage,
    dränge sie zur Vollendung hin, und jage
    die letzte Süße in den schweren Wein.

    Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
    Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
    wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
    und wird in den Alleen hin und her
    unruhig wandern, wenn die Blätter treiben."

  2. Antwort von nach 12 Stunden 0 hilfreich
    Re: Gehirnstürmen zu Herbst

    aus einem Volkslied:

    "Jiatz kimmt da Hirbscht, Hirbscht, Hirbscht,
    Freinderl, dann dirfscht, dirfscht, dirfscht!"

    Nicht sehr kultiviert, aber dafür sehr possitiv.

    Gruß Ralf Hallo Kultivierte!

    Welche Sätze (evtl. Worte) fallen Euch zu Herbst ein? (-->
    eine Runde "Brainstorming")

  3. Antwort von nach 13 Stunden 2 hilfreich
    Spätsommertag

    Immerhin wird's Herbst (15.9.79):

    Spätsommertag

    Nun ist der Wein bereits am Sichverfärben.
    Die ersten Blätter lappen leicht ins Gelbe.
    Die Sonne hält voll drauf. Exakt diesselbe,
    die erst ihr Grünen sah, sieht nun ihr Sterben.

    Und dennoch wäre es echt schwach zu glauben,
    den ganzen Terror könne man vergessen.
    Blattmäßig läuft nichts mehr. Gebongt. Stattdessen
    schwillt neues Leben, ach, zu prallen Trauben.

    Robert Gernhardt

    ...suchst Du wildwuchernde Wortgeschöpfe, so findest Du sie bei Arno Schmidt...

  4. Antwort von nach 21 Stunden 0 hilfreich
    Re: Gehirnstürmen zu Herbst

    Hi

    .... endlich - bald ist dieses miese Jahr rum :)

    HH [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

  5. Antwort von nach 68 Tagen 1 hilfreich
    Re: Gehirnstürmen zu Herbst

    Da hätt ich was - aber in bayrisch (von Josef Maria Lutz)

    Wia etz da narrisch Oktoberwind
    fludert und juchazt und pfeift
    wiara de gschamigen Madln gschwind
    dRöck blaaht und dWadln abgreift

    wiara de altn Mannaleit plagt
    und eahna dHüat obazarrt
    wiaras na hinterher nachejagt -
    des is doch wirklich koa Art!

    Narrischer Wind, geh gib doch a Ruah
    laß deine Grobheiten bleibn
    sgibt ja aso scho Lackln grad gnua
    de lauter Blödsinn treibn.

    Blas a weng staader, sing dFelder schee ei
    dua da kloan Saat nomal schee
    werd ja aso sletzte Wachstum sei
    bis alles schlaft unterm Schnee.

    De letzten Blattl - stroafs doch schee lind
    reiß' net so grob von de Baam
    narrischer, wilder Oktoberwind
    werst doch a Eisehng ham!

    Servus

    Rosi

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