Sirtaki
Von: , Frage gestellt am So, 16. Feb 2003
Ich habe mal gehört, dass der Sirtaki eine reine Erfindung Hollywoods ist (Alexis Sorbas). Stimmt das denn?
Ich habe mal gehört, dass der Sirtaki eine reine Erfindung Hollywoods ist (Alexis Sorbas). Stimmt das denn?
hallo!
Ich habe mal gehört, dass der Sirtaki eine reine Erfindung
Hollywoods ist (Alexis Sorbas). Stimmt das denn?
ja das stimmt. es gibt keinen griechischen volkstanz mit diesem namen. die gezeigten tanzfiguren gibt es zwar, aber sie heißen anders. mit "sirtaki" wird korrekterweise die titelmusik dieses films (von theodorakis komponiert) bezeichnet.
grüße lehitraot.
dass der Sirtaki eine reine Erfindung
Hollywoods ist (Alexis Sorbas). Stimmt das denn?
Na vielleicht nicht Hollywood, das wäre vermutlich überfordert gewesen, aber Paris kommt nach der Seite:
http://www.8ung.at/philellines/page23.html
in Frage.
Für Rembetiko (Zeimpetikos) und Sirtaki wird eine einfache Kleidung gewählt.
Auch Chassapikos und Chassaposervikos, aus denen der Sirtaki entstanden ist, werden gerne zum Mittanzen für das Publikum gewählt.
Der Sirtaki ist in den 50er Jahren in Frankreich entstanden und hat durch Alexis Sorbas die Welt erobert.
Auch der Bauchtanz soll eine Pariser Erfindung sein, und erst als die europäischen Touristen in den arabischen Ländern immer nur diesen Bauchtanz sehen wollten, hat man ihn ihnen halt gegeben.
Ebenso ist der Dönerkebab, so wie wir ihn kennen, kein türkisches Gericht, die Pizza kein italienische etc.
Gruß Fritz
Auch Chassapikos und Chassaposervikos, aus denen der Sirtaki
entstanden ist, werden gerne zum Mittanzen für das Publikum
gewählt.
Der Sirtaki ist in den 50er Jahren in Frankreich entstande
und hat durch Alexis Sorbas die Welt erobert.
hallo!
vielleicht meinen die damit die halbnackten damen im moulin rouge? die hopsen ja auch so ähnlich herum... nein spaß beiseite. damit habe ich wirklich ein problem, weil "sirtaki" nämlich kein eigenständiger tanz ist. wie soll der aussehen? mit "sirtaki" (als bühnenshow für touristen) ist meistens diese filmmusik gemeint oder zumindest ein ähnliches stück, das auf jeden fall immer schneller wird, zu dem dann elemente aus echten griechischen tänzen getanzt werden (chasapiko ist der langsame teil, zembekiko sind solofiguren und chasaposervikos ist der schnelle gehüpfte teil).
grüße lehitraot (hat ca. 3 jahre einen tanzkurs für griechische tänze besucht *g*)
Also, Lehi,
damit habe ich wirklich ein problem, weil "sirtaki"
nämlich kein eigenständiger tanz ist. wie soll der aussehen?
mit "sirtaki" (als bühnenshow für touristen) ist meistens
diese filmmusik gemeint oder zumindest ein ähnliches stück,
das auf jeden fall immer schneller wird, zu dem dann elemente
aus echten griechischen tänzen getanzt werden (chasapiko ist
der langsame teil, zembekiko sind solofiguren und
chasaposervikos ist der schnelle gehüpfte teil).
So wie du das darstellst, leuchtet mir es sofort ein.
Fritz
Hallo,
mit "sirtaki" (als bühnenshow für touristen) ist meistens
diese filmmusik gemeint oder zumindest ein ähnliches stück,
das auf jeden fall immer schneller wird, zu dem dann elemente
aus echten griechischen tänzen getanzt werden (chasapiko ist
der langsame teil, zembekiko sind solofiguren und
chasaposervikos ist der schnelle gehüpfte teil).
vielleicht eine interessante Nebeninformation: Das ganze wurde angeblich deshalb für den Film entwickelt, weil der Hauptdarsteller Anthony Quinn mit dem Original nicht zurechtkam. Daher hat man die zugrundeliegenden Tänze für den Film etwas entschärft und neu zusammengestellt.
Gruß
Christian
Hallo Fritz!
:die Pizza kein italienische etc.
Die Pizza kommt nicht aus Italien? Woher denn dann?
Grüße Dusan
Hallo, Dusan!
Im gesamten Mittelmeerraum gibt es das Fladenbrot, das meist mit Olivenöl, Oliven, Zwiebel und Tomaten oder auch mit Käse oder Fleisch belegt gegessen wird, je nachdem, was man eben hat.
Es wird türkisch: Pide, griechisch: Pitta oder eben italienisch: Pizza genannt.
Die Deutschen haben das Fladenbrot in Italien kennen gelernt und heißen es deshalb Pizza.
Was in italienischen Restaurants und in Restaurants für Deutsche in Italien angeboten wird, ist eine "Pizza speziale", die außer dem einfachen Tomanten-, Olivenöl- und Käsebelag auch noch Fisch oder Schinken, Salami oder - fürchterlich! - Ananas oder Broccoli oder gar Spargel drauf hat.
Und diese Spezialpizzen werden mit Messer und Gabel gegessen, statt - wie es sich gehört - in handliche Stücke geschnitten und aus der Hand.
Genauso mit dem Kaffee: Willst du deinen griechischen Kellner ärgern, so bestell bei ihm einen türkischen Kaffee; und natürlich umgekehrt.
Von den Spaghetti soll erst mal gar nicht die Rede sein.
Grad so mit dem Döner. Die Strandkioskverkäufer an der türkischen Riviera haben erst von deutschen Tourroristen* gelernt, dass der Kebab in ein Fladenbrot gesteckt werden muss. Und es sind deutsche Großmetzgereien, die die aufgeschichteten Fleischspieße in die Türkei liefern, von denen man dann deutschen Tuisten* ihren Dönerkebab schnitzelt.
Oder frag einen Chinesen, was in einem chinesischen Restaurant in Deutschland chinesisch ist, einen Japaner, was an einem japanischen japanisch.
Ein bisschen desillusionierend, gell?
Gruß Fritz
*kein Schreibfehler!
hallo!
bist du dir da wirklich sicher?
ich habe da andere dinge gehört.
Die Deutschen haben das Fladenbrot in Italien kennen gelernt
und heißen es deshalb Pizza.
pizza, so habe ich es gehört, war das armeleute-essen im mittelmeerraum. überreste vom vortag wurden auf ein brot gepappt und gebacken.
mit pita hat das nichts zu tun. die pita ist eine teigtasche.
auf einem metall- oder steinboden gebackenes fladenbrot heißt lafa und ist ca. dreimal so groß wie eine pita, und auch dünner.
Und diese Spezialpizzen werden mit Messer und Gabel gegessen,
statt - wie es sich gehört - in handliche Stücke geschnitten
und aus der Hand.
ich esse pizza immer in stücken geschnitten mit der hand. auch im restaurant... hm.
Genauso mit dem Kaffee: Willst du deinen griechischen Kellner
ärgern, so bestell bei ihm einen türkischen Kaffee; und
natürlich umgekehrt.
dieses grauenhafte gebräu in der winzigen tasse ist eigentlich arabischer kaffee. den muß man auch unbedingt runterwürgen, um den arabischen gastgeber nicht zu beleidigen!
Grad so mit dem Döner. Die Strandkioskverkäufer an der
türkischen Riviera haben erst von deutschen Tourroristen*
gelernt, dass der Kebab in ein Fladenbrot gesteckt werden
muss.
"schawarma" ist eine arabische spezialität. sie ist dem döner ähnlich und besteht tatsächlich aus einer teigtasche mit hammelfleisch, das auf einem drehspieß geröstet wird. die billigere variente ist rindfleisch mit hammelfett obendrauf. kannste bei den arabern auch so sehen.
ein absolutes no-no ist natürlich die streckung mit schwein. aber das rentiert sich auch nur in deutschland!
kabab ist in wirklichkeit faschiertes rindfleisch mit scharfen gewürzen. meistens gibt es das am spieß, oder auch in der pfanne gebraten. ist auch arabisch.
grüße lehitraot.
Hallo, Lehi,
du gehst den Sachen tiefer auf den Grund als ich. Ich betrachte die letzten fünfzig Jahre, in denen sich die Deutschen zu Gurnemanen ausgebildet haben.
Manches von dem, was du als „arabisch“ bezeichnest, ist eher „levantinisch“, entstammt also dem ostmittelmeerischen Kultur- und Lebensraum, in dem schon so gekocht wurde, ehe die „Araber“ anfingen, eine dominierende Rolle zu spielen.
Ich halte nicht viel davon, eine Variation der Fladenbrotgerichte auf eine „Volk“ oder eine „Region“ zurück zu führen.
Nimm mir diese Ungenauigkeit nicht übel:-}
Nahezu jede Weltregion hat mit Fleisch gefüllte Teigtaschen entwickelt, ob man das Ravioli oder Maultaschen oder Pilmeni oder Pelmeni oder Pelmeji nennt, ist für die jeweiligen nationalen Puristen von Belang, nicht für mich.
Ich frage in den "ausländischen" Lokalen gern, warum das eine Calzone, das andere Pita, das dritte - ich habe das dritte Wort vergessen: irgendwas mit bö ... Börak oder Börek oder so heißt und was der Unterschied sei, aber weder Kellner, noch der zu Hilfe gerufene Koch können Auskunft geben.
Da verschwimmt doch alles zu einer "Einheitsauslandsdeutschesnobsverarscheküche". In manchen Lokalen serviert ein türkischer Kellner, was ein jugoslawischer Koch als italienisches Gericht zubereitet.
Habe ich exakt so erlebt!
Am Schluss noch etwas Oregano und es schmeckt "ausländisch"!
Spaghetti Bolognese mit Kätschab als Bolognese. Die Kinder mögens!
Nasi Goreng wurde zum ersten Mal in Amerika zubereitet.
Das mit dem "Arme-Leute-Essen" hat wohl seine Richtigkeit. Vieles, was wir heute als "Delikatessen" und "Spezialitäten" im Restaurant teuer bezahlen, war einst sowas. Das Käsefondue, die Ratatouille, das Gulasch, die Fischeintöpfe etc.
Aber diese abgepackten Käsemischungen, die 16erlei Dipps aus Fläschchen zu einem Fleischfondue, der Pilzrahmsoße zum Gulasch von Knoggi.
Und die Kaffees sind wirklich das schlimmste!
Ich esse am liebsten, das was ich mir selbst zusammen improvisiert habe und sage dann: Hähnchen auf Reis süß-sauer a la Indofritzisch.
Da fällt mir der Uraltspaß aus einer Loriotsendung ein:
Ein Däne, ein Holländer und ein Deutscher sitzen in einem griechischen Restaurant in Norwegen bei spanischem Wein zusammen. Sagt der Deutsche zu dem italienischen Kellner: Na, alter Schwede!
Nothing for ungood!
Fritz