ewiges Wachstum

Von: , Frage gestellt am Do, 22. Jul 1999

Hallo,

ich hungere seit langem danach, daß mir jemand plausibel erklärt, wie ein Wirtschaftssystem, das auf ständigem Wachstum basiert, dauerhaft wachsen kann. Meines Wissens nach sind die Ressourcen der Erde begrenzt. Was, wenn sie aufgebraucht sind? Ich verstehe es tatsächlich nicht.

149 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 2 Stunden hilfreich
    Re: ewiges Wachstum

    ich versteh das auch nicht so ganz. aber so wie ich denke, wird dieses system irgendwann nicht mehr wachsen, weil es keinen Platz mehr für neue Menschen gibt. irgendwann hat dann auch jeder Chinese sein auto, fernseher und kühlschrank. d.h. irgendwann gibt es keine absatzmärkte mehr.
    dann bleiben nur 2 neue Möglichkeiten

    absatz künstlich erzeugen durhc schaffen
    von verlangen nach neuen produkten (wie bei uns)
    oder
    zusammenbruch der kapitalistischen weltwirtschaft.
    die ressourcen sind aber dabei, glaub ich, (noch)eher nebensächlich [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

    • Antwort von nach 2 Stunden hilfreich
      Re^2: ewiges Wachstum

      Hi !! Hallo,

      ich hungere seit langem danach, daß mir
      jemand plausibel erklärt, wie ein
      Wirtschaftssystem, das auf ständigem
      Wachstum basiert, dauerhaft wachsen kann.
      Meines Wissens nach sind die Ressourcen
      der Erde begrenzt. Was, wenn sie
      aufgebraucht sind? Ich verstehe es
      tatsächlich nicht.

      ich versteh das auch nicht so ganz. aber
      so wie ich denke, wird dieses system
      irgendwann nicht mehr wachsen, weil es
      keinen Platz mehr für neue Menschen gibt.
      Wirtschaftliches Wachstum begründet sich nicht nur auf demographisches Wachstum. Es geht vielmehr (u.a.) um steigendes BSP und BIP sowie um eine positive Außenhandelsbilanz. irgendwann hat dann auch jeder Chinese
      sein auto, fernseher und kühlschrank. d.h.
      irgendwann gibt es keine absatzmärkte
      mehr.
      Das wird noch etliche Dekaden dauern. Vorher stehen, v.a. in China und Südostasien existenzielle Probleme auf der Task-Liste. dann bleiben nur 2 neue Möglichkeiten

      absatz künstlich erzeugen durhc schaffen
      von verlangen nach neuen produkten (wie
      bei uns)
      Das findet weltweit seit Beginn der Handelsaktivitäten statt, ist nichts neues und ist nicht der einzige Garant für stetes Wachstum der Weltwirtschaft. oder
      zusammenbruch der kapitalistischen
      weltwirtschaft.
      Das erwarte ich frühestens zum nächsten Weltkrieg. die ressourcen sind aber dabei, glaub ich,
      (noch)eher nebensächlich
      Nicht nebensächlich, aner eben auch nicht ursächlich.

      Wodurch das Weltwirtschaftswachstum vor allem angekurbelt wird, ist der Handel mit Wertpapieren und Devisen.
      Natürlich steht hinter einer Aktie auch immer ein Unternehmen, das irgendetwas mit Ressourcen produziert, dies müssen aber nicht automatisch Öl, Gas oder sonstige nichtnachwachsende Dinge sein.

      Allerdings sollte man dabei nicht vergessen, daß momentan viel Geld mit dem Handel von IT- und Computer- Unternehmen verdient wird, die z.T. so derart überbewertet sind, daß dem Aktienwert kein auch nur im Ansatz adäquater Unternehmensrealwert gegenübersteht.

      Hier sehe ich eine ernsthafte Gefahr für das Wirtschaftswachstum, da ein eventueller Crash dieser Aktien zwangsläufig ungünstige Eckdaten an den Börsen verursacht (um es gelinde auszudrücken).

      Freue mich auf Feedback !!

      Gruß,

      Mathias

      • Antwort von nach 23 Stunden hilfreich
        Re^3: ewiges Wachstum

        Ola! Wirtschaftliches Wachstum begründet sich
        nicht nur auf demographisches Wachstum. Es
        geht vielmehr (u.a.) um steigendes BSP und
        BIP sowie um eine positive
        Außenhandelsbilanz.

        Da komm ich nicht mit. Es kann ja schlecht jeder Staat eine positive Aussenhandelbilanz haben. Ausserdem gibt es doch immer mehr transnationale Fusionen, d.h. die Nationalstaatlichen Interessen nehmen nur noch einen sekundären (wenn überhaupt) Rang bei den Konzernen ein. irgendwann hat dann auch jeder Chinese :sein auto, fernseher und kühlschrank. :d.h. :irgendwann gibt es keine absatzmärkte :mehr.

        Das wird noch etliche Dekaden dauern.
        Ja, aber dann? dann bleiben nur 2 neue Möglichkeiten
        absatz künstlich erzeugen durhc schaffen :von verlangen nach neuen produkten (wie :bei uns)

        Das findet weltweit seit Beginn der
        Handelsaktivitäten statt, ist nichts neues
        und ist nicht der einzige Garant für
        stetes Wachstum der Weltwirtschaft.

        Ja aber was denn dann? Mal abgesehen von den Dienstleistungen, die sich ja auch nach der Demographie richten, braucht doch jede Rohstoffverarbeitende
        Industrie Absatzmärkte. Und ohen diese bricht sie zusammen. Natürlich, indem man seine Produkte verbessert und wieder anbiete, schafft man neue Käufer, siehe bsp. PCs (mich eingeschlossen), oder Autos. Aber im Prinzip ist das doch Volksverarsche. oder
        zusammenbruch der kapitalistischen
        weltwirtschaft.

        Das erwarte ich frühestens zum nächsten
        Weltkrieg.
        Ich nicht. Aber das ist wohl eine utopische Hoffnung. Nicht nebensächlich, aner eben auch nicht :ursächlich.

        Wodurch das Weltwirtschaftswachstum vor
        allem angekurbelt wird, ist der Handel mit
        Wertpapieren und Devisen.
        Natürlich steht hinter einer Aktie auch
        immer ein Unternehmen, das irgendetwas mit
        Ressourcen produziert, dies müssen aber
        nicht automatisch Öl, Gas oder sonstige
        nichtnachwachsende Dinge sein.
        Moment. Devisen sind doch auch nichts anderes als Äquivalente zur jeweiliigen Volkswirtschaft. Aber was, wenn es irgendwann einmal nur noch 2,3,4 Währungen gibt. erst der Euro..dann werden sich sicher auch einmal die Südamerikaner einigen...vielleicht auch die Asiaten..bei den Afrikanern weiss ich es nicht, aber vielleicht auch die. Was ich meine, früher oder später (eher später) wird es nicht mehr allzuviel zu handeln geben mit Devisen. Und auf das Problem mit den Aktien hast du ja schon hingewiesen.

        • Antwort von nach einem Tag hilfreich
          Re^4: ewiges Wachstum

          hi,

          im Prinzip bringt Ihr beiden es auf den Punkt. Ich kann herumüberlegen, wie ich will, aber ich vermag nicht zu erkenne, wie der Kapitalismus dauerhaft funktionieren kann. Da aber fast alle Menschen an ihn glauben, muß es doch irgendeinen Grund geben. Vielleicht bin ich ja nur zu dumm...
          Ich denke übrigens (leider) auch, daß der Krieg zum Kapitalismus gehört. Wenn alle Güter verteilt sind und alle Märkte bedient, schafft nur ein Krieg wieder neue Märkte und Um´verteilungen. Da ich aber nicht sicher bin, wie gut es uns nach dem nächsten Krieg geht, genausowenig wie ich die Problematik der Ressourcenknappheit in den Griff bekomme, denke ich immer noch, daß der Kapitalismus nicht dauerhaft funktioniert. In Verantwortung gegnüber unseren Kindern sollten wir vielleicht einmal darüber nachdenken. Vielleicht funktioniert es ja doch, dann sagt es mir bitte, wie!!!! Würde mich glücklich machen!

          Ollie

          • Antwort von nach 20 Tagen hilfreich
            Re^5: ewiges Wachstum

            Hallo, Ich denke übrigens (leider) auch, daß der
            Krieg zum Kapitalismus gehört. Wenn alle
            Güter verteilt sind und alle Märkte
            bedient, schafft nur ein Krieg wieder neue
            Märkte und Um´verteilungen.
            Die Güter werden Produziert und nicht Verteilt! Und alle Märkte zu Bedienen ist per se nicht möglich. Ein Mensch ist ein Fass ohne Boden - wenn seine Bedürfnisse befriedigt sind, dann steigen sie halt. Und _nur_ die Zahlungsfähigkeit kannn ein Hindernis sein. Ausweg: Produktivitätssteigerung.

            Was die Resourcen angeht: wenn sie knapp werden, werden sie teuer. Dann verschiebt sich die Nachfrage. Z.B.: waren die ersten Quarz-Uhren richtig teuer - galten als Luxus. Was sind sie jetzt? (Die Marken-Artikel ausgenommen, sie rechtfertigen ihren Preis anders.) Die Handarbeit ist begehrt - wir leben in Industrie-Zeitalter. Geht man in Mittelalter mit seiner Selbstversorgung - da waren gekaufte sachen (auch Manufaktur-Waren) sehr begehrt. Also genau umgekehrt. Wenn wir 5 DM/Liter für Benzin zahlen - wird das Auto zum Luxus, wie in manchen anderen Staaten.

            Andreas R.

          • Antwort von nach einem Tag hilfreich
            Re^5: ewiges Wachstum

            Letztendlich treibt den Kapitalismus doch das natürliche Verlangen alles besser und von allem mehr haben zu wollen.
            Wenn du die wahl has für 1 Mark 1 Brötchen oder 2 Brötchen zu nehmen, dann nimmst du im normalfall doch 2, oder? sicherlich gibt es einen punkt wo du sagst was soll ich mit 10 brötchen, die kann doch keiner essen, aber das ganze ist auf alle güter übertragbar.

            darum glaube ich, dass es erst zuende ist mit dem kapitalismus, wenn jeder sein schloss mit weltraumbahnhof und 12 waschmaschinen hat.

            Er kapitalismus basiert doch auf dem prinzip des größt möglichen eigennutzes, und darum funktioniert er so gut. (auch wenn viele dabei auf der strecke bleiben mögen)

            • Antwort von nach 2 Tagen hilfreich
              Re^6: ewiges Wachstum

              Letztendlich treibt den Kapitalismus doch
              das natürliche Verlangen alles besser und
              von allem mehr haben zu wollen.
              Wenn du die wahl has für 1 Mark 1 Brötchen
              oder 2 Brötchen zu nehmen, dann nimmst du
              im normalfall doch 2, oder? sicherlich
              gibt es einen punkt wo du sagst was soll
              ich mit 10 brötchen, die kann doch keiner
              essen, aber das ganze ist auf alle güter
              übertragbar.
              Das ist richtig. Aber ich denke, man kann dem entgegenwirken. Wenn nämlich EINER das Schloss mit WEltraumbahnhof hat, wollen es alle anderen natürlich auch haben. Hat es aber KEINER entsteht auch kein Neid und somit kein Bedürfnis. Er kapitalismus basiert doch auf dem
              prinzip des größt möglichen eigennutzes,
              und darum funktioniert er so gut. (auch
              wenn viele dabei auf der strecke bleiben
              mögen)
              yep

            • Antwort von nach 10 Tagen hilfreich
              Re^7: ewiges Wachstum

              Hallo!

              1) Solange Menschen Bedürfnisse haben wird es auch Wachstum geben

              2) Es gibt nicht nur quantitatives sondern auch qualitatives Wachstum. Beispiel: Verlangen die Menschen etwa nach fair trade Kaffee, legen sie ihr Geld eher in Ökofonds an oder fragen sie zukünftig vermehrt Ökostrom nach, wird sich die Angebotsseite darauf einstellen.

              Fazit: Der Konsument entscheidet grundsätzlich, was und wie produziert wird. Also sollte sich jeder erst mal an die eigene Nase fassen. Tatsache ist doch, daß die meisten viel zu faul oder zu geizig für sowas sind.

            • Antwort von nach 13 Tagen hilfreich
              Re^8: ewiges Wachstum

              Der Konsument entscheidet gar nichts. Entschieden wird in der Politik und den Konzernen. Oder glaubst Du wirklich, man könnte nicht problemlos ein 2-Liter-Aito bauen?



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