USA: BIP legt unerwartet (?) zu

Von: , Frage gestellt am Do, 31. Jan 2002

Hallihallo,

interessante Meldung in den Medien: Im 4. Quartal 2001 ist das US-Bruttoinlandsprodukt um 0,2 % gestiegen, nachdem die Wirtschaft im Vorquartal noch um 1,3 % geschrumpft war. Nach Angaben des Handelsministeriums sei dies vor allem auf den Anstieg der Verbraucher- und Staatsausgaben zurückzuführen. Im Gesamtjahr 2001 sei die US-Wirtschaft um 1,1% gewachsen.

Interessant in diesem Zusammenhang ist die Aussage eines Kunden, der uns gestern berichtete, daß man in den USA in Unternehmerkreisen davon ausgeht, daß die nachlassende Reisetätigkeit der US-Bürger dazu führen wird, daß diese ihr Geld vermehrt im Inland lassen werden. Insbesondere spekuliert man da auf Investitionen in Haus und Garten.

Weiterhin interessant in diesem Zusammenhang, daß sich die Sparquote in den USA weiterhin nahe 0 bewegt. Nachdem diese kurz nach den Anschlägen auf 5% hochgeschnellt war, befand sie sich bereits im Oktober 2001 wieder auf dem für die USA typisch niedrigen Niveau. Mit anderen Worten: Die Leute geben ihr Einkommen weiterhin aus, aber jetzt weniger als vorher im Ausland, sondern im Inland. Ironischerweise könnte es also tatsächlich so weit kommen, daß die US-Wirtschaft durch die Anschläge profitiert.

Gruß
Christian

6 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 10 Stunden hilfreich
    Re: USA: BIP legt unerwartet (?) zu

    Weiterhin interessant in diesem Zusammenhang, daß sich die
    Sparquote in den USA weiterhin nahe 0 bewegt. Nachdem diese
    kurz nach den Anschlägen auf 5% hochgeschnellt war, befand sie
    sich bereits im Oktober 2001 wieder auf dem für die USA
    typisch niedrigen Niveau. Mit anderen Worten: Die Leute geben
    ihr Einkommen weiterhin aus, aber jetzt weniger als vorher im
    Ausland, sondern im Inland. Ironischerweise könnte es also
    tatsächlich so weit kommen, daß die US-Wirtschaft durch die
    Anschläge profitiert.
    hi,

    tja, weisst du zufaellig die sparquote der deutschen? ich finde, es liegen eine menge moneten in dt. nur rum, wenn nur ein kleiner % satz davon investiert würde es auch der dt. wirtschaft besser gehen.

    daran muss gearbeitet werden. ist es mentalität oder krisenangst der dt., das man immer etwas auf der hohen kante haben muss, obwohl man total überversichert ist? ich kenne leute (von der arbeit), die haben alles möglichen personenversicherung, dazu ein fettes sparbuch und fahren tun sie einen gebrauchtwagen der mittelklasse...

    gruss und nochmal auf die frage zeig,


    der showbee

    • Antwort von nach 10 Stunden hilfreich
      Re^2: USA: BIP legt unerwartet (?) zu

      tja, weisst du zufaellig die sparquote der deutschen?
      Ca. 10%
      http://marktstudien.boerse-go.de/news/?show=43981 ich
      finde, es liegen eine menge moneten in dt. nur rum, wenn nur
      ein kleiner % satz davon investiert würde es auch der dt.
      wirtschaft besser gehen.
      Richtig. In Deutschland ist die Sparquote zu hoch. Aber in den USA klar zu niedrig, denn selbst ein kurzer Abschwung kann so kaum abgefangen werden. Außerdem ist in einer geschlossenen Volkswirtschaft Ersparnis = Investition. Nun ist die USA keine geschlossene Volkswirtschaft. Abe bei Sparquote bei unter 1% bedeutet das, dass das Kapital für die Investitionen aus dem Ausland kommen muß. Daher ja auch die hohen Zinsen (jetzt nicht mehr, aber lange Zeit), um ausländisches Kapital anzulocken.

      • Antwort von nach 10 Stunden hilfreich
        Ergänzung bzw. Erläuterung, nicht Korrektur

        Richtig. In Deutschland ist die Sparquote zu hoch. Aber in den
        USA klar zu niedrig, denn selbst ein kurzer Abschwung kann so
        kaum abgefangen werden.
        Soll heißen: Privathaushalte mit Ersparnissen können ihren Konsum beibehalten, wenn es mal eine zeitlang nicht so gut laufen sollte. Bei Haushalten ohne Ersparnisse schlägt eine Krise sofort beim Konsum durch und verschlimmert damit eine schwache wirtschaftliche Entwicklung. Der stetige Privatkonsum hat in Deutschland schon etliche Wirtschaftskrisen abgefedert.

        Gruß
        Christian

        • Antwort von nach 11 Stunden hilfreich
          Re: Ergänzung bzw. Erläuterung, nicht Korrektur

          Soll heißen: Privathaushalte mit Ersparnissen können ihren
          Konsum beibehalten, wenn es mal eine zeitlang nicht so gut
          laufen sollte. Bei Haushalten ohne Ersparnisse schlägt eine
          Krise sofort beim Konsum durch und verschlimmert damit eine
          schwache wirtschaftliche Entwicklung. Der stetige Privatkonsum
          hat in Deutschland schon etliche Wirtschaftskrisen abgefedert.
          rehi,

          schon klar, aber was kann man machen, das mehr konsumiert wird? es muessen ja nicht gleich die preise erhöht werden, das schreckt nur ab, welche anreize würden auch in deutschland zu einem "kaufrausch" führen? wie kann man den menschen dienstleistungen schmackhaft machen nach dem motto lieber ins restaurant mit den euro als aufs sparbuch? m.E. liegt sicherlich die sogen. sparquote gerade bei den rentnern sehr hoch, kann man damit rechnen, das die quote in den naechsten 10-20 jahren deutlich sinkt, da die alten "aussterben"?

          gruss vom

          showbee

          • Antwort von nach 22 Stunden hilfreich
            Re^2: Ergänzung bzw. Erläuterung, nicht Korrektur

            schon klar, aber was kann man machen, das mehr konsumiert
            wird?
            Das ist schwer. Wenn es eine einfache Lösung gäbe, würde sich wohl vor allem Japan darüber freuen, das zu erfahren. Denn die haben eine sehr hohe Sparquote trotz fast Nullzinsen. Das führt schon seit Jahren zu geringem Wachstum, das selbst durch massive und wiederholte Konjunkturprogramme nicht angeregt werden kann. Es gibt in Japan halt keinen Optimismus. Und halt eine andere Lebenseinstellung als bei den Angelsachsen (niedrigste OECD-Sparquote war in den 90ern der Reihenfolge - von niedrig nach höher - bei: Neuseeland, Großbritannien, USA, Kanada, Schweden(!), Australien). Die höchste übrigens bei Japan, Schweiz, Niederlande, Norwegen. Deutschland lag bei 19 Staaten (es sind nicht von allen Staaten die Sparquoten berechnet worden, z.B. fehlt Luxemburg) auf Platz 7. es muessen ja nicht gleich die preise erhöht werden, das
            schreckt nur ab, welche anreize würden auch in deutschland zu
            einem "kaufrausch" führen? wie kann man den menschen
            dienstleistungen schmackhaft machen nach dem motto lieber ins
            restaurant mit den euro als aufs sparbuch? m.E. liegt
            sicherlich die sogen. sparquote gerade bei den rentnern sehr
            hoch, kann man damit rechnen, das die quote in den naechsten
            10-20 jahren deutlich sinkt, da die alten "aussterben"?
            Ich denke ja. Die innere Diskontrate (also Bewertung heutiger zu morgiger Konsum) ist wohl bei den heute 20-40-jährigen eine andere als bei den 20-40-jährigen vor 20 Jahren (behaupte ich mal). gruss vom

            showbee

  2. Antwort von nach 11 Stunden hilfreich
    Konjuktur USA

    Tag, ....Interessant in diesem Zusammenhang ist die Aussage eines
    Kunden, der uns gestern berichtete, daß man in den USA in
    Unternehmerkreisen davon ausgeht, daß die nachlassende
    Reisetätigkeit der US-Bürger dazu führen wird, daß diese ihr
    Geld vermehrt im Inland lassen werden. Insbesondere spekuliert
    man da auf Investitionen in Haus und Garten.
    Das ist nicht nur die Aussage eines einzelnen Menschen, sondern an den neuseten Zahlen der amerikanischen Baumärkte und Videotheken schon abzulesen. Weiterhin interessant in diesem Zusammenhang, daß sich die
    Sparquote in den USA weiterhin nahe 0 bewegt. Nachdem diese
    kurz nach den Anschlägen auf 5% hochgeschnellt war, befand sie
    sich bereits im Oktober 2001 wieder auf dem für die USA
    typisch niedrigen Niveau. Mit anderen Worten: Die Leute geben
    ihr Einkommen weiterhin aus, aber jetzt weniger als vorher im
    Ausland, sondern im Inland. Ironischerweise könnte es also
    tatsächlich so weit kommen, daß die US-Wirtschaft durch die
    Anschläge profitiert.
    Also eine Branche hat ganz bestimmt davon profitiert - nämlich die, die den Schutthaufen Ground Zero aufräumen und die die die (ohne Komma sieht das einfach gut aus!) Gebäude drumherum reparieren/sanieren.

    Die paar 10.000 Idioten, die jetzt keinen Job mehr haben, weil es keine WTC mehr gibt (und die sicherlich nur als Rundungsdifferenz zum BIP beitragen) können wir getrost vergessen.

    Und die Stornierungen im Bereich Flugzeugkäufe vergessen wir getrost auch. Ryan Air wird das jetzt ja ausgleichen

    Danke für Deine Aufmerksamkeit
    Klaus

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