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nach einem Tag
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Crah-Kurs Neoliberalismus, Teil 2
Hi Frank,
Wahrheiten müssen manchmal weh tun. Hier also der nächste schmerzhafte Artikel ;-)
Kannst du dir vorstellen, dass es in diesem Land tatsächlich
noch Leute geben soll, die diesen Blödsinn glauben?
1) Ist es kein Blödsinn, 2) hat es nichts mit Glauben zu tun. Es ist eine Frage inwieweit man wirtschaftliche Zusammenhänge aus der Praxis begreift. Deshalb sind Betriebsräte häufig gute Arbeitnehmervertreter und Gewerkschaftszentralen häufig schlechte. Theoretisch kann jeder recht haben, praktisch nur die, die den Wertschöpfungsprozess begreifen.
Das ist das Märchen der Leute, die ihren Besitzstand wahren
möchten und die es ankotzt, wenn weder Aal noch Kavier bereit
steht, denen es aber egal ist, wenn dafür hundert Leute ins
Gras beissen.
Ja, das ist eine Parole, die gerne wiederholt wird aber an den Realitäten vorbei geht. Ich kenne nun viele Unternehmer ganz persönlich. Ich sehe hier keinen Kaviar. Ich sehe hier schon ein echtes Bemühen um das Wohlergehen der Belegschaft. Das ist eine ganz natürliche Konsequenz. Nur motivierte Mitarbeiter bringen gute Leistungen. Unternehmerische Ausbeutertypen haben nie einen dauerhaften Erfolg gehabt. Gute und motivierte Arbeitnehmer sind das höchste Kapital einer jeden Unternehmung.
Nur mal zur Erinnerung: in Amiland sind bereinigt die Löhne
der unteren 95% gleich geblieben oder gefallen während der
letzten 20 Jahre. Den unteren 38% ihre durchschnittlich 10%.
Die Preise allerdings nicht...
Zu soilch einer modernen Gesellschaft, das möchtest du ja
offensichtlich, entwickeln wir uns hin.
Na bleiben wir doch in Deutschland. Das ist ja immer ein tolles Argument der Gewerkschafter und Sozis. Faktisch stimmt es, daß der ANteil der Arbeitnehmer am Vermögen kleiner wird. Das aber nicht, weil die Kapitalisten soviel Kaviar futtern und die Arbeitnehmer vergnüglich ins Gras beissen lassen, wie du es darstellen möchtest. Nein, das ist so weil Kapitalbeteiligungen zB im Ausland einen höheren Zins bringen, als eine Produktion in Deutschland. Ergo, es muß sich für Menschen mit Kapital lohnen, in eine Produktion im eigenen Land zu investieren. Dann haben wir volkswirtschaftlich mehr Beschäftigung, weniger Transferzahlungen, können Arbeitskosten (Lohn- plus Lohnnebenkosten) geringer halten, haben mehr Wettbewerbsvorteile, können mehr Leistung erstellen und logischerweise steigt das Vermögen der Arbeitnehmer gleich mit. Eine Win-win-Situation. Der Mensch mit Kapital bekommt so oder so seine Zinsen. Bei Investitionen in eine unternehmerische Tätigkeit in Deutschland bekommt aber dann auch der Arbeitnehmer einen volkswirtschaftlichen Anteil am Zins und die Lohnquote steigt wieder. Jetzt verstanden?
Fazit: Es geht um die Leistungserstellung. Ist diese hoch,
kann auch mehr verteilt werde. Verteilung an die, die nicht am
Wertschöpfungsprozess teilnehmen können. Es geht nicht um
Umverteilung von unten nach oben. Es geht um
Leistungserstellung.
Aua. Schonwieder sowas :-(
Wann hast du das letzte mal aus dem Fenstergesehen?
Ich rede täglich mit Unternehmern, Managern und sonstigen Arbeitnehmern in der Wirtschaft in ganz Europa. Du kannst mir eine gute Sicht der Dinge zutrauen. Ich sehe die Entwicklungen in Holland, Deutschland, England und Skandinavien täglich im Gespräch. Du kannst auch gerne Christian fragen, der hat ähnliche Gesräche auch jeden Tag. Du kannst alternativ auch bei Marx nachlesen. Der gesunde Menschenverstand wird dir klar machen, was sinnvoller ist.
Diese Leistung hat einen Geldwert, der
verteilt sich innerhalb der gesamten Gesellschaft.
Was ist ein "Geldwert"? Leistung = bedrucktes Papier = nichts?
Leistung ist Kaufkraft. Dem bedruckten Papier steht eine bestimmte Kaukraft zu. Für 100 Einheiten Papier mit Wasserzeichen, herausgegeben von der Europäischen Zentralbank bekommst du 200 Vollkornbrötchen. Klar jetzt? Bei einer Inflation bekommst du dafür weniger. Daher ist eine Stabilität durch die richtige Geldpolitik erforderlich, damit Geld nicht zum bedruckten Papier wird. Stichworte hierzu: Offenmarktpolitik, Tenderverfahren, Mindestreservepolitik, Geldmengensteuerung, etc., eine nette Arbeit hierzu:
http://www.uni-tuebingen.de/uni/wwb/download/duijm/G...
Lies mal zur Abwechslung etwas Handfestes!
Mach dir um mich keine Sorgen.
Über den Rest kann ich nur mit dem Kopf schütteln.
Nicht Kopf schütteln, so kann man nicht denken! Hirn freimachen und Bilden ist angesagt. Wir machen noch einen passablen Neoliberalen aus dir. Gib dich nicht selber auf!
Gruß,
Klaus