Deutsche Firmen gehen ins Ausland...

Von: , Frage gestellt am Di, 2. Nov 2004

ich habe heute wieder von Daimler gelesen, dass sie in Russland
ihre Autos bauen lassen wollen.
Dabei wurde erwähnt, dass die anderen deutschen,
VW und BMW auch schon dort sind und dort fertigen lassen.

Meine zweiteilige Frage:
1. in welcher Größenordnung kann man denn hier überhaupt Einsparungen treffen? Ich stelle mir vor, dass man zwar Lohnkosten spart, aber für das ganze andere drumherum, bis der Wagen in Deutschland ist gehen doch auch wieder Kosten drauf. Lohnt sich das wirklich in diesem Maße?

2. wie lange können wir uns das alles noch mit anschauen.
Gibt es denn gar keine Grenzen mehr, dass wenigstens die deutsche Fertigung in Deutschland bleibt?

Danke für Statements!
Sebastian

51 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 3 Stunden hilfreich
    Re: Deutsche Firmen gehen ins Ausland...

    2. wie lange können wir uns das alles noch mit anschauen.
    Gibt es denn gar keine Grenzen mehr, dass wenigstens die
    deutsche Fertigung in Deutschland bleibt?
    Hallo,

    1. wo hast du denn gelesen, dass Daimler in Stuutgart die Werke schließt?

    2. Was ist falsch daran, dass deutsche Autos auch im Ausland gebaut werden. Das tun z.B. die Japaner ständig und die Deutschen freuen sich, dass der Toyota dann so billig ist.

    3. Baut Opel auch in D. Da sie zu GM gehören, sollten sie schnellsten das land veralssen, denn jeder soll in dem Land bauen, zu dem die Marke gehört, stimmts?

    4. Ist die deutsche Fertigung unzweifelhaft zu teuer und längst sind in vielen anderen Ländern die Leute motivierter und bieten aus diesem Grund höherer Qualität.

    • Antwort von nach 3 Stunden hilfreich
      Re^2: Deutsche Firmen gehen ins Ausland...

      hallo Steven,
      dass Waren im ausland produziert werden ist ganz normal... so sie für dieses Land sind. Dass aber Waren im Ausland produziert werden um in D zu verkaufen, das ist extrem negativ.
      Wenn ich ricxhtig informiert bin, ist dies in den USA absolut verpönt.
      Dort muss Ware möglichst in den USA gebaut werden.
      ein Beispiel, wie krass die Amis hier sind: wenn Neu-Autos aus Übersee in den USA ankommen, werden als erstes die Zündkerzen herausgeschraubt und dafür Champion reingedreht. Wenn du billige Zündkerzen brauchst: dort werden die Bosch-, Beru- und Magneti-Marelli-Zündkerzen fortgeworfen.
      US-Firmen würden m.W. nie im ausland produzieren um diese Ware in den USA zu verkaufen.
      Grüße
      Raimund

      • Antwort von nach 4 Stunden hilfreich
        Re^3: Deutsche Firmen gehen ins Ausland...

        Hallo Raimund,
        wie ist das im alten Europa?
        Welche philosophie herscht dort?

        Grüße

      • Antwort von nach 5 Stunden hilfreich
        Re^3: Deutsche Firmen gehen ins Ausland...

        Hallo Raimund, dass Waren im ausland produziert werden ist ganz normal... so
        sie für dieses Land sind. Dass aber Waren im Ausland
        produziert werden um in D zu verkaufen, das ist extrem
        negativ.
        Das ist richtig, nur sag das mal der Geiz-ist-Geil-Generation, die ja für die Ware nichts bezahlenb will. Schon die neue Saturn-Werbung gesehene? Haartrockner für einen Euro. Garantiert nicht in D. hergestellt und ich kann mir gut vorstellen, dass er sich sehr gut verklauft. Wenn ich ricxhtig informiert bin, ist dies in den USA absolut
        verpönt.
        Auch in Japan. Das ist richtig und gut so. Erst muss das eigene Land bedient werden. Nur, wenn ich das an Infineon festmachen darf, so höre ich immer wieder, dass viele auf Hynix oder Samsung stehen. Warum? Weil es billig ist. Keiner ist bereit, für deutsche Marken zu bezahlen.

    • Antwort von nach 4 Stunden hilfreich
      Re^2: Deutsche Firmen gehen ins Ausland...

      Nicht falsch, was du schreibst!
      Vielleicht habe ich nur mal laut gedacht,
      dass es ganz schön bergab geht mit Deutschland
      und ich kein halten sehe...

      Kannst du mir auch hier widersprechen?

      • Antwort von nach 5 Stunden hilfreich
        Re^3: Deutsche Firmen gehen ins Ausland...

        Hallo,

        Ja, kann ich. Es wird vieles schlechter geredet, als es in Wirklichkeit ist. Sobald eine Firm azusätzlichim Ausland eine Produktionsstätte eröffnet, ist den Boullevardmagazinen gleich von Auslagerung die Rede.

        In vielen Fällen kann aber auch ein Werk im Ausland den Standort in Deutschland sichern.

        Und wenn einfache Tätigkeiten ins Ausland ausgelagert werden, so ist das als Aufruf an alle zu werten, dafür zu sorgen, dass man icht mit ausgelagert wird. Das geht durch Bildung. [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

  2. Antwort von nach 3 Stunden hilfreich
    Re: Deutsche Firmen gehen ins Ausland...

    Hallo Sebastian,

    die Firmen gehen dorthin wo sich der Markt entwickelt. Und dies ist nun mal der Osten und auf Dauer wird es China sein. Es gibt in vielen anderen Bereichen schon seit Jahrzehnten Firmen, die im Ausland die Rohproduktion vornehmen lassen z.b. Afghanistan, Pakistan im Bereich der chirur. Instrumente. Lediglich die Restverarbeitung wird z.B. bei Aesculap, Martin oder Synthes durchgeführt. Wenn sich nun der Markt nach Osten erweitert ist die Gesamtproduktion irgendwo in Russland doch auf Dauer interessanter als in DE.

    Wenn in diesem Land die Entwicklung auf dem Sektor der Hochtechnologie und der Genforschung durch rot-grünes Geplänkel verschlafen wird, müssen wir eben künftig, damit wir Arbeit haben, die Windräder des Herrn Trittin selbst antrieben. ich habe heute wieder von Daimler gelesen, dass sie in
    Russland
    ihre Autos bauen lassen wollen.
    Dabei wurde erwähnt, dass die anderen deutschen,
    VW und BMW auch schon dort sind und dort fertigen lassen.

    Meine zweiteilige Frage:
    1. in welcher Größenordnung kann man denn hier überhaupt
    Einsparungen treffen? Ich stelle mir vor, dass man zwar
    Lohnkosten spart, aber für das ganze andere drumherum, bis der
    Wagen in Deutschland ist gehen doch auch wieder Kosten drauf.
    Lohnt sich das wirklich in diesem Maße?
    Den Firmen ist bewusst, dass sei auf Dauer auch höhere Löhne zahlen werden. Jedoch sind die Vertriebskosten und die Transportkosten zunehmend ja auch ein Faktor, der nicht zu übersehen ist.

    Dass wir den Unternehmen zudem durch EU-Gelder den Aufbau neuer Betriebe in den Ostländern mit auch unseren Steuergeldern ermöglichen, während diese Unternehmen dann zu Lasten der Steuerzahler Stellen streichen ist ein politisches Problem. Und wenn die Türkei dazu kommt, gehen unsere Firmen auch in die Türkei. Warum soll Daimler ( als Beispiel ) 300 Millionen nicht in Russland investieren, wenn 150 - 200 Millionen die EU zahlt und zudem der Steuersatz nicht einmal die Hälfte dessen wie bei uns ist ?

    Bei diesen "hochintelligenten Wesen" in Berlin müsste man als Verhandlungspartner der EU doch erkennen können, dass man ein Land aufnimmt, das erheblich günstigere Steuersätze hat wie wir und dann entsprechend verhandelt, dass zumindest, wer weniger Steuern verlangt auch weniger Zuschüsse erhalten kann. 2. wie lange können wir uns das alles noch mit anschauen.
    Gibt es denn gar keine Grenzen mehr, dass wenigstens die
    deutsche Fertigung in Deutschland bleibt?
    Nein, diese Garantie ist weg, dauerhaft.

    Gruss Günter

    • Antwort von nach 11 Stunden hilfreich
      Re^2: Deutsche Firmen gehen ins Ausland...

      Hallo Günter, Dass wir den Unternehmen zudem durch EU-Gelder den Aufbau
      neuer Betriebe in den Ostländern mit auch unseren
      Steuergeldern ermöglichen, während diese Unternehmen dann zu
      Lasten der Steuerzahler Stellen streichen ist ein politisches
      Problem.
      Ich sehe darin nur insofern ein politisches Problem, als dass die Regierungen (da ist die Farbe föllig wurscht!!) im Prinzip erpresst werden.
      Subventionieren sie nicht, ziehen die wirklichen Mächte - nämlich die Wirtschafts- und Geldmächte, sprich Weltkonzerne-, eben noch früher ab in Billigländer. Wird Subventioniert, lachen sie sich eins ins Fäustchen und ziehen trotzdem von dannen. Die bisherigen Subventionen behalten sie natürlich trotzdem. Anscheinend haben die Regierungen nicht mal den Mumm oder die Chance, entsprechende vertragliche Bedingungen daran zu knüpfen.

      Gruss Jadzia

      • Antwort von nach 14 Stunden hilfreich
        Re^3: Deutsche Firmen gehen ins Ausland...

        die Regierungen (da ist die Farbe föllig wurscht!!) im Prinzip
        erpresst werden.
        Das ist es Jadzia,

        wäre sich die EU - als Wirtschaftsmacht - einig, wäre eine Erpressung durch Konzerne bzw. andere Interessenvertreter nicht möglich.

        Beispiel:

        Firma XY geht aus Europa (aus Kostengründen) weg. Nun ja, dann darf die Firma XY auch auf dem europäischen Markt nur mit "Schutzzöllen" verkaufen. Da wird wohl jeder Konzern ins Grübeln kommen. Irgendwann gibt es keinen Produktpassenden Markt mehr.

        Gruß



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