Schneller und schlimmer als befürchtet

Hallo!

Der deutsche Arbeiter ist arbeitslos geworden.

Solche Aussagen liebe ich über alles :frowning:. Wer ist „der deutsche Arbeiter“. Ist das eine einzige Person? Oder ist „der deutsche Arbeiter“ die Gesamtheit aller Arbeiter oder gar aller Beschäftigten? Sind also jetzt, hier und heute alle Arbeiter arbeitslos?

Gruß
Wolfgang

Hallo.

An sich sind die Beschäftigungsverhältnisse im katholischen Ort des beschriebenen Artikels eine Sauerei. Allerdings muss man auch die Kehrseite (des Schwein-elendchens) sehen, dass die dortigen Fleischproduzenten sich durch eine solche Politik gewaltig ins eigene Fleisch schneiden können. Wenn nämlich der Kunde in Zukunft nur „sauber“ produziertes Fleisch nachfragt :smile:

mfg M.L.

Hallo!

Da sind keine Fabrikarbeiter arbeitslos geworden, sondern Selbständige erhielten keine Anschlußaufträge. In Zerlegebetrieben ist es seit vielen Jahren üblich, vermeintlich Selbständige zu beschäftigen. Tatsächlich sind es abhängig Beschäftigte, ohne deren soziale Sicherung zu genießen. Die Vorgänge haben ursächlich mit der EU-Osterweiterung nichts zu tun. Es handelt sich vielmehr um vielerorts übliche Gepflogenheiten, an den die Auftraggeber wie auch die Beschäftigten ein gerüttelt Maß Schuld trifft. In einigen Branchen, z. B. auch in Teilen des Transportgewerbes, sehen viele Scheinselbständige nicht, auf welches dünne Eis sie sich begeben. Sie bestimmen rein gar nichts selbst, nicht die Arbeitszeiten, nicht ihre Preise, sie betreiben keine Werbung, keine Akquise, sie sind abhängig und lassen sich von etwas höherem Lohn als im Angestelltenverhältnis ködern. Diese Leute genießen als Selbständige keinerlei Kündigungsschutz, haben keine Arbeitslosenversicherung und oft auch keine Rentenversicherung.

Ich weiß nicht mehr, wie lange schon, aber solche Verhältnisse mit sämtlichen negativen Folgen sind mir von einem Schlachthof in Hamburg schon seit Jahrzehnten bekannt. Das jetzt der EU-Osterweiterung anzulasten, ist entweder Unkenntnis oder Stimmungsmache. Die Journalisten, die solchen Unsinn verzapfen, haben noch in die Windeln geschissen, da waren das schon alles alte Hüte.

Gruß
Wolfgang

In der Branche laufen ähnliche Sachen wie in Teilen des Transportgewerbes:

Hallo Wolfgang,

du weißt doch, Stammtischniveau. Große Lettern der BILD-Zeitung. „Ganz Deutschland ist arbeitslos.“ „Osteuropäische Staaten in der EU. Sind bald alle Deutschen arbeitslos?“ oder aktuell im Spiegel, denn Spiegelleser wissen ja mehr: „Wie Billiglöhner aus Polen deutsche Arbeiter verdrängen“.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi, das ist ganz einfach das kapitalische Prinzip von Angebot und Nachfrage.
Besitzt du Unternehmensanteile, eine Aktie, oder hast Du Geld anderweitig angelegt? Dann gehörst auch Du direkt oder indirekt zu diesen Schurken, die nur ihren Gewinn maximieren wollen.

A.

Hallo Steven!

„Ganz Deutschland ist :arbeitslos.“
„Osteuropäische Staaten in :der EU. Sind bald alle :smiley:eutschen arbeitslos?“
„Wie Billiglöhner aus Polen :deutsche Arbeiter
verdrängen“.

Bin unentwegt am Zittern und habe furchtbare Angst, demnächst von einem Polen, Tschechen, Koreaner, Chinesen oder Inder verdrängt zu werden :smile:.

Bist Du schon verdrängt?

Mensch, solche Sorgen möcht’ ich haben! Irgendwie bin ich wohl nicht auf der Höhe der Zeit. Gejammer ist angesagt. Ganz altmodisch wünsche ich mir nämlich, daß die Genannten möglichst zügig in die Puschen kommen, Industrie vom Feinsten aufbauen, knackig Geld verdienen und dann gute Kunden werden, die Preise bezahlen können, die Spaß machen.

Gruß
Wolfgang

Moin Wolfgang,

Bin unentwegt am Zittern und habe furchtbare Angst, demnächst
von einem Polen, Tschechen, Koreaner, Chinesen oder Inder
verdrängt zu werden :smile:.

jetzt, wo Du das so schreibst, fange ich auch an zu zittern. Ich habe seit einigen Wochen eine junge Kollegin aus Rußland. Meinst Du, daß die mich verdrängen wird? Immerhin verdient die höchstens die Hälfte von mir und braucht noch höchstens vier Jahre, bis sie soweit ist wie ich. Was soll ich tun?

Dein verschreckter
Christian

Auch Hallo,

Hallo.

An sich sind die Beschäftigungsverhältnisse im katholischen
Ort des beschriebenen Artikels eine Sauerei. Allerdings muss
man auch die Kehrseite (des Schwein-elendchens) sehen, dass
die dortigen Fleischproduzenten sich durch eine solche Politik
gewaltig ins eigene Fleisch schneiden können. Wenn nämlich der
Kunde in Zukunft nur „sauber“ produziertes Fleisch nachfragt

Dann wird das billig zerlegte Fleisch kurzerhand als solches („sauber produziert“, „aus deutschen Landen“ etc. blabla) deklariert - Ende Gelände. Wer kann denn das Gegenteil beweisen? Etwa durch die Disco-Stempel?

-)

mfg M.L.

gruss
moritzbock

Hallo!

Der deutsche Arbeiter ist arbeitslos geworden.

Solche Aussagen liebe ich über alles :frowning:. Wer ist „der
deutsche Arbeiter“. Ist das eine einzige Person?

Das sind die, die zukünftig in Deutschland nur noch bedingt konsumieren, weil ihnen das Geld fehlt. Und dann fehlt es auch anderen, weil die ihr Auto noch 4 Jahre länger fahren, ihren Fernseher noch länger nutzen und auch auf ihrer Couch länger sitzen, nur noch 1 mal im Monat essen gehen… etz pp… Sprich, letzenendes trifft es JEDE Branche, aber das werden die erst kapieren, wenn es sie trifft
Oder warum lamentieren ALLE, über die Stagnation, den Konsumstau? Was schließendlich auch dazu führt, dass die Steuereinnahmen zurückgehen? Wohl kaum, weil alle wie blöd kaufen und im Konsumrausch sind. Aber da jeder nur kurzfristig seinen eigenen Säckel denkt, werden wir langfristig in ein Chaos schlittern. Aber erst kapieren, wenn wir knietief in der Scheisse stecken. Wir haben den Kreislauf gekappt, und wenn wir so weiter machen, dann wird das acuh nichts mehr.

Depressionsgrüße

Sarah, die darauf wartet, dass alles noch billiger wird

Hallo!

Der deutsche Arbeiter ist arbeitslos geworden.

Solche Aussagen liebe ich über alles :frowning:. Wer ist „der
deutsche Arbeiter“. Ist das eine einzige Person?

Das sind die, die zukünftig in Deutschland nur noch bedingt
konsumieren, weil ihnen das Geld fehlt. Und dann fehlt es auch

Ach und du bist natürlich der felsenfesten Überzeugung, dass alle Osteuropäer das westliche Europa überrollen und mit ihren Billiglöhnen den westlichen Arbeitern den Job wegnehemn. Oder betrifft es nur Deutschland, oder nur Ostdeutschland, oder nur Brandeburg oder nur Frankfurt/Oder oder nur Bäckermeister Meiser. Wie nun?

Wenn die Deutschen mit ihrem Gehalt in D. nicht überleben könenn, wie soll es dann ein Osteuropäer mit seinem Billiglohn schaffen? Oder glaubst du, sie fahren täglich von z.B. Polen ins Saarland? Oder betrifft es gar nur die Grenzregionen von Polen oder vielleicht nur die Grenzregionen von Deutschland zu Polen und Tschechien?

Deutschland ist nicht das einzigste Land mit ärmeren Nachbarn. Was ist mit Frankreich? Ob die auch so jammern?

Oder warum lamentieren ALLE, über die Stagnation, den

genau. Das fehlte noch. BILD: „Ganz Deutschland jammert über den Konsumstau.“ Schon mal überlegt, dass die Käseblätter und Politiker das immer einreden wollen? Von den Leuten, die kein Geld haben, wird wohl kaum einer über den Konsumstau jammern, die machen sich eher über ihren eigenn Konsum sorgen, aber nicht über den anderer Leute. Und diejenigen, die Geld haben, können konsumieren. Wer jammert also? Ah, ich habs. Sarag jammertt und sie steht natürlich stellvertretend für alle Deutschen so wie „der deutsche Arbeiter“ stellvertretend für das ganze arbeitsfähige Volk steht.

dazu nur: lass dich nicht verarschen. VErsuch auch mal mitzudenken.

Hallo Wolfgang und auch andere

einige Fragen:

„Ganz Deutschland ist :arbeitslos.“
„Osteuropäische Staaten in :der EU. Sind bald alle :smiley:eutschen arbeitslos?“
„Wie Billiglöhner aus Polen :deutsche Arbeiter
verdrängen“.

Bin unentwegt am Zittern und habe furchtbare Angst, demnächst
von einem Polen, Tschechen, Koreaner, Chinesen oder Inder
verdrängt zu werden :smile:.

Mensch, solche Sorgen möcht’ ich haben! Irgendwie bin ich wohl
nicht auf der Höhe der Zeit. Gejammer ist angesagt.

Kannst du dir vorstellen, dass es Berufsgruppen oder eben Arbeiter gibt, deren Arbeitsplatz nicht so sicher ist, wie der eines Spezialisten/Fachkraft etc. ?

Kannst du dir vorstellen, dass bei Menschen in schlechteren Positionen dann begründet die Angst um den Arbeitsplatz entsteht?

Kannst du dir ferner vorstellen, dass jemand, der berechtigte Sorgen um seinen Arbeitsplatz hat, auch Probleme damit hat, wenn ihn jemand als Jammerer bezeichnet?

Kann es sein, dass du (sicherlich verdienter Weise) in der glücklichen Situation bist, nicht so schnell um deinen Arbeitsplatz fürchten zu müssen?

Das ist alles nicht böse gemeint! Deine Darstellung empfinde ich aber ein bisschen ins Lächerliche gezogen.

Ich denke es kommt immer auf den Einzelfall an, und jeder kann/sollte doch versuchen, sich auch in den Anderen hinein zu versetzen.
Ich denke das würde der Menschheit und speziell der „zerissenen“ dt. Gesellschaft recht gut tun!

Hauptsächlich interessiert mich eigentlich, ob du generell kein Verständnis für derlei Ängste aufbringen kannst. Oder ob es dir eher um die Pauschalierung und das Aufbauschen prisanter Themen durch z.B. die Medien geht.

Gruß Diphda, die das Gefühl hat, dass es zurzeit ebenso trendy und abgedroschen ist, tendenziell alles als Neid, Panik oder Gejammer abzutun

Aber: Es ist kaum denkbar, daß das Lohnniveau in einem der
beigetretenen Ostblockländer auf deutsches Niveau ansteigt. Somit
bleibt langfristig nur der Abstieg der deutschen Löhne auf
Ostblockniveau.

Soso. Spinnen wir den Faden weiter. Da ja Deutschland von den „Billigpolen“ anektiert wird und sich deiner meinung nach das Lohnniveau angleicht, wird logischerweise Frankreich von den „Billigdeutschen“ anektiert, danach wird England von den „Billigfranzosen“ eingenommen usw. Bis ganz Europa nur noch für billigen Lohn arbeitet. Dadurch sinken aber die Produktionskosten bei fallender Nachfrage. Die Folge dessen ist, dass Preise gesenkt werden, denn nicht eine Firma oder ein Politiker bestimmt den Preis, sondern der Kunde (oder die Firma macht pleite) .

Fazit: Alles wieder im Lot, die Löhne sind zwar niedriger, aber die Preise auch. Die Kaufkraft ist dank EU-Erweiterung gestiegen und alle freuen sich bester Gesundheit. Estwas besseres kann uns gar nicht passieren.

Hallo!
Also jetzt muss ich dazu auch mal etwas loswerden, auch wenn die üblichen User hier im Forum aufgrund ihrer Qualifikation von dem Problem zumindest vorerst nicht betroffen sein werden. Wohl aber die einfachen Arbeiter.

Wenn die Deutschen mit ihrem Gehalt in D. nicht überleben
könenn, wie soll es dann ein Osteuropäer mit seinem Billiglohn
schaffen? Oder glaubst du, sie fahren täglich von z.B. Polen
ins Saarland

Sicher nicht jeden Tag., vielleicht einmal im Monat.
Mit den ca. 800 verdienten Euro´s versorgen sie Ihre ganze Familie.
Bezahlen Strom, Wasser, Lebensmittel, KFz -Steuer + Versicherung, Miete, Medikamente, füttern alle Verwandten mit durch.
In CZ hab ich vor kurzem für umgerechnet 1 Euro 30 Hörnchen (dt: Tafelbrötchen, in einwandfreier Qualität) gekauft, nur mal so als Beispiel.

Oder betrifft es gar nur die Grenzregionen von
Polen oder vielleicht nur die Grenzregionen von Deutschland zu
Polen und Tschechien?

Die Grenzregionen ehr weniger, weil da die Löhne eh schon im Keller sind. Das was in den grenznahen Gebieten Deutschlands bei 25 % Arbeitslosigkeit verdient wird, verdient ein guter Arbeiter nahezu auch in CZ. Man geht da besser in den goldenen Westen, wo es noch richtig Kohle gibt.

Grüße, Steffen!

Hallo,

Die Grenzregionen ehr weniger, weil da die Löhne eh schon im
Keller sind. Das was in den grenznahen Gebieten Deutschlands
bei 25 % Arbeitslosigkeit verdient wird, verdient ein guter
Arbeiter nahezu auch in CZ. Man geht da besser in den goldenen
Westen, wo es noch richtig Kohle gibt.

Und wie weit in den Westen? Klar gibt es preisliche Gefälle zu den Grenzen hin, aber das ist beidseitig so. Eins vergessen nämlich die Grenzdeutschen immer zu erwähnen, da es ihnen zum Vorteil gereicht. Sie können ebenso billig dort einkaufen gehen, dort tanken gehen, dort auch wohnen und bald auch ihre KFZ-Versicherung abschließen.

Hier in bayern klagen sehr oft die Tschechen, dass dei deutschen karawanenartig das Land überfallen, dort essen, einkaufen, tanken, selbst nach Österreich fahren viele zum Tanken.

Wenn, dann sollte es richtig betrachtet werden, ansonsten ist es nichts weiter als Propaganda: Nachteile übertreiben, Vorteile verschweigen, nur einseitig berichten, bewusst falsche Behauptungen aufstellen.

Mensch, solche Sorgen möcht’ ich haben! Irgendwie bin ich wohl
nicht auf der Höhe der Zeit. Gejammer ist angesagt. Ganz
altmodisch wünsche ich mir nämlich, daß die Genannten
möglichst zügig in die Puschen kommen, Industrie vom Feinsten
aufbauen, knackig Geld verdienen und dann gute Kunden werden,
die Preise bezahlen können, die Spaß machen.

ich finde das immer wieder witzig, wie jede noch so anständig geführte diskussion zu einem RECHTS-LINKS Flame-Thread wird!
keine Ahnung, ob du wirklich glaubst was du da schreibst, wenn doch, bist du ziehmlich arm dran

Gejammer??? Existensangst!!!
nicht nur das sich deutsche Firmen dauernd im (Niedrig-Lohn)Ausland ansiedeln, sogar schon Landesaufträge (im Bauwesen) von ausländischen
Firmen ausgeführt werden, nein, denen soll es auch noch leichter gemacht werden!

und das die „neuen“ Arbeitskräfte gute Kunden werden für die Deutsche Industrie, wo lebst du denn ?, in allen anderen Ländern Europas wird Nationalpatriotismus nicht mit Nationalsozialismus verwechselt!!!

ein Tscheche wird weiter hin bevorzugt tschechische Produkte kaufen,
a) wegen des Preises /b) wegen der nationalen Verbundenheit
c) ist es sprachlich einfacher

und qualität möchte ich den Ausländern nicht absprechen, ganz im gegenteil! das Preis/Leistungsverhältnis ist schon erachtlich,
aber es gibt auch genug schwarze Schafe

und gegen die muss der (rechtlich-politische)Kampf her

Hi!

jetzt, wo Du das so schreibst, fange ich auch an zu zittern.
Ich habe seit einigen Wochen eine junge Kollegin aus Rußland.
Meinst Du, daß die mich verdrängen wird? Immerhin verdient die
höchstens die Hälfte von mir und braucht noch höchstens vier
Jahre, bis sie soweit ist wie ich. Was soll ich tun?

Sie heiraten, was denn sonst?

Grinsende Grüße,
Michaela