Bußgelder = Einnahmen für den Staat?

Von: , Frage gestellt am Di, 5. Dez 2006

Hallo,

Bußgelder verlieren für die Menschen die Abschreckungswirkung, die so stinkreich sind, dass sie sogar Millionen Bußgeld ohne mit der Wimper zu zucken sozusagen vom Spesenkonto überweisen.

Wenn man nun bei solchen Verbrechern, bei denen Geld keine Rolle spielt, Geldbußen grundsätzlich ausschließen würde, wie hoch wären dann die dadurch entstehenden Verluste für den Staat?

Glaubt Ihr, würde sich dadurch die Abschreckungswirkung der Strafen erhöhen?

Gibts irgendwo eine Statistik über Einnahmen durch Bußgelder?

Diese Verluste würden dann z.B. wieder Kindergärten oder ähnliches treffen.


Nick

23 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 15 Stunden hilfreich
    Re: Bußgelder = Einnahmen für den Staat?

    Hallo!

    Du willst doch nur Ackermann & Co. im Knast sehen, weil Deine kleine, neiderfüllte Seele das irgendwie für geboten hält.
    Die rechtlichen Hintergründe des Falles hast Du nicht verstanden.

    Würde mich interessieren, wer dann die Deutsche Bank leiten würde.
    Zudem wäre es interessant durchzuspielen, ob die Deutsche Bank ohne Ackermann nicht schon längst in der Citybank o.ä. aufgegangen wäre und somit wirklich noch einmal tausende Arbeitsplätze in D fällig gewsen wären.

    Aber was soll´s, vom deutschen Normalo und der durch ihn gewählten Politiker kann man Weitblick aktuell m.E. nicht erwarten. Daher ist Deine recht volkstümliche Ansicht auch nicht weiter verwunderlich.

    Lies man "Animal Farm" von George Orwell.
    Ein ähnliches Szenario hätten wir wohl, wenn wir unsere Wirtschaftseliten in den Knast stecken und Leute wie Dich ans Ruder lassen würden. Neid und Gier waren niemals gute Ratgeber. Da ist mir ein gewisses Machtstreben, verbunden mit hoher Managementkompetenz, noch lieber...

    Grüße,

    Mathias

    • Antwort von nach 3 Tagen hilfreich
      Re^2: Bußgelder = Einnahmen für den Staat?

      Hallo,

      An der Frage kann ich nichts erkennen, was mit Neid zu tun hat, sondern sie ist meiner Meinung nach gerechtfertigt. Bußgeld dient dazu, Übertretungen von Gesetzen zu bestrafen. Und ein Bußgeld von z.B. 100 € für eine Geschwindigkeitsüberschreitung trifft einen Hartz IV-Empfänger natürlich deutlich härter als einen Millionären. Für diesen hätte das Bußgeld keine abschreckende Wirkung.
      Ich meine gelesen zu haben, dass in einem skandinawischen Land (Finnland?) die Bußgelder einkommensabhängig sind. Wenn Deutschland sich diesem Modell anschließen würde, könnte der Staat noch mehr Geld einnehmen.

      Grüße Ingo

      • Antwort von nach 5 Tagen hilfreich
        Re^3: Bußgelder = Einnahmen für den Staat?

        Hallo! An der Frage kann ich nichts erkennen, was mit Neid zu tun
        hat, sondern sie ist meiner Meinung nach gerechtfertigt.
        Bußgeld dient dazu, Übertretungen von Gesetzen zu bestrafen.
        Und ein Bußgeld von z.B. 100 € für eine
        Geschwindigkeitsüberschreitung trifft einen Hartz IV-Empfänger
        natürlich deutlich härter als einen Millionären. Für diesen
        hätte das Bußgeld keine abschreckende Wirkung.
        Ich meine gelesen zu haben, dass in einem skandinawischen Land
        (Finnland?) die Bußgelder einkommensabhängig sind. Wenn
        Deutschland sich diesem Modell anschließen würde, könnte der
        Staat noch mehr Geld einnehmen.
        Das pauschale Bußgeld gibt es m.W. nach nur bei geringfügigen Verstößen. Sonst orientiert man sich an individuell abhängig vom Einkommen des Missetäters abhängigen Tagessätzen.

        Also nur wieder Neid.
        Ferner werden auch dem Millionär die 100 Euro Strafe weh tun, wenn bei einer Wiederholungstat der Führerscheinentzug droht. Es sind somit, das ist mein Fazit, die gesetzlichen Möglichkeiten ausreichend. Einzig sie werden oft nicht oder nicht extensiv genug angewandt.

        Grüße,

        Mathias

      • Antwort von nach 6 Tagen hilfreich
        Re^3: Bußgelder = Einnahmen für den Staat?

        (Finnland?) die Bußgelder einkommensabhängig sind. Wenn
        Hallo Ingo,

        deine Vermutung ist korrekt.
        Zum Beispiel hatte der Vorstandsvorsitzende von Nokia ein Bußgeld von über 300.000 € zu zahlen, als er mal zu schnell in der City unterwegs war.

        Und an Mathias :
        Hier hat bisher keiner den Mund wegen Neid zu voll genommen!
        Bevor man dies anderen vorwirft sollte man seine eigene Vorstellung vom "kriechen" vor Managern und Politikern überprüfen.
        Das hat uns in Deutschland noch nie sonderlich weit gebracht.
        Zudem könntest du deinen Vortrag ja mal vor ENRON oder WORLDCOM Mitarbeitern halten.
        Der Erfolg dürfte dir sicher sein !!

        Viele Grüße
        Jörg

        • Antwort von nach 7 Tagen hilfreich
          Re^4: Bußgelder = Einnahmen für den Staat?

          (Finnland?) die Bußgelder einkommensabhängig sind. Wenn
          Hallo Ingo,

          deine Vermutung ist korrekt.
          Zum Beispiel hatte der Vorstandsvorsitzende von Nokia ein
          Bußgeld von über 300.000 € zu zahlen, als er mal zu schnell in
          der City unterwegs war.
          Das bedeutet man muss seine Einkommensteuererklärung beim Ordnungsamt abgeben. Dann haben wieder ein paar Sesselfurzer mehr einen Job.

          Toll

        • Antwort von nach 7 Tagen hilfreich
          Re^4: Bußgelder = Einnahmen für den Staat?

          Hallo! (Finnland?) die Bußgelder einkommensabhängig sind. Wenn
          Hallo Ingo,

          deine Vermutung ist korrekt.
          Zum Beispiel hatte der Vorstandsvorsitzende von Nokia ein
          Bußgeld von über 300.000 € zu zahlen, als er mal zu schnell in
          der City unterwegs war.
          ...und er hat bezahlt.
          allerdings ist die Chance ausgesprochen gering, sich in FIN ein Ticket einzuhandeln.
          Die Leute dort gehen ganz anders miteinander um, als wir hier. Diese sture Dogmatik gibt es dort kaum, genau wie Blitzanlagen... Und an Mathias :
          Hier hat bisher keiner den Mund wegen Neid zu voll genommen!
          Das glaubst Du wohl selbst nicht. Liest Du nur im Lust und Liebe Brett mit...? Bevor man dies anderen vorwirft sollte man seine eigene
          Vorstellung vom "kriechen" vor Managern und Politikern
          überprüfen.
          Einverstanden. Aber Du meinst nicht ernsthaft mich damit, oder?
          Ich krieche vor niemandem. Weder vor Managern (bin selbständig), noch vor Politikern (habe mich schon mit dem einen oder anderen angelegt und meine Ansicht hierzu ist im Forum bekannt und im Archiv nachzulesen). Das hat uns in Deutschland noch nie sonderlich weit gebracht.
          Meine Rede. Zudem könntest du deinen Vortrag ja mal vor ENRON oder
          WORLDCOM Mitarbeitern halten.
          Der Erfolg dürfte dir sicher sein !!
          Ich halte keine Vorträge.
          Das überlasse ich Leuten, die Zeit dafür haben.

          Grüße,

          Mathias

          • Antwort von nach 21 Tagen hilfreich
            Re^5: Bußgelder = Einnahmen für den Staat?

            Hallo Mathias,

            bin erst heute wieder im Netz,
            dadurch erst jetzt (sorry) die Rückmeldung. (Finnland?) die Bußgelder einkommensabhängig sind. Wenn
            Hallo Ingo,

            deine Vermutung ist korrekt.
            Zum Beispiel hatte der Vorstandsvorsitzende von Nokia ein
            Bußgeld von über 300.000 € zu zahlen, als er mal zu schnell in
            der City unterwegs war.
            ...und er hat bezahlt.
            allerdings ist die Chance ausgesprochen gering, sich in FIN
            ein Ticket einzuhandeln.
            Einspruch, die sind genauso geschickt wie unsere hier. Die Leute dort gehen ganz anders miteinander um, als wir hier.
            Stimmt, sehr freundliches Volk !! Diese sture Dogmatik gibt es dort kaum, genau wie
            Blitzanlagen...
            Kann ich auch nicht wiederlegen. Habe bei den tausenden Kilometern zu Lande und im Kajak ;-) keine gesehen.
            Wurde aber mehrmals von freundliche Autofahrern auf gut getarnte mobile Anlagen aufmerksam gemacht (Tarnung besser wie beim Militär). Und an Mathias :
            Hier hat bisher keiner den Mund wegen Neid zu voll genommen!
            Das glaubst Du wohl selbst nicht. Liest Du nur im Lust und
            Liebe Brett mit...?
            Nein, ich lese nicht nur Lust und Liebe! Macht zwar auch viel Spass,
            aber am liebsten wälze ich mich durch die Rechtsbretter und die Witzseite. Bevor man dies anderen vorwirft sollte man seine eigene
            Vorstellung vom "kriechen" vor Managern und Politikern
            überprüfen.
            Einverstanden. Aber Du meinst nicht ernsthaft mich damit,
            oder?
            Ich krieche vor niemandem. Weder vor Managern (bin
            selbständig), noch vor Politikern (habe mich schon mit dem
            einen oder anderen angelegt und meine Ansicht hierzu ist im
            Forum bekannt und im Archiv nachzulesen).
            Glaube ich Dir. Und wer Selbständig ist, hat auch von mir die Achtung die man erwarten kann. Dies gilt aber nicht für die Selbstbedienungsmentalität der Vorstände in Aktiengesellschaften.
            Erst Recht nicht für diejenigen, die nur Ihren eigene Profit sehen, und auf Belegschaft und Kunden pfeifen. Das hat uns in Deutschland noch nie sonderlich weit gebracht.
            Meine Rede. Zudem könntest du deinen Vortrag ja mal vor ENRON oder
            WORLDCOM Mitarbeitern halten.
            Der Erfolg dürfte dir sicher sein !!
            Ich halte keine Vorträge.
            Das überlasse ich Leuten, die Zeit dafür haben.
            Sind meistens irgendwelche Wirtschaftsprüfer, Consultants, etc.
            Mit den Pfeifen hat man hier jedes Jahr mehrmals zu tun.
            Grauenvolle (meistens) unfähige Gestalten, denen man erst mal alles erklären muss. Anschließend verkaufen Sie ihre neu gewonnen Erkenntnisse als Ihre eigene Arbeit.
            Grüße,

            Mathias
            Viele Grüße zurück.
            Wünsche Dir einen guten Rutsch und viel Erfolg fürs kommende Jahr.
            Jörg

            • Antwort von nach 22 Tagen hilfreich
              Re^6: Bußgelder = Einnahmen für den Staat?

              Moin Jörg, bin erst heute wieder im Netz,
              dadurch erst jetzt (sorry) die Rückmeldung.
              Passt schon, Weihnachten geht vor... ;-) (Finnland?) die Bußgelder einkommensabhängig sind. Wenn
              Hallo Ingo,

              deine Vermutung ist korrekt.
              Zum Beispiel hatte der Vorstandsvorsitzende von Nokia ein
              Bußgeld von über 300.000 € zu zahlen, als er mal zu schnell in
              der City unterwegs war.
              ...und er hat bezahlt.
              allerdings ist die Chance ausgesprochen gering, sich in FIN
              ein Ticket einzuhandeln.
              Einspruch, die sind genauso geschickt wie unsere hier.
              Nur deutlich seltener auf Beutezug. Die Leute dort gehen ganz anders miteinander um, als wir hier.
              Stimmt, sehr freundliches Volk !!
              Diese sture Dogmatik gibt es dort kaum, genau wie
              Blitzanlagen...
              Kann ich auch nicht wiederlegen. Habe bei den tausenden
              Kilometern zu Lande und im Kajak ;-) keine gesehen.
              Wurde aber mehrmals von freundliche Autofahrern auf gut
              getarnte mobile Anlagen aufmerksam gemacht (Tarnung besser wie
              beim Militär).
              Das ist ja auch o.k.
              Nur kommt eben der Rochus der Abzocke dort nicht auf.
              Man zahlt und fertig. Die schwachsinnige Führerschein-Entzieherei kennt man dort nur in Extremfällen, wie sich das gehört. Und an Mathias :
              Hier hat bisher keiner den Mund wegen Neid zu voll genommen!
              Das glaubst Du wohl selbst nicht. Liest Du nur im Lust und
              Liebe Brett mit...?
              Nein, ich lese nicht nur Lust und Liebe! Macht zwar auch viel
              Spass,
              aber am liebsten wälze ich mich durch die Rechtsbretter und
              die Witzseite.
              ...dann müsstest Du die üblichen Neid- und Frustkommentare zuhaufe gelesen haben. Bevor man dies anderen vorwirft sollte man seine eigene
              Vorstellung vom "kriechen" vor Managern und Politikern
              überprüfen.
              Einverstanden. Aber Du meinst nicht ernsthaft mich damit,
              oder?
              Ich krieche vor niemandem. Weder vor Managern (bin
              selbständig), noch vor Politikern (habe mich schon mit dem
              einen oder anderen angelegt und meine Ansicht hierzu ist im
              Forum bekannt und im Archiv nachzulesen).
              Glaube ich Dir. Und wer Selbständig ist, hat auch von mir die
              Achtung die man erwarten kann. Dies gilt aber nicht für die
              Selbstbedienungsmentalität der Vorstände in
              Aktiengesellschaften.
              Das sind Angestellte. Erst Recht nicht für diejenigen, die nur Ihren eigene Profit
              sehen, und auf Belegschaft und Kunden pfeifen.
              Dafür werden sie von den Aktionären bezahlt.
              Es hält niemand die Aktionäre von AGs davon ab, ihren Managern ein anderes Paradigma vorzugeben.
              Nurt geschieht das nicht, da der Deutsche lieber meckert, als sich als Aktionär zu engagieren. Das hat uns in Deutschland noch nie sonderlich weit gebracht.
              Meine Rede. Zudem könntest du deinen Vortrag ja mal vor ENRON oder
              WORLDCOM Mitarbeitern halten.
              Der Erfolg dürfte dir sicher sein !!
              Ich halte keine Vorträge.
              Das überlasse ich Leuten, die Zeit dafür haben.
              Sind meistens irgendwelche Wirtschaftsprüfer, Consultants,
              etc.
              Meiner Erfahrung nach sind das eher Politiker und Verbandsheinis, also Juristen und Lehrer. Mit den Pfeifen hat man hier jedes Jahr mehrmals zu tun.
              Grauenvolle (meistens) unfähige Gestalten, denen man erst mal
              alles erklären muss. Anschließend verkaufen Sie ihre neu
              gewonnen Erkenntnisse als Ihre eigene Arbeit.
              Keine Ahnung wo Du arbeitest. Sollte es eine AG sein, hätten die Aktionäre auch die Möglichkeit, sich Fachleute einzustellen, die die blöden Berater nicht brauchen.

              Ich sehe in meinem mittlerweile nebenberuflichen Alltag als Berater für KMUs im Vertriebsbereich hingegen häufig das Problem, das eigentlich gesunde Unternehmen von ein paar wenigen Problemmitarbeitern in Gefahr gebracht werden.
              Oft identifiziere ich hier einen verstockten Ingenieur, der den ganzen Laden aufhält und/oder einen technokratischen Vertrieb, der die eigentlich konkurrenzfähigen Produkte nicht an den Markt bringen kann.
              Hier liegt das Problem weniger im Management, als eher in deutscher Arroganz und oft auch reiner Faulheit begründet.
              Das ist dann natürlich auch wieder ein Management-Problem, aber eben ein von Mitarbeitern verursachtes.
              Zu Großkonzernenen kann ich nur aus 2. Hand wiedergeben, was ich hier in MÜnchen v.a. über Siemens höre. Glaube nur nicht, dass sich nicht auch einfache Mitarbeiter schamlos bedienen, alle Goodies ausreizen und somit der Firma massiv schaden, dann aber über den bösen Kleinfeld meckern, der diesen Leuten nun feuer unter dem Hintern macht.... Grüße,

              Mathias
              Viele Grüße zurück.
              Wünsche Dir einen guten Rutsch und viel Erfolg fürs kommende
              Jahr.
              Danke Dir. Ich wünsche dasselbe.

              Grüße,

              Mathias

            • Antwort von nach 22 Tagen hilfreich
              Manager als solche

              Hallo, Würde mich interessieren, wer dann die Deutsche Bank leiten
              würde.
              ohne Ackermann ging es auch schon an die 150 Jahre. Der Mann ist ja nicht der einzige, der eine Bank führen kann. Es wäre auch schlimm, wenn er der einzige wäre, der das bei der DB könnte, denn ein Manager wäre für einen derartigen Laden ein bißchen wenig. Im übrigen halte ich Ackermann nicht gerade für eine Granate. Zudem wäre es interessant durchzuspielen, ob die Deutsche Bank
              ohne Ackermann nicht schon längst in der Citybank o.ä.
              aufgegangen wäre und somit wirklich noch einmal tausende
              Arbeitsplätze in D fällig gewsen wären.
              Es scheint Dir entgangen zu sein, daß Ackermann nicht unbedingt deutsche Interessen bei der Entwicklung "seiner Bank" vertritt. Ein Unternehmenswachstum findet letztlich nur im Ausland statt, der deutsche Markt wird weitestgehend verwaltet.

              Zu seinen bekloppten Renditevorstellungen habe ich schon mal was geschrieben:
              http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv... Ein ähnliches Szenario hätten wir wohl, wenn wir unsere
              Wirtschaftseliten in den Knast stecken und Leute wie Dich ans
              Ruder lassen würden. Neid und Gier waren niemals gute
              Ratgeber.
              Der zweite Satz ist sicherlich richtig, nur im ersten Satz sehe ich einen Denkfehler: Du unterstellst, daß sich unsere Wirtschaftseliten zwangsläufig durch Kompetenz auszeichnen. Ich habe die Beobachtung gemacht, daß es sich bei Vorständen und Bereichsleitern von Großunternehmen meist um Personen handelt, die zur richtigen Zeit am richtigen Ort waren und außerdem die richtigen Leute kannten. Bei den meisten, die ich kennengelernt habe, handelte es sich im wesentlichen um konfliktscheue und aalglatte Gestalten oder cholerische Profilneurotiker. Beide Gruppen haben gemein, daß sie sich mit gesichtslosen und inkompetenten Jasagern umgeben. In der Konsequenz werden in deutschen Vorstandsetagen häufig falsche Entscheidungen auf unzureichender Informationsbasis getroffen.

              Ich habe es bspw. nicht nur einmal erlebt, daß Vorstandsbeschlüsse innerhalb kürzester Zeit komplett widerrufen wurden, weil dem Vorstand nach dem ersten Beschluß erläutert wurde, was er eigentlich beschlossen hatte. Anschließend bekam der Ersteller der ersten Vorlage einen Mörderärger, frei nach dem Motto: Wie können Sie mir etwas vorlegen, das ich mir nicht durchgelesen habe.

              Vor diesem Hintergrund sollte man die ständigen Diskussionen um die Vorstandsgehälter auch differenzierter betrachten. Das Argument, man müßte Vorstände mit international konkurrenzfähigen Gehältern bei Laune halten, fußt letztlich auf der Unterstellung, daß man für nicht konkurrenzfähige Gehälter auch nur schlechtere Manager bekommt. Das läßt sich natürlich nicht überprüfen. Das, was man für die derzeit gezahlten Gehälter bekommt, ist jedenfalls in den allermeisten Fällen sein Geld nicht wert.

              Das davon unabhängige kritisieren der Beträge an sich, geht allerdings auch wieder an der Sache vorbei. Schließlich machen die Gehälter - auf den einzelnen Mitarbeiter umgelegt und auch in der Gesamtbetrachtung des Unternehmens - einen absolut unwesentlichen Betrag aus. Auch können Außenstehende nur schlecht beurteilen, inwiefern (oder ob überhaupt) ein Management gute Arbeit leistet und zwar auch nicht, wenn sie die Pressemitteilungen sorgfältig verfolgen. Ein gutes Management wird durch mehr ausgemacht als durch Zahl der Mitarbeiter bzw. deren Veränderung.

              Insofern geht es also nur darum, darüber zu lamentieren, daß jemand – aus Sicht eines einfachen Angestellten oder Arbeiters – unglaubliche Summen für nicht einschätzbare Leistung erhält.

              Dazu paßt im übrigen auch die sinnlose Diskussion über die Offenlegung der Gehälter der einzelnen Vorstände. Wie sagte noch der frühere Vorstandschef der Vossloh AG bei der Hauptversammlung 2003, auf der die Einzelbezüge der drei Vorstände nach langem Rumgenöhle verlesen worden waren, sinngemäß: „Und, was hat Ihnen das jetzt gebracht?“.

              Gruß,
              Christian



Keine passende Antwort gefunden? Jetzt eigene Frage stellen!