Antwort von
nach einem Tag
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Re^2: € stärken, sooo schwer?
Hi Matthias,
dank dir für die Denkanstösse! Die Sache ist halt wirklich sehr komplex, und wenn ich eine Hoffnung für einen gelingenden Euro habe, dann beruht sie im Unerwarteten. Schließlich ist es ein Experiment ...gleichwohl mit vielen festgelegten Regeln und Verbindlichkeiten innerer wie äußerer Partner, aber ein Novum, welches jeder seriöse Volkswirtschaftler wohl nur unter extremen Sachzwängen zähneknirschend befürwortet hätte.
Ich denke die Dynamik, die im vollen Gange ist, lässt sich in ihrer zukünftigen Entwicklung erahnen, aber sie lässt auch die Möglichkeit des Gelingens zu, gerade auch durch die Macht unerwarteter Wendungen an den Märkten. Also, immer schön flexibel bleiben, scheint mir angesagt.
Übrigens wurde nach einem Artikel in der FAZ die von mir aus dem Spiegel zitierte Idee von DeutschBank-Breuer aufgegriffen und eingefordert (sozusagen)
Gruß hh
Diese Problematik hat sicherlich mehrere Seiten.
Das Hauptargument für eine solche Aktion wäre m.E. allerdings,
daß ja die genannten Reserven (u.a.) zur Stützung der
Landeswährungen angelegt worden sind.
Nun wurden die Landeswährungen gegen den Euro ausgetauscht,
also wäre doch der logische Schluß, diese Reserven zur
Stützung des Euro einzusetzen.
Allerdings sollte man bedenken, daß es auch noch weitere
Verwendungen wie z.B. Kreditsicherung / Haushaltsreserve für
die Reserven gibt und daß es schwierig sein dürfte
festzulegen, welches Land wieviel zu veräußern hat.
Es würde wieder an D hängen und ob unsere Reserven
ausreichten, weiß ich nicht.
Die EZB ist ja gegen die Vermögen der einzelnen
Mitgleidsländer noch eher ein zahlnloser Tiger.
Allerdings halte ich es für eine gute Idee, ein bisschen mit
dem Säbel zu rasseln und laut darüber nachzudenken.
Gruß,
Mathias
Liebe Leser, liebe ExpertInnen!
Manchmal, wenn ich so 9*kluge Artikel lese, wo genau steht
wie man`s macht, zum Beispiel mal
eben den €-Kurs mit einem massiven Zwei-Jahres-Programm auf
1,10 Dollar hochfahren - und dann auch noch im Spiegel - bin
ich schlicht verblüfft.
Im SPIEGEL Nr. 46, im Artikel: "Märkte, hört die Signale"
(Seite 130 ff) ist von einem "kühnen
Interventionskonzept" zur Eurostützung die Rede, welches "in
Europas Finanzministerien schon
lange diskutiert wird, wenn auch hinter vorgehaltener Hand".
Jeden Monat sollen die Europäer 8
Milliarden Dollar an Devisenreserven auf den Markt werfen,
solange bis der Euro auf einen Wert
von 1,10 Dollar gestiegen ist.
Die Masse ist da, das Geld könnte kaum zu einem günstigeren
Kurs verkauft werden und wird ja
als Reserve gar nicht mehr benötigt, muß es doch die
europäischen Landeswährungen nicht
mehr absichern. Mit einem Trick, der die Milliarden-tranchen
den europäischen Finanzministerien
rüberschiebt, damit diese sie auf dem Kapitalmarkt
verkaufen, können dann auch locker
Schuldenberge zum Abschmelzen gebracht werden.
Wo liegt die Problematik in diesem Konzept???
Schon im Frühjahr hieß es im Spiegel - als Zitat eines
Finanzmarktexperten - "die EZB brauche
doch nur mal laut darüber nachzudenken, nicht mehr benötigte
Dollar-Reserven zu veräußern,
das würde den € schon sanieren" ...war das eine
Fehleinschätzung, oder sind die Herrschaften
selbst zum lauten Nachdenken zu ängstlich?
Gruß hh