was sagt ihr dazu?

Von: , Frage gestellt am Mi, 6. Dez 2000

ist nicht von mir: habe ich gelesen und meinte, es sollten alle lesen, weil ich es auch so sehe! quellenangabe unterm text:

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Editorial

Faulheit siegt

Ein etwa 50-jähriger Türke, der nach 25 Jahren Aufenthalt in Deutschland kein Wort deutsch spricht, erzählt auf einer Sprachenschule, daß er arbeitslos ist, während seine Brüder in der Türkei in Lohn und Brot stehen. Auf die Frage, warum er dann nicht in seine Heimat zurückkehre, kommt die Antwort: ,,Ich bekomme hier mehr vom Arbeitsamt, als alle meine Brüder verdienen."

Ein Taxifahrer berichtet, er habe früher eine Kurierfirma besessen. Der harte Wettbewerb habe ihn zum Aufgeben gezwungen: Man könne nicht gegen Konkurrenten ankämpfen, die ihren Mitarbeitern wesentlich niedrigere Löhne - schwarz - zahlen, weil sie gleichzeitig Arbeitslosengeld beziehen. Genauer: 1.500 Mark Arbeitslosengeld plus 2.500 Mark steuerfreier Schwarzlohn macht 4.000 Mark im Monat netto.

Ein drittes Beispiel: Jeden Samstag beim Bundesligafußball treffen sich zwei etwa 20 jährige Freunde. Der eine ist arbeitslos, ausgeschlafen und verdient sich schwarz etwas dazu. Der andere ist Bäckergeselle und viel zu müde, um sich nebenbei etwas zu verdienen. Er muß nämlich jeden Morgen um vier Uhr aufstehen und Brötchen backen. Der eine geht abends bis zwei in die Disko, der andere kann höchstens am Wochenende mal später ins Bett gehen. Wer hat wohl das bessere Los gezogen?

Drei Beispiele, die nicht frei erfunden sind und vor allem eines zeigen: Faulheit wird in Deutschland belohnt - vom Staat. Der Bäckerjob wird unattraktiv, weil der Freund zeigt, wie man mit Alu und ein paar Nebenjobs besser über die Runden kommt. Keine Ausnahme - das ist Alltag.

In Deutschland sind nicht weniger als 447.000 junge Leute unter 25 arbeitslos gemeldet. Keiner von ihnen sollte auch nur eine müde Mark vom Staat erhalten. Für diese Altersgruppe gibt es im Dienstleistungsbereich irgendwo immer einen Job. Jeder Student findet etwas, aber sicher nicht weil er Abitur hat, sondern weil er Geld braucht. Dazu muß man vielleicht auch mal den Allerwertesten bewegen und den Wohnort wechseln.

Übrigens befinden sich unter den 3,9 Millionen Arbeitlosen auch etwa 450.000, die weniger als einen Monat arbeitslos sind. Weitere 750.000 sind weniger als drei Monate ohne Job. Kann man das wirklich als Arbeitslosigkeit bezeichnen? Für manchen dürfte es eher ein willkommener Urlaub sein, den das Arbeitsamt finanziert.

Ich erlaube mir die Frage, ob nicht jeder Berufstätige wenigstens so weit vorsorgen könnte, daß er maximal drei Monate ohne Einkommen überbrücken kann. Das wären 1,2 Millionen Arbeitslose weniger. Mit dem eingesparten Geld ließen sich die Beiträge drastisch senken.

Arbeitslosengeld sollte den Notfall abdecken, nicht das Leben erleichtern.

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Von Ralf-Dieter Brunowsky, Chefredakteur des Wirtschaftsmagazins CAPITAL, abgedruckt in "Die Steuerberatung" - monatlich erscheinende Zeitschrift des Deutschen Steuerberaterverbandes e.V. Bonn, erstmals veröffentlicht in CAPITAL Nr. 14/2000.

45 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 2 Stunden hilfreich
    Wie diejenigen, die mich hier kennen...

    ...ja wissen, unterschreibe ich das.

    Die einzige Schwierigkeit ist, daß es bei einem komplexen System immer Ausreißer gibt.

    Wie willst Du kontrollieren, ob eine insgesamte Verschärfung/Erschwerung der Sache nicht viele wirklich arme Schweine hart trifft?

    Solche Einzelfälle ärgern mich auch maßlos. Zwei von den Typen finanziere ich schließlich voll.

    Nur muß man eben auch die wirklichen Systemverlierer unterstützen.

    Gesunde 20-jährige allerdings sollten kategorisch zur Arbeit geprügelt werden!

    Bei mir jedenfalls bekommt keiner, der besoffen oder sonstwie vergammelt oder desinteressiert zum Vorstellungsgespräch erscheint den Stempel. Diese Leute melde ich dem Arbeitsamt und lasse die Fälle durch meinen Anwalt verfolgen.
    Der eine oder andere landet dann irgendwann wirklich auf Null.

    Gruß,

    Mathias

    • Antwort von nach einem Tag hilfreich
      da bist du mir ja gleich ...

      ... sympatisch!


      hi mathias!




      ...ja wissen, unterschreibe ich das.

      Die einzige Schwierigkeit ist, daß es bei einem komplexen
      System immer Ausreißer gibt.

      genau und die kann man nur kriegen, wenn man das system völlig umdreht: keine sozialleistungen, nur diese auf ECHTEN antrag (mit persönlichem vorsprechen und nachweis der bedürftigkeit - art eidesstattliche erklärung) das überlegen sich dann vielleicht viele.
      denn viele gehen heute gleich nach der kündigung zum arbeitsamt, weil "es ihnen ja zusteht" das geld, haben sie ja immerhin eingezahlt...
      aber ich denke durch genauere überprüfung des einzelfalles entstehen zwar mehr kosten, aber im saldo wird es den absahnern an den kragen gehen und die AV kann gesenkt werden... was haben
      wir momentan (6,5% für AG & AN???) das ist zu heftig!!!



      Wie willst Du kontrollieren, ob eine insgesamte
      Verschärfung/Erschwerung der Sache nicht viele wirklich arme
      Schweine hart trifft?

      genau dadurch, objektive und individuelle einschätzung des einzelfalles, denn wer wirklich geld braucht, braucht keine geheimnisse machen, kann konten offen legen, wohnung zeigen usw.

      vor allem kann derjenige z.b. auch GEZWUNGEN werden, sein auto abzumelden und mit der bahn zu fahren! die ersparnis dadurch wäre ungemein (natuerlich waere die überprüfung der machbarkeit unumgänglich).

      ausserdem finde ich es abartig, das ein AL "urlaub" bekommen kann, in der zeit er auch für das AA nicht zu erreichen ist...





      Solche Einzelfälle ärgern mich auch maßlos. Zwei von den Typen
      finanziere ich schließlich voll.

      Nur muß man eben auch die wirklichen Systemverlierer
      unterstützen.

      ohne einrede! da stimme ich zu!




      Gesunde 20-jährige allerdings sollten kategorisch zur Arbeit
      geprügelt werden!

      ohne prügel gehts auch:
      - kein arbeitslosengeld
      - kein kindergeld an mom & dad
      würde bestimmt reichen - und wenn trotzdem arbeitslos, wen störts, wer sich durch das portmonaiee des papa und der mama ernähren kann, stört dem staat nicht!




      Bei mir jedenfalls bekommt keiner, der besoffen oder sonstwie
      vergammelt oder desinteressiert zum Vorstellungsgespräch
      erscheint den Stempel. Diese Leute melde ich dem Arbeitsamt
      und lasse die Fälle durch meinen Anwalt verfolgen.




      korrekt! es wird schließlich keiner zum alkoholiker geboren! und selbst arbeitslosigkeit von langer dauer ist kein grund sich haengen zu lassen...




      Der eine oder andere landet dann irgendwann wirklich auf Null.

      Gruß,

      Mathias




      weiter so m.

      ich sehe wir funken auf eine welle!


      gruss

      shob

    • Antwort von nach einem Tag hilfreich
      schau mal hier: http://ourworld.compuserve.com/ho

      lies das und schreib mal deine meinung!
      ist sehr aufschlussreich, aber viel zu lesen!

      shob

      • Antwort von nach einem Tag hilfreich
        Re: Hallo, Showbee

        würdest Du bitte die Site in den Text ´reinsetzen? Wie kann och diese aufrufen, wenn die Hälfte der Kennung fehlt!
        außerdem ist es erheblich praktischer, die Adresse nur anzuklicken!
        Grüße Raimund

  2. Antwort von nach 2 Stunden hilfreich
    Re: was sagt ihr dazu? nichts!

    nur das: der praktikant, der am montag bei uns anfangen sollte, ist nicht erschienen. kein anruf, nichts. einfach so.
    wahrscheinlich keine lust oder "arbeitsallergie".
    mfg frank

  3. Antwort von nach 3 Stunden hilfreich
    A bissle was

    Hi Showbee
    1. Diese Schilderungen von "Sozialparasitismus" sind natürlich richtig, das ist alles bekannt und sowas sollte dringlich abgestellt werden.

    2. Aber wieso diese kurzfristigen Arbeitslosen ebenfalls nichts mehr zahlen? Immerhin haben die doch BEITRÄGE in eine ZWANGSVERSICHERUNG geleistet. und im Endeffekt zahlt ein derartiger Arbeitnehmer MEHR Geld in die Versicherung ein, als er rausbekommt. Die Unterstellung, das jemand der blos 3 Monate Arbeitslos ist, einfach "Urlaub" macht, ist ziemlich schäbig.
    Kleines Beispiel:
    Immerhin stellen ja einige Arbeitgeber zum Winter einen Haufen Leute aus, um sie dann im Frühjahr wieder einzustellen. So, wer ist da der "Sozialparasit"?

    3. By the way, die Story vom Arbeitgeberanteil ist derartig blöde, das ich sie nicht mehr hören kann. Vorschlag: Alle Sozialabgaben werden vom Arbeitnehmer geleistet und die Arbeitgeber erhöhen den Lohn um die von ihm nicht mehr zu leistenden Abgaben.Ergebniss: Arbeitgeberanteil = 0
    Lohn und Lohnzusatztkosten bleiben aber gleich.

    Gruss
    Mike

    • Antwort von nach 3 Stunden hilfreich
      Re: A bissle was

      3. By the way, die Story vom Arbeitgeberanteil ist derartig
      blöde, das ich sie nicht mehr hören kann. Vorschlag: Alle
      Sozialabgaben werden vom Arbeitnehmer geleistet und die
      Arbeitgeber erhöhen den Lohn um die von ihm nicht mehr zu
      leistenden Abgaben.Ergebniss: Arbeitgeberanteil = 0
      Lohn und Lohnzusatztkosten bleiben aber gleich.
      Das verstehe ich nun wirklich nicht.

      • Antwort von nach 4 Stunden hilfreich
        Stückkosten und Lohn

        Hi Exc
        Der Arbeitgeber zahlt an seinen Arbeitnehmer das (Netto)gehalt aus, überweist die Lohnsteuern an das Arbeitsamt, Überweist vom Bruttogehalt des arbeitnehmers dann noch die sozialversicherungsbeiträge an die jeweiligen Träger sowie den "Arbeitgeberanteil) I.W. noch mal so viel.
        D.H. der Arbeitgeber zahlt für seinen Arbeitnehmer das Bruttogehalt + 50 % der Sozialabgaben (Arbeitgeberanteil).

        Wenn nun dieser Arbeitgeberanteil direkt an den Arbeitnehmer ginge, und der Arbeitnehmer dann die gesamten Sozialabgaben zahlen würde, dann gäbe es keinen "Arbeitgeberanteil" mehr.

        Der Witz an der ganzen Sache ist, das dann der Arbeitnehmer mal sieht, wie hoch die Sozialabgaben WIRKLICH sind.
        Ich hatte mal dieses sehr zweifelhafte Vergnügen, als ich an der Uni als Projektwissenschaftler (Drittmittel) angestellt war und die Projektfinanzen verwaltete. Es ist ausserordentlich deprimierend, wenn man sieht, das mehr (!) als die Hälfte der Personalkosten in Steuern und Sozialabgaben fliesen. Dieser sog. "Arbeitgeberanteil" beschönigt das nur ein wenig, weil eine Teilsumme etwas anders verbucht wird.

        Man könnte es auch andersrum machen. ALLE Steuern und Abgaben übernimmt der Arbeitgeber, So bekäme der Arbeitnehmer ein steuerfreies Einkommen....

        Bei all diesen Modellen bleibt aber die vom Arbeitgeber für den Arbeitnehmer aufgewendete Summe gleich.

        alle Klarheiten beseitigt?

        Gruss
        Mike



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