Geschäftsbanken vs. Investmentbanken

Von: , Frage gestellt am Mo, 17. Okt 2011

Hallo Wissende,

in letzter Zeit hört man immer wieder von der Forderung, die Banken in Geschäfts- und Investmentbanken aufzusplitten. Wenn ich es recht verstehe, sollen dann die Investmentbanken weiterzocken können und wenn sie sich verzockt haben gehen sie schlimmstenfalls in die Pleite, ohne die Geschäftsbanken mitzureissen und damit eine Bankenkrise aaauslösen. Ist dieses Geschäftsmodell schlüssig und praktikabel, könnten so künftig Bankenkrisen, wie sie derzeit durch verzockte Banken im 2 Jahres Turnus auftreten, verhindert werden?

Danke für Eure Mitteilungen.

Wolfgang D.

12 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach einer Stunde hilfreich
    Re: Geschäftsbanken vs. Investmentbanken

    Hallo, ohne die Geschäftsbanken mitzureissen
    Lehman Brothers war eine reine Investmentbank. So lang die mit anderen "Geschäftsbanken" (also mit den Banken selbst, nicht mit deren Kunden) Geschäfte machen, werden die bei einer Insolvenz auch immer mehr oder weniger betroffen sein (und sei es nur, weil Provisionen für die Vermittlung wegfallen, die in dem Geschäft schon mehr als Peanuts sind). Genau, wie z.B. im Fall einer "Staatspleite" auch die Banken betroffen sind, die Anleihen dieses Staats im Eigenbestand (also nicht nur in den Kundendepots) haben.
    ICH kann mir nicht vorstellen, wie man das Bankensystem sinnvoll entflechten könnte, ohne die Kunden mindestens zu verärgern ("Wenn Sie Produkt xy wollen, müssen sie leider direkt zu Investmentbank z gehen, ich darf Ihnen das nicht verkaufen" - xy kann durchaus auch ein Fonds sein).
    Nebenbei - da gibt es auch noch die Versicherungen, die enorme Geldmengen verwalten. Sollte man die Banken in den Griff bekommen, könnte über diesen Umweg neues drohen.

    Cu Rene

  2. Antwort von nach 16 Stunden hilfreich
    Re: Geschäftsbanken vs. Investmentbanken

    Hallo, in letzter Zeit hört man immer wieder von der Forderung, die Banken in Geschäfts- und Investmentbanken aufzusplitten.
    Man hört nicht nur in letzter Zeit immer wieder alle möglichen Forderungen. Wenn ich es recht verstehe, sollen dann die Investmentbanken weiterzocken können und wenn sie sich verzockt haben gehen sie schlimmstenfalls in die Pleite, ohne die Geschäftsbanken mitzureissen und damit eine Bankenkrise aaauslösen. Ist dieses Geschäftsmodell schlüssig und praktikabel, könnten so künftig Bankenkrisen, wie sie derzeit durch verzockte Banken im 2 Jahres Turnus auftreten, verhindert werden?
    Mal überlegen. Welche Banken hatten in der letzten krise sehr große Probleme? Wenn ich es mal kurz auf Deutschland beschränke, dann waren das die Landesbanken. Und dann fällt mir als prominentestes Beispiel die HRE ein. WAar/ist das eine Investmentbank? Nö.
    Daneben scheint es ja Investmentbanken bzw. Geschäftsbereiche zu geben, die auch so klar kommen. Das Problem bei solchen plakativen Forderungen ist, wohl, dass die Forderer selbst nicht wissen, wie Geschäftsbanken und Investmentbanken sinnvoll voneinander abgegrenzt werden sollen.
    Für Otto-Normalverbraucher wird es im Grunde auch egal sein, ob er seinen Spargroschen bei der nächsten Sparkasse (= Geschäftsbank?) auf ein Sprabuch bringt und die Sparkasse dann dieses Geld irgendwo investiert (=ist das dann schon Investmentbanking?) oder ob er es direkt in irgendein Finanzprodukt investiert.
    Wichtiger ist, dass die Risiken, die Banken mit fremden Geld eingehen, auch angemessen gedeckt sind. Naja, und überwacht werden muss das Ganze auch noch, wozu dann auch ein konsequentes Reagieren auf verstöße gehören würde. Und da schließt sich dann langsam der Problemkreis. Wie Griechenland zeigt, sind konsequente Reaktionen auf Verstöße nicht gerade eine Stärke der Politik.

    Grüße

  3. Antwort von nach 18 Stunden hilfreich
    Re: Geschäftsbanken vs. Investmentbanken

    in letzter Zeit hört man immer wieder von der Forderung, die
    Banken in Geschäfts- und Investmentbanken aufzusplitten.
    Wie es in den USA jahrzentelang war und erst den letzten Jahren aufgeweicht wurde.
    Von den hunderten konkursgegangenen Banken in den USA waren die wenigsten Investmentbanken und auch in Deutschland hat man eher die retten müssen, die in dem Bereich kein grosses Rad gedreht haben. Wenn
    ich es recht verstehe, sollen dann die Investmentbanken
    weiterzocken können und wenn sie sich verzockt haben gehen sie
    schlimmstenfalls in die Pleite, ohne die Geschäftsbanken
    mitzureissen und damit eine Bankenkrise aaauslösen.
    Wie gut dies funktioniert wurde 2008 unter Beweis gestellt..... Ist dieses
    Geschäftsmodell schlüssig und praktikabel, könnten so künftig
    Bankenkrisen, wie sie derzeit durch verzockte Banken im 2
    Jahres Turnus auftreten, verhindert werden?
    Ich glaube nicht - zumindest nicht so eindeutig wie es gerne plakativ dargestellt wird.

    Letztendlich bietet das IB Business ein weiteres Standbein im Bankgeschäft, dass schlechtlaufende Geschäfte sonstwo kompensieren kann und umgekehrt. Natürlich kann auch alles scheisse laufen... aber es ist eine Diverisfikation.

    Wenn ich nun einen Kunden mit 50 Millionen Privatvermögen habe, der eine Firma besitzt... wieso sollte die Bank dann für die Firma des Kunden keine Dienstleistungen erbringen dürfen.

    Ich sehe das Problem eher in der Eigenkapitalausstattung der Banken, die sie für Eigengeschäfte - und vor allem die sind das Problem - hinterlegen müssen.

    Bestes Beispiel DEXIA.... 514 Mrd Bilanzsumme, 10,4% Tier1 Kapital, aber reales Kerneigenkaptial von gerade 8.8 Milliarden... da ins Tier1 gerechnetes Kapital anscheinend nun wohl doch nciht so sicher ist, geht der Dreisatz einfach nicht auf.

    Gruss HighQ

  4. Antwort von nach 19 Stunden hilfreich
    Re: Geschäftsbanken vs. Investmentbanken

    Hallo, in letzter Zeit hört man immer wieder von der Forderung, die
    Banken in Geschäfts- und Investmentbanken aufzusplitten.
    man hört viel, wenn der Tag lang ist und umso schlimmere Dinge, wenn sich Politiker zu Wort melden. Gabriel verfolgt eine schöne Tradition, indem er Begriffe verwendet und vermeintlich dahinterstehende Sachverhalte gleich anschließend bewertet. Wir erinnern uns an Franzi Müntefehring, der Private Equity pauschal mit Heuschrecken gleichsetzte.

    Gabriel spricht nun über Investmentbanken und das offensichtlich ohne zu wissen, was das überhaupt ist. Für ihn ist Investmentbank böse und risikoreich, während alle anderen risikoarm und gut sind. Leider Unsinn. So gibt es Investmentbanken, die überhaupt keine Risiken eingehen (z.B. das Bankhaus Metzler) und es gibt Geschäftsbanken (um dieses idiotische Wort mal zu verwenden), die ein risikoreiches Geschäftsmodell fahren und es damit in ein paar Jahren bis zur Insolvenz schaffen (wir erinnern uns an die hochethische aber leider unprofitable Noa Bank)

    Außerdem verhindert ein Trennbankensystem nicht, daß die bösen Investmentbanken die guten Geschäftsbanken in die Pleite reißen, weil nicht auszuschließen ist, daß die Kundengelder über Umwege wieder bei einer Investmentbank landen.

    Gruß
    Christian

    • Antwort von nach 20 Stunden hilfreich
      Re^2: Geschäftsbanken vs. Investmentbanken

      Gabriel verfolgt
      eine schöne Tradition, indem er Begriffe verwendet und
      vermeintlich dahinterstehende Sachverhalte gleich anschließend
      bewertet.
      Und das dann auch noch in Bereichen, in denen er keine Ahnung hat. Allerdings, Bereiche, in denen er Ahnung hat scheinen auch rar gesteckt zu sein, bekommt er doch trotz Politikstudiums recht einfache historische Tatsachen mal durcheinander, z.B. wer wem in zweiten WK zuerst den Krieg erklärte.

      Gruß

      Anwar

    • Antwort von nach einem Tag hilfreich
      Re^2: Geschäftsbanken vs. Investmentbanken

      Sorry, so sollte das aussehen...

      Hallo an alle



      Ich kann mich dem nur uneingeschränkt anschließen.

      Es geht darum, dass diejenigen, die risikobehaftete Geschäfte (ganz gleich ob traditionelles oder Investment Banking) kreieren, akquirieren, genehmigen und kontrollieren bzw Gesetze/Verordnungen und Rechtsprechung dazu erlassen, diese Geschäfte überhaupt verstehen. Das ist schon beim konventionellen Bankgeschäft ambitioniert, beim Eigenhandel bzw bei komplexen Derivaten bzw innovativen Finanzprodukten sehr sportiv. Die Hebel, die Verflechtungen und folglich Dominoeffekte kommen hinzu. Daher ist das Investmentbanking so unter Druck. Es ist aber per se kein Teufelszeug sondern im Gegenteil oft auch nützlich, Risiken zu begrenzen.

      Oft ist hier auch komplexes mathematisches Verständnis gefordert. Es ist vielfach eine Herausforderung und eine Gleichung mit vielen Unbekannten. Statistik und Wahrscheinlichkeiten helfen da nur begrenzt, wie man immer wieder sieht.

      Angemessen muss das Ganze sein - nur darum geht es - und das müssen die Banken wieder lernen/gelehrt bekommen.

      Schönen Gruß von

      ikarusfly

    • Antwort von nach einem Tag hilfreich
      Re^2: Geschäftsbanken vs. Investmentbanken

      Hallo Christian,

      habe zweimal versucht, Deinen Text bei Antwort mit Zitat komplett zu übernehmen - ohne Erfolg! Offenbar technisches Problem. Denke Dir Deinen kompletten Text einfach vorstehend zu meinem.

      Schönen Gruß

      ikarusfly

      • Antwort von nach 2 Tagen hilfreich
        MOD: Vollzitate

        Hallo, Offenbar technisches
        Problem.
        nein, das ist Absicht. Vollzitate werden eliminiert.

        Gruß
        Christian

        MOD Finanz- und Wirtschaftspolitik

        • Antwort von nach 2 Tagen hilfreich
          Re: MOD: Vollzitate

          verstehe, danke für die Info.

          Schönen Gruß von

          ikarusfly



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