Hinterfragung: 'Globalisierungs'-Gegnerschaft

Von: , Frage gestellt am Sa, 28. Jul 2001

Die Kritik an der "Globalisierung" ist
offenkundig frei von Argumenten. Mit zwei
Ausnahmen haben "Globalisierungsgegner"
bisher keinen konstruktiven Ansatz einer
realisierbaren Alternative entwickelt:

1. Gewalt im Sinne Camus - Revolte. Aber
so ausgeprägt scheint der Leidensdruck der
"Umstruckturalisierungsopfer" (noch?) nicht
zu sein. (Wenn ich im "Spiegel" von Genua-
Demonstranten mit gewerkschaftlichem
Hintergrund lese, die das Jahreseinkommen
einer Massai-Sippe auf den den "Rippen" tra-
gen und nur einer indifferenten "Betroffen-
heit" Ausdruck zu geben vermögen, darüber
hinaus als Maximum ihres Einsatzes den Gegen-
wert von "Falschparken"/Ordnungswidrigkeit
ermitteln...wird mir klar, daß es viele mit-
telmäßig ausgebildete Mittelstandskinder sind,
die den von ihren Eltern vorgegebenen Stan-
dart nicht zu halten vermögen - vgl. D.Coupland
Generation X/Anhang -, die sich da als "Teil
der Bewegung" darstellten. Die egoistische
Traurigkeit über diese Einsicht, nicht konstruk-
tiver Veränderungswille schweißt "die friedliche
Mehrheit" zusammen. Ansonsten wäre statt der ner-
venden "Betroffenheit" - die nie etwas anderes als
nur Impuls sein kann - mehr Pragmatik und Konzen-
tration im Spiel.)

2. Mit Freude sah ich in Genua (via TV), daß jemand
aus der "gewaltuntätigen" Fraktion auf einem Trans-
parent an James Tobin erinnerte. Ein wirklich guter,
pragmatischer und eigentlich leicht durchzusetzender
Ansatz, auf den sich die "Gewaltablehner" einigen
können müßten, als ersten Schritt. Wieso funktio-
niert das nicht? Kein Hype-Potential? Gar zu kom-
pliziert?

Aus diesen beiden (einzigen pragmatischen) Ansätzen
eines Widerstandes gegen das Schreckgespenst der "Glo-
balisierung" leite ich grundsätzliche Fragen ab:

1. Das Verhalten von Großunternehmen wird gern ins
Zentrum der "Globalisierungskritik" gestellt. Ist es
jedoch nicht so, daß ein Unternehmer sich in einem
Netzwerk von Anforderungen bewegt, das von der Kritik
garnicht wahrgenommen wird? Ist es nicht so, daß "die
Politik" einzig auf wirtschaftliche Vorgänge regulie-
rend Einfluß zu nehmen vermag?

(Schrempp, Kopper und Konsorten opperieren nicht auf
ethischer Ebene, ansonsten wäre Gates der größte leben-
de (Moral-) Philosoph. "Die Politik" hat die Aufgabe
den ethischen Rahmen zu bestimmen und vor allem durch-
zusetzen. "Die Politik" sind "wir"? "Wir" haben die
Macht Schröder zu einem Emporkömmling zu machen - die
ihn dazu qualifizierenden Attituden hat er selber ent-
wickelt! "Wir" differenziert sich aber - leider.)

2. So mir gefolgt wird, hinsichtlich der ethischen
Entlastung der Unternehmensführer zu"lasten" der Po-
litiker, stellt sich die Frage der Konkretion von
Ansprüchen - formal wie inhaltlich.
"Formal" heißt "Durchsetzungsspektrum", somit letztlich:
Inwieweit läßt sich der Verzicht auf Gewalt ethisch le-
gitimieren?? (Nicht anders´rum!)
"Inhaltlich" heißt "Perspektivierung", somit letztlich:
Existiert zumindest in der Theorie eine realistische
Alternative zum Bestehenden und wie sieht diese aus??



x-nada

20 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 8 Stunden hilfreich
    Re: Hinterfragung: 'Globalisierungs'-Gegnerschaft

    Die Kritik an der "Globalisierung" ist
    offenkundig frei von Argumenten. Mit zwei
    Ausnahmen haben "Globalisierungsgegner"
    bisher keinen konstruktiven Ansatz einer
    realisierbaren Alternative entwickelt:
    Doch gibt es.
    Im Detail beschrieben in dem Buch die Globalisierungsfalle.
    2. Mit Freude sah ich in Genua (via TV), daß jemand
    aus der "gewaltuntätigen" Fraktion auf einem Trans-
    parent an James Tobin erinnerte. Ein wirklich guter,
    pragmatischer und eigentlich leicht durchzusetzender
    Ansatz, auf den sich die "Gewaltablehner" einigen
    können müßten, als ersten Schritt. Wieso funktio-
    niert das nicht? Kein Hype-Potential? Gar zu kom-
    pliziert?
    Weil die meisten Demonstranten nur wegen der Randale da waren. Es müßte eine Zentralisierung der Bedenken weltweit geben, z.B. via Internet, wo alle Argumente, Ideen, etc. zusammengetragen werden. Eine Liste mit Millionen von Einträgen aus aller Welt, mit einem Konzept, etc. Der G8 Gipfel müßte dann dazu gebracht werden, dieses zu Lesen und den Leuten zuzuhören. Nur so geht es.
    Solange geprügelt wird, nehmen die Politiker die Bedenken nicht ernst.
    Ich würde mich freuen wenn die Buchautoren diese Führerschaft übernähmen
    Aus diesen beiden (einzigen pragmatischen) Ansätzen
    eines Widerstandes gegen das Schreckgespenst der "Glo-
    balisierung" leite ich grundsätzliche Fragen ab:

    1. Das Verhalten von Großunternehmen wird gern ins
    Zentrum der "Globalisierungskritik" gestellt. Ist es
    jedoch nicht so, daß ein Unternehmer sich in einem
    Netzwerk von Anforderungen bewegt, das von der Kritik
    garnicht wahrgenommen wird? Ist es nicht so, daß "die
    Politik" einzig auf wirtschaftliche Vorgänge regulie-
    rend Einfluß zu nehmen vermag?
    Die Politik kann fast gar keinen Einfluss mehr nehmen.
    Daimler, Siemens, sie alle zahlen in D keine STeuern oder nur sehr sehr wenig. Die Gewinne fallen im Ausland an, die Verluste hier. Ergebnis ist ein Steuereinnahmeverlust von zig Milliarden Mark die durch die bevölkerung durch hohe Steuern, sinkende Sozialleistungen etc. bezahlt werden.
    (Schrempp, Kopper und Konsorten opperieren nicht auf
    ethischer Ebene, ansonsten wäre Gates der größte leben-
    de (Moral-) Philosoph. "Die Politik" hat die Aufgabe
    den ethischen Rahmen zu bestimmen und vor allem durch-
    zusetzen. "Die Politik" sind "wir"? "Wir" haben die
    Macht Schröder zu einem Emporkömmling zu machen - die
    ihn dazu qualifizierenden Attituden hat er selber ent-
    wickelt! "Wir" differenziert sich aber - leider.)
    Deutschland ist keine Demokratie, wie die meisten Länder auch nicht. Es gibt z.B. keine Volksbefragung wie in Dänemark oder Irland zu wichtigen Themen.
    Außerdem zeigt sich, das Länder ohne Demokratie, wie Malaysia und Singapur z.B. wesentlich besser dastehen. Singapur hat die teuersten Politiker der Welt. ABer sie arbeiten für das Volk (und ihr Einkommen). Aber man sieht, es geht. Kaum Arbeitslosigkeit, man geht mit 55 in rente etc.
    2. So mir gefolgt wird, hinsichtlich der ethischen
    Entlastung der Unternehmensführer zu"lasten" der Po-
    litiker, stellt sich die Frage der Konkretion von
    Ansprüchen - formal wie inhaltlich.
    "Formal" heißt "Durchsetzungsspektrum", somit letztlich:
    Inwieweit läßt sich der Verzicht auf Gewalt ethisch le-
    gitimieren?? (Nicht anders´rum!)
    "Inhaltlich" heißt "Perspektivierung", somit letztlich:
    Existiert zumindest in der Theorie eine realistische
    Alternative zum Bestehenden und wie sieht diese aus??
    Ja, siehe oben
    Davon abgesehen bedeutet die totale Kapitaliseirung den Untergang der Menschheit wie wir sie kennen.
    Sie wird zu einem Krieg führen.
    Erst ein krieg gegen die Umwelt. Auch hier ist Amerika führend. Aus finanziellen Gründen wird die Umwelt geopfert.
    Dann ein krieg um das bischen Kapital und die Arbeitsplätze dies es noch geben wird.
    Das Ziel eines Unternehmers ist es soviel Gewinn wie möglich ohne Kosten zu machen.
    Wenn ich daran denke, das Krankensystem auf gänzlich kapilalistische Füsse zu stellen, wird mir Angst und bange.
    Wie in der Welt der Unternehmen auch, stehen jetzt Länder in Konkurrenz. Warum sollten Inder nach D kommen und nicht nach England oder die USA?
    Was können wir bieten?
    Und in diesem Konkurrenzkampf stehen wir ganz weit hinten.
    Und wie in der Wirtschaftswelt auch wird es bei den Ländern zu Fusionen kommen, siehe EU. Nur hat die EU noch nicht begriffen das im zuge der Globalisierung kein Platz für kulturelle oder sprachliche Unterschiede ist.
    Wir werden den US Dollar als Weltwährung bekommen, ein paar wenige reiche Länder oder Regionen werden wunderbar leben. Mit einer Minderheit.
    Der Rest wird dahindümpeln, bis sich ein Führer findet und einen Krieg anzettelt.
    Indien ist ein gutes Beispiel:
    Eines der 10 stärksten Wirtschaftsmächte der Welt, aber viel Armut. Und sie haben die Atombombe.

    • Antwort von nach 14 Stunden hilfreich
      Re^2: Die erste sinnvolle Aussage

      Weil die meisten Demonstranten nur wegen der Randale da waren.
      Es müßte eine Zentralisierung der Bedenken weltweit geben,
      z.B. via Internet, wo alle Argumente, Ideen, etc.
      zusammengetragen werden. Eine Liste mit Millionen von
      Einträgen aus aller Welt, mit einem Konzept, etc. Der G8
      Gipfel müßte dann dazu gebracht werden, dieses zu Lesen und
      den Leuten zuzuhören. Nur so geht es.
      Das ist die erste sinnvolle Aussage zum Thema überhaupt, die ich höre. Eine andere Frage ist, ob damit etwas erreicht würde.

      Was wurde mit den Demos und den Gewalttätigkeiten in Genua erreicht? Nicht - allenfalls etwas Negatives. Und die Regierungschefs werden es sich überlegen, ob sie sich überhaupt noch einmal treffen und besser kennenlernen werden. Dabei kann sich besser kennenlernen untereinander bei diesen Leuten nur nützlich sein.

    • Antwort von nach 16 Stunden hilfreich
      Re^2: Hinterfragung: 'Globalisierungs'-Gegnerschaf

      Hi Unbekannt;), Weil die meisten Demonstranten nur wegen der Randale da waren.
      Das ist absolut falsch. Es waren 200.000 Demonstranten da vielleicht 500 Randalierer. Und warum und was genau da jetzt eigentlich abgegangen ist, muss ein unabhängiger Untersuchungsausschuss klären. Es müßte eine Zentralisierung der Bedenken weltweit geben,
      z.B. via Internet, wo alle Argumente, Ideen, etc.
      zusammengetragen werden. Eine Liste mit Millionen von
      Einträgen aus aller Welt, mit einem Konzept, etc. Der G8
      Gipfel müßte dann dazu gebracht werden, dieses zu Lesen und
      den Leuten zuzuhören. Nur so geht es.
      Solange geprügelt wird, nehmen die Politiker die Bedenken
      nicht ernst.
      Schöne Idee. Wie wäre es mit etwas mehr Demokratie in der globalisierten Welt? Alle Institutionen wie der IWF u.a. entziehen sich jeder demokratischen Kontrolle....zu demonstrieren ist zur Zeit der einzige Weg des Volkes, sich öffentlich zu artikulieren.

      Übrigends stimmt der Begriff "Globalisierunsgegner so nicht. Diese Bewegung nutzt auf hervorragende Weise die Möglichkeiten der Globalisierung (Internet). Deine Idee ist schon längst Wirklichkeit. Es gibt weltweite Internetforen! z.B.:

      http://www.protest.net/index.html

      Zudem: Als vor 2 Jahren 40.000 in Köln ganz friedlich demonstriert hatten gegen die sog. Globalisierung hat das keine S*** interessiert. Erst seit es zu Krawallen kam, reagiert man. Nicht falsch verstehen. Ich finde das nicht gut. Aber es widerspricht deiner These von oben. Die Politik kann fast gar keinen Einfluss mehr nehmen.
      Daimler, Siemens, sie alle zahlen in D keine STeuern oder nur
      sehr sehr wenig. Die Gewinne fallen im Ausland an, die
      Verluste hier. Ergebnis ist ein Steuereinnahmeverlust von zig
      Milliarden Mark die durch die bevölkerung durch hohe Steuern,
      sinkende Sozialleistungen etc. bezahlt werden.
      Weshalb die Globalisierungsgegner ja auch ein Ende der Steueroasen fordern- nur als Beispiel. Deutschland ist keine Demokratie, wie die meisten Länder auch
      nicht. Es gibt z.B. keine Volksbefragung wie in Dänemark oder
      Irland zu wichtigen Themen.
      Wie definierst du Demokratie? Natürlich ist Deutschland eine Demokratie. Plebiszitäre Elemente allein machen noch keine Demokratie. (was kein Argument gegen oder für Plebiszite sein soll) Außerdem zeigt sich, das Länder ohne Demokratie, wie Malaysia
      und Singapur z.B. wesentlich besser dastehen. Singapur hat die
      teuersten Politiker der Welt. ABer sie arbeiten für das Volk
      (und ihr Einkommen). Aber man sieht, es geht. Kaum
      Arbeitslosigkeit, man geht mit 55 in rente etc.
      Betrachtet man Demokratien/Dikaturen weltweit, kann man doch im Vergleich sehen, dasss Demokratien erfolgreicher sind- gerade wirtschaftlich. Global betrachtet sozusagen:)) sind die reichsten Länder der Welt mit dem höchsten BSP Demokratien.

      Beste Grüße,

      barbara

    • Antwort von nach einem Tag hilfreich
      Re^2: Hinterfragung: 'Globalisierungs'-Gegnerschaf

      Eines der 10 stärksten Wirtschaftsmächte der Welt, aber viel
      Armut. Und sie haben die Atombombe.
      Stimmt nicht ganz. Vor allem dass niemand dafür plädiert, dass Taiwan an G8-Gipfeln teilnimmt, finde ich interessant. Andererseits ist es naütlich klar: so sehr will sich keiner mit China anlegen.

      BSP in Mio. $ nach Fischer Weltalmanach 2001:
      1. USA 7 902 976
      2. Japan 4 089 140
      3. Taiwan 2 908 000
      4. Deutschland 2 179 802
      5. Italien 1 157 001
      6. Frankreich 1 456 399
      7. Großbritannien 1 264 262
      8. China 959 030
      9. Brasilien 767 568
      10. Kanada 580 872
      11. Spanien 555 244
      12. Indien 427 407

  2. Antwort von nach 15 Stunden hilfreich
    Re: Hinterfragung: 'Globalisierungs'-Gegnerschaft

    1. Gewalt im Sinne Camus - Revolte. Aber
    so ausgeprägt scheint der Leidensdruck der
    "Umstruckturalisierungsopfer" (noch?) nicht
    zu sein. (Wenn ich im "Spiegel" von Genua-
    Demonstranten mit gewerkschaftlichem
    Hintergrund lese, die das Jahreseinkommen
    einer Massai-Sippe auf den den "Rippen" tra-
    gen und nur einer indifferenten "Betroffen-
    heit" Ausdruck zu geben vermögen, darüber
    hinaus als Maximum ihres Einsatzes den Gegen-
    wert von "Falschparken"/Ordnungswidrigkeit
    ermitteln...wird mir klar, daß es viele mit-
    telmäßig ausgebildete Mittelstandskinder sind,
    die den von ihren Eltern vorgegebenen Stan-
    dart nicht zu halten vermögen - vgl. D.Coupland
    Generation X/Anhang -, die sich da als "Teil
    der Bewegung" darstellten.
    Das würde ich so nicht sagen. Viele der Demonstranten, die von Deutschland aus nach Genua gereist sind, sind Studenten. Also nicht mittelmäßig Ausgebildet sondern überdurchschnittlich gut ausgebildet. Sicherlich wird man auch einige mittelmäßig Ausgebildete dort finden aber in der Gesamtzahl dominieren die Studenten. Ich würde die Demonstranten auch nicht als homogene Gruppe ansehen, da mischen sich viele verschiedene Strömungen rein. Da demonstriert der Arbeitersohn aus Kreuzberg neben der Tochter aus der Villa im Westend.

    Die egoistische Traurigkeit über diese Einsicht, nicht konstruk-
    tiver Veränderungswille schweißt "die friedliche
    Mehrheit" zusammen. Ansonsten wäre statt der ner-
    venden "Betroffenheit" - die nie etwas anderes als
    nur Impuls sein kann - mehr Pragmatik und Konzen-
    tration im Spiel.)
    Ich denke die meisten Demonstranten haben auch keine Lösungsvorschläge. Sie dämonisieren zwar die Globalisierung und diese Folgen, haben allerdings keine Vorschläge wie man die Globalisierung anders handeln könnte. Und sie vergessen auch, dass es wenige Länder gibt, die so sehr von der Globalisierung profitieren wie der Exportweltmeister Deutschland.


    2. Mit Freude sah ich in Genua (via TV), daß jemand
    aus der "gewaltuntätigen" Fraktion auf einem Trans-
    parent an James Tobin erinnerte. Ein wirklich guter,
    pragmatischer und eigentlich leicht durchzusetzender
    Ansatz, auf den sich die "Gewaltablehner" einigen
    können müßten, als ersten Schritt. Wieso funktio-
    niert das nicht? Kein Hype-Potential? Gar zu kom-
    pliziert?
    In der heutigen Zeit sind leider Politikslogans gefragt die auf Autoaufkleber passen, alles was darüber hinaus geht ist dem Wähler aus Sicht der Poltiker nicht mehr zuzumuten. 1. Das Verhalten von Großunternehmen wird gern ins
    Zentrum der "Globalisierungskritik" gestellt. Ist es
    jedoch nicht so, daß ein Unternehmer sich in einem
    Netzwerk von Anforderungen bewegt, das von der Kritik
    garnicht wahrgenommen wird? Ist es nicht so, daß "die
    Politik" einzig auf wirtschaftliche Vorgänge regulie-
    rend Einfluß zu nehmen vermag?
    Die Politik hat sehr wohl einen Einfluß auf die Globalisierung, sogar einen größeren als man Landläufig glaubt. Denn die Vorstellung, dass die Welt von einigen wenigen Großkonzernen beherrscht wird ist doch bis in die heutige Zeit eine Chimäre geglieben. Die Wirtschaft ist auf die Politik angewiesen und umgekehrt. Die Politik braucht die Unternehmen damit die Bürger in Lohn und Brot stehen und die Unternehmen brauchen die Politik bzw. "den Staat" damit dieser die Rahmenbedingungen schaffen kann unter denen sie gut arbeiten können, sprich: Sichere Rechtsgrundlage, effeziente Behörden, gute Infrastruktur, gut ausgebildete Arbeitskräfte etc. Und auch die Furcht von vielen Globalisierungsgegner dass die großen Konzerne nur noch dahin gehen werden wo die Löhne möglichst gering sind ist zum großen Teil unbegründet. Siehe das aktuelle Beispiel BMW Werk Leipzig : Natürlich sind die Lohnkosten in Tschechien nur 20 % so hoch wie in Deutschland. Dafür sind die Deutschen besser ausgebildet, arbeiten effektiver, hier ist die Rechtssicherheit gewährleistet, die Infrastruktur besser und die Behörden effizienter. Natürlich hat sich BMW auch für Leipzig wegen der Subventionen entschieden, aber das war nur ein Punkt von vielen. Denn die obig aufgeführten Dinge sind in der Regel wichtiger als das "nackte" Stundenlohniveau an sich. Deshalb würde BMW auch nie seine Autos in China oder Thailand bauen lassen. (Schrempp, Kopper und Konsorten opperieren nicht auf
    ethischer Ebene, ansonsten wäre Gates der größte leben-
    de (Moral-) Philosoph. "Die Politik" hat die Aufgabe
    den ethischen Rahmen zu bestimmen und vor allem durch-
    zusetzen. "Die Politik" sind "wir"? "Wir" haben die
    Macht Schröder zu einem Emporkömmling zu machen - die
    ihn dazu qualifizierenden Attituden hat er selber ent-
    wickelt! "Wir" differenziert sich aber - leider.)
    Schremmp, Breuer etc. handeln auch nicht auf Ethischer Ebene. Sie handeln rein auf Wirtschaftlicher Ebene. Diese Leute müßen knallhart die Ziele erreichen, die die Aktionäre und der Kapitalmarkt sehen wollen. Dies sind steigende Gewinne, hohe Marktanteile und Konzentrierung auf das core business. Dies müßen die Chefs erreichen sonst fliegen sie raus.

    Gruß

    Katja

    • Antwort von nach 19 Stunden hilfreich
      Re^2: Hinterfragung: 'Globalisierungs'-Gegnerschaf


      Die Politik hat sehr wohl einen Einfluß auf die
      Globalisierung, sogar einen größeren als man Landläufig
      glaubt. Denn die Vorstellung, dass die Welt von einigen
      Welchen? Denn wenn ich mir die deutsche Politik anschaue, dann
      reagiert sie nur noch. Sie agiert nicht mehr.
      Sie müßte etwas unternehmen, sicher auch das ein oder andere
      unpopuläre sowohl für die deutschen Bürger als auch für das
      Ausland. Aber das Standing hat keiner.
      Was wir bräuchten wäre ein Plan bis 2020. Vier Jahre Legislatur
      heißt doch de Facto zwie Jahre Arbeit.
      Das kann nichts werden. wenigen Großkonzernen beherrscht wird ist doch bis in die
      heutige Zeit eine Chimäre geglieben. Die Wirtschaft ist auf
      Wieso wird dann MS in den USA nicht zerschlagen?
      Was passiert wenn MS aus den USA geht?
      Welche Druck übt die Öllobby auf Busch aus?
      Es gab mehrere Fälle wo DaimlerChrysler an einen Standort
      gegangen ist (SL Werk Bremen) und die Regierung dort im prinzip
      erpresst hat: Entweder wir kommen hierher, schaffen
      Arbeitsplätze und zahlen seine XXX Steuer oder wir gehen
      woanders hin.
      Nur jetzt wird das global gemacht.
      Nun konkurrieren die wir nicht mehr mit Bremen und Hamburg
      sondern Vietnam, Taiwan, Thailand... die Politik angewiesen und umgekehrt. Die Politik braucht die
      Unternehmen damit die Bürger in Lohn und Brot stehen und die
      Das interessiert die Politik wenig. Weder Politiker noch
      Arbeitgeber haben ein wesentliches Interesse daran. Das primäre
      Interesse ist wiedergewählt zu werden und für Unternehmer Geld
      zu verdienen. Unternehmen brauchen die Politik bzw. "den Staat" damit dieser
      die Rahmenbedingungen schaffen kann unter denen sie gut
      arbeiten können, sprich: Sichere Rechtsgrundlage, effeziente
      Behörden, gute Infrastruktur, gut ausgebildete Arbeitskräfte
      etc. Und auch die Furcht von vielen Globalisierungsgegner dass
      Dann sind wir in D aber arm dran.
      Die Ausbildung, unsere bisher größte Stärke wird schwächer im
      vergleich.
      Und Behörden etc sind auch nicht der Hit. Nur die Infrastruktur
      ist exzellent.
      Was D auch nicht bereitstellt ist ein System, dass Unternehmen
      hier produzieren wollen. Hohe Steuern, viele Umweltauflagen usw
      machen es im Ausland interessanter die großen Konzerne nur noch dahin gehen werden wo die Löhne
      möglichst gering sind ist zum großen Teil unbegründet. Siehe
      Wieso ist Boss dann in Thailand? das aktuelle Beispiel BMW Werk Leipzig : Natürlich sind die
      Ausnahme! Lohnkosten in Tschechien nur 20 % so hoch wie in Deutschland.
      Dafür sind die Deutschen besser ausgebildet, arbeiten
      effektiver, hier ist die Rechtssicherheit gewährleistet, die
      Infrastruktur besser und die Behörden effizienter. Natürlich
      Und die Gewerkschaften brutaler.
      Es ist eine Ausnahme und diese wird vom Staat sehr wohl sehr
      stark subventioniert hat sich BMW auch für Leipzig wegen der Subventionen
      entschieden, aber das war nur ein Punkt von vielen. Denn die
      obig aufgeführten Dinge sind in der Regel wichtiger als das
      "nackte" Stundenlohniveau an sich. Deshalb würde BMW auch nie
      seine Autos in China oder Thailand bauen lassen.
      Dann warts mal ab.
      Bis 2010 wird sicher das ein oder andere Modell in einem
      Billiglohnland produziert.
      Schremmp, Breuer etc. handeln auch nicht auf Ethischer Ebene.
      Sie handeln rein auf Wirtschaftlicher Ebene. Diese Leute müßen
      knallhart die Ziele erreichen, die die Aktionäre und der
      Kapitalmarkt sehen wollen. Dies sind steigende Gewinne, hohe
      Marktanteile und Konzentrierung auf das core business. Dies
      müßen die Chefs erreichen sonst fliegen sie raus.
      Siehe Pischetsrieder. Der wollte Mensch sein und musste beim
      ersten Misserfolg gehen.
      Aber was Du ansprichst ist richtig. Und es macht mich sehr
      nachdenklich wenn ich sehe dass genau diesen Zielen alles, alles
      alles unterworfen wird.

      • Antwort von nach 20 Stunden hilfreich
        Re^3: Hinterfragung: 'Globalisierungs'-Gegnerschaf

        Welchen? Denn wenn ich mir die deutsche Politik anschaue, dann
        reagiert sie nur noch. Sie agiert nicht mehr.
        Sie müßte etwas unternehmen, sicher auch das ein oder andere
        unpopuläre sowohl für die deutschen Bürger als auch für das
        Ausland. Aber das Standing hat keiner.
        Was wir bräuchten wäre ein Plan bis 2020. Vier Jahre
        Legislatur
        heißt doch de Facto zwie Jahre Arbeit.
        Das kann nichts werden.
        Damit stehst Du aber vor dem Problem, dass jede Demokratie hat. Der Bürger will keine unpopulären Massnahmen. Der Bürger will zwar weniger Steuern, mehr Polizei, mehr Subventionen aber er will nichts dafür tuen. Deshalb werden auch nur die Parteien gewählt die, wenn sie schon Reformen tuen, die möglichst so tuen dass der Bürger wenig dafür bluten muß. Dass ist das Problem in Deutschland. Sobald die CDU mal anfängt etwas zu ändern, was unpopulär ist, wird sie abgewählt und die SPD versetzt die Dinge wieder in den Urstand.

        Um so etwas wie von Dir obig bgeschriebenes anzupacken, müßte es einen Konsens geben zwischen den großen Volkspartien, den Gewerkschaften und den Arbeitgebern. Dies war auch in den USA, Niederland und Großbritannien der Fall, anders wären die Reformen Anfang und Mitte der 80ern in diesen Ländern nicht umzusetzen gewesen. Wieso wird dann MS in den USA nicht zerschlagen?
        Das ist noch nicht entschieden Was passiert wenn MS aus den USA geht?
        Wo sollen sie denn hin ? Welche Druck übt die Öllobby auf Busch aus?
        Die wollen in Alaska nach Öl bohren. Es gab mehrere Fälle wo DaimlerChrysler an einen Standort
        gegangen ist (SL Werk Bremen) und die Regierung dort im
        prinzip
        erpresst hat: Entweder wir kommen hierher, schaffen
        Arbeitsplätze und zahlen seine XXX Steuer oder wir gehen
        woanders hin.
        Nur jetzt wird das global gemacht.
        Nun konkurrieren die wir nicht mehr mit Bremen und Hamburg
        sondern Vietnam, Taiwan, Thailand...
        DCX kann Bremen nur mit der Gewerbesteuer erpressen, auf die Körperschaftssteuer hat das Bundesland keinen Einfluß. Das interessiert die Politik wenig. Weder Politiker noch
        Arbeitgeber haben ein wesentliches Interesse daran. Das
        primäre
        Interesse ist wiedergewählt zu werden und für Unternehmer Geld
        zu verdienen.
        Aber wenn die Arbeitslosigkeit zu hoch ist, werden die Politiker nicht wiedergewählt. Außerdem stellt die Großindustrie in Deutschland gerade mal 10 % der Arbeitsplätze. Dann sind wir in D aber arm dran.
        Die Ausbildung, unsere bisher größte Stärke wird schwächer im
        vergleich.
        Unsere Ausbildung ist immer noch eine der besten der Welt. Die duale Ausbildung hat sich im Laufe der Zeit bewährt und unsere Universitäten sind auch gut, obwohl wir keine Elite Unis wie fast alle anderen Länder habne. Wieso ist Boss dann in Thailand?
        Ich spreche von Qualifizierten Arbeitskräften. Hemden knüpfen für 10 Pfg am Tag können die in Thailand besser... Ausnahme!
        Nö, Opel, Mercedes und Porsche bauen auch in der Zone :-). Es ist eine Ausnahme und diese wird vom Staat sehr wohl sehr
        stark subventioniert
        Der Boss von BMW hat gesagt, man nimmt die Subventionen natürlich mit, aber das war bei weitem nicht der einzige Grund für Leipzig. Dann warts mal ab.
        Bis 2010 wird sicher das ein oder andere Modell in einem
        Billiglohnland produziert.
        Nö. BMW und DCX klagen bitterlich über die USA, obwohl dort die Löhne auch niedriger sind als hier. Die beiden Werke dort, sind in beiden Konzernen die Sorgenkinder.
        Schremmp, Breuer etc. handeln auch nicht auf Ethischer Ebene.
        Sie handeln rein auf Wirtschaftlicher Ebene. Diese Leute müßen
        knallhart die Ziele erreichen, die die Aktionäre und der
        Kapitalmarkt sehen wollen. Dies sind steigende Gewinne, hohe
        Marktanteile und Konzentrierung auf das core business. Dies
        müßen die Chefs erreichen sonst fliegen sie raus.
        Siehe Pischetsrieder. Der wollte Mensch sein und musste beim
        ersten Misserfolg gehen.
        Pitschesrieder ist ab nächstem Jahr Chef von Volkswagen, also kann es so schlimm nicht sein.

        Gruß

        Katja

      • Antwort von nach 2 Tagen hilfreich
        Re^3: Hinterfragung: 'Globalisierungs'-Gegnerschaf

        Hallo! Die Politik hat sehr wohl einen Einfluß auf die
        Globalisierung, sogar einen größeren als man Landläufig
        glaubt. Denn die Vorstellung, dass die Welt von einigen
        Welchen? Denn wenn ich mir die deutsche Politik anschaue, dann
        reagiert sie nur noch. Sie agiert nicht mehr.
        Und das liegt in der Verantwortlichkeit der Wirtschaft? Wohl kaum.
        Vielmehr wurde die Wirtschaft durch jahrelange soziallastige, kostenintensive, wirtschaftsfeindlice Politik der letzten Regierungen dazu gezwungen, global zu agieren, um weiterhin konkurrenzfähig zu bleiben.
        Die Globalisierung der Wirtschaft ist nur ein konsequenter Schritt bzgl. Optimierung der Standorte und Steuerzahlungen.
        Wer in diesem Wettbewerb der Staaten ein schlechtes Angebot macht, bleibt links liegen.
        Die Politik kann hier also maßgeblich gestalten, indem sie ein für Unternehmehmen und Bürger attraktives Paket aus Steuern, Umweltpolitik, Wirtschaftsförderung und sonstiger Kosen schnürt.

        Versteht die Politik die Situation falsch und hofiert die falschen Kreise nur aus kurzsichtigem Buhlen um Wählerstimmer heraus, kommt die aktuelle Situation dabei heraus, wo jeder Mensch ein respektables Einkommen genießt (im Job oder Arbeitslos ist dabei zunächst unerheblich), welches aber allein durch die wenigen Leistungswilligen getragen wird.
        Hieraus resultieren dann zwangsläufig höhere Steuersätze, die sich wiederum als Satndortnachteil manifestieren. Sie müßte etwas unternehmen, sicher auch das ein oder andere
        unpopuläre sowohl für die deutschen Bürger als auch für das
        Ausland. Aber das Standing hat keiner.
        Was wir bräuchten wäre ein Plan bis 2020. Vier Jahre
        Legislatur
        heißt doch de Facto zwie Jahre Arbeit.
        Das kann nichts werden.
        Das sehe ich ähnlich.
        Schon 1,5 Jahre vor der BT-Wahl mit dem Wahlkampf zu beginnen, ist doch etwas früh.

        Des weiteren ist eine Regierung wie die aktuelle noch weniger als Kohl dazu in der lAge, unpopuläre Entscheidungen zu treffen, da sie bei fast jeder Iteressenvertretung innerhalb der BRD, egal welcher Couleur, in der Pflicht steht. wenigen Großkonzernen beherrscht wird ist doch bis in die
        heutige Zeit eine Chimäre geglieben. Die Wirtschaft ist auf
        Wieso wird dann MS in den USA nicht zerschlagen?
        Weil sie in der neuen Regierung eine gute Interessenvertretung gefunden haben. Was passiert wenn MS aus den USA geht?
        Das können sie nicht, denn aufgrund des nationalistisch geprägten Kaufverhaltens der US-Amerikaner würden sie relativ schnell ins Mittelmaß versinken, wenn der größte Markt sich halbiert. Welche Druck übt die Öllobby auf Busch aus?
        Einen sehr großen. Sie haben ihn sich schon lange vor der Wahl in Texas gekauft. Es gab mehrere Fälle wo DaimlerChrysler an einen Standort
        gegangen ist (SL Werk Bremen) und die Regierung dort im
        prinzip
        erpresst hat: Entweder wir kommen hierher, schaffen
        Arbeitsplätze und zahlen seine XXX Steuer oder wir gehen
        woanders hin.
        S.o.: von der Regierung provozierte Standortpolitik. Nur jetzt wird das global gemacht.
        Nun konkurrieren die wir nicht mehr mit Bremen und Hamburg
        sondern Vietnam, Taiwan, Thailand...
        Das ist normal und nur eine Folge der immer weiter optimierten Verkehrswege und -mittel.
        Ist doch klar, daß große Unternehmen die Chancen nehmen, rationeller zu arbeiten.

        Wir sollten verstehen, daß mit der Brechstange hier gar nichts geht, sondern ausschließlich durch sinnvolle Wirtschafts- und Sozialpolitik.
        Die Unternehmen wollen ja gar nicht den kostenmäßigen Kahlschlage. Denn in das daraus resultierende verdreckte Zweiklassenland will ja auch keiner ziehen.
        Aber momentan ist Deutschland eben das Gegenextrem. Und das ist zu teuer. die Politik angewiesen und umgekehrt. Die Politik braucht die
        Unternehmen damit die Bürger in Lohn und Brot stehen und die
        Das interessiert die Politik wenig. Weder Politiker noch
        Arbeitgeber haben ein wesentliches Interesse daran. Das
        primäre
        Interesse ist wiedergewählt zu werden und für Unternehmer Geld
        zu verdienen.
        Das sehe ich im Falle der Unternehmen anders. Heute verdient man nur noch mit qualifizierten, zufriedenen Mitarbeitern Geld.
        Und dafür wird einiges getan. Unternehmen brauchen die Politik bzw. "den Staat" damit dieser
        die Rahmenbedingungen schaffen kann unter denen sie gut
        arbeiten können, sprich: Sichere Rechtsgrundlage, effeziente
        Behörden, gute Infrastruktur, gut ausgebildete Arbeitskräfte
        etc. Und auch die Furcht von vielen Globalisierungsgegner dass
        Dann sind wir in D aber arm dran.
        Die Ausbildung, unsere bisher größte Stärke wird schwächer im
        vergleich.
        Richtig. Und Behörden etc sind auch nicht der Hit.
        Aber besser als in den meisten anderen Ländern der Welt. Nur die
        Infrastruktur
        ist exzellent.
        Das gilt nur noch zum Teil.
        Das Staßennetz hat nur 40% der benötigten Kapazität, das Bahnsystem ist eine Katastrophe und der Flugverkehr wird von bestimmten Interessengruppen durch Nachtflugverbote und der FOrderung nach Flugbenzinversteuerung belegt.

        Aber dennoch ist hier D im Vergleich noch ganz gut. Was D auch nicht bereitstellt ist ein System, dass Unternehmen
        hier produzieren wollen. Hohe Steuern, viele Umweltauflagen
        usw
        machen es im Ausland interessanter
        Ja. s.o. die großen Konzerne nur noch dahin gehen werden wo die Löhne
        möglichst gering sind ist zum großen Teil unbegründet. Siehe
        Wieso ist Boss dann in Thailand?
        Weil die Textilindustrie mit ihren minderwertigen Gütern nicht so abhängig von einer hohen Qualifikation ihrer Mitarbeiter ist.
        In der Investitionsgüterindutrie, Deutschlands klassischem Standbein und Exportfaktor Nummer eins, ist das anders. das aktuelle Beispiel BMW Werk Leipzig : Natürlich sind die
        Ausnahme!
        Nope! Lohnkosten in Tschechien nur 20 % so hoch wie in Deutschland.
        Dafür sind die Deutschen besser ausgebildet, arbeiten
        effektiver, hier ist die Rechtssicherheit gewährleistet, die
        Infrastruktur besser und die Behörden effizienter. Natürlich
        Und die Gewerkschaften brutaler.
        Es ist eine Ausnahme und diese wird vom Staat sehr wohl sehr
        stark subventioniert
        Stichwort Gewerkschaften: ohne diesen Spuk wäre die Sache hier sehr viel einfacher.
        Wer denkt denn heute noch ernsthaft, daß wir ohne die ständigen Arbeitskämpfe hier gleich wieder eine Situation wie in 1850 im Stahlwerk hätten? hat sich BMW auch für Leipzig wegen der Subventionen
        entschieden, aber das war nur ein Punkt von vielen. Denn die
        obig aufgeführten Dinge sind in der Regel wichtiger als das
        "nackte" Stundenlohniveau an sich. Deshalb würde BMW auch nie
        seine Autos in China oder Thailand bauen lassen.
        Dann warts mal ab.
        Bis 2010 wird sicher das ein oder andere Modell in einem
        Billiglohnland produziert.
        Nicht bei Premiummarken, denn die sind auch auf die hohe Qualität der europäischen Zulieferteile angewiesen. Duch die Just-in-Time-Falle, in die die Autoindustrie sich selbst hineinmanövriert hat, können sie keine weiten Entfernungen zwischen Zulieferer und Autofabrik akzeptieren.
        Ein Umzug hunderter von Zulieferern nach Thailand o.ä. ist unrealistisch, daher würde ich das nicht so eng sehen.
        Allerdings kann man ganz locker von D aus nach Em, I, F oder GR just-in time liefern.
        Nach der EU-Osterweiterung erweitert sich dieser Kreis noch. Wenn wir nicht aufpassen, laufen wir bald hinter Polen her... Schremmp, Breuer etc. handeln auch nicht auf Ethischer Ebene.
        Sie handeln rein auf Wirtschaftlicher Ebene. Diese Leute müßen
        knallhart die Ziele erreichen, die die Aktionäre und der
        Kapitalmarkt sehen wollen. Dies sind steigende Gewinne, hohe
        Marktanteile und Konzentrierung auf das core business. Dies
        müßen die Chefs erreichen sonst fliegen sie raus.
        Ganz so extrem ist es nicht, denn eine rein auf Ausbeutung der MA ausgerichtete Unternehmenskultur würde die Firma zum Schgeitern verurteilen, da dann dort kein qulifizierter Mensch mehr arbeiten will.
        Die Macht der AN ist hoch, sie wird durch Gewerkschaften u.ä. nur falsch kanalisiert. Siehe Pischetsrieder. Der wollte Mensch sein und musste beim
        ersten Misserfolg gehen.
        Falsch. Er hat versagt. Deshalb ging er. Aber was Du ansprichst ist richtig. Und es macht mich sehr
        nachdenklich wenn ich sehe dass genau diesen Zielen alles,
        alles
        alles unterworfen wird.
        Vielmehr sollte man darüber nachdenken was mit D passiert, wenn man weiter so stur auf unserer überholten Sozialstruktur beharrt.
        Die KMUs machen es uns bereits vor: hunderte von Firmen schließen jeden Monat aufgrund einer von gewissen Kreisen in inakzeptable Höhen gesteigerte Steuerlast.
        Großunternehmen gliedern gewisse Bereiche komplett aus Deutschland aus. Nicht nur Produktion von Schüttgut, sondern auch bereits Forschung und Entwicklung.

        Hier ist die Regierung gefragt, wirtschaftsfreundliche Rahmenbedingungen im High-Tech-Land Deutschalnd zu schaffen und nicht die falschen Kreise zu hofieren.

        Grüße,

        Mathias

        • Antwort von nach 2 Tagen hilfreich
          Re^4: Hinterfragung: 'Globalisierungs'-Gegnerschaf

          Die Politik hat sehr wohl einen Einfluß auf die
          Globalisierung, sogar einen größeren als man Landläufig
          glaubt. Denn die Vorstellung, dass die Welt von einigen
          Welchen? Denn wenn ich mir die deutsche Politik anschaue, dann
          reagiert sie nur noch. Sie agiert nicht mehr.
          Und das liegt in der Verantwortlichkeit der Wirtschaft? Wohl
          kaum.
          Vielmehr wurde die Wirtschaft durch jahrelange soziallastige,
          kostenintensive, wirtschaftsfeindlice Politik der letzten
          Regierungen dazu gezwungen, global zu agieren, um weiterhin
          konkurrenzfähig zu bleiben.
          Die Globalisierung der Wirtschaft ist nur ein konsequenter
          Schritt bzgl. Optimierung der Standorte und Steuerzahlungen.
          Wer in diesem Wettbewerb der Staaten ein schlechtes Angebot
          macht, bleibt links liegen.
          Meinetwegen die richtige Antwort zur obigen Bemerkung ("deutsche Politik" - jedenfalls will ich darüber hier nicht diskutieren), aber nicht die richtige Antwort zum Thema. Denn wenn Globalisierung aufgrund "jahrzehntelange soziallastige, kostenintensive, wirtschaftsfeindliche Politik der letzten Regierungen" entstanden ist, dann dürfte für US-Unternehmen kein - oder zumindest ein sehr geringerer Drang - nach Globalisierung bestehen. Das ist aber nicht der Fall, eher im Gegenteil. Also muß es für Globalisierung wohl einen anderen Grund als den von Dir beschriebenen geben. Das sehe ich im Falle der Unternehmen anders. Heute verdient
          man nur noch mit qualifizierten, zufriedenen Mitarbeitern
          Geld.
          Und dafür wird einiges getan.
          Dann sind wir in D aber arm dran.
          Die Ausbildung, unsere bisher größte Stärke wird schwächer im
          vergleich.
          Richtig.
          Ist da nicht ein Widerspruch? Ich denke, für qualifizierte Mitarbeiter wird Deiner Meinung nach einiges getan?



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