Feststellung zu Holzmann

Von: , Frage gestellt am Di, 7. Dez 1999

Hi,

ist es nicht erstaunlich, dass bei der Holzmannrettung jedermann davon ausgeht, dass der Beitrag der Banken zur Finanzierung nur hoch verzinst geliehen ist und der Beitrag der Holzmannbeschäftigten logischerweise ein Geschenk an die Firma Holzmann ?
Mich wundert es auch nicht, dass nun Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften wegen Tarifdumping Bedenken haben. Ausräumen könnte man die Sache, indem man den Beitrag der Beschäftigten ebenfalls als zu verzinsenden Kredit gestaltet.

Aber die Tatsache, dass die Beschäftigen ihren Beitrag als Geschenk abliefern müssen scheint in diesem Land Philosophie zu sein.

Sigi

11 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 11 Stunden hilfreich
    Re: Feststellung zu Holzmann

    Hi Sigi,

    die genauen Kondidtionen der Kredite kenne ich nicht. Es ist aber durchaus möglich, daß Risiko und Rendite hier in einem Verhältnis zueinander stehen, den keine Bank unter normalen Umständen eingehen würde. Mit Methoden der modernen Finanzmathematik könnte man aus Kreditumfang, Risiko und Zins auch einen Geldbetrag ermitteln. Den Beitrag der Banken nämlich. Kann natürlich sein daß der 0 ist. Aber a priori kann man das nicht sagen.
    Um es anders zu formulieren: Würdest Du unter den Bedingungen, wie dies die Banken getan haben an Holzmann zur heutigen Zeit einen Kredit geben?

    Max [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

    • Antwort von nach einem Tag hilfreich
      Re^2: Feststellung zu Holzmann

      Hi,

      ist es nicht erstaunlich, dass bei der
      Holzmannrettung jedermann davon ausgeht,
      dass der Beitrag der Banken zur
      Finanzierung nur hoch verzinst geliehen
      ist und der Beitrag der
      Holzmannbeschäftigten logischerweise ein
      Geschenk an die Firma Holzmann ?
      Mich wundert es auch nicht, dass nun
      Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften
      wegen Tarifdumping Bedenken haben.
      Ausräumen könnte man die Sache, indem man
      den Beitrag der Beschäftigten ebenfalls
      als zu verzinsenden Kredit gestaltet.

      Aber die Tatsache, dass die Beschäftigen
      ihren Beitrag als Geschenk abliefern
      müssen scheint in diesem Land Philosophie
      zu sein.

      Sigi
      Hi Sigi,

      die genauen Kondidtionen der Kredite
      kenne ich nicht. Es ist aber durchaus
      möglich, daß Risiko und Rendite hier in
      einem Verhältnis zueinander stehen, den
      keine Bank unter normalen Umständen
      eingehen würde. Mit Methoden der modernen
      Finanzmathematik könnte man aus
      Kreditumfang, Risiko und Zins auch einen
      Geldbetrag ermitteln. Den Beitrag der
      Banken nämlich. Kann natürlich sein daß
      der 0 ist. Aber a priori kann man das
      nicht sagen.
      Um es anders zu formulieren: Würdest Du
      unter den Bedingungen, wie dies die
      Banken getan haben an Holzmann zur
      heutigen Zeit einen Kredit geben?

      Hi Max,

      kann ich so nicht sagen, da ich weder die Lage der Banken, noch die von Holzmann exakt kenne; abgesehen davon, dass ich auch gar kein Finanzfachmann bin.
      Mir ging es eigentlich primär darum, auf diese Diskrepanz hinzuweisen. Meiner Meinung nach wird hier eben mal wieder ganz deutlich gezeigt, was es heisst ABHÄNGIG beschäftigt zu sein. Zuerst ist man abhängig von den Entscheidungen der Nieten in Nadelstreifen, die die Bude ohne ernsthafte Konsequenzen in den Boden wirtschaften dürfen. Dann kommt die Abhängigkeit von den Banken, die solange sie Chancen auf Reibach sehen auch fleissig weiter finanzieren. Zum Schluss dürfen die Beschäftigten auch noch Lohnverzicht üben, um wenigstens überhaupt noch Chancen auf ihren Arbeitsplatz zu haben.
      Für mich ist das eine verkehrte Welt, in der ein Arbeitsvertrag eben doch ein bisschen anders ist als ein Kreditvertrag.
      Auf eines kannst du dich verlassen: Wenn die Bude in zwei , drei Jahren doch noch Pleite gehen sollte, dann haben die Banken ihre Investitionen schon wieder rausgekriegt. Ins Rohr schauen die Beschäftigten dann in zweierlei Hinsicht: Ihre Lohnspende war umsonst, nachgezahlt wird nichts (war ja kein Kredit, sondern ein Geschenk) und die Arbeitsplätze sind trotzdem im Eimer. Für die Banker und Manager hat es trotzdem keine Konsequenzen.

      Da klappt mir doch das Klassenkampf-Taschenmesser in der Hosentasche auf!

      Sigi

      • Antwort von nach einem Tag hilfreich
        Re^3: Feststellung zu Holzmann

        Hi Sigi,

        was ich gesagt habe ist, daß all diese Aussagen ohne Kenntnis der genauen Zahlen ohne Gehalt sind. Es ist durchaus möglich daß die Banken hier Geld bezahlen.

        Max [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

      • Antwort von nach einem Tag hilfreich
        Re^3: Feststellung zu Holzmann


        hi sigi kann ich so nicht sagen, da ich weder die
        Lage der Banken, noch die von Holzmann
        exakt kenne; abgesehen davon, dass ich
        auch gar kein Finanzfachmann bin.
        Mir ging es eigentlich primär darum, auf
        diese Diskrepanz hinzuweisen. Meiner
        Meinung nach wird hier eben mal wieder
        ganz deutlich gezeigt, was es heisst
        ABHÄNGIG beschäftigt zu sein. Zuerst ist
        man abhängig von den Entscheidungen der
        Nieten in Nadelstreifen, die die Bude
        ohne ernsthafte Konsequenzen in den Boden
        wirtschaften dürfen. Dann kommt die
        Abhängigkeit von den Banken, die solange
        sie Chancen auf Reibach sehen auch
        fleissig weiter finanzieren. Zum Schluss
        dürfen die Beschäftigten auch noch
        Lohnverzicht üben, um wenigstens
        überhaupt noch Chancen auf ihren
        Arbeitsplatz zu haben.
        Für mich ist das eine verkehrte Welt, in
        der ein Arbeitsvertrag eben doch ein
        bisschen anders ist als ein
        Kreditvertrag.
        Auf eines kannst du dich verlassen: Wenn
        die Bude in zwei , drei Jahren doch noch
        Pleite gehen sollte, dann haben die
        Banken ihre Investitionen schon wieder
        rausgekriegt. Ins Rohr schauen die
        Beschäftigten dann in zweierlei Hinsicht:
        Ihre Lohnspende war umsonst, nachgezahlt
        wird nichts (war ja kein Kredit, sondern
        ein Geschenk) und die Arbeitsplätze sind
        trotzdem im Eimer. Für die Banker und
        Manager hat es trotzdem keine
        Konsequenzen.

        Da klappt mir doch das
        Klassenkampf-Taschenmesser in der
        Hosentasche auf!
        du weisst schon, dasss das ganze zum sanierungskonzept gehört, ohne das der konzern schlicht weg pleite wäre?

        abgesehen davon ist das noch nciht ganz raus, ob das überhaupt umsetzbar ist. schließlich hat jedes Gewerkschaftsmitglied Anspruch auf den Tariflohn! Wenn irgend jemand keine Lust auf den verzicht hat, dann muss er nur klagen und sich darauf berufen...

        gruß ivo

      • Antwort von nach 5 Tagen hilfreich
        Re^3: Feststellung zu Holzmann

        Tja, letztendlich tun mir Angestellten Holzmanns als Gruppe nicht leid. Wer sich in eine Abhängigkeit begibt muss damit leben. Im Gegenteil: Ich sehe nicht ein wieso Menschen die Verantwortung übernehmen und Arbeitsplätze schaffen (und wenns nur der eigene ist) dafür bezahlen müssen das diese Leute nicht den Mut aufbrachten selber etwas zu erschaffen.
        Diese ganze Aktion Schröders war nur der für ihn letzte Ausweg aus der Misere. Mit Politik kommt die SPD ja nicht weit, wie man sieht (vor allem hier in Sachsen, wo die SPD um den Einzug in den Landtag bangen musste). [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

        • Antwort von nach 8 Tagen hilfreich
          Re^4: Feststellung zu Holzmann

          Tja, letztendlich tun mir Angestellten
          Holzmanns als Gruppe nicht leid. Wer sich
          in eine Abhängigkeit begibt muss damit
          leben. Im Gegenteil: Ich sehe nicht ein
          wieso Menschen die Verantwortung
          übernehmen und Arbeitsplätze schaffen
          (und wenns nur der eigene ist) dafür
          bezahlen müssen das diese Leute nicht den
          Mut aufbrachten selber etwas zu
          erschaffen.
          ????????? Kann es sein, dass du die Realitäten in diesem Land etwas falsch einschätzt?
          Wenn tatsächlich jeder selbst etwas "erschaffen" sollte, dann wären wir wohl sehr schnell in der gleichen Lage, in der die Arbeiter zu Beginn der Industrialisierung waren. Es würde der Zwang zur Solidarisierung und Bildung von gemeinsamen Organisationen entstehen, da all diese "Einzelkämpfer" irgendwann ausgebeutet werden bis aufs Blut.
          Nicht, dass ich was gegen Gewerkschaften hätte (hihi), aber wozu sollte man die Geschichte wiederholen, wenn man doch auch draus lernen kann. Diese ganze Aktion Schröders war nur der
          für ihn letzte Ausweg aus der Misere. Mit
          Politik kommt die SPD ja nicht weit, wie
          man sieht (vor allem hier in Sachsen, wo
          die SPD um den Einzug in den Landtag
          bangen musste).
          Unterm Strich wird das den Beschäftigten und ihren Familien ziehmlich egal sein. Ich finde staatliche Beteiligungen an Firmen durchaus gut, solange gewährleistet ist, dass diese Organe dann auch eine Kontrolle über die Firmenleitung ausübt.

          Ciao Sigi Hi,

          ist es nicht erstaunlich, dass bei der
          Holzmannrettung jedermann davon ausgeht,
          dass der Beitrag der Banken zur
          Finanzierung nur hoch verzinst geliehen
          ist und der Beitrag der
          Holzmannbeschäftigten logischerweise ein
          Geschenk an die Firma Holzmann ?
          Mich wundert es auch nicht, dass nun
          Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften
          wegen Tarifdumping Bedenken haben.
          Ausräumen könnte man die Sache, indem man
          den Beitrag der Beschäftigten ebenfalls
          als zu verzinsenden Kredit gestaltet.

          Aber die Tatsache, dass die Beschäftigen
          ihren Beitrag als Geschenk abliefern
          müssen scheint in diesem Land Philosophie
          zu sein.

          Sigi
          Hi Sigi,

          die genauen Kondidtionen der Kredite
          kenne ich nicht. Es ist aber durchaus
          möglich, daß Risiko und Rendite hier in
          einem Verhältnis zueinander stehen, den
          keine Bank unter normalen Umständen
          eingehen würde. Mit Methoden der modernen
          Finanzmathematik könnte man aus
          Kreditumfang, Risiko und Zins auch einen
          Geldbetrag ermitteln. Den Beitrag der
          Banken nämlich. Kann natürlich sein daß
          der 0 ist. Aber a priori kann man das
          nicht sagen.
          Um es anders zu formulieren: Würdest Du
          unter den Bedingungen, wie dies die
          Banken getan haben an Holzmann zur
          heutigen Zeit einen Kredit geben?

          Hi Max,

          kann ich so nicht sagen, da ich weder die
          Lage der Banken, noch die von Holzmann
          exakt kenne; abgesehen davon, dass ich
          auch gar kein Finanzfachmann bin.
          Mir ging es eigentlich primär darum, auf
          diese Diskrepanz hinzuweisen. Meiner
          Meinung nach wird hier eben mal wieder
          ganz deutlich gezeigt, was es heisst
          ABHÄNGIG beschäftigt zu sein. Zuerst ist
          man abhängig von den Entscheidungen der
          Nieten in Nadelstreifen, die die Bude
          ohne ernsthafte Konsequenzen in den Boden
          wirtschaften dürfen. Dann kommt die
          Abhängigkeit von den Banken, die solange
          sie Chancen auf Reibach sehen auch
          fleissig weiter finanzieren. Zum Schluss
          dürfen die Beschäftigten auch noch
          Lohnverzicht üben, um wenigstens
          überhaupt noch Chancen auf ihren
          Arbeitsplatz zu haben.
          Für mich ist das eine verkehrte Welt, in
          der ein Arbeitsvertrag eben doch ein
          bisschen anders ist als ein
          Kreditvertrag.
          Auf eines kannst du dich verlassen: Wenn
          die Bude in zwei , drei Jahren doch noch
          Pleite gehen sollte, dann haben die
          Banken ihre Investitionen schon wieder
          rausgekriegt. Ins Rohr schauen die
          Beschäftigten dann in zweierlei Hinsicht:
          Ihre Lohnspende war umsonst, nachgezahlt
          wird nichts (war ja kein Kredit, sondern
          ein Geschenk) und die Arbeitsplätze sind
          trotzdem im Eimer. Für die Banker und
          Manager hat es trotzdem keine
          Konsequenzen.

          Da klappt mir doch das
          Klassenkampf-Taschenmesser in der
          Hosentasche auf!

          Sigi

      • Antwort von nach 5 Tagen hilfreich
        Re^3: Feststellung zu Holzmann

        Hallo Sigi :-) Auf eines kannst du dich verlassen: Wenn
        die Bude in zwei , drei Jahren doch noch
        Pleite gehen sollte, dann haben die
        Banken ihre Investitionen schon wieder
        rausgekriegt.
        Also das würd mich aber mal interssieren, wie du das anstellen wolltest. Vielleicht solltest du bei einer der Banken arbeiten, denn die interessiert das sicher auch brennend :-)

        Aber mal im Ernst. Du scheinst nicht ganz zu verstehen, was Insolvenz oder Überschuldung bedeutet. Es bedeutet, dass das Vermögen (mal salopp ausgedrückt) die ausstehenden Verbindlichkeiten nicht mehr decken kann. Bei einem Insolvenzverfahren dient das Eigenkapital der Deckung der Verbindlichkeiten in Reihenfolge der Rangschuld. Die Verbindlichkeiten werden so gut es geht aus der Liquiditätsmasse getilgt. Und nu rate mal, wem am Ende nix übrigbleibt ? Genau. Den Eigentümern von Holzmann, und falls das die Banken sein sollten, auch denen. Sprich: wenn du Aktien von Holzmann im Tresor hast, dürften die dann nicht allzuviel mehr Wert sein.

        Ins Rohr schauen die Beschäftigten dann in zweierlei Hinsicht:
        Ihre Lohnspende war umsonst, nachgezahlt
        wird nichts (war ja kein Kredit, sondern
        ein Geschenk) und die Arbeitsplätze sind
        trotzdem im Eimer. Für die Banker und
        Manager hat es trotzdem keine
        Konsequenzen.
        Die Beschäftigten haben immerhin noch ihr Arbeitslosengeld, Sozialpläne oder was es sonnst alles noch so nettes gibt, um sie weicher zu betten. Und glaube nicht, dass die auf ihren Lohn verzichten wollen, um Holzmann zu retten, die wollen ihre Arbeitsplätze retten und sonst nix. Also kein sehr altruistischer Beweggrund.

        Und immer schön dran denken, auch Banker und Manager sind fast ausschliesslich Beschäftigte. Da klappt mir doch das
        Klassenkampf-Taschenmesser in der
        Hosentasche auf!
        Vorsicht, dass kann aber gefährlich werden *hmmmpf* :-)

        Gruss
        Marion

        • Antwort von nach 5 Tagen hilfreich
          Nachtrag

          Ich bin übrigens noch unschlüssig, ob ich die staatliche Einmischung bei Holzmann gutheissen soll.
          Mein Gefühl sagt mir natürlich, der Staat sollte sich da raushalten. Sowas muss der Markt regeln. Und nicht umsonst fürchtet die Branche ja nun Dumpingpreise und die Gewerkschaften sind von den niedrigeren Löhnen ja auch nicht gerade begeistert. (So ein Graus für die Gewerkschaften aber auch, wenn das Schule machen würde... *hmmmpf*)
          Ich sehs mal so, wenn Holzmann in ein paar Jahren wieder auf dem richtigen Kurs ist, war die Einmischung in meinen Augen ok. Falls nicht, wars nur mal wieder Verschwendung von Steuergeldern.

          Die Zukunft wird es zeigen.
          Gruss
          Marion

          • Antwort von nach 22 Tagen hilfreich
            Holzmann: Shareholder value

            Leider haben wir alle den Vorgang voll verpennt!
            Wir hätten Aktien zu 10 Euro kaufen und am drauffolgenden Vormittag zu 75 Euro wieder verkaufen können.
            So machen die Kadetten heute alle ihre Geschäfte!



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