Bodenloser Fall des Euro und Oesterreich

Von: , Frage gestellt am Do, 27. Apr 2000

Hallo,

gestern Abend (26.4.) habe ich im Fernsehen Reaktionen amerikanischer Banker auf den neuestenb Tiefststand des Euro gehoert. Man war sich einig, dass die Wirtschaft in Europa NICHT schuld ist an der Schwaeche, sondern die verfehlte Politik. Insbesondere die Ausgrenzung eines demokratischen Landes, wie Oesterreich habe das Vertrauen in Europa bei Investoren zutiefst erschuettert.

Was haltet Ihr davon?

Mfg. Frank

60 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 29 Minuten hilfreich
    Re: Bodenloser Fall des Euro und Oesterreich

    Hallo Frank
    Was haltet Ihr davon?

    Ich halte das für ziemliches Gelaber.
    Seit der Schwäche des Euro sind die deutschen Exporte um 18% angestiegen :-)
    Klar, dass den Amis das nicht gefällt, mir schon :-)

    Ausserdem ist die US-Wirtschaft völlig überhitzt. Die werden noch ganz andere Probleme mit der Inflationsrate bekommen, und es gibt dagegen eigentlich nur ein Mittel: Zinsen rauf ---> Dollarkurs steigt weiter.

    Dass der Kurs des Euro mit den Zuständen in Österreich zu tun hat, halte ich dagegen für unwahrscheinlich. Auch wenn Ö als Investitionsland z.Zt. wohl nicht in Frage kommt, gibt es ja noch genügend andere Euro-Länder. Schliesslich fällt der Kurs des Dollar ja auch nicht, wenn in irgendeinem US-Bundesstaat ein politischer Dummkopf an die Macht kommt.

    Meint
    Marion, die mit dem schwachen Euro gar nicht so unzufrieden ist.

    • Antwort von nach 37 Minuten hilfreich
      Re^2: Bodenloser Fall des Euro und Oesterreich

      Hallo, Marion! Was haltet Ihr davon?

      Ich halte das für ziemliches Gelaber.
      Seit der Schwäche des Euro sind die
      deutschen Exporte um 18% angestiegen :-)
      Klar, dass den Amis das nicht gefällt,
      mir schon :-)
      Hmmm - aber die Einkaufspreise steigen eben auch wie wild, oder? Ausserdem ist die US-Wirtschaft völlig
      überhitzt. Die werden noch ganz andere
      Probleme mit der Inflationsrate bekommen,
      und es gibt dagegen eigentlich nur ein
      Mittel: Zinsen rauf ---> Dollarkurs
      steigt weiter.
      Was hat das mit dem Vertrauen in die Wirtschaft im Euroland zu tun? Bei uns boomt es auch - trotzdem geht die Waehrung in den Keller. Hast Du Dir gerade eben selber widersprochen??? :-) Dass der Kurs des Euro mit den Zuständen
      in Österreich zu tun hat, halte ich
      dagegen für unwahrscheinlich. Auch wenn Ö
      als Investitionsland z.Zt. wohl nicht in
      Frage kommt, gibt es ja noch genügend
      andere Euro-Länder. Schliesslich fällt
      der Kurs des Dollar ja auch nicht, wenn
      in irgendeinem US-Bundesstaat ein
      politischer Dummkopf an die Macht kommt.
      Jau - aber die ANDEREN Eurolaender boykottieren Oesterreich - und zerstoeren damit das VERTRAUEN in Europa. So jedenfalls am. Banker und Boersianer... Meint
      Marion, die mit dem schwachen Euro gar
      nicht so unzufrieden ist.
      Danke fuer deine Meinungsaeusserung!
      Frank

      *der noch nicht weiss, was er von der Ankuendigung zu halten hat, der Euro werde noch auf bis zu 80 Cent fallen*

      • Antwort von nach 4 Stunden hilfreich
        Re^3: Bodenloser Fall des Euro und Oesterreich

        Hallo Frank Ich halte das für ziemliches Gelaber.
        Seit der Schwäche des Euro sind die
        deutschen Exporte um 18% angestiegen :-)
        Klar, dass den Amis das nicht gefällt,
        mir schon :-)
        Hmmm - aber die Einkaufspreise steigen
        eben auch wie wild, oder?
        Also NOCH hält sich die Inflationsrate in Grenzen. Deswegen halte ich den heutigen Vorstoss der Eurobank die Zinsen zu erhöhen auch für absoluten Unfug. Was wollen die, sich ein Zinswettrennen mit den USA liefern, von dem keiner was hat ? Aber in den Medien wird es ja immer gerne so dargestellt, als ob eine fallende Währung AUTOMATISCH nur negativ für ein Land sein kann. Deswegen fühlte man sich wohl genötigt, irgendwas zu unternehmen *augenverdreh*.

        Der noch vor wenigen Jahren recht schwache Dollar hat in den USA einen riesigen Wirtschaftsaufschwung ausgelöst. Komischer Weise hat man da aus den USA keine Stimmen gehört, dass irgendwer das Vertrauen verloren hätte. Die haben lieber die Gelegenheit beim Schopfe gepackt, und ihre Wirtschaft angekurbelt. Ausserdem ist die US-Wirtschaft völlig
        überhitzt. Die werden noch ganz andere
        Probleme mit der Inflationsrate bekommen,
        und es gibt dagegen eigentlich nur ein
        Mittel: Zinsen rauf ---> Dollarkurs
        steigt weiter.
        Was hat das mit dem Vertrauen in die
        Wirtschaft im Euroland zu tun?
        Gar nichts. Und genau das ist ja mein Punkt. Der starke Dollar liegt in der Wirtschaft der USA begründet. Nicht darin ob nun irgendwer Vertrauen hat in Euroland oder nicht.

        Bei uns boomt es auch - trotzdem geht die
        Waehrung in den Keller. Hast Du Dir
        gerade eben selber widersprochen??? :-)
        Naja, das nennst du Boom ? Ok, ein paar Euroländer sind ganz gut auf Spur (Deutschland gehört meiner Meinung nach übrigens nicht dazu). Aber ob sich unser "Aufschwung" mit dem in den USA vergleichen lässt, darüber können wir nochmal reden, wenn bei uns die Arbeitslosigkeit unter 5% liegt. Außerdem, warte doch mal ein weilchen ab. Wie gesagt halte ich die US-Wirtschaft für ziemlich überhitzt. Warum wandert sonst an den New Yorker Börsen immer mehr Kapital von Risikoanlagen in Standardwerte ? Jau - aber die ANDEREN Eurolaender
        boykottieren Oesterreich - und zerstoeren
        damit das VERTRAUEN in Europa. So
        jedenfalls am. Banker und Boersianer...
        Jau, die Banken und Boersianer *hmmmpf*
        Vielleicht sollte man die mal lieber fragen, warum in den USA massiv die Kurse an den Aktienmärkten einbrechen, während sich der europäische Index noch recht wacker hält. Da zeigt mir viel mehr, ob hier jemand Vertrauen in die Wirtschaft hat oder nicht.

        Übrigens find ich in diesem Zusammenhang die finsteren Minen der Briten recht amüsant. Die sind nämlich gar nicht glücklich darüber, dass ihr Pfund weiter steigt :-))

        Gruss
        Marion

        • Antwort von nach 5 Tagen hilfreich
          Re^4: Bodenloser Fall des Euro und Oesterreich

          Hallo Marion, Hmmm - aber die Einkaufspreise steigen
          eben auch wie wild, oder?
          Also NOCH hält sich die Inflationsrate in
          Grenzen. Deswegen halte ich den heutigen
          Vorstoss der Eurobank die Zinsen zu
          erhöhen auch für absoluten Unfug. Was
          wollen die, sich ein Zinswettrennen mit
          den USA liefern, von dem keiner was hat ?
          Das denke ich allerdings auch! Aber in den Medien wird es ja immer gerne
          so dargestellt, als ob eine fallende
          Währung AUTOMATISCH nur negativ für ein
          Land sein kann. Deswegen fühlte man sich
          wohl genötigt, irgendwas zu unternehmen
          *augenverdreh*.
          Naja - ich persoenlich habe ja von einem schwachen Euro nur Nachteile: meine Einkaufspreise steigen, der Urlaub wird teurer (nicht das ICH je einen haette :-), .... - kurz gesagt: Ich exportiere nichts. Der noch vor wenigen Jahren recht
          schwache Dollar hat in den USA einen
          riesigen Wirtschaftsaufschwung ausgelöst.
          Komischer Weise hat man da aus den USA
          keine Stimmen gehört, dass irgendwer das
          Vertrauen verloren hätte. Die haben
          lieber die Gelegenheit beim Schopfe
          gepackt, und ihre Wirtschaft angekurbelt.
          Ich glaube nicht, das der Dollarkurs damit viel zu tun hatte - eher die Mentalitaet der Amis - es gibt da eben nicht so ein Anspruchsdenken, wie bei vielen Deutschen! Was hat das mit dem Vertrauen in die
          Wirtschaft im Euroland zu tun?
          Gar nichts. Und genau das ist ja mein
          Punkt. Der starke Dollar liegt in der
          Wirtschaft der USA begründet. Nicht darin
          ob nun irgendwer Vertrauen hat in
          Euroland oder nicht.
          OK! Bei uns boomt es auch - trotzdem geht die
          Waehrung in den Keller. Hast Du Dir
          gerade eben selber widersprochen??? :-)
          Naja, das nennst du Boom ? Ok, ein paar
          Euroländer sind ganz gut auf Spur
          (Deutschland gehört meiner Meinung nach
          übrigens nicht dazu). Aber ob sich unser
          "Aufschwung" mit dem in den USA
          vergleichen lässt, darüber können wir
          nochmal reden, wenn bei uns die
          Arbeitslosigkeit unter 5% liegt.
          OK! Außerdem, warte doch mal ein weilchen ab.
          Wie gesagt halte ich die US-Wirtschaft
          für ziemlich überhitzt. Warum wandert
          sonst an den New Yorker Börsen immer mehr
          Kapital von Risikoanlagen in
          Standardwerte ?
          Da wirst Du wohl Recht haben. Jau - aber die ANDEREN Eurolaender
          boykottieren Oesterreich - und zerstoeren
          damit das VERTRAUEN in Europa. So
          jedenfalls am. Banker und Boersianer...
          Jau, die Banken und Boersianer *hmmmpf*
          Vielleicht sollte man die mal lieber
          fragen, warum in den USA massiv die Kurse
          an den Aktienmärkten einbrechen, während
          sich der europäische Index noch recht
          wacker hält. Da zeigt mir viel mehr, ob
          hier jemand Vertrauen in die Wirtschaft
          hat oder nicht.
          Ja. Denkst Du also, das man hier in Europa ein dem. Land boykottieren kann, OHNE das es irgendeine wirtschaftliche Folge fuer Europa haben wird? Übrigens find ich in diesem Zusammenhang
          die finsteren Minen der Briten recht
          amüsant. Die sind nämlich gar nicht
          glücklich darüber, dass ihr Pfund weiter
          steigt :-))
          Das glaube ich gerne. Die werden es noch SEHR bereuen, nicht beim Euro dabei zu sein!

          Mfg. Frank

      • Antwort von nach 23 Stunden hilfreich
        Re^3: Bodenloser Fall des Euro und Oesterreich

        Ich halte das für ziemliches Gelaber.
        Seit der Schwäche des Euro sind die
        deutschen Exporte um 18% angestiegen :-)
        Klar, dass den Amis das nicht gefällt,
        mir schon :-)
        Hmmm - aber die Einkaufspreise steigen
        eben auch wie wild, oder?

        Ein bisschen Makroökonmie für Anfänger:
        solange man mehr exportiert als importiert (gilt für die deutsche Volkswirtschaft schon seit Jahrzehnten) überwiegen die (wirtschaftlichen) Vorteile einer eigenen schwächeren Währung.

        • Antwort von nach 5 Tagen hilfreich
          Re^4: Bodenloser Fall des Euro und Oesterreich

          Hallo, Ein bisschen Makroökonmie für Anfänger:
          solange man mehr exportiert als
          importiert (gilt für die deutsche
          Volkswirtschaft schon seit Jahrzehnten)
          überwiegen die (wirtschaftlichen)
          Vorteile einer eigenen schwächeren
          Währung.
          Danke fuer die "Belehrung" das weiss ich auch - aber es exportieren eben nicht alle. Und ein grosser Teil der deutschen Exporte gehen ins Euroland. Wie sieht es da mit Zahlen aus, wegen Einkauf, kommt der Grossteil der IMPORTE aus Euroland oder von ausserhalb?

          Mfg. Frank
          *neugierig*

          • Antwort von nach 10 Tagen hilfreich
            Re^5: Bodenloser Fall des Euro und Oesterreich

            Danke fuer die "Belehrung" das weiss ich
            auch - aber es exportieren eben nicht
            alle. Und ein grosser Teil der deutschen
            Exporte gehen ins Euroland. Wie sieht es
            da mit Zahlen aus, wegen Einkauf, kommt
            der Grossteil der IMPORTE aus Euroland
            oder von ausserhalb?

            Der Einwand ist nicht schlecht. Ich habe nur Zahlen von 1998: Einfuhr aus Nicht-EU-Ländern ca. 380 Mrd. DM, Ausfuhr in Nicht-EU-Länder ca. 415 Mrd. DM (Bundesministerium für Wirtschaft)

            • Antwort von nach 10 Tagen hilfreich
              Re^6: Import-Export

              Hallo,

              beim statistischen Bundesamt sind folgende Zahlen abrufbar (hier für 1999)

              Exporte ges. 1132,14 Mrd. DM
              Importe ges. 1088,87 Mrd. DM

              d.h. rund 2/3 der Im- und Exporte finden innerhalb der EU statt. Interessant sind vieleich noch die 10 grössten Handelspartner für Im- und Export (Zahlen von 98 in Mrd. DM)

              EU-Staaten:

              F Imp. 88,914 Exp. 105,901
              NL Imp. 69,425 Exp. 66,910
              I Imp. 64,513 Exp. 70,533
              GB Imp. 56,694 Exp. 81,356
              B/Lux Imp. 46,437 Exp. 54,288
              AUS Imp. 33,078 Exp. 51,760

              Nicht-EU-Staaten

              USA Imp. 68,307 Exp. 89,751
              CH Imp. 32,550 Exp. 42,686
              J Imp. 41,047

              Gruss
              Peter

            • Antwort von nach 11 Tagen hilfreich
              Re^6: Bodenloser Fall des Euro / Zahlen ....

              Dies hilft ggf. weiter

              Originalwert des Aussenhandels lt. Stat. Bundesamt:

              Nov 99 = +15,4 / Mill. 95567.0
              Dez 99 = +14.4 / Mill. 87059.0
              Jan 00 = +17.4 / Mill. 82232.3
              Feb 00 = +19.1 / Mill. 91110.0

              Aufgrund dieser excellenten Werte hat Hr. Eichel recht:

              Der EURO ist unterbewertet und wird sich erholen.

              Anm.: Die Konjunktur der USA ist nicht ueberhitzt sondern seit Jahren kontinuierlich gewachsen ohne Einbruch.

              ciao

              =============== [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]



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