Europapolitik und Demokratie: Die Frage

Von: , Frage gestellt am Fr, 13. Mai 2005

Hallo Experten,

nehmen wir mal an ich bin einfacher Bürger der EU.
Jetzt beschliesst jene etwas, was nicht meine Zustimmung findet. Wie kann ich, ohne mich selbst völlig aussichtlos als Gegenkandidat aufzustellen, oder einen pot. Gegenkandidaten mit Millionen zu sponsern (leistungslose Nebeneinkünfte) meinen Mißmut erkenbar Ausdruck verleihen, daß sich der Entscheidungsträger das nächste mal mir gegenüber erkennbar rücksichtsvoller verhält?

Was meine ich?
Gelänge es mir als multipler Wähler in Dt. einen Gegenkandidaten zu wählen, dann fehlen mir diese Gegenkandidaten ja noch von den anderen EU-Ländern.
Der mir unsympathische Beschluß war ja nicht nur durch den unsrigen sondern mehrheitlich durch Vertreter verschuldet, die von mir, weil sie ja für Spanien Österreich etc. antreten, gar nicht wählbar sind!

Also, welche "demokratische" Einflußmöglichkeit habe ich denn als EU Bürger für EU Entscheide?

Anders gefragt:
Was macht es für einen Unterschied, die EU -Wahl - Stimme abzugeben oder nicht abzugeben?

Vorletzte Frage:
Belegt derjenige, der zur EU Wahl geht, lediglich nicht den Fakt, daß er von dem, was er wählt (Mehrheitsverhältnisse, Proportionen) im Grunde keine blasse Vorstellung hat?

Letzte:
Ist dann die Wahlbeteiligung über 50% bei einer Europawahl nicht Ausdruck genug, daß das Volk mehrheitlich politisch "unmündig" ist?
fragt, um Aufklärung bittend Torsten

3 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 35 Minuten hilfreich
    Re: Europapolitik und Demokratie: Die Frage

    Hallo, Also, welche "demokratische" Einflußmöglichkeit habe ich denn
    als EU Bürger für EU Entscheide?
    Gar keine. Zumindest solange nicht, bis eine EU-Verfassung verabschiedet wird, die dem EU Parlament endlich die Stellung gibt, die ein Parlament nunmal haben sollte. Solange das nicht der Fall ist, wird die EU absolutistischer regiert, als Preußen zu Zeiten des alten Fritz. Anders gefragt:
    Was macht es für einen Unterschied, die EU -Wahl - Stimme
    abzugeben oder nicht abzugeben?
    Derzeit keinen. Vorletzte Frage:
    Belegt derjenige, der zur EU Wahl geht, lediglich nicht den
    Fakt, daß er von dem, was er wählt (Mehrheitsverhältnisse,
    Proportionen) im Grunde keine blasse Vorstellung hat?
    Vielleicht macht es ihm ja auch Spaß, Kreuze zu malen? Auswirkungen hat es praktisch keine.

    Gruß

    Fritze

    (der auf die EU Verfassung hofft)

  2. Antwort von nach einer Stunde hilfreich
    Re: Europapolitik und Demokratie: Die Frage

    Hallo Torsten, Also, welche "demokratische" Einflußmöglichkeit habe ich denn
    als EU Bürger für EU Entscheide?
    Derzeit das deutsche Wahlrecht, nach dem Du die Möglichkeit hast, die deutsche Regierung zu wählen, von der Du der Meinung bist, dass sie Deine Interessen verfolgt. Denn die deutsche Regierung wiederum hat dann das Recht, sich in EU-Entscheide entsprechend einzubringen.

    Viele Grüße
    Jana

  3. Antwort von nach 7 Stunden hilfreich
    Re: Europapolitik und Demokratie: Die Frage

    Hallo, nehmen wir mal an ich bin einfacher Bürger der EU.
    Zweifache gibt’s auch nicht :-) Jetzt beschliesst jene etwas, was nicht meine Zustimmung
    findet. Wie kann ich, ohne mich selbst völlig aussichtlos als
    Gegenkandidat aufzustellen, oder einen pot. Gegenkandidaten
    mit Millionen zu sponsern (leistungslose Nebeneinkünfte)
    meinen Mißmut erkenbar Ausdruck verleihen, daß sich der
    Entscheidungsträger das nächste mal mir gegenüber erkennbar
    rücksichtsvoller verhält?
    Wir gehen mal davon aus, dass der Beschluss nicht rechtswidrig ist (also die Klagewege ausfallen). Dann bestehen folgende Möglichkeiten:

    - Bei der nächsten Wahl einem Kandidaten die Stimme geben, der dir alle deine Wünsch erfüllt.

    - Eine Beschwerde bei der EU einreichen.

    - Deinen örtlichen EU-Parlamentarier kontaktieren.

    - Eine Bürgerinitiative gründen.

    - Ein Rundfax an alle Presseagenturen mit deiner schweren Erschütterung über diese EU-Entscheidung.

    - Eine Lobbyagentur in Brüssel für deine Zwecke beauftragen.

    - Ganzseite Anzeigen in Tageszeitungen schalten.

    - Mit einem Plakat vors EU-Parlament stellen.

    Es gibt wahrscheinlich noch viel mehr Möglichkeiten, lass einfach deiner Fantasie freien lauf. Was meine ich?
    Gelänge es mir als multipler Wähler in Dt. einen
    Gegenkandidaten zu wählen, dann fehlen mir diese
    Gegenkandidaten ja noch von den anderen EU-Ländern.
    Was ist ein "multipler Wähler"? Ich kenne multiple Persönlichkeiten, aber die dürfen auch nur einen Wahlzettel ausfüllen.
    Du brauchst übrigens nur einen Wohnsitz in allen 25 Mitgliedsländern und schon kannst du überall wählen. Der mir unsympathische Beschluß war ja nicht nur durch den
    unsrigen sondern mehrheitlich durch Vertreter verschuldet, die
    von mir, weil sie ja für Spanien Österreich etc. antreten, gar
    nicht wählbar sind!
    Ich glaube alle politischen Verbrechen im deutschen Bundestag werden von diesen Bayrischen Direktkandidaten begangen. Echt blöd, dass ich dort nicht wählen darf. Aber so geht’s halt man in der Demokratie. Was macht es für einen Unterschied, die EU -Wahl - Stimme
    abzugeben oder nicht abzugeben?
    Wenn du sie nicht abgibst, wird sie nicht im Ergebnis berücksichtigt. Irgendwas unklar daran? Vorletzte Frage:
    Belegt derjenige, der zur EU Wahl geht, lediglich nicht den
    Fakt, daß er von dem, was er wählt (Mehrheitsverhältnisse,
    Proportionen) im Grunde keine blasse Vorstellung hat?
    Ich habe davon Ahnung und gehe trotzdem wählen. Letzte:
    Ist dann die Wahlbeteiligung über 50% bei einer Europawahl
    nicht Ausdruck genug, dass das Volk mehrheitlich politisch
    "unmündig" ist?
    Jeder der wählt ist also unmündig, und Nichtwähler sind mündig? Das ist etwas verquer, oder? fragt, um Aufklärung bittend Torsten
    Gern geschehen,

    Hannes

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