Das Deutsche Rentensystem ?

Von: , Frage gestellt am So, 29. Aug 1999

Hi Ihr Diskutier-freudigen

Mal ne Frage
wenn unsere Politiker ( egal welcher Farbe)
uns keine Rentengarantie geben können,sind dann die Rentenabzüge nicht eine Zwangsenteignung ?
bzw. Wir bekommen warscheinlich nicht mehr die Leistungen ausbezahlt die wir einbezahlt haben (im Jahr 2030 ist das Verhältniss Beitragszahler - Beitragsbezieher ca. 1/1)

Meint Ihr ob unser Rentensystem vor dem Verfassungsgericht bestehen würde ?
Gruß
Lukas

2 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach einem Tag hilfreich
    Re: eine freche antwort

    hallo lukas,

    ich denke aehnlich und antworte mal in deinen text hinein. Hi Ihr Diskutier-freudigen

    Mal ne Frage
    wenn unsere Politiker ( egal welcher
    Farbe)
    uns keine Rentengarantie geben können
    das koennen und wollen sie nicht, das das system ein system auf gegenseitigkeit der belasteten und der beglueckten ist. es misst sich also nicht in dm ob dein rentenbeitrag zu hoch oder die rente deines vaters zu niedrig ist, sondern nur in solidarischen bewertungen ob geben und nehmen aktuell gerecht verteilt sind. der nachteil des systems (demographie / wirtschaftslagenabhängig) erschwert die beantwortung der frage was aktuell gerecht ist.


    ,sind dann die Rentenabzüge nicht eine
    Zwangsenteignung ?
    hier waere ich frecher: wir zahlen den kredit zurueck, welcher bei einfuehrung des systems (brd: 194x/5x) aufgenommen wurde. seinerzeit wurden hieraus z.b. der lastenausgleich (fuer personen aus dem osten, fuer zwangsenteignete etc., fuer 'fliegerbombengeschaedigte') finanziert.

    noch ueberspitzter: wenn wir einzahler jetzt einzahlen und nichts erwarten duerfen, zahlen wir die kriegsschulden, teil 2.

    das dieses bewusst so konstruiert ist, kannst du von einem konstrukteur des systems in

    ehrhard, ludwig: kriegsfinanzierung und
    schuldenkonsolidierung. denkschrift 1943/44

    nachlesen. es handelt sich um eine auftragsarbeit fuer den reichsverband der industrie. das buch ist als nachdruck der ludwig-ehrhardt stiftung, bonn eigentlich in jeder wissenschaftlichen bibliothek vorhanden oder bestellbar. bzw. Wir bekommen warscheinlich nicht mehr
    die Leistungen ausbezahlt die wir
    einbezahlt haben (im Jahr 2030 ist das
    Verhältniss Beitragszahler -
    Beitragsbezieher ca. 1/1)
    das spielt bei der konstruktion des
    solidarischen umlageverfahren auch keine rolle, weil nur der aktuelle moment der einnahmen und der ausgaben betrachtet werden (: gerechtigkeit / solidarität).

    rein theoretisch könnte der staat auch (statt wie z.b. zur zeit bis zu 30 % versicherungsfremder leistungen lfd. zu entnehmen) auch seinen bundeszuschuss erhoehen und mit diesen mit speziellen steuern finanzieren (z.B. durch abschoepfen der gewinne extrem grosser kapitalvermoegen,
    durch abschoepfen von gewinnen von auslandsproduktionen etc.) um das verhaeltnis von ein- und ausnahmen zu verbessern. er koennte auch auf ruestungsprojekte verzichten und den bundeszuschuss erhoehen.

    (ich weiss: das bringt nicht soviel weil es dann ja eine staatsausgabe fuer konsum und nicht fuer produktion ist; war ja nur so eine anregung). Meint Ihr ob unser Rentensystem vor dem
    Verfassungsgericht bestehen würde ?
    Gruß
    Lukas
    da bin ich sicher, die frage ist allerdings - ob die bewusste entnahme von geldern verfassungskonform ist,
    - ob die ueberbelastung unserer jetzigen generation (die ja offensichtlich von beiden grossen und der kleinen gelben parteien gewollt ist) dem solidarischen grundgedanken des umlageverfahrens entspricht.

    ich bin gespannt auf eine spannende diskussion zu einem (wenn man mal die summen bedenkt) wirklich prickelnden thema.

    joedi

    • Antwort von nach 3 Tagen hilfreich
      wie wird es 2030 sein ?

      Hi, Ihr beiden !

      Die Frage der Verfassungsmäßigkeit stellt sich für mich weniger, da die Verfassungsrichter wahrscheinlich nicht das gesamte System in Frage stellen wollen.

      Eher stellt sich für mich die Frage nach der blanken Durchsetzbarkeit der Rentenansprüche.
      Wenn nichts mehr da ist, gibt es eben nichts mehr.
      Und wenn man die Kurve bzgl. des Steueraufkommens in Abhängigkeit von den Steuersätzen betrachtet, ist die Maximalbelastung, ab der die Einnahmen wieder abnehmen, bald erreicht.

      Es wäre also günstiger, sich gleich etwas einfallen zu lassen, bevor eine bestimmte Generation dann richtig übel bluten muß.
      ich denke aehnlich und antworte mal in
      deinen text hinein.

      Hi Ihr Diskutier-freudigen

      Mal ne Frage
      wenn unsere Politiker ( egal welcher
      Farbe)
      uns keine Rentengarantie geben können

      das koennen und wollen sie nicht, das das
      system ein system auf gegenseitigkeit der
      belasteten und der beglueckten ist. es
      misst sich also nicht in dm ob dein
      rentenbeitrag zu hoch oder die rente
      deines vaters zu niedrig ist, sondern nur
      in solidarischen bewertungen ob geben und
      nehmen aktuell gerecht verteilt sind. der
      nachteil des systems (demographie /
      wirtschaftslagenabhängig) erschwert die
      beantwortung der frage was aktuell gerecht
      ist.
      Es geht schon seit einigen jahren nicht mehr um Gerechtigkeit, sondern um die Abdeckung völlig unrealistischer Forderungen einerseits und um die Begleichung der m.E. unrechtmäßigen Zugriffe durch die Regierungen auf den Rententopf für zweckfremde Maßnahmen andererseits.

      ,sind
      dann die Rentenabzüge nicht eine
      Zwangsenteignung ?


      hier waere ich frecher: wir zahlen den
      kredit zurueck, welcher bei einfuehrung
      des systems (brd: 194x/5x) aufgenommen
      wurde. seinerzeit wurden hieraus z.b. der
      lastenausgleich (fuer personen aus dem
      osten, fuer zwangsenteignete etc., fuer
      'fliegerbombengeschaedigte') finanziert.
      Für mich ist es unstrittig, daß diese Dinge schon mehr als bezahlt sein könnten, würde der Fonds nicht zweckentfremdet.

      Um welche Summen hatte es sich gedreht ? Ein paar Milliarden. Bei anständigem Wirtschaften könnten wir da heute locker drüberstehen.
      noch ueberspitzter: wenn wir einzahler
      jetzt einzahlen und nichts erwarten
      duerfen, zahlen wir die kriegsschulden,
      teil 2.

      das dieses bewusst so konstruiert ist,
      kannst du von einem konstrukteur des
      systems in

      ehrhard, ludwig: kriegsfinanzierung und
      schuldenkonsolidierung. denkschrift
      1943/44

      nachlesen. es handelt sich um eine
      auftragsarbeit fuer den reichsverband der
      industrie. das buch ist als nachdruck der
      ludwig-ehrhardt stiftung, bonn eigentlich
      in jeder wissenschaftlichen bibliothek
      vorhanden oder bestellbar.

      bzw. Wir bekommen warscheinlich nicht
      mehr
      die Leistungen ausbezahlt die wir
      einbezahlt haben (im Jahr 2030 ist das
      Verhältniss Beitragszahler -
      Beitragsbezieher ca. 1/1)
      Ist diese Zahl belegt ? Ich habe auch schon etwas in der Richtung gelesen irgendwann.
      Und ich schwöre Euch: das geht nicht gut. das spielt bei der konstruktion des
      solidarischen umlageverfahren auch keine
      rolle, weil nur der aktuelle moment der
      einnahmen und der ausgaben betrachtet
      werden (: gerechtigkeit / solidarität).
      Das ist der Fehler, da kurzsichtige Entscheidungen meist fehlerhaft sind.
      rein theoretisch könnte der staat auch
      (statt wie z.b. zur zeit bis zu 30 %
      versicherungsfremder leistungen lfd. zu
      entnehmen) auch seinen bundeszuschuss
      erhoehen und mit diesen mit speziellen
      steuern finanzieren (z.B. durch
      abschoepfen der gewinne extrem grosser
      kapitalvermoegen,
      durch abschoepfen von gewinnen von
      auslandsproduktionen etc.) um das
      verhaeltnis von ein- und ausnahmen zu
      verbessern. er koennte auch auf
      ruestungsprojekte verzichten und den
      bundeszuschuss erhoehen.
      Wie wäre es mit der Senkung von Beamten- und Politikerrenten ?

      In ein paar Jahren sind die zu erwartenden Ausgaben für Beamtenpensionen nicht mehr tragbar. Gerade in Bundesländern wie Berlin oder Thüringen (bekanntlich das Armenhaus der Republik) gibt es mehr Beamte als in Bayern. Das kann wohl nicht gutgehen.
      (ich weiss: das bringt nicht soviel weil
      es dann ja eine staatsausgabe fuer konsum
      und nicht fuer produktion ist; war ja nur
      so eine anregung).
      Ohne Ideen wärst Du schließlich auch besser Politiker geworden. Man sollte diesen Punkt durchaus andenken.
      Meint Ihr ob unser Rentensystem vor dem
      Verfassungsgericht bestehen würde ?
      Gruß
      Lukas

      da bin ich sicher, die frage ist
      allerdings - ob die bewusste entnahme von
      geldern verfassungskonform ist,
      - ob die ueberbelastung unserer jetzigen
      generation (die ja offensichtlich von
      beiden grossen und der kleinen gelben
      parteien gewollt ist) dem solidarischen
      grundgedanken des umlageverfahrens
      entspricht.
      Nein, da es sich hier lediglich um einseitige Solidarität handelt.
      Mir geht das Messer in der Hose auf, wenn ich diese fetten, feisten Typen sehe, die mit 60 in Rente gegangen sind und sich nun auf Kosten der Allgemeinheit ein schönes Leben machen und sogar noch Freitag mittag die Autobahn blockieren.
      Unter 65 darf es überhaupt keine Diskussion geben über Rente oder, noch besser, den sog. Vorruhestand.
      Wer vor 65 aufhören WILL zu arbeiten, soll sehen, wo er bis zu seinem 65ten Lebensjahr bleibt. Seine Rente wir natürlich um die Differenzjahre gekürzt.

      Und das ist nur ein erster zarter Schritt zu einem bezahlbaren System.

      Wenn Deutschland nicht pleite gehen will, wird es vermutlich sogar Beamte, die nicht in der Exekutive beschäftigt sind, abschaffen müssen.

      Denn ich, der mit 26 noch alles offen hat, werde unter solche Bedingungen nicht in diesem Land bleiben. Mein Geld ist mir zu schade für Frührentner, Arbeitsunwillige und chronisch kranke Simulanten.

      Gruß,

      Mathias

      P.S.: bevor Ihr mich auseinandernehmt: die wirklich bedürftigen Menschen könnten es in einem straffer kontrollierten Sozialsystem viel besser haben als jetzt und dagegen hätte ich absolut nichts.

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