Dosenpfandurteil

Von: , Frage gestellt am Sa, 23. Feb 2002

Hallo,
die Gegner (Grossbrauereien und Grosshandel) des Dosenpfandes haben vor dem OLG Berlin eine schwere Niederlage erlitten. Dieses Urtel ist gut fuer die Umwelt. Wir müssen weg von der Ex-und-Hopp-Gesellschaft. Es macht einfach keinen Sinn, eine halbe Milliarde Mark fuer das Einsammeln von Dosen in der Landschaft auszugeben, wenn man das mit einfachen Mitteln wie dem Pfand von vorne herein verhindern kann. Das Urteil ist aber auch gut fuer mittelständische Brauereien, für Winzer, für den Getränkefachhandel. Denn sie würden von der Einführung des Dosenpfandes profitieren. Dass Jahr für Jahr mehr Getränke in Dosen abgefüllt werden und die Mehrwegquote unter 72% gefallen ist, haben nümlich einzig und allein Grossbrauereien und Grosshandelsketten verursacht- aller Selbstverpflichtung zum Trotz. Das Urteil des OLG Berlin ist daher eine Ohrfeige fuer die Einweglobby und ein Sieg der Vernunft.

Gruß Mic

37 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 21 Minuten hilfreich
    Re: Dosenpfandurteil

    wenn ich recht informiert bin, dann gilt das nur für Blechdosen. Was ist, wenn die Großbrauereien ihre Getränke in reciclebaren Plastikdosen abfüllt? Wem hilft es dann? Den Winzern und Kleinbrauereien nicht. Und Pfand gibts dafür auch keines.
    Grüße
    Raimund

    • Antwort von nach 16 Stunden hilfreich
      Re^2: Dosenpfandurteil

      Hallo Raimund,
      was letztendlich die Unions-Parteien, aber auch Clement verhindert haben. Trittin wollte einen Dosenpfand für alle ökologischen bedenklichen Verpackungen.

      Gruß mic [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

      • Antwort von nach einem Tag hilfreich
        Re^3: Dosenpfandurteil

        was letztendlich die Unions-Parteien, aber auch Clement
        verhindert haben. Trittin wollte einen Dosenpfand für alle
        ökologischen bedenklichen Verpackungen.
        Hallo,

        in jeder Ecke, an jedem Weg, auf jedem Gewässer, einfach überall findet sich der Getränkemüll in der Gegend. Das ist für jedermann sichtbar. Ist das der Müll der Union, der Grünen? Natürlich, die Frage ist blödsinnig. Und genau so blödsinnig ist ein Parteienstreit über diese Sachfrage.

        Die Sache spielt sich ab, wie sich alles hierzulande abzuspielen pflegt: Es gibt ein Problem und es gäbe Lösungen für das Problem. Lösungen, die allen Nutzen bringen und insgesamt sogar Kosten sparen. Aber so sicher wie das Amen in der Kirche wird jetzt jemand hervorgezerrt, der natürlich einen fürchterlichen, existenzvernichtenden Schaden davonträgt. Das arme Mütterchen von 12 Kindern, daß jetzt nicht mehr die zusätzliche Investition für die täglich verkonsumierten 50 Biere tragen kann und durch den Alkohol geschwächt die Pfandflaschen nicht mehr zurück transportieren kann.

        Die ach so armen Winzer müssen herhalten. Das tut schon weh, so lächerlich ist das Argument. Die können einen Cent mehr oder weniger pro Flasche nicht vertragen? Da hat wohl jemand zu tief ins Glas oder in die Bilanz eines albanischen Weinbauers gesehen.

        Merke: Kein Argument ist zu dumm und zu platt, um es nicht dennoch zu verwenden.

        Gruß
        Wolfgang

        • Antwort von nach 4 Tagen hilfreich
          es gibt ....

          .... ärgere Probleme in diesem land als das dosenpfand.
          der thread zeigt mal wieder wie man leute von den wirklich realen problemen ablenkt. deutschland war nie sauberer denn heute.
          stellt euch mal vor jeder autobesitzer hätte ein Pferd !
          Das würde stinken !
          Oder jeder würde seinen küchenmüll in einem eigenen kompost heep auf der strasse entsorgen !
          das würde stinken !

          Aber so ein paar läppische dosen ?
          Da schaffe ich doch schon lieber die A-Mailer ab und beziehe den strom dann aus tschernobyl. (Oder von den franzmännern)
          Aber meine küche bleibt atomfrei !
          den gleichen spass erlauben wir uns mit dem transrapid.
          zum zugfahren nach china ! das hat was !

          Da lachen doch die hühner !

          friedrich

          • Antwort von nach 4 Tagen hilfreich
            Re: es gibt ....

            .... ärgere Probleme in diesem land als das dosenpfand.
            der thread zeigt mal wieder wie man leute von den wirklich
            realen problemen ablenkt. deutschland war nie sauberer denn
            heute.
            Hallo Friedrich,

            es gibt selbstverständlich Drängenderes, das gibts auf jedem Gebiet beinahe immer. Soll das aber Grund genug sein, die Gegend weiter zu vermüllen, obwohl es vermeidbar wäre? Durch Handeln auf diesem Gebiet wird nichts vermeintlich Wichtigeres aufgeschoben, gerät nichts aus dem Blickfeld.

            Gruß
            Wolfgang

            • Antwort von nach 4 Tagen hilfreich
              Re^2: es gibt ....

              Hallo Wolfgang und andere Dosenpfand - Befürworter,

              ich möchte mich nicht mehr an einer Diskussion beteiligen, ob das Dosenpfand sinnvoll ist oder nicht, die Argumente sind alle bekannt, dennoch kommen die beiden Gruppen sich nicht näher, weil meistens die Tatsachen subjektiv ausgelegt werden und wenige objektiv denken wollen.

              Ich habe aber eine Frage und auch gleich eine Antwort:

              Kennt jemand Städte oder Länder die durch die Einführung eines Pfandes sauberer geworden sind oder ist dies eine Annahme der deutschen Regierung?

              Ich kenne New York in den frühen 60er Jahren, dort war es üblich, wenn man auf der Straße eine Zeitung gelesen hat und fertig war, die Hände zu öffnen. So lag dann nicht nur Papier sondern auch anderer Müll auf Gehsteig und Straße bis er weggeräumt wurde. Dann erschien ein großes Schild am Times Square " $ 25.- for littering " und die Polizei war angewiesen, die Leutchen zu beobachten und zu kassieren. Es dauerte nicht lange und die New Yorker wußten, wo die Papierkörbe sich befanden. So ist es bis heute geblieben.

              Ich kenne Singapore ab Ende der 70 Jahre, es war ein Prozess der mit hohen Strafen für das Wegwerfen von allgemeinem Müll begann, als die Stadt schon sauber war, waren weggeworfene Zigarettenkippen im Augenmerk der Polizei und heute, wo über Kaugummi und Graffitti im Parlament diskutiert wird, ist Singapore beinahe steril.

              Ich sage nicht, daß man das bei uns einführen sollte, wenn man aber Sauberkeit in der Landschaft und den Städten anstrebt, dann sollte man bereits bewährte Methoden mindestens berücksichtigen anstatt auf "Dosenpfand" zu vertrauen.

              Grüße Rudolf

            • Antwort von nach 4 Tagen hilfreich
              Re^3: Es gibt keine Gegenargumente

              Kennt jemand Städte oder Länder die durch die Einführung eines
              Pfandes sauberer geworden sind oder ist dies eine Annahme der
              deutschen Regierung?
              Hallo Rudolf,

              ja, so ein Land kenne ich und Du auch: Deutschland.

              Man kommt durch große Teile z. B. Schleswig-Holsteins mit dem Kanu, ohne den Fuß an Land setzen zu müssen (von Schleusen einmal abgesehen). Während so einer mehrtägigen Fahrt z. B. durch die Holsteinische Schweiz kommt man über größere Seen, folgt Flüssen und Bachläufen teils durch flaches Land, teils durch Dörfer und kleinere Städte. Da kann nicht an jeder Ecke ein Schupo stehen. Da gibt es für das ganze Gebiet wenige Dorfpolizisten und das war's. Aber in jeder Ecke, in jedem Gebüsch schwimmen die Cola-Dosen und Einwegflaschen. An einigen Stellen sind die Gewässer flächendeckend ohne die kleinste Lücke mit dem Getränkemüll bedeckt.

              An noch so versteckten Stellen der Alpen findet man - Getränkemüll! Der Hamburger Stadtpark und die Gegend rund um die Alster sind nach jeder größeren Veranstaltung eine einzige gewaltige Müllhalde. In anderen Städten sieht es mit Sicherheit ebenso aus. Und in all diesem Müll findet sich nicht eine einzige Pfandflasche. Die Beseitigung kostet viel Geld und vieles ist mit irgend vertretbarem Aufwand nicht zu beseitigen. Weil sich keine Pfandflaschen in dem gedankenlos "entsorgten" Zeug finden, ist die Folgerung nur logisch: Man belegt das, was bisher in die Gegend flog, mit einem Pfand. Dann fliegt es nicht mehr in die Gegend. Jeder trägt seinen Müll wieder nach Hause, weil es dafür bares Geld gibt. Diese Logik ist zwingend einfach.
              Das Beispiel mit den Einkaufswagen brachte ich schon. Es war früher eine Pest um jedes Kaufhaus. War irgendwo ein Wehr verstopft, lag ganz sicher ein Einkaufswagen darin. Mit der Pfandeinführung war damit von einer Minute auf die nächste einfach Schluß.

              Stelle Dir bitte vor, das Dosen- und Einwegpfand wird eingeführt, die Flußläufe sind nach einmaliger Reinigung endlich frei von dem Zeug und bleiben es auch, in keinem Park, in keinem Gebüsch findet sich der Dreck. Da muß sich doch jeder, der jetzt gegen das Pfand argumentierte (obwohl ich noch kein stichhaltiges Argument hörte, statt dessen wird das Thema gewechselt) reichlich dumm vorkommen- oder nicht?

              Es wurden Öko-Bilanzen von Pfand- und Einwegsystemen gegenüber gestellt. Eine Schwäche dieser Rechnerei ist regelmäßig, daß sich das Ergebnis je nach Zielsetzung "hinrechnen" läßt. Eine weitere Schwäche bei Einweg-Befürwortern war stets, daß man vom Recycling der Einwegverpackungen ausging. Nur wird eben ein großer Teil nicht recycelt, weil er in die Landschaft geworfen wird und von dort nur mit erheblichem Aufwand einsammelbar ist. Dieser erhebliche Aufwand macht letztlich das Einwegsystem untragbar, wobei die Kosten nicht bei der Getränkeindustrie auftauchen, sondern an anderen Stellen der Volkswirtschaft.
              Insofern macht ein Pfand auf Einweg-Getränkeverpackungen diese überhaupt erst akzeptabel und im volkswirtschaftlichen Sinn konkurrenzfähig mit dem Mehrwegsystem.

              Aus der Einwegverpackung wird durch das Pfand nicht plötzlich eine Mehrwegverpackung. Es bleibt eine Einwegverpackung, bei der das Pfand nur als Anreiz dient, die Verpackung der umweltverträglichen und recourcenschonenden Entsorgung zuzuführen.

              Puh, soviel Text mit Argumenten, obwohl beim besten Willen kein einziges Gegenargument erkennbar ist. Etwas weiter oben bemühte sich jemand um Gegenargumente, fand wohl keine, wechselte das Thema und fabulierte plötzlich über Kernkraftwerke...

              Gruß
              Wolfgang

            • Antwort von nach 6 Tagen hilfreich
              Re^4: Es gibt keine Gegenargumente

              Kennt jemand Städte oder Länder die durch die Einführung eines
              Pfandes sauberer geworden sind oder ist dies eine Annahme der
              deutschen Regierung?
              Hallo Rudolf,

              ja, so ein Land kenne ich und Du auch: Deutschland.

              Hallo Wolfgang,

              Du hast sehr ausführlich und eindrucksvoll beschrieben, wie es jetzt ist und logische Argumente gebracht, wie es nach der Einführung des Dosenpfandes sein wird. Hoffentlich hast Du Recht.
              Puh, soviel Text mit Argumenten, obwohl beim besten Willen
              kein einziges Gegenargument erkennbar ist. Etwas weiter oben
              bemühte sich jemand um Gegenargumente, fand wohl keine,
              wechselte das Thema und fabulierte plötzlich über
              Kernkraftwerke...

              Siehst Du, das meinte ich vorhin: Sehr viele Leute haben sich in einen Gedanken so verbohrt, daß sie "beim besten Willen keine Gegenargumente erkennen".

              Die meisten Diskussionsthemen erlauben Ansichten von verschiedenen Gesichtspunkten, die alle richtig sind, zwar gegensätzlich aber nicht gegeneinander aufrechenbar. Deshalb kann eine Diskussion ja auch Resultate bringen.

              Ich bin da ganz anders: Das Dosenpfand ist ein Blödsinn und es gibt keinen Grund dafür, basta!

              Trotzdem viele Grüße Rudolf

            • Antwort von nach 6 Tagen hilfreich
              Re^5: Basta!

              Das Dosenpfand ist ein Blödsinn und es gibt keinen Grund dafür, :basta!
              Hallo Rudolf,

              Dein "basta" ist natürlich ein überzeugendes Argument, das mir ohne weiteres einleuchtet. Mehr hast Du nicht zu bieten?

              Lassen wir's dabei :-))

              Gruß
              Wolfgang



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