Jammern in der Neidgesellschaft

Von: , Frage gestellt am Sa, 8. Jan 2000

Schaeuble warnte im Nov. 1999 vor der Entwicklung zu einer Neidgesellschaft,ja, 2 wesentliche Gedankengaenge meinerseits dazu, die unterschiedliche Standpunkte dar-stellen aber auch den eigenen, inneren Anspruch spiegeln:
1. Ist unser gesellschaftliches Dasein , die gesellsch. Struktur und das was daraus praktiziert wird, nicht auf Neid ausgelegt und sind die Widersprueche und Unterschiede nicht auch Anreiz und Ansporn?
2. Wir sind schon eine Mecker-und Neidge-sellschaft. Einer, der sein Schicksal selbst in die Hand nimmt, erfolgreich ist und mit seinen Steuern dann noch zur Finanzierung der Gesellschaft beitraegt, der erfaehrt Neid und Missgunst. Und dann ist noch der Staat, mit seinen Politikern und gut abgesicherten Dienern,Verordnungen und Gesetzen die den Erfolg mit Buerokratie und sonstigen Hindernissen versuchen zu
beeintraechtigen.
Bleibt die Frage, gibt es hier einen Koenigsweg oder ist die Gesellschaft prinzipiell neu zu gestalten ?

5 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach einem Tag hilfreich
    Re: Jammern in der Neidgesellschaft

    1. Ist unser gesellschaftliches Dasein ,
    die gesellsch. Struktur und das was
    daraus praktiziert wird, nicht auf Neid
    ausgelegt und sind die Widersprueche und
    Unterschiede nicht auch Anreiz und
    Ansporn?
    Theoretisch leben wir doch genau davon, denn Kapitalismus soll ja laut Smith aus dem Vorteil des Einzelnen das Allgemeinwohl steigern.
    So lautet die Theorie, für mich ist jedoch die Frage, ob die alten Rezepte so funktionieren. Im Zeitalter von Internet und Stock Options scheint es möglich, das auf einmal unheimlich viele von den guten Ideen der anderen profitieren. Andererseits - wer nichts hat, kann auch nichts anlegen !
    Außerdem - werden mit neuen Ideen noch genug Arbeitsplätze für alle geschafffen ?
    Neid entsteht doch nur daher, das nach dem deutschen System alle glauben, ihnen müßte automatisch ein Teil dessen gehören, was andere sich erarbeitet haben. Neid ist aber gerechtfertigt, wenn nicht alle die gleichen Chancen haben.
    Also glaube ich, man kann der Neidgesellschaft entgegentreten, indem man Leuten die gleichen Chancen einräumt, ohne alle gleich zu machen.

  2. Antwort von nach einem Tag hilfreich
    Neidgesellschaft resultiert aus Giergesellschaft

    Jede Medallie hat zwei Seiten. Die Rückseite der Neidgesellschaft ist die Giergesellschaft.
    Nun kann man sich fragen, was war zuerst da und man wird sich ständig im Kreis bewegen. Tatsache ist, dass heutzutage in vielen Industrie- und Wirtschaftsbereichen Gewinne in einer Höhe gemacht werden, die man nur als Abzocke bezeichnen kann. Dass das Neid hervorruft ist mir eigentlich klar. Genau dieses schamlose Zugreifen vieler Produzenten führt dazu, dass sich Menschen, die weniger Chancen hatten übervorteilt fühlen.
    Ich würde allgemein zu mehr Bescheidenheit raten und zwar im Konsum genauso wie in der Wirtschaft.

    Sigi

    • Antwort von nach 2 Tagen hilfreich
      Re: Neidgesellschaft resultiert aus Giergesellscha

      Hi Sigi ! Jede Medallie hat zwei Seiten. Die
      Rückseite der Neidgesellschaft ist die
      Giergesellschaft.
      Das ist richtig.
      Aus Neid kommt Gier, aus Gier kommt Neid.
      So war das auch schon vor der sozialen Marktwirtschaft. Nun kann man sich fragen, was war zuerst
      da und man wird sich ständig im Kreis
      bewegen. Tatsache ist, dass heutzutage in
      vielen Industrie- und
      Wirtschaftsbereichen Gewinne in einer
      Höhe gemacht werden, die man nur als
      Abzocke bezeichnen kann. Dass das Neid
      hervorruft ist mir eigentlich klar. Genau
      dieses schamlose Zugreifen vieler
      Produzenten führt dazu, dass sich
      Menschen, die weniger Chancen hatten
      übervorteilt fühlen.
      In deutschland gibt es mehr Chancengleichheit als irgendwo sonst auf der Welt. Ohne ein kommunistisches System wir sich das wohl kaum noch steigern lassen.
      Wenn allerdings jemand seine Chancen in jungen Jahren nicht wahrnimmt und sich mit 40 plötzlich beschwert, daß er nicht auch Mercedes fahren kann, dann stimmt da was nicht. Ich würde allgemein zu mehr
      Bescheidenheit raten und zwar im Konsum
      genauso wie in der Wirtschaft.
      Bescheidenheit im Konsum führt zu weniger Absatz. daraus resultiert weniger Wachstum und somit gibt es weniger Wohlstand für alle.
      Tatsache ist, daß Leute mit Unternehmergeist und Visionen sich in diesem Land viel Neid und vielen Hürden gegenüber gestellt sehen.
      Gründen diese Leute ein Unternehmen, schaffen sie i.d.R. Arbeitsplätze und bezahlen Steuern. Sie arbeiten mehr und tragen die Verantwortung für ihre Mitarbeiter. Sie sind außerdem sozial kaum abgesichert. Daß bei dieser Übererfüllung der sozialen Bürgerpflichten für den Unternehmer etwas mehr an Salair herausspringt, halte ich durchaus für legitim.

      Gruß,

      Mathias

      • Antwort von nach 2 Tagen hilfreich
        Re^2: Neidgesellschaft resultiert aus Giergesellsc

        Bescheidenheit im Konsum führt zu weniger
        Absatz. daraus resultiert weniger
        Wachstum und somit gibt es weniger
        Wohlstand für alle.
        Wohlstand und Konsum sind zwei verschiedene Paar Stiefel. Wohlstand ist nicht immer nur materieller Wohlstand. Nach einem Spiegelartikel vor einigen Monaten leben in ganz Europa die glücklichsten Menschen in Polen. Die Polen bezeichnen sich selbst häufiger als glücklich, als die Menschen in jedem anderen europäischen Staat.
        Unbegrenztes und unreguliertes Wachstum muss zwangsläufig in die Katastrophe führen. Allerdings bin ich mir im Klaren, dass es in diesem System ohne nicht geht. Tatsache ist, daß Leute mit
        Unternehmergeist und Visionen sich in
        diesem Land viel Neid und vielen Hürden
        gegenüber gestellt sehen.
        Gründen diese Leute ein Unternehmen,
        schaffen sie i.d.R. Arbeitsplätze und
        bezahlen Steuern. Sie arbeiten mehr und
        tragen die Verantwortung für ihre
        Mitarbeiter. Sie sind außerdem sozial
        kaum abgesichert. Daß bei dieser
        Übererfüllung der sozialen
        Bürgerpflichten für den Unternehmer etwas
        mehr an Salair herausspringt, halte ich
        durchaus für legitim.
        Ich auch, aber sei ehrlich...ist wirklich dieser hart arbeitende Selfmademan/woman das Ziel des Neides? Doch nur dann, wenn soviel in so kurzer Zeit verdient wird, dass man sich fragen muss, ob alles mit rechten Dingen zugeht. Und damit wären wir wieder bei der Gier und am Anfang des Kreises. Neid entsteht auch nur, wo es zu starke Gegensätze zwischen Arm und Reich gibt. Eine breite Mittelschicht wirkt dem entgegen, nur leider schrumpft die durch die Umverteilung von unten nach oben immer mehr.

        Schöne Grüsse

        Sigi

        • Antwort von nach 3 Tagen hilfreich
          Re^3: Neidgesellschaft resultiert aus Giergesellsc

          Hi Sigi ! Bescheidenheit im Konsum führt zu weniger
          Absatz. daraus resultiert weniger
          Wachstum und somit gibt es weniger
          Wohlstand für alle.
          Wohlstand und Konsum sind zwei
          verschiedene Paar Stiefel. Wohlstand ist
          nicht immer nur materieller Wohlstand.
          Nach einem Spiegelartikel vor einigen
          Monaten leben in ganz Europa die
          glücklichsten Menschen in Polen. Die
          Polen bezeichnen sich selbst häufiger als
          glücklich, als die Menschen in jedem
          anderen europäischen Staat.
          Das liegt daran, daß sich das Land gerade im Aufschwung befindet.
          Die Menschen sind glücklich, weil sich etwas bewegt, ja fast ein Umbruch stattfindet.
          In einer derartigen Situation gibt es immer mehr Euphorie, als in einer einfach stabilen Lage wie bei uns. Unbegrenztes und unreguliertes Wachstum
          muss zwangsläufig in die Katastrophe
          führen. Allerdings bin ich mir im Klaren,
          dass es in diesem System ohne nicht geht.
          Das ist eine Definitionsfrage. Ich denke, daß die wirtschaftlichen Kräfte und somit auch das Wirtschaftswachstum so wenig wie möglich staatlich reguliert werden sollten.
          Nur so entfaltet sich Kreativität und Unternehmergeist. Tatsache ist, daß Leute mit
          Unternehmergeist und Visionen sich in
          diesem Land viel Neid und vielen Hürden
          gegenüber gestellt sehen.
          Gründen diese Leute ein Unternehmen,
          schaffen sie i.d.R. Arbeitsplätze und
          bezahlen Steuern. Sie arbeiten mehr und
          tragen die Verantwortung für ihre
          Mitarbeiter. Sie sind außerdem sozial
          kaum abgesichert. Daß bei dieser
          Übererfüllung der sozialen
          Bürgerpflichten für den Unternehmer etwas
          mehr an Salair herausspringt, halte ich
          durchaus für legitim.
          Ich auch, aber sei ehrlich...ist wirklich
          dieser hart arbeitende Selfmademan/woman
          das Ziel des Neides? Doch nur dann, wenn
          soviel in so kurzer Zeit verdient wird,
          dass man sich fragen muss, ob alles mit
          rechten Dingen zugeht.
          Daran wird man sich gewöhnen müssen. Gerade im E-Commerce-Bereich werden noch einige binnen drei Monaten Porsche fahren.

          Und diese Leute haben etwas dafür geleistet. Und wenn es nur eine gute Idee ist. Andere hatten diese Idee eben nicht, fahren deshalb auch keinen Porsche und haben auch kein Anrecht auf einen Teil des Porsches vom Unternehmer !!

          Das muß einfach mal klargestellt werden !! Und damit wären
          wir wieder bei der Gier und am Anfang des
          Kreises. Neid entsteht auch nur, wo es zu
          starke Gegensätze zwischen Arm und Reich
          gibt. Eine breite Mittelschicht wirkt dem
          entgegen, nur leider schrumpft die durch
          die Umverteilung von unten nach oben
          immer mehr.
          Mir kommen die Tränen !
          Momentan sehe ich lediglich den Betrug der Politik am gesamten Volk, sh. Ökosteuer und eine schon unverschämte Schröpfung der sog. "Besserverdienenden". Wer richtig Geld verdient, sollte es nicht für eine Umverteilung von oben nach unten abgeben müssen. Das ist falsch.
          Natürlich soll jeder seinen Teil zum Wohlstand des Staates beitragen, nur darf dieser Anteil insgesamt niemals 25 bis 30% übersteigen.

          Bis dann,

          Mathias

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