Wen wähle ich im September?

Von: , Frage gestellt am Mo, 3. Jun 2002

Hi!

Ich habe in einem Thread weiter unten schon mal meine Sorgen über die nächste große Wahl anklingen lassen...

Es ist so: Ich habe bislang an jeder Wahl teilgenommen, an der ich es durfte - seit 1987 waren das schon ein paar.
Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich bislang überwiegend die SPD gewählt habe - aber in diesem Jahr habe ich ein echtes Problem: WEN SOLL ICH WÄHLEN?!

Bei der SPD schaue ich auf die letzten 4 Jahre zurück und kann nicht allzu viel erkennen. OK, sie haben das Kindergeld erhöht und die RV-Beiträge gesenkt - und eine Öko-Steuer erfunden, die hier schon mal keinen Erfolg verzeichnen lässt. In meiner Geldbörse ist also irgendwie das Gleiche wie vorher: Nicht mehr - aber auch nicht weniger!
Beim Thema Arbeitslosigkeit hat die SPD kläglich versagt (Gerhad: Du erinnerst Dich an dein Zitat:...muss ich mich messen lassen!?)
Gesundheitsreform: Zum Glück habe ich eine Zusatzversicherung - privat musste ich wieder raus, da ich 54 Tage arbeitslos war!
Und dann kam der Euro! Aber da konnte ja keine Partei etwas für (prinzipiell halte ich den Euro für gut - aber es ist schon komisch, dass der Hunni genauso schnell weg ist wie der DM-Hunni).

Alles in allem war unsere aktuelle Regierung eine innenpolitische Null!
Was die Außenpolitik betrifft, halte ich unsere momentane Regierung für absolut ok - nicht zuletzt wegen Joschka Fischer!

OK - nun zur CDU/CSU:
Sorry vorweg an alles "Schwarzen" hier: Irgendwie erinnert mich der Herr Stoiber mit seinen Äußerungen doch enorm stark an einen Herrn Schröder vor vier Jahren! Mit dem Unterschied, dass Herr Schröder besser rüberkommt (schickt den Stoiber doch mal auf ein Kommunikations- und Rhetorikseminar! Der stottert sich ja unglaublich einen zurecht) - ich habe manchmal schwere Probleme damit, ihm konzentriert zuzuhören.
Die CDU/CSU will nun also alles besser machen als die SPD: Arbeitslose werden weniger, Steuern werden gesenkt, Rente wird besser, Gesundheitswesen wieder verbessert und im Keller sitzt der Goldesel, oder wie? Wenn doe Union jetzt auf all diese Fragen die Antworten weiß, warum hat sie diese nicht in den 8 Jahren vor der letzten Bundestagswahl gegeben (gell, Nobbi: Die Renden sind sischaa)? Die Köpfe sind doch weitestgehend die gleichen!

Hier fällt mir übrigens auf: Außenpolitisch fand ich die Arbeit der Union eigentlich nie (sorry, mein politisches Interesse beschränkt sich hier auf die Jahre ab 1986) schlecht!

Ob da vielleicht kleine Paralleleln zu erkennen sind?
Ob vielleicht die beiden großen Parteien mal langsam erkennen sollten, dass eine Regierung auf gewisse wirtschaftliche Faktoren so gut wie keinen Einfluss nehmen kann, weil diese (zumindest zum Teil) abhängig vom Weltmarkt sind?

Tja - dann bleiben noch die kleineren Parteien:

FDP: Wie diese Partei auftritt, gefällt mir! Ehrlich!! Diese "junge Energie" hat etwas! Nur: Was zum Teufel wollt Ihr eigentlich (ich meine jetzt nicht die 18 %)? Habt Ihr ein Wahlprogramm mit POLITISCHEN Themen? Wenn ja: Warum macht Ihr das nicht publik?

Grüne: Wie gesagt: Ich halte Joschka Fischer für einen exzellenten Außenminister! Ich halte allerdings auch einen Herrn Genscher für einen fantastischen Ex-Außenminister (mal unbeachtet der Wende, die ihn natürlich zur geschichtlich wichtigen Figur macht). Aber ansonsten vermisse ich bei den Grünen eine einzige Sache: ALLES! Da gab es mal diesen Begriff Wendehals... Wo sind die einstigen politischen Grundsatzziele wie Gewaltlosigkeit geblieben? Mensch, das waren GRUNDSÄTZE!!! (ob man die bedingungslos gut finden muss ist eine andere Frage...)

Die Schill Partei (wird ja wohl antreten?!): Im Leben nicht! Wenn ich rechte Sch...e haben will, gibt es die DVU, NPD, REP... (das , was nun mal halt kein "normaler" Mensch braucht)

Und Vis a vis: Gregor Gysi und seine Mannen Und Frauen (die mit den geistigen Schäden). Ich finde sie ja ganz niedlich, aber wählen kann man PDS doch nicht wirklich, oder? OK - Gregor Gysi genießt bei mir gewisse Sympathien - aber politich...neee


Fazit: Ich werde wählen (sonst kann ich mich ja anschließend net aufregen), aber ich habe noch einen langen Kampf vor mir!

Grüße
Guido

14 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach einer Stunde hilfreich
    Re: Wen wähle ich im September?

    hallo Guido,
    stell Dir folgende Fragen:
    1. Willst Du die jetzige Regierung wieder haben, so wähle Grün.
    2.Willst Du eine evtl. Erneuerung (ich habe evtl. geschrieben), dann wähle FDP.
    Die SPD noch stärker machen, wäre falsch, die CDU/CSU zur (nicht erreichbaren) absoluten Mehrheit? Bitte nicht!
    Also kannst Du nur zwischen 2 Parteien wählen: die Grünen oder die FDP. Gleich welches Programm die haben: je stärker der Koalitionspartner, desto dicker ist der Prügel zwischen den Beinen der großem Partei.
    Das ist der Grund, warum ich mich für die FDP entschieden habe (obwohl mir da auch einiges nicht gefällt). Doch mein Ziel ist: diese Versagerregierung, die wir leider 4 Jahre haben erdulden müssen, weg zu bekommen.
    Grüße
    Raimund

    • Antwort von nach 2 Stunden hilfreich
      Re^2: 16 Jahre vorher?

      Hallo Raimund,

      vergiß nicht das 16-jährige Versagen vor dem letzten Regierungswechsel!


      Viele Grüße: Josef

      • Antwort von nach 3 Stunden hilfreich
        na, schlechter als die SPD auf alle Fälle nicht!


        Grüße
        Raimund

      • Antwort von nach 7 Stunden hilfreich
        Re^3: 16 Jahre vorher? aber in 4 Jahren erreicht

        Hallo Josef,
        vergiß nicht das 16-jährige Versagen vor dem letzten
        Regierungswechsel!

        vergiss aber bitte nicht, dass Schröder nach vier Jahren dort angekommen ist, wo Kohl in den letzten vier Jahren nach 16 Jahren insgesamt war.


        Grüsse Günter

        • Antwort von nach 18 Stunden hilfreich
          Re^4: Ansichtssache

          Hallo,
          ich glaube das ist Ansichtsache.
          Fest steht:
          in der Familienpolitik hat sich Einiges getan.
          die Auslandsinvestitionen stiegen in den fast 4 Jahren um das
          4-fache gegenüber den 16Jahren Korupptionspolitik
          sicher steht dies in der Bevorteilung der Besteuerung bei den Kapitalgeselschaften aber kein Vorteil ohne Nachteil.

          mfg: Josef Spies

    • Antwort von nach 4 Stunden hilfreich
      Da ist mir der Josef zuvor gekommen!

      Hi Raimund! stell Dir folgende Fragen:
      1. Willst Du die jetzige Regierung wieder haben, so wähle
      Grün.
      Ich halte Grün aber für indiskutabel! OK - unser Außenminister ist ein fähiger Politiker, aber die Partei als solche ist kein Knüppel! Die sind doch mittlerweile einfach nur noch machtgeil... Das ist der Grund, warum ich mich für die FDP entschieden habe
      (obwohl mir da auch einiges nicht gefällt). Doch mein Ziel
      ist: diese Versagerregierung, die wir leider 4 Jahre haben
      erdulden müssen, weg zu bekommen.
      Naja - mein Wunsch wäre rot/gelb !

      Aber ich weiß nicht, ob die letzten vier Jahre schlimmer waren als die acht vorher !!!
      Das heißt nicht, dass sie besser waren, aber meine einfach gestrickte Erkenntnis ist: Die tun sich einfach überhaupt nix!


      Grüße
      Guido

    • Antwort von nach 7 Stunden hilfreich
      Re^2: Wen wähle ich - wahnsinnig geworden

      lieber Raimund,

      darf ich Dir einen Arzt anvisieren. Bist Du wahnsinnig, die Grünen zu empfhelen, diesen Haufen an Inkontinenz, oder nennt man es Inkompetenz ? stell Dir folgende Fragen:
      1. Willst Du die jetzige Regierung wieder haben, so wähle
      Grün.
      2.Willst Du eine evtl. Erneuerung (ich habe evtl.
      geschrieben), dann wähle FDP.
      Ich hatte vor CDU zu wählen, werde für die CDU Wahlkampf machen aber ich werde mit hoher Wahrscheinlichkeit FDP wählen, um mal einigen zu zeigen, dass DE sich nicht vorschreiben lässt, wer gewählt werden darf. Wer die CDU/FDP will und gleichzeitig die Demokratie vor diesen Kriechern in Berlin retten will wählt Stoiber und Westerwelle.


      Die SPD noch stärker machen, wäre falsch, die CDU/CSU zur
      (nicht erreichbaren) absoluten Mehrheit? Bitte nicht!
      Also kannst Du nur zwischen 2 Parteien wählen: die Grünen oder
      die FDP. Gleich welches Programm die haben: je stärker der
      Koalitionspartner, desto dicker ist der Prügel zwischen den
      Beinen der großem Partei.
      Das ist der Grund, warum ich mich für die FDP entschieden habe
      (obwohl mir da auch einiges nicht gefällt). Doch mein Ziel
      ist: diese Versagerregierung, die wir leider 4 Jahre haben
      erdulden müssen, weg zu bekommen.
      Ganz meine Meinung.

      Grüsse Günter

      • Antwort von nach 17 Stunden hilfreich
        Re^3: Wen wähle ich - wahnsinnig geworden

        hallo Günter,
        war mir klar, dass Du Dich verschluckst und Atembeschwerden bekommst!:)
        Klar sollen möglichst viele FDP wählen. Damit erreichen sie einen Wechsel. Gleich ob die SPD an der Regierung bleibt, oder ob die CDU/CSU ran kommt.
        Doch ein absolut links Eingestellter wird sich eher die Hand abhacken, bevor er die FDP oder die CDU/CSU wählt.
        Da es immer sehr schlecht ist, wenn nur eine Partei das Sagen hat, wäre das Brechmittel Grüne angebracht.
        Oder hättest Du lieber eine Koalition SPD mit SED (PDS)? Das hatten wir schon mal in der ehem. DDR.
        Grüße
        Raimund

  2. Antwort von nach 19 Stunden hilfreich
    Re: Wen wähle ich im September?

    Hallo Guido,

    eine Partei, die es allen recht macht, gibt es nicht. Deshalb finde ich, dass es auch sehr wichtig ist, wo und wie Du Dich selbst siehst. Nun machst Du Dir schon so viel Gedanken, dann kannst Du Dir auch in Ruhe die Wahlprogramme der Parteien durchlesen. Übrigens: An einzelnen Personen würde ich das nicht festmachen, die sind im Wahlkampf oft nur Köder, und selbst, wenn nicht, dann kommen und gehen sie unter Umständen ganz fix. Bei der SPD schaue ich auf die letzten 4 Jahre zurück und kann
    nicht allzu viel erkennen. OK, sie haben das Kindergeld erhöht
    und die RV-Beiträge gesenkt - und eine Öko-Steuer erfunden,
    die hier schon mal keinen Erfolg verzeichnen lässt. In meiner
    Geldbörse ist also irgendwie das Gleiche wie vorher: Nicht
    mehr - aber auch nicht weniger!
    Also hast Du persönlich von den großen Veränderungen in der Sozialpolitik nicht profitiert. Beim Thema Arbeitslosigkeit hat die SPD kläglich versagt
    (Gerhad: Du erinnerst Dich an dein Zitat:...muss ich mich
    messen lassen!?)
    Naja, kläglich würde ich vielleicht nicht sagen. Das gesteckte Ziel konnte nicht erreicht oder gar gehalten werden. Aber die Arbeitslosigkeit ist seit der CDU-Regierung trotzdem zurückgegangen, vor allem die Langzeitarbeitslosigkeit hat sich deutlich verringert. Reichen tut es natürlich nicht! Gesundheitsreform: Zum Glück habe ich eine Zusatzversicherung
    - privat musste ich wieder raus, da ich 54 Tage arbeitslos
    war!
    Ja, die ist für meine Begriffe auch ziemlich daneben. Und dann kam der Euro! Aber da konnte ja keine Partei etwas
    für (prinzipiell halte ich den Euro für gut - aber es ist
    schon komisch, dass der Hunni genauso schnell weg ist wie der
    DM-Hunni).
    In der Tat ist die Einführung des Euro kein Verdienst der Bundesregierung. Dass die Regierung jedoch an dem einmal eingeschlagenen Europa-Kurs der Vorgängerregierung nicht nur festgehalten, sondern ihn noch weiter vorangetrieben hat, das finde ich persönlich sehr gut. Alles in allem war unsere aktuelle Regierung eine
    innenpolitische Null!
    Es war von Anfang klar, dass schmerzhafte Veränderungen kommen würden. So wäre es keine zehn Jahre mehr weitergegangen. Und Reformen sind immer unbeliebt in der Bevölkerung. Null würde ich also nicht sagen. Was die Außenpolitik betrifft, halte ich unsere momentane
    Regierung für absolut ok - nicht zuletzt wegen Joschka
    Fischer!
    Fischer hat Charisma - aber die Außenpolitik wird ganz woanders gemacht, nämlich im Auswärtigen Amt und den Botschaften... OK - nun zur CDU/CSU:
    [...]
    Wenn man die "alten Zeiten" wiederhaben möchte, sollte man sie auf jeden Fall wählen. Ob da vielleicht kleine Paralleleln zu erkennen sind?
    Ob vielleicht die beiden großen Parteien mal langsam erkennen
    sollten, dass eine Regierung auf gewisse wirtschaftliche
    Faktoren so gut wie keinen Einfluss nehmen kann, weil diese
    (zumindest zum Teil) abhängig vom Weltmarkt sind?
    Es sollte sich die Waage halten. Wenn die Regierung keinen Einfluss auf die Wirtschaft nehmen könnte, dann wäre hier ganz schön was los. Gleichzeitig darf die Einflussnahme nicht totalitär sein - von beiden Seiten. Tja - dann bleiben noch die kleineren Parteien:
    Immer wieder für eine Alternative gut, meine ich. Sie sind das Salz in der Suppe ;-) FDP: Wie diese Partei auftritt, gefällt mir! Ehrlich!! Diese
    "junge Energie" hat etwas! Nur: Was zum Teufel wollt Ihr
    eigentlich (ich meine jetzt nicht die 18 %)? Habt Ihr ein
    Wahlprogramm mit POLITISCHEN Themen? Wenn ja: Warum macht Ihr
    das nicht publik?
    Lies es Dir doch selber durch: http://www.fdp.de/portal/pdf/Buergerprogramm2002i.pdf Grüne: Wie gesagt: Ich halte Joschka Fischer für einen
    exzellenten Außenminister! Ich halte allerdings auch einen
    Herrn Genscher für einen fantastischen Ex-Außenminister (mal
    unbeachtet der Wende, die ihn natürlich zur geschichtlich
    wichtigen Figur macht). Aber ansonsten vermisse ich bei den
    Grünen eine einzige Sache: ALLES! Da gab es mal diesen Begriff
    Wendehals... Wo sind die einstigen politischen Grundsatzziele
    wie Gewaltlosigkeit geblieben? Mensch, das waren GRUNDSÄTZE!!!
    (ob man die bedingungslos gut finden muss ist eine andere
    Frage...)
    Tja, da haben sich einige ganz schön verkauft. Dieser Eindruck hat sich nicht nur Dir aufgedrängt. Aber mal ehrlich: Dass ihre hehren Ziele weit weg von der Realität waren - das haben wir doch alle längst gewusst, oder? Verwundert es da, dass sie auf dem gleichen Boden gelandet sind, wie alle anderen auch, nämlich auf dem der politischen Realität??? Die Schill Partei (wird ja wohl antreten?!): Im Leben nicht!
    Wenn ich rechte Sch...e haben will, gibt es die DVU, NPD,
    REP... (das , was nun mal halt kein "normaler" Mensch braucht)
    Manche anscheinend schon. Schill würde ich jedoch nicht allzu weit rechts einordnen. Nach wie vor... Leider hat er so ganz und gar kein Programm. Wer so etwas nicht auf die Beine bekommt, den sollte man grundsätzlich nicht wählen. Denn wer weiß, was dann wirklich kommen würde? Und Vis a vis: Gregor Gysi und seine Mannen Und Frauen (die
    mit den geistigen Schäden). Ich finde sie ja ganz niedlich,
    aber wählen kann man PDS doch nicht wirklich, oder? OK -
    Gregor Gysi genießt bei mir gewisse Sympathien - aber
    politich...neee
    Wenn man ein Gegner der Demokratie ist, wieder staatliche Wirtschaftsmacht möchte: Doch! Da gibt es erschreckend viele, die sich in dieser gestrigen Partei wiederfinden. Sie ist ein ernstzunehmender Gegner. Fazit: Ich werde wählen (sonst kann ich mich ja anschließend
    net aufregen), aber ich habe noch einen langen Kampf vor mir!
    Da wünsch ich Dir viel Einsichten ;-)
    Viele Grüße
    Jana (die FDP wählen wird)



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