Altersdemenz bei Angela Merkel?

Von: , Frage gestellt am Sa, 29. Mär 2003
Tach!

Mittlerweile frage ich mich allen Ernstes, ob bei Angela Merkel die Altersdemenz eingesetzt hat.

Da verbricht sie eine Haltung zur US-amerikanischen Regierung und zum George-Dabbelju-Bush-Privatkrieg, die selbst bei CDU/CSU-Mitgliedern nur noch Kopfschütteln auslöst. Und jetzt kommt sie mit dem Vorschlag, alle Kinderlosen zukünftig die Rente zu kürzen.

Man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen:
Wer keine Kinder hat, darf zwar den vollen Betrag in die Rentenkasse einzahlen, bekommt aber deutlich weniger raus als Einzahler mit Kindern. Oder zahlt wesentlich mehr ein, um die gleiche Summe wie ein Mensch mit Kindern herauszubekommen. Denn Erziehungsarbeit soll sich laut Merkel mehr als deutlich in den Rentenbeiträgen bemerkbar machen.

Gut, sage ich. Wirklich gut durchdacht, Frau Merkel - wenn ich davon ausgehe, dass die Demenz bereits fortgeschritten ist. Wirklich schlecht durchdacht, wenn die Dame noch über alle fünf Sinne und einen klaren Verstand verfügt.

Denn man stelle sich vor:

Das Ehepaar, dessen drei Kinder bei einem Autounfall, bei einem Hausbrand, bei einer Flutkatastrophe im zarten Alter von 10, 8 und 5 Jahren ums Leben kommen. Das Mitleid von Frau Merkel ist den trauernden Eltern gewiss, ebenso die von ihr veranlassten Rentenabzüge mit 65 als zusätzliche Strafe für den Schicksalsschlag in frühen Jahren.

Die Paare, die vom Gynäkologen oder Andrologen schriftlich nachgewiesen bekommen, dass sie an Kinderkriegen (oder besser: -machen) nicht zu denken brauchen, weil da was gesundheitlich nicht stimmt. Da liegen zwei Menschen am Boden, und Frau Merkel tritt nach. Im Sport gibt es für so etwas Platzverweis und Verbandsstrafe.

Was ist mit dem nicht gerade unerheblichen Bevölkerungsanteil, der aus Veranlagung (und gewisser Rechtsprechung) kaum eine Möglichkeit hat, ein oder mehrere Kinder aufzuziehen? Lesben mögen sich noch durch eine künstlich herbeigeführte Schwangerschaft aus dem Dilemma der verknappten Rente retten können. Aber was ist mit ihren männlichen Gegenparts? Die Erfahrungen zeigen, dass schwule Männer kaum eine Chance haben, Kinder zu adoptieren. Will Frau Merkel wirklich Sippenhaftung aufgrund einer naturgegebenen Veranlagung?

Was ist mit jenen Menschen, die aus welchen Gründen auch immer in der zeugungs-/gebärfähigen Periode des Lebens einfach nicht den richtigen Partner finden? Heißt es ab 35 plötzlich "Fuck For Rente"?

Und wie stellt sich die Lage für all jene Elternteile dar, die zwar ein Kind haben, dafür auch 18 oder mehr Jahre lang monatlich ihre Alimente zahlen, aber aufgrund des deutschen Eltern- und Scheidungsrechtes keinen oder einen nur sehr reduzierten Umgang mit ihren Kindern genehmigt bekommen? Kind gezeugt, Kind bezahlt, und trotzdem gekürzte Rente?

Nein, werden die Befürworter des Merkelschen Vorschlages laut rufen, das darf natürlich nicht sein.

Wer seine Kinder verliert, der darf nicht auch noch bestraft werden. Dafür muss es Ausnahmeregelungen geben.

Wer keine Kinder bekommen kann, darf nicht auch noch bestraft werden. Noch eine Ausnahmeregelung.

Schwule und Lesben müssen sowieso ausgenommen werden, das wäre ja eine Diskriminierung und somit ein Verstoß gegen das Grundgesetz und die Menschenrechte. Und noch eine Ausnahmeregelung.

Wer ein Kind in die Welt gesetzt und dafür gezahlt hat, aber keine Erziehungsarbeit leisten konnte, muss natürlich auch in den Genuss seiner vollen Rente kommen. Noch eine Ausnahme.

Vergewaltigte Frauen, die ihr Kind nach der Geburt weggeben, danach aber zu keiner Beziehung mit einem Mann fähig sind und daher kinderlos bleiben, bekommen ebenfalls eine Ausnahmeregelung.

Und eine Ausnahmeregelung gilt natürlich auch für Paare, die eine ausreichende Anzahl von abschlägig beschiedenen Adoptionsversuchen nachweisen können.

Eine einfache, kleine Forderung von Frau Merkel, und wir bekommen eine Rentenberechnungsregelung, gegen die das deutsche Steuerrecht eine einfach Übung ist (ach ja, ich vergaß: für kinderlose Beamte gelten diese Regelungen natürlich auch nicht. Die Altersbezüge von Beamte werden bei solchen Vorschlägen grundsätzlich ausgeklammert. Denn kinderlose Beamte haben sich ihr ganzes Berufsleben für den Staat aufgerieben. Da wird Frau Merkel doch nicht zur Bestrafung greifen wollen).

Ein Nebeneffekt: Wenn Schwule und Lesben wegen ihrer Veranlagung ausgenommen werden, sind dann nicht plötzlich alle heterosexuellen kinderlosen Menschen in der Diskriminierung gelandet? Hey, guck mal, keine Kinder und dann noch nicht mal schwul!

Ich kann wirklich nur inständig beten, dass Angela Merkel bei diesem Thema unter fortschreitender Altersdemenz leidet. Denn wenn das nicht der Fall ist - und ich befürchte, es ist so -, dann wird mir angst und bange, wenn ich mir vorstelle, diese Frau regiert das Land ab dem Jahre 2006.

Grüße
Heinrich

26 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von (abgemeldet) nach 7 Stunden hilfreich
    Re: Altersdemenz bei Angela Merkel?
    Tach auch.
    Ich war auch zuerst schockiert also ich das "gemerkel" hörte.
    Dan musste ich mir sagen lassen, das da zumindest eine innere Logik erkennbar ist.
    Die Logik heist:
    Die Kinder der begünstigten Eltern zahlen später in die Rentenversicherung ein.
    Es ist zwar überhaupt nicht sicher das das so sein wird, aber es ist doch immerhin möglich.
    Insofern, kann man sagen, dass es wahrscheinlich ist, das deren Kinder der Rente helfen - oder nicht ?
    Merkels Konsequenz: Kinderreiche Familie = Gut für Rente
    Ergo: Belohnung.

    Ob das allerdings ein vernünftiger Ansatz ist.... ich bin skeptisch... schon nur weil er von (?) der Merkel kommt ... *halbscherz*

    Gruß Baddi
    Angela Merkel´s Klo
    Passend zu diesem Artikel haben wir auf MyVideo das Video "Angela Merkel´s Klo" gefunden.

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    • Antwort von nach 9 Stunden hilfreich
      Re^2: Altersdemenz bei Angela Merkel?
      hallo Baddi, hallo alle,

      ich höre immer: "der Staat braucht Kinder!"
      Das ist gänzlich falsch. Das wäre das gleiche als wenn der Lottospieler sagt er bracht Bleistifte.
      Nein, der Staat braucht Geld!
      Und das Geld bekommt er nicht von Kindern, sondern von Steuerzahlern. Steuerzahler sind Verdiener, Verdiener haben Arbeit!
      Doch z.Zt. bumsen die Deutschen auf Halde.
      Wir haben immer mehr Arbeitslose, ja, wir importieren sie sogar noch!
      Also ist eine Belohnung für´s Kinderkriegen kontraproduktiv!
      Es wäre besser, wenn das deutsche Steuerrecht und andere Arbeitsbehinderungen reformiert würde. Wenn dann Vollbeschäftigung herrscht, regelt sich der Kindersegen von alleine. Die Rentenkassen sind dann voll.
      Grüße
      Raimund
  2. Antwort von nach 8 Stunden hilfreich
    nur die logische Konsequenz
    Hallo,

    wo ist Dein Problem? der Stadt will Kinder und aufgrund der derzeitigen Systeme braucht er auch Kinder. Ob finanzielle Anreize hilfreich sind, sei dahingestellt.

    Der Staat fördert Kinder (Kindergeld etc.). Das stellst Du nicht infrage. Warum ist das hingegen ein Problem, wenn er Kinderlose bestraft? In dem Augenblick, wo Du Kindergeld akzepierst, mußt Du auch das negative Kindergeld akzeptieren.

    Du beklagst die Ungerechtigkeit gegenüber Unfruchtbaren u.ä. Was ist mit denen, die grottenhäßlich auf die Welt kommen und keinen Partner finden? Was ist mit denen, deren Partner stirbt und die auf einmal wieder in der fiesesten Steuerklasse besteuert werden?

    Dein Artikel sagt mir, daß da wieder jemand fürchtet, zur Kasse gebeten zu werden. Schlüssig ist Deine Arguementation allemal nicht.

    Gruß
    Christian
    • Antwort von nach 8 Stunden hilfreich
      was ne Logik *grins*
      Hallo Chris,

      so unlogisch finde ich die Argumentation des vorhrigen Posters gar nicht. wo ist Dein Problem? der Stadt will Kinder und aufgrund der
      derzeitigen Systeme braucht er auch Kinder. Ob finanzielle
      Anreize hilfreich sind, sei dahingestellt.
      Ich möchte behaupten, solche Art von Anreizen helfen nicht wirklich. Aber ich denke, dass siehst du ähnlich. Der Staat fördert Kinder (Kindergeld etc.). Das stellst Du
      nicht infrage. Warum ist das hingegen ein Problem, wenn er
      Kinderlose bestraft? In dem Augenblick, wo Du Kindergeld
      akzepierst, mußt Du auch das negative Kindergeld akzeptieren.
      Nein, wieso? Das eine ist eine Förderung der Kinder, nicht der Eltern. Das andere ist eine Bestrafung der Nicht-Eltern. Ein signifikanter Unterschied, auch rechtlich - das eine ist eine Versicherungsleistung, das andere sozusagen eine "staatliche Subvention". (Kindergeld bekommt auch nur der Elternteil, der für den Unterhalt der Kinder sorgt und nicht der, der das nicht tut.) Man muss also gar nicht automatisch das eine akzeptieren, wenn man das andere ok findet.

      Für mich kommt bei dieser Rentenidee von Frau Merkel noch ein andere Punkt hinzu: Kinder in die Welt zu setzen ist ja noch keine Qualität ansich, die ich belohnen muss. Beispiel: Ich wohne in einem Stadtteil mit fast 20 Prozent Arbeitslosigkeit, das Bildungsniveau ist extrem niedrig, die meisten (auch deutschen) Kinder können - im Schulalter angelangt - kaum ordentlich Deutsch sprechen. Was meinst du, wieviele dieser Kinder mal in unser tolles Rentensystem einzahlen werden und wie viele ohne Ausbildung sein werden und uns bald sowieso viel früher auf der Tasche liegen werden? Warum soll ich sowas nach dem Gießkannensystem belohnen? Kann eigentlich nicht im Sinne des erfinders (Frau Merkel) sein, unser Rentensystem hat davon nämlich nix.

      Der erste Poster hat nur einige Beispiele genannt, wo das noch zu haarsträubenden Situationen führen kann. Du beklagst die Ungerechtigkeit gegenüber Unfruchtbaren u.ä.
      Was ist mit denen, die grottenhäßlich auf die Welt kommen und
      keinen Partner finden? Was ist mit denen, deren Partner stirbt
      und die auf einmal wieder in der fiesesten Steuerklasse
      besteuert werden?
      Die Welt ist schelcht, das war aber nicht das Thema:-), Thema war Merkels tolle Idee, das Rentensystem gerechter zu machen:-).
      Ist ja grundsätzlich gut, dass sich da mal jemand Gedanken macht, das war aber wohl nix, meine auch ich,

      grüße,

      barbara
      • Antwort von (abgemeldet) nach 10 Stunden hilfreich
        jo, wa ? *mitgrins*
        Hallo Babs, Für mich kommt bei dieser Rentenidee von Frau Merkel noch ein
        andere Punkt hinzu: Kinder in die Welt zu setzen ist ja noch
        keine Qualität ansich, die ich belohnen muss. Beispiel: Ich
        wohne in einem Stadtteil mit fast 20 Prozent Arbeitslosigkeit,
        das Bildungsniveau ist extrem niedrig, die meisten (auch
        deutschen) Kinder können - im Schulalter angelangt - kaum
        ordentlich Deutsch sprechen. Was meinst du, wieviele dieser
        Kinder mal in unser tolles Rentensystem einzahlen werden und
        wie viele ohne Ausbildung sein werden und uns bald sowieso
        viel früher auf der Tasche liegen werden? Warum soll ich sowas
        nach dem Gießkannensystem belohnen? Kann eigentlich nicht im
        Sinne des erfinders (Frau Merkel) sein, unser Rentensystem hat
        davon nämlich nix.
        Wir können ja parallel dazu einführen, dass all jenen Leuten die Rente gekürzt wird, deren Kinder arbeitslos sind oder aus anderen Gründen nicht in die Sozialversicherungen einzahlen sondern sogar aus diesen Leistungen beziehen. Dann wär ich auch für Merkels Vorschlag :-)

        Gruss
        Marion
        • Antwort von (abgemeldet) nach 10 Stunden hilfreich
          Genau ! Wenn schon richtig ;)
          Wir können ja parallel dazu einführen, dass all jenen Leuten
          die Rente gekürzt wird, deren Kinder arbeitslos sind oder aus
          anderen Gründen nicht in die Sozialversicherungen einzahlen
          sondern sogar aus diesen Leistungen beziehen. Dann wär ich
          auch für Merkels Vorschlag :-)
          Eben !
          Andererseits, wie willst du sonst Regulierungen starten ?

          Irgenwie muss man doch mal anfangen.

          Gruß Baddi
          • Antwort von (abgemeldet) nach 11 Stunden hilfreich
            Abschaffung des 'Hausfrauenmodells'
            Hallo Baddi, Andererseits, wie willst du sonst Regulierungen starten ?

            Irgenwie muss man doch mal anfangen.
            Ich bin für eine völlig Abschaffung des Hausfrauenmodells bei kinderlosen Ehepaaren. Dies schließt die kostenlose Kranken(mit)versicherung, das Ehegattensplitten, als auch Dinge wie u.U. jahrzehntelange Witwenrente ein ohne je selbst einen Pfennig eingezahlt zu haben.

            Es kann doch nicht angehen, dass andere Steuerzahler und Einzahler in die Sozialversicherungssysteme irgend welchen Leuten die Haushälterin finanzieren.

            Im Gegenzug sollte dann allerdings auch der Unterhaltszwang z.B. nach einer Scheidung wegfallen und auch verheiratet Frauen einen eigenen Anspruch z.B. auf Sozialhilfe haben, unabhängig davon, wieviel der Ehemann verdient.

            Gruss
            Marion
            • Antwort von (abgemeldet) nach 11 Stunden hilfreich
              wenn abschaffen, dann richtig
              und gleich kinderlose Paare kompostieren und asolche, deren Kinder eh nur zu Assis mutieren werden.
              Da das den Großteil der Bevölkerung betreffend wird, sollte man diese auch gleich mit kompostieren - bleibt Geld pur übrig!!!!

              Oder nicht?

              Gruß
              Frank
            • Antwort von (abgemeldet) nach 12 Stunden hilfreich
              Re: wenn abschaffen, dann richtig
              und gleich kinderlose Paare kompostieren und asolche, deren
              Kinder eh nur zu Assis mutieren werden.
              Da das den Großteil der Bevölkerung betreffend wird, sollte
              man diese auch gleich mit kompostieren - bleibt Geld pur
              übrig!!!!

              Oder nicht?
              Und den Kompost verkaufen wir nach Ostdeutschland ?

              tolle Idee.
              M.


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