Wahlschlappe in Sachsen:

Von: , Frage gestellt am So, 19. Sep 1999

Hatte Schröder nicht verstanden ???

27 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 3 Stunden hilfreich
    Re: Wahlschlappe in Sachsen:

    Das Ergebnis wird aber auch Schäuble nicht passen. Biedenkopf mit absoluter Mehrheit ohne nennenswerte Verluste! Brrr! :-)

    UND KEINE RECHTSEXTREMEN !!!

    Hach, die Sachsen sind halt spätestens seit August dem Starken ein Kulturvolk.

    ralph

    • Antwort von nach 13 Stunden hilfreich
      Re^2: Wahlschlappe in Sachsen:

      UND KEINE RECHTSEXTREMEN !!!
      So sehr ich Deine Freude darüber teile, so sehr blutet mir mein Herz, wenn die älteste existierende demokratische Partei Deutschlands auf eine Niveau fällt, das ihr den Namen Volspartei nimmt.
      Und in mir steigt Wut hoch, wenn die selbe Partei, die unter anderem Namen die ganze Sch... verbockt hat, doppelt so stark wird.

      Nein, diese Wahl ist kein Grund für grenzenlose Freude!

      Andreas

      • Antwort von nach 18 Stunden hilfreich
        Re^3: Wahlschlappe in Sachsen:

        Hi Andreas !! UND KEINE RECHTSEXTREMEN !!!
        So sehr ich Deine Freude darüber teile,
        so sehr blutet mir mein Herz, wenn die
        älteste existierende demokratische Partei
        Deutschlands auf eine Niveau fällt, das
        ihr den Namen Volspartei nimmt.
        Und in mir steigt Wut hoch, wenn die
        selbe Partei, die unter anderem Namen die
        ganze Sch... verbockt hat, doppelt so
        stark wird.

        Nein, diese Wahl ist kein Grund für
        grenzenlose Freude!
        Nein, das ist es wirklich nicht. Man erinnere sich, was aus kleinen, extremen Parteien werden kann !!

        Gruß,

        Mathias

        • Antwort von nach einem Tag hilfreich
          Re^4: Wahlschlappe in Sachsen:

          Hello Mathias,

          Du sagt es !

          Und wie aufhalten ? wie kontrollieren ?

          Das wird ja noch ne ganz heisse deutsche NR., oder ?

          Eigentlich hiesse es dazu : wehret den Anfaengen; aber wie konkret hier tun ???

          Tschau
          Tom [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

          • Antwort von nach einem Tag hilfreich
            Re^5: Wahlschlappe in Sachsen:

            Hi Tom !! Hello Mathias,

            Du sagt es !

            Und wie aufhalten ? wie kontrollieren ?

            Das wird ja noch ne ganz heisse deutsche
            NR., oder ?

            Eigentlich hiesse es dazu : wehret den
            Anfaengen; aber wie konkret hier tun ???
            Das wäre gar nicht so schwierig gewesen.
            Gerade zu Beginn der neuen BRD hätte man im Osten, schon in den unteren Schulklassen, mehr auf demokratische Bildung setzen müssen. Auch bei den etwas Älteren in der Ausbildung hätte das sicher nicht geschadet. Ein Defizit diesbezgl. war und ist nun zweifelsfrei zu erkennen.
            Jetzt wird es natürlich schwieriger, noch etwas zu ändern, denn langsam macht sich m.E. so etwas wie eine politische Ostalgiewelle breit.
            Man sieht langsam, daß die großen Versprechen nicht eingehalten wurden und meckert. Daß diese Versprechungen gar nicht einhaltbar waren, ist dabei unwichtig, den der DDR-Bürger glaubt, was ihm von oben gesagt wird, und wenn das dann mal nicht eintritt, ist er total irritiert.

            Nun ist Schröder gefragt, solide Wirtschaftspolitik zusammen mit Eichel zu machen, um den hohen Standard des Landes zu halten und den bekannten Problemen endlich entgegenzutreten anstatt sie nur zu politisieren.

            Dann können auch langfristige Programme lanciert werden, da bei solider Politik und meßbaren Ergebnissen nichts gegen eine Wiederwahl spricht.

            Ich baue auf Eichel und die geringe Bürgerzahl und Wahlbeteiligung im Osten der Republik ! Die werden es, das haben die jüngsten LTWs gezeigt, so schnell nicht lernen.

            Gruß,

            Mathias
            Tschau
            Tom Hi Andreas !! UND KEINE RECHTSEXTREMEN !!!
            So sehr ich Deine Freude darüber teile,
            so sehr blutet mir mein Herz, wenn die
            älteste existierende demokratische Partei
            Deutschlands auf eine Niveau fällt, das
            ihr den Namen Volspartei nimmt.
            Und in mir steigt Wut hoch, wenn die
            selbe Partei, die unter anderem Namen die
            ganze Sch... verbockt hat, doppelt so
            stark wird.

            Nein, diese Wahl ist kein Grund für
            grenzenlose Freude!
            Nein, das ist es wirklich nicht. Man
            erinnere sich, was aus kleinen, extremen
            Parteien werden kann !!

            Gruß,

            Mathias

            • Antwort von nach einem Tag hilfreich
              Re^6: Wahlschlappe in Sachsen:

              Hallo Mathias, Ich baue auf Eichel und die geringe
              Bürgerzahl und Wahlbeteiligung im Osten
              der Republik ! Die werden es, das haben
              die jüngsten LTWs gezeigt, so schnell
              nicht lernen.
              mal wieder fein am Verallgemeinern? ;-) Nun ja, letztendlich geben Dir die Zahlen recht. Ich verstehe es übrigens auch nicht, wie so viele sich so entscheiden konnten. Ich glaube aber, im Osten gibt es eher nicht den typischen CDU- oder SPD-Wähler wie im Westen, der seiner Linie weitestgehend treu bleibt. Hier ist mehr Bewegung im Spiel, die Wähler entscheiden sich von Wahl zu Wahl neu.

              Was das Einbrechen der SPD in Sachsen betrifft, ist das eher nicht Schröder anzulasten. Vergleiche mal Biedenkopfs Ausstrahlung mit der von Karl-Heinz Kunckel. Wer? Der SPD-Chef von Sachsen (inzwischen zurückgetreten bzw. Rücktritt angekündigt) Die Wahl in Sachsen war in erster Linie eine reine Personenwahl und zu einem leider nicht unerheblichen Teil eine Protestwahl.

              Tschüssi
              Cora

            • Antwort von nach 2 Tagen hilfreich
              Re^7: Wahlschlappe in Sachsen:

              Hallo Mathias, Ich baue auf Eichel und die geringe
              Bürgerzahl und Wahlbeteiligung im Osten
              der Republik ! Die werden es, das haben
              die jüngsten LTWs gezeigt, so schnell
              nicht lernen.
              mal wieder fein am Verallgemeinern? ;-)
              Nun ja, letztendlich geben Dir die Zahlen
              recht.
              So sieht es wohl aus. Allerdings verallgemeinere ich hier ab und an auch ganz gerne, um zu provozieren. Manche Leute sind sonst so schüchtern... Ich verstehe es übrigens auch
              nicht, wie so viele sich so entscheiden
              konnten. Ich glaube aber, im Osten gibt
              es eher nicht den typischen CDU- oder
              SPD-Wähler wie im Westen, der seiner
              Linie weitestgehend treu bleibt. Hier ist
              mehr Bewegung im Spiel, die Wähler
              entscheiden sich von Wahl zu Wahl neu.
              Ja, da wie gesagt die demokratische Sensibilität fehlt. Da kann man nichts machen außer warten und hoffen.
              Was das Einbrechen der SPD in Sachsen
              betrifft, ist das eher nicht Schröder
              anzulasten. Vergleiche mal Biedenkopfs
              Ausstrahlung mit der von Karl-Heinz
              Kunckel. Wer? Der SPD-Chef von Sachsen
              (inzwischen zurückgetreten bzw. Rücktritt
              angekündigt) Die Wahl in Sachsen war in
              erster Linie eine reine Personenwahl und
              zu einem leider nicht unerheblichen Teil
              eine Protestwahl.
              Das würde ich anders herum sehen. Ich denke, daß das Wählerverhalten zum größten Teil als Protest an der Bundesregierung zu deuten ist und lediglich ein gewisser Teil auf Biedenkopf zurückzuführen ist. Allerdings hätte ich hierzu gerne mal eine empirische Erhebung gesehen. Weißt Du, wo man so etwas foinden kann ?

              Ciao,

              Mathias

            • Antwort von nach 2 Tagen hilfreich
              Re^8: Wahlschlappe in Sachsen:

              Hallo Mathias, Das würde ich anders herum sehen. Ich
              denke, daß das Wählerverhalten zum
              größten Teil als Protest an der
              Bundesregierung zu deuten ist und
              lediglich ein gewisser Teil auf
              Biedenkopf zurückzuführen ist. Allerdings
              hätte ich hierzu gerne mal eine
              empirische Erhebung gesehen. Weißt Du, wo
              man so etwas foinden kann ?
              willst Du wissen, was die CDU dazu meint? (Gefunden irgendwo auf http://www.lvz-online.de , der Online-Ausgabe der Leipziger Volkszeitung)

              „...Überraschend erhielt Kunckel gestern Rückendeckung vom Kabinett Biedenkopf. Die CDU-Regierung erklärte, der SPD-Spitzenkandidat sei bei seinem Anti-PDS-Kurs von den Genossen in der Bundesregierung und in den anderen Ost-Ländern im Stich gelassen worden. Damit seien unentschlossene Wähler indirekt zur PDS-Wahl ermutigt worden. Biedenkopf erklärte für die CDU: "Es gibt mit der PDS keine Kompromisse." Ganz verwegene Christdemokraten überlegen schon, ob es möglich ist, im Landtag mit Hilfe der SPD eine Zwei-Drittel-Strategie gegen die SED-Nachfolger zu fahren, um deren Wirkung einzuschränken."

              Ich kann mal schauen, ob ich noch mehr in dieser Richtung finde. Die Online-LVZ ist da aber nicht sehr ergiebig, da muß ich mal tatsächlich die Zeitung wälzen.

              Genaue Zahlen kenne ich nicht (kann ich aber raussuchen), aber schon bei den letzten Landtagswahlen hatte die SPD in Sachsen ein bundesweit ziemlich schlechtes Ergebnis. Und das lag damals eindeutig an den Personen Biedenkopf - Kunckel - bzw. dem Bild, was sich die Menschen davon gemacht haben. Biedenkopf galt und gilt als sehr fähiger Mann, der nicht unbedingt mit Kohls Kurs einverstanden war. So konnte man CDU wählen und gerade dadurch seinen Protest gegen die Bundesregierung kundtun ;-) Eine sehr abstruse Logik, ich weiß.

              Aber jetzt war für die SPD die Unzufriedenheit mit dem Kurs der sozialdemokratischen Bundesregierung nur noch das Pünktchen auf dem i. Auch ziemlich unclever von der SPD, den schon einmal unterlegenen Kandidaten unter diesen Bedingungen noch mal ins Rennen zu schicken. Logisch wäre dann allerdings, wenn die CDU 80 % geholt hätte... (Ich weiß, was Du jetzt wieder schreiben willst, schreibs einfach mal nicht ;-))

              Ich kann Dir aber mal erzählen, was ich bei der ersten OBM-Wahl nach der Wende mitbekommen habe. Ein älteres Ehepaar las am Samstag vor der Wahl vor mir in der Schlange an der Supermarkt-Kasse die Bild-Zeitung, und meinte, der Hinrich Lehmann-Grube ist zwar in der SPD, aber er kommt aus dem Westen, da müsse man ihn doch wählen! Bestätigt jetzt alle Deine Klischees, nicht wahr? ;-) Diesen West-Bonus hatte irgendwann Kurt Biedenkopf, wobei die Überzeugtheit von seiner persönlichen Integrität noch hinzukam. Und nun haben wir „König Kurt", unzufrieden mit ihm ist eigentlich niemand - da wird er eben wieder gewählt.

              Anfänglich West-Bonus, nun vermehrt Ostalgie-Welle. Die anfängliche Euphorie allem gegenüber, was aus dem Westen kam, ist nun eher ins Gegenteil umgeschlagen, und so kommt die PDS zu ihren Stimmen.

              Tschüssi
              Cora

            • Antwort von nach 2 Tagen hilfreich
              Re^9: Wahlschlappe in Sachsen:

              Hi Cora ! Das würde ich anders herum sehen. Ich
              denke, daß das Wählerverhalten zum
              größten Teil als Protest an der
              Bundesregierung zu deuten ist und
              lediglich ein gewisser Teil auf
              Biedenkopf zurückzuführen ist. Allerdings
              hätte ich hierzu gerne mal eine
              empirische Erhebung gesehen. Weißt Du, wo
              man so etwas foinden kann ?
              willst Du wissen, was die CDU dazu meint?
              (Gefunden irgendwo auf
              http://www.lvz-online.de , der
              Online-Ausgabe der Leipziger
              Volkszeitung)

              „...Überraschend erhielt Kunckel gestern
              Rückendeckung vom Kabinett Biedenkopf.
              Die CDU-Regierung erklärte, der
              SPD-Spitzenkandidat sei bei seinem
              Anti-PDS-Kurs von den Genossen in der
              Bundesregierung und in den anderen
              Ost-Ländern im Stich gelassen worden.
              Damit seien unentschlossene Wähler
              indirekt zur PDS-Wahl ermutigt worden.
              Biedenkopf erklärte für die CDU: "Es gibt
              mit der PDS keine Kompromisse." Ganz
              verwegene Christdemokraten überlegen
              schon, ob es möglich ist, im Landtag mit
              Hilfe der SPD eine Zwei-Drittel-Strategie
              gegen die SED-Nachfolger zu fahren, um
              deren Wirkung einzuschränken."
              Das wäre ien tolle Sache.
              Ich kann mal schauen, ob ich noch mehr in
              dieser Richtung finde. Die Online-LVZ ist
              da aber nicht sehr ergiebig, da muß ich
              mal tatsächlich die Zeitung wälzen.
              Das wäre wirklich super von Dir !
              Bin wirklich sehr interessiert an dieser Entwicklung, da sie in einem starken Bundesland stattfindet und somit recht aussagekräftig ist.
              Genaue Zahlen kenne ich nicht (kann ich
              aber raussuchen), aber schon bei den
              letzten Landtagswahlen hatte die SPD in
              Sachsen ein bundesweit ziemlich
              schlechtes Ergebnis. Und das lag damals
              eindeutig an den Personen Biedenkopf -
              Kunckel - bzw. dem Bild, was sich die
              Menschen davon gemacht haben. Biedenkopf
              galt und gilt als sehr fähiger Mann, der
              nicht unbedingt mit Kohls Kurs
              einverstanden war. So konnte man CDU
              wählen und gerade dadurch seinen Protest
              gegen die Bundesregierung kundtun ;-)
              Eine sehr abstruse Logik, ich weiß.
              Schon o.k. Ich denke, ich habe es gecheckt.
              Aber jetzt war für die SPD die
              Unzufriedenheit mit dem Kurs der
              sozialdemokratischen Bundesregierung nur
              noch das Pünktchen auf dem i. Auch
              ziemlich unclever von der SPD, den schon
              einmal unterlegenen Kandidaten unter
              diesen Bedingungen noch mal ins Rennen zu
              schicken. Logisch wäre dann allerdings,
              wenn die CDU 80 % geholt hätte... (Ich
              weiß, was Du jetzt wieder schreiben
              willst, schreibs einfach mal nicht ;-))
              Na gut.
              Ich kann Dir aber mal erzählen, was ich
              bei der ersten OBM-Wahl nach der Wende
              mitbekommen habe. Ein älteres Ehepaar las
              am Samstag vor der Wahl vor mir in der
              Schlange an der Supermarkt-Kasse
              Gibt es die Schlangen bei Euch immer noch ?? :-))))) die
              Bild-Zeitung, und meinte, der Hinrich
              Lehmann-Grube ist zwar in der SPD, aber
              er kommt aus dem Westen, da müsse man ihn
              doch wählen! Bestätigt jetzt alle Deine
              Klischees, nicht wahr? ;-)
              Ist ja klar. Alles was im Osten in der Politik ist, war eh bei Stasi oder SED, oder ? Diesen
              West-Bonus hatte irgendwann Kurt
              Biedenkopf, wobei die Überzeugtheit von
              seiner persönlichen Integrität noch
              hinzukam. Und nun haben wir „König Kurt",
              unzufrieden mit ihm ist eigentlich
              niemand - da wird er eben wieder gewählt.
              Ich ziehe den Hut vor Biedenkopf bzgl. der EU-Affäre um VW ! Da war er großartig.
              Den würde ich auch wählen.
              Anfänglich West-Bonus, nun vermehrt
              Ostalgie-Welle. Die anfängliche Euphorie
              allem gegenüber, was aus dem Westen kam,
              ist nun eher ins Gegenteil umgeschlagen,
              und so kommt die PDS zu ihren Stimmen.
              Kann manchen Leuten halt nicht schnell genug gehen. Aber daß man im Westen langsam der Meinung ist, die Solidaritätsbeiträge sollten dann halt auch eingestellt werden, wenn die Sympathiebeiträge aus dem Osten fernbleiben, muß man dann halt auch vertsehen, gelle !?

              Gruß in den wilden Osten,

              Mathias (der ab und an auch fast im Osten lebt)



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