Antwort von
nach 12 Stunden
hilfreich
Re: Lastenverteilung
Hi!
Anders formuliert: Derzeit liegt das finanzielle Risiko für
Krankheit des Arbeitnehmers ausschließlich beim Arbeitgeber,
während der einzige, der überhaupt Einfluß auf die Gesundheit
des AN hat, der AN selber ist.
Der AN kann sich also auf Holzbrettern senkrechte Abhänge und
mit Gummiseilen an den Füßen von Brücken herunterstürzen, er
kann ohne Impfung durch den Dschungel tigern oder bei Regen,
Sturm und drei Grad Außentemperatur im T-Shirt durch die Lande
laufen: Das finanzielle Risiko trägt der Arbeitgeber.
Korrekt!
Man kann aber auch im Büro jemandem gegenüber sitzen, der sich die Lunge aus dem Leib hustet, als ob er offene Tuberkulose hat, und nur deshalb nicht zuhause bleibt, weil er seinen Urlaub retten will.
Man kann nach einem Besuch beim Arzt die Diagnose bekommen, in den eigenen Bronchien befinden feinste Asbestspuren, weil man zwanzig Jahre lang in einem asbestverseuchten Bürogebäude gearbeitet hat.
Man kann aber auch bei einem Chemieunternehmen arbeiten, wo mal wieder irgend ein Ventil undicht ist und man kräftig Chemikalien einatmet oder sich großflächig die Haut verätzt.
Man kann auch blutüberströmt am Steuer eine Busses sitzen, in den gerade ein Pkw geknallt ist, und darauf hoffen, dass einen die Feuerwehr aus dem Trümmerhaufen schneidet.
Man kann auch auf dem Bau arbeiten, wo einem eine Fuhre Steine auf die Schulter kracht, ein Balken das Knie zerschmettert, man in eine schlecht gesicherte Baugrube stürzt.
All das kann passieren. Und weil man dann vom Arzt einen zeitlich begrenzte Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bekommt, zieht die Personalabteilung ordentlich Urlaub ab.
Recht so, sage ich! Wer arbeitet, kommt in Kontakt mit anderen Menschen. Und Menschen machen nun mal Fehler oder tragen irgendwelche Krankheitskeime in sich, die sie großzügig im Betrieb verteilen (nichts geht über eine ordentliche Salmonellenvergiftung in der Kantine! Wenn die halbe belegschaft flach liegt, kann das Unternehmen ordentlich Urlaubstage streichen - was für ein Einsparungspotential. Wenn McKisney das erst mal spitz kriegt!).
Kurzum: Wer sich ansteckt oder einen Arbeitsunfall erleidet, der muss zusätzlich bestraft werden.
Das Handwerksmensch hat absolut Recht! (Hat jemand eine Portion vergammelte Mayonnaise für den nächsten Empfang der Handwerkskammer übrig?)
Grüße
Heinrich