So kommen doppelte Staatsbürgerschaften zustande.

Von: , Frage gestellt am Mi, 8. Nov 2000

Hallo Mitmenschen,

lange habe ich mich gewundert, wieso es so viele Leute mit
doppelter Staatsbürgerschaft gibt. Trotz der Rechtslage, die
heute noch bei Einzubürgernden in Deutschland den Verzicht auf
die alte Staatsbürgerschaft verlangt. Jetzt weiß ich es.

Das geht so:

Ort: München, Kroatische Botschaft. Zeit: vor einer Woche.
(Ich bin ein in Kroatien geborener Volksdeutscher, von daher
konnte ich der Unterhaltung folgen.)

Ein kroatisches Ehepaar hat um die deutsche Staatsbürgerschaft
nachgesucht und die Voraussetzungen erfüllt. Es ist im Besitz
einer Einbürgerungszusicherung. D. h. sie werden Deutsche,
sobald sie aus der kroatischen Staatsbürgerschaft entlassen
sind.

Es tritt dort an, um die notwendige Entlassung aus der
kroatischen Bürgerschaft zu beantragen.

Es ergibt sich - sinngemäß - folgendes Gespräch zwischen
Botschaftsmitarbeiter und dem Ehemann:

"Sie wollen deutscher Staatsangehöriger werden? Dazu müssen Sie
auf unsere Staatsangehörigkeit verzichten."
"So ist es, macht das Probleme?"
"Nema problema, haben Sie die Gebühren bezahlt?"
"Ja, hier ist der Beleg."
"In Ordnung, das ist für uns nur eine Formalität. Sie bekommen
von uns ein Dokument über die Entlassung aus unserer
Staatsbürgerschaft. Wenn Sie dann den deutschen Paß haben,
kommen Sie einfach nochmal vorbei. Vergessen Sie nicht Ihre
"domovnica" (Nachweis über die Geburt in Kroatien). Dann
unterschreiben Sie ein anderes Formular, dann bekommen Sie Ihren
kroatischen Paß und Ihre kroatische Staatsbürgerschaft zurück."

Ich habe mich erkundigt. Bei Bosniern und Serben geht es ähnlich
unkompliziert zu. Nur die Gebühren sind unterschiedlich.
Selbst ich, der ich als Deutscher in Kroatien geboren bin,
könnte problemlos die kroatische Staatsbürgerschaft erwerben.
Ich habe eine "domovnica" und damit die Option auf eine doppelte
Staatsbürgerschaft.

Ich könnte mich kringeln vor Lachen, wenn ich an die
Diskussionen um die doppelte Staatsbürgerschaft denke. Mit dem
oben beschriebenen Verfahren wird unsere Gesetzgebung zur Farce,
weil unsere Rechtsprechung überhaupt keinen Einfluß auf die
doppelte Staatsbürgerschaft hat. Sie wird von Kleinstaaten
ausgehebelt.

Und als ich mich erkundigt habe, habe ich sogar 4 Pässe EINER
Person gesehen: Deutsch, Kroatisch, Bosnisch, Serbisch.

Was denkt IHR darüber?

Ich grüße Euch

Otto

20 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 38 Minuten hilfreich
    Re: So kommen doppelte Staatsbürgerschaften zustan

    Servus Otto,

    ich kenne auch jemanden mit doppelter Staatsbürgerschaft: Deutsche und österreichische.

    Was ist eigentlich schlimm daran? Ich meine, außer daß er in beiden Ländern wählen kann?

    Dafür kenne ich auch jemanden, der war 30 Jahre staatenlos. Er stammt aus Polen, hatte deutschsprachige Eltern, zog es vor in Österreich zu wohnen. Die deutsche Staatsbürgerschaft hätte er problemlos bekommen, hätte nur dort wohnen müssen.
    Wie ist denn sowas möglich?

    Dann kenne ich noch einen 30jährigen Türken, hier in Österreich geboren und hat noch immer nicht die österreichische Staatsbürgerschaft.

    Übrigens, ich kenne noch eine Möglichkeit, eine Doppelstaatsbürgerschaft zu erwerben: Wenn man von einem Staat die Staatsbürgerschaft aufgezwungen bekommt, dann braucht man die Alte nicht aufgeben. Wenn Du z. B. in Frankreich geboren worden bist, österreichische Eltern hast, dann hast Du glaub ich beide Staatsbürgerschaften.

    Servus
    Herbert

    • Antwort von nach 10 Stunden hilfreich
      Re^2: So kommen doppelte Staatsbürgerschaften zust

      Hallo. Übrigens, ich kenne noch eine Möglichkeit, eine
      Doppelstaatsbürgerschaft zu erwerben: Wenn man von einem Staat
      die Staatsbürgerschaft aufgezwungen bekommt, dann braucht man
      die Alte nicht aufgeben. Wenn Du z. B. in Frankreich geboren
      worden bist, österreichische Eltern hast, dann hast Du glaub
      ich beide Staatsbürgerschaften.
      Ich denke in allen anderen Länder der EU wird dieses so gehandhabt, nur nicht in der BRD. Diese Argumentation würde übrigends damals sehr wohl in die Diskussion gebracht. Es gab nämlich schon damals, zahlreiche Deutsche mit einer weiteren Staatsbürgerschaft.
      Wahrscheinlich war dieses aber für die damalige Diskussion ungeeignet, weil diese Menschen ja Deutsche sind, es aber um die Angst vor den bösen Ausländern ging ;-)

      So hat schon damals jedes Kind mit einem ausländischen und einem deutschen Elternteil bei der Geburt automatisch zwei Staatsbürgerschaften gehabt und musste diese auch nicht mit Erreichung der Volljährigkeit aufgeben.

      Schalom,
      Eli

      • Antwort von nach 14 Stunden hilfreich
        Re^3: So kommen doppelte Staatsbürgerschaften zust

        hallo, Eli,

        wenn ich richtig informiert bin, haben alle deutschen Juden das Recht, offiziell auch noch die Israelische zu besitzen.

        Stimmt das?
        Grüße
        Raimund

        • Antwort von nach einem Tag hilfreich
          Re^4: So kommen doppelte Staatsbürgerschaften zust

          Hallo Raimund. wenn ich richtig informiert bin, haben alle deutschen Juden
          das Recht, offiziell auch noch die Israelische zu besitzen.
          Stimmt das?
          Ja und Nein. Wenn ein Jude (aber auch Nichtjuden) Israeli wird, muss er dazu seine alte Staatsbürgerschaft nicht aufgeben. Dieses wird aber auch in vielen anderen Ländern so gehandhabt. Aber 'Offiziel' und 'Recht' ist das nicht, da Mehrstaatlichkeit von Seiten Deutschlands nachwievor nicht gerne gesehen wird ;-)

          Vielleicht stellt ja einmal jemand eine Liste mit allen Ländern auf, welche das so handhaben, dann kannst Du ja versuchen Dich dort überall einbürgern zu lassen - damit kommst bestimmt ins Guinessbuch *g*

          Schalom
          Eli

          • Antwort von nach einem Tag hilfreich
            Re^5: So kommen doppelte Staatsbürgerschaften zust

            Hallo, Eli!
            Danke, mir reicht eine!!
            Hatto vor jahren die Möglichkeit, die Kroatische zu bekommen. War mir natürlich eine Ehre, doch ich sehe eine Staatsbürgerschaft auch als Verantwortung an. Ich habe dadurch nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten!

            Nicht, dass ich an der Genze das gleiche mache, wie diese alte Karrikatur des Amerikaners, der beim Einkaufen seine Kreditkarten wie eine Zieharmonika aufklappt! "Suchen Sie sich eine aus!" "Darf´s 2 Gramm mehr sein?"
            Obwohl es natürlich schön wäre, wenn es nur noch eine auf der Welt gäbe: die menschliche!
            Grüße
            Raimund

    • Antwort von nach 13 Stunden hilfreich
      Re^2: So kommen doppelte Staatsbürgerschaften zust

      jeder, der auf französischem Boden geboren wurde, ist automatisch Franzose. Auch wenn es reiner Zufall ist (B: Schwanger, Landung in Paris, Frühgeburt). Das war früher ein großes Problem. Wer im ertan Weltkrieg in französische Gefangenschaft kam und zufällig diese Art der Staatbürgerschaft hatte, wurde sofort erschossen: Hochverrat!
      Das ist auch das Risiko einer Doppelten Staatsbürgerschaft. Der Vorteil ist natürlich, dass ich mich hervorragend aus dem kriegführendem Land absetzen kann... so ich nicht in das nächste kriesengebiet müsste.
      USA kennt dieses Schollenrecht ebenfalls. Vor Jahren wollte Bayern das Schollenrecht einführen. Wurde so viel ich weiß von Bonn abgeblockt!
      Grüße
      Raimund

    • Antwort von nach 15 Stunden hilfreich
      Re^2: So kommen doppelte Staatsbürgerschaften zust

      Servus Otto,
      Servus Herbert,
      ich kenne auch jemanden mit doppelter Staatsbürgerschaft:
      Deutsche und österreichische.
      ;-)) nun ja, da sehe ich nun wahrlich keine Hinderungsgründe.
      Wie sagte Madonna in einem Interview? "Nein, ich war noch nie in
      Deutschland, nur in Österreich. Besonders haben mir Wien und
      München gefallen" ;-))

      Nö, das gilt nicht, für mich sind Österreicher Südbayern. Ihr
      mögt uns Bayern wohl als Nordösterreicher ansehen. Auch in
      Ordnung. Ließe sich geschichtlich sogar rechtfertigen.

      Diese willkürliche Grenzziehung zwischen Deutschland und
      Österreich, die ich HEUTE als unnatürlich ansehe, stammt ja aus
      Bismarcks Kleindeutscher Lösung, weil er im Deutschen Reich zwar
      gerne die Ostmark gehabt hätte, nicht aber die slavischen Völker
      im Osten und Süden, auch nicht die Italiener. Ich glaube, Ihr,
      in Eurer heutigen Konfiguratin, zusammen mit den Ungarn, wäret
      ihm recht willkommen gewesen. Aber damals wart Ihr halt ein
      Multi-Kulti-Imperium, das auseinanderbrechen mußte. Hitler hat
      Euch dann als deutschen Reststaat vorgefunden, der erst die
      Großdeutsche Lösung erlaubte.

      Ich persönlich sehe in unseren unterschiedlichen Pässen und
      Währungen keinen Grund, Österreicher und Österreicherinnen
      anders zu sehen als Bewohner von Hamburg oder Berlin. Wir teilen
      alles: Sprache, Geschichte, Kultur, Traditionen. Also gehören
      wir zusammen.
      Was ist eigentlich schlimm daran? Ich meine, außer daß er in
      beiden Ländern wählen kann?
      Ich sprach nicht von schlimm.
      Die Argumentation stimmt ja auch, solange man als Staatsbürger
      nur an Rechte und nicht an Pflichten denkt. Aber wir dürfen
      nicht nur in Schönwetterperioden denken. Gelegentlich gibt es
      Regen und Winter.

      Also, nimm mein Beispiel des Menschen mit deutschem,
      kroatischem, bosnischem und serbischem Paß. Nehmen wir an, der
      Krieg bricht wieder los. Mit 4 Staatsbürgerschaften wird er zu 4
      Armeen eingezogen. Jetzt hat er die Wahl, in welchen 3 Staaten
      er fahnenflüchtig werden soll, in mindestens 2 davon kann er
      standesrechtlich erschossen werden. Also, ich finde, daß die
      Bibel schon recht hat, daß man nicht zwei Herren dienen kann.
      Loyalitätsprobleme wären das Mindeste, wenn man die Sache auch
      nur halbwegs ernst nimmt.
      Dafür kenne ich auch jemanden, der war 30 Jahre staatenlos. Er
      stammt aus Polen, hatte deutschsprachige Eltern, zog es vor in
      Österreich zu wohnen. Die deutsche Staatsbürgerschaft hätte er
      problemlos bekommen, hätte nur dort wohnen müssen.
      Wie ist denn sowas möglich?
      Gesetzeslage. Ich selbst bin Volksdeutscher. Zu Recht verlangt
      der deutsche Gesetzgeber ein Minimum an Bekenntnis zum
      Deutschtum. (Heute "Leitkultur"). Darunter auch den Aufenthalt
      auf deutschem Gebiet. Daß Ihr nicht dazugehört, hat mit 1945 und
      den Alliierten zu tun. Sonst hätte er die großdeutsche
      Staatsbürgerschaft.
      Warum zieht er nicht nach Bad Reichenhall oder Piding um?
      Dann kenne ich noch einen 30jährigen Türken, hier in
      Österreich geboren und hat noch immer nicht die
      österreichische Staatsbürgerschaft.
      Dann hat er sich nicht bemüht. "Nur, wer strebend sich bemüht,
      den können wir erlösen" (Goethe: Faust). Er wird sich nicht
      dafür interessiert haben und gedacht haben, eine
      Staatsbürgerschaft ließe sich abonnieren wie eine Tageszeitung.
      Also nicht integrationswillig.
      Übrigens, ich kenne noch eine Möglichkeit, eine
      Doppelstaatsbürgerschaft zu erwerben: Wenn man von einem Staat
      die Staatsbürgerschaft aufgezwungen bekommt, dann braucht man
      die Alte nicht aufgeben. Wenn Du z. B. in Frankreich geboren
      worden bist, österreichische Eltern hast, dann hast Du glaub
      ich beide Staatsbürgerschaften.
      Nein, gerade die Franzosen sind äußerst restriktiv. Sie haben
      die Lehren aus ihrer verfehlten Kolonialpolitik und dem Umgang
      mit den "pieds noirs" gezogen. Als ich mein Leben für 4 Jahre in
      Paris einrichtete, habe ich mich als Personalchef eines
      internationalen Konzerns von Behörden in einer Weise behandeln
      lassen müssen, die sich in Deutschland kein Asylant und kein
      Sozialhilfeempfänger gefallen lassen würde.

      Ich grüße Dich

      Otto

      • Antwort von nach 18 Stunden hilfreich
        Baybawütösterreiz die zweite...

        Servus Otto,
        also Servus Herbert,
        ich kenne auch jemanden mit doppelter Staatsbürgerschaft:
        Deutsche und österreichische.
        ;-)) nun ja, da sehe ich nun wahrlich keine Hinderungsgründe.
        Wie sagte Madonna in einem Interview? "Nein, ich war noch nie
        in
        Deutschland, nur in Österreich. Besonders haben mir Wien und
        München gefallen" ;-))
        hihi, sie hat wohl ähnliche Geographiezensuren gehabt wie ich ;-) Nö, das gilt nicht, für mich sind Österreicher Südbayern. Ihr
        mögt uns Bayern wohl als Nordösterreicher ansehen. Auch in
        Ordnung. Ließe sich geschichtlich sogar rechtfertigen.
        Also, weiter unten habe ich mit Mathias über Baybawütösterreiz geblödelt. Sollten wir hier oben nicht etwas ernter bleiben? Ich denke nicht. Diese willkürliche Grenzziehung zwischen Deutschland und
        Österreich, die ich HEUTE als unnatürlich ansehe, stammt ja
        aus
        Bismarcks Kleindeutscher Lösung, weil er im Deutschen Reich
        zwar
        gerne die Ostmark gehabt hätte, nicht aber die slavischen
        Völker
        im Osten und Süden, auch nicht die Italiener. Ich glaube, Ihr,
        in Eurer heutigen Konfiguratin, zusammen mit den Ungarn, wäret
        ihm recht willkommen gewesen. Aber damals wart Ihr halt ein
        Multi-Kulti-Imperium, das auseinanderbrechen mußte.
        Da bin ich nicht Deiner Meinung. Daß Österreich-Ungarn damals zusammengebrochen ist, ist meiner Meinung der Engstirnigkeit der damaligen Führungsschicht im allgemeinen, und der des Kaisers im besonderen zuzuschreiben. Die Lösung wäre die Gleichberechtigung der Völker und die Einführung der Demokratie nach dem Muster von GB gewesen. Dann gebe es Österreich-Ungarn-Tschechien-Slowakei-Kroatien-Slowenien-Serbien noch immer und Hitler hätte keine Chance gehabt. (Zumindest bei uns). Die Frau des Kaisers hat das gut erkannt. Nur für das Aussprechen des Landesnamens hätte man sich einen Urlaubstag nehmen müssen. Hitler hat
        Euch dann als deutschen Reststaat vorgefunden, der erst die
        Großdeutsche Lösung erlaubte.
        Hitler wär verzweifelt, und wir hätten unsere Ruh' gehabt. Ich persönlich sehe in unseren unterschiedlichen Pässen und
        Währungen keinen Grund, Österreicher und Österreicherinnen
        anders zu sehen als Bewohner von Hamburg oder Berlin. Wir
        teilen
        alles: Sprache, Geschichte, Kultur, Traditionen. Also gehören
        wir zusammen.
        Traditionen? Naja, mich bringen keine 10 Hunde aufs Oktoberfest. Da geh ich lieber zum Heurigen. Und Sprache? Ich bin ja der Meinung, daß nichtmal die Nord- und Südniederösterreicher die gleiche Sprache sprechen, von selbe gar keine Rede. Und, die Mehlspeisen kannst ab Passau nimmer essen.

        Aber mit dem Staat bin ich einverstanden. Mathias und ich haben da schon über einen Staatsnamen nachgedacht: Baybawütösterreiz, oder Österrayern. Oder Österbayernreich? Sogar den Sitz des Gerichtshofes haben wir ausgehandelt. Was ist eigentlich schlimm daran? Ich meine, außer daß er in
        beiden Ländern wählen kann?
        Ich sprach nicht von schlimm.
        Dich hab ich ja auch nicht gemeint... Die Argumentation stimmt ja auch, solange man als Staatsbürger
        nur an Rechte und nicht an Pflichten denkt. Aber wir dürfen
        nicht nur in Schönwetterperioden denken. Gelegentlich gibt es
        Regen und Winter.
        Pflichten? Regen? Winter? Bin ich nicht einverstanden. Also, nimm mein Beispiel des Menschen mit deutschem,
        kroatischem, bosnischem und serbischem Paß. Nehmen wir an, der
        Krieg bricht wieder los. Mit 4 Staatsbürgerschaften wird er zu
        4
        Armeen eingezogen. Jetzt hat er die Wahl, in welchen 3 Staaten
        er fahnenflüchtig werden soll, in mindestens 2 davon kann er
        standesrechtlich erschossen werden. Also, ich finde, daß die
        Bibel schon recht hat, daß man nicht zwei Herren dienen kann.
        Loyalitätsprobleme wären das Mindeste, wenn man die Sache auch
        nur halbwegs ernst nimmt.
        Uäh, der Arme, von der Seite hab ich das noch gar nicht gesehen.

        Aber: Zeig mir einen Menschen mit mindestens 4 Staatsbürgerschaften und ich zeige Dir einen Pazifisten. Solche Leute machen wir dann zu Präsidenten, und dannn haben wir vom Krieg a Ruah! Dafür kenne ich auch jemanden, der war 30 Jahre staatenlos. Er
        stammt aus Polen, hatte deutschsprachige Eltern, zog es vor in
        Österreich zu wohnen. Die deutsche Staatsbürgerschaft hätte er
        problemlos bekommen, hätte nur dort wohnen müssen.
        Wie ist denn sowas möglich?
        Gesetzeslage. Ich selbst bin Volksdeutscher. Zu Recht verlangt
        der deutsche Gesetzgeber ein Minimum an Bekenntnis zum
        Deutschtum. (Heute "Leitkultur"). Darunter auch den Aufenthalt
        auf deutschem Gebiet. Daß Ihr nicht dazugehört, hat mit 1945
        und
        den Alliierten zu tun. Sonst hätte er die großdeutsche
        Staatsbürgerschaft.
        Warum zieht er nicht nach Bad Reichenhall oder Piding um?
        Pffh, frag ihn... Vermutlich weil er hier seine Wohnung, seine Arbeit und seine Freunde hat... Außerdem wollte er ja Österreicher sein, weil das Gebiet in dem er geboren worden ist, einmal zu Österreich gehört hat. Also ist er Volksösterreicher. (Was immer das auch ist) Dann kenne ich noch einen 30jährigen Türken, hier in
        Österreich geboren und hat noch immer nicht die
        österreichische Staatsbürgerschaft.
        Dann hat er sich nicht bemüht. "Nur, wer strebend sich bemüht,
        den können wir erlösen" (Goethe: Faust). Er wird sich nicht
        dafür interessiert haben und gedacht haben, eine
        Staatsbürgerschaft ließe sich abonnieren wie eine
        Tageszeitung.
        Also nicht integrationswillig.
        Im Gegenteil, das hat ganz andere Gründe. Er spricht gut und akzentfrei Deutsch. Mit Türkisch hatte er so seine Schwierigkeiten, oder besser gesagt, die anderen Türken mit seinem Türkisch. Also haben ihn seine Eltern für ein Schuljahr in die Türkei geschickt. Und so hat sich die österreichische Staatsbürgerschaft immer weiter verzögert. Übrigens, ich kenne noch eine Möglichkeit, eine
        Doppelstaatsbürgerschaft zu erwerben: Wenn man von einem Staat
        die Staatsbürgerschaft aufgezwungen bekommt, dann braucht man
        die Alte nicht aufgeben. Wenn Du z. B. in Frankreich geboren
        worden bist, österreichische Eltern hast, dann hast Du glaub
        ich beide Staatsbürgerschaften.
        Nein, gerade die Franzosen sind äußerst restriktiv. Sie haben
        die Lehren aus ihrer verfehlten Kolonialpolitik und dem Umgang
        mit den "pieds noirs" gezogen. Als ich mein Leben für 4 Jahre
        in
        Paris einrichtete, habe ich mich als Personalchef eines
        internationalen Konzerns von Behörden in einer Weise behandeln
        lassen müssen, die sich in Deutschland kein Asylant und kein
        Sozialhilfeempfänger gefallen lassen würde.
        Siehst? aber nur weilst nicht in Frankreich geboren worden bist. Ich grüße Dich

        Otto
        Jou, griaß Di a
        Seawas
        Heabead

        • Antwort von nach 18 Stunden hilfreich
          An Heabead

          Hallo Heabead,

          Deinen Beitrag habe ich als köstlich empfunden.

          Ich sehe auch keine grundsätzlichen Reibungspunkte, deretwegen
          wir uns streiten sollten.

          Ich würde mich freuen, wenn wir die Gelegenheit hätten,
          gemeinsam ein Täßchen Bier zu heben, wenn ich mal wieder in
          Südbayern unterwegs bin - oder Du in Nordösterreich.

          ;-))) Ich mag Deinen Humor und grüße Dich

          Otto



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