Antwort von
nach 3 Tagen
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Re^4: Banken
Hi Ivo !
Genau, und das muß er auch tun. Es ist im
Interesse aller Steuerzahler und
natürlich auch des Bundes, diese Firma in
irgendeiner Form zu erhalten. Die Banken
haben die Möglichkeit, das zu
gewähelristen, also fragt man sie.
Hab auch nix dagegen, daß der Kanzler so
was versucht.
Allerdings siehst Du das schon sehr
schwarz-weiß.
Die Deutsche Bank weiß seit geraumer Zeit
von der Finanznot der Holzmann Konzerns
und äußerte sich nicht.
Nun zeigt sie sich in den Verhandlungen
sehr kulant. Nur die weiteren ca. 19
kleineren Gläubigerbanken wolten nicht
mehr mitziehen.
Auch sie hätten das aber bei korrekter
Überprüfung der Risiken der von ihnen
vergebenen Kredite bereits vor
jahresfrist merken müssen.
Nun ja, wenn 27% der Bilanz
kriminell/verschleiert sind dann ist das
wohl nicht so einfach. Die
Staatanwaltschaft ermittelt nicht
umsonst.
Dass die Aufsichtsgremien versagt haben
ist keine Frage - daher Zustimmung
Eben, denn wozu gibt es einen Aufsichtsrat ?
In der Praxis werden dort leider sehr oft abgehalfterte oder nicht mehr aktive Politiker aufbewahrt, die von Wirtschaft wenig Ahnung haben.
Und wo waren die hochbezahlten Controller der Banken ?
Auch die Banken haben hier ihre Aufsichtspflicht verletzt, müssen aber kaum Risiko tragen, da sie bei einer Pleite ohnehin die ersten wären, die sich schadlos halten dürften. Und der Keuler am unteren Ende der Leiter haftet. Da stimmt doch was nicht.
Und daher ist das für mich die (einzige) Begründung für den staatlichen Eingriff hier.
Normalerweise bin ich absolut gegen solche Aktionen. Nur hier geht es um 40.000 mittelständische Arbeitsplätze. Das ist ein absoluter Sonderfall.
Nun sollte, überspitzt gesagt, die
Nachlässigkeit der Banken und des
Vorstandes sowie des Aufsichtsrates der
Holzmann AG auf die Mitarbeiter abgewälzt
werden.
Das war von allen Seiten inkorrekt und
daher bin ich auch zunächst froh, daß der
Konzern Holzmann eine Schonfrist erhalten
hat.
Wer ist nicht darüber froh? Pleiten sind
immer hart. Nur find ich es nicht gut,
daß dies mit Steuermitteln gemacht wurde.
Der Schröder hat schon recht: "WIR haben
es geschafft!" - Machen wir das jetzt bei
allen 15-30.000 Pleiten in Deutschland
pro Jahr?
Diese Frage ist durchaus berechtigt. Natürlich stelle ich sie mir auch.
Das darf, so ungerecht es auch sein mag, nur ein Einzelfall bleiben.
Was ich am Vorgehen bzgl. der Holzmann AG kritisieren muß ist, dass den finanziellen Hilfen keine Konzernumstrukturierung folgen wird. Macht man einfach so weiter, ist die Bude Ende 2000 wirklich pleite.
Eine Aufteilung un teilweise Veräußerung des Konzerns zur Sicherstellung der Konkurrenzfähigkeit hätte seitens der Geldgeber unbedingt verlangt werden müssen.
Nur wer denkt, mal ganz nebenbei und
etwas abschweifend, an die hunderte von
Betrieben aus der Gruppe der KMUs, die
jährlich pleite gehen ?
Das ist hier nicht interessant. Es geht
mal wieder um die Subventionierung von
Großunternehmen. Hier stehen dann
furchterregende Zahlen im Raume wie z.B.
17.000 Arbeitslose. Die 150 Arbeitslosen
die eine Pleite eines Mittelständlers
nach sich zieht, sind natürlich weniger
interessant. Die Zahl wirkt einfach
nicht.
Das ist m.E. die Misere in Deutschlöand.
Wenn´ein Großunternehmen
heruntergewirtschaftet wurde oder die
Branchenwandlungen nicht erkannt hat,
wird es vom Staat (auch bei Holzmann
bürgt der Staat mit einem 3-stelligen
Millionenbetrag) am Leben erhalten.
bezahlt wird dies durch die Steuern der
KMUs, da die wenigestens noch Steuern in
Deutschland bezahlen.
das finde ich ärgerlich.
Vollste Zustimmung!
Nur will das leider keiner hören. Die Entwicklung in D ist bedenklich.
Denn folgerichtig müsste ich als Mittelständler nun das Recht bekommen, mich auch in irgendeiner Form über die Allgemeinheit zu subventionieren. Ich könnte mir hier eine Senkung der Steuerlast vorstellen... :-))
Zu Recht prangern die Arbeitgeberverbände die Situation an. Denn die 100.000 Arbeitsplätze, die bereits in diesem Jahr durch Pleiten verloren gingen, interessieren niemanden, weil es niemals so viele auf einmal waren.
*der es satt hat, daß man die fehler
anderer immer auf die "bösen" banken
abwälzen will - aber trotzdem hofft, dass
es für holzmann noch eine rettung gibt*
Soory, aber Geldverleihen ist nun mal das
unseriöseste Geschäft gleich nach
Drogenhandel.
Blödsinn!
Kommt auf den Standpunkt an.
Einer Firma mit vollen Auftragsbüchern
einfach die Kreditlinie
zusammenzustreichen, einfach weil der
neue Abteilungsleiter der Bank das betr.
Unternehmen anders bewertet, ist da noch
das geringste Beispiel. Der Staat wird
von den KMUs gefüttert und die hängen auf
Gedeih und Verderb von den Banken ab.
Allerdings haben sie durch die
unverschämte Abkassierermentalität
unserer Staatslenker auch keine Chance,
sich etwas unabhängiger von den Banken zu
machen. Was reinvestiert werden sollte,
geht an den Staat.
Da liegt auch ein Dilema.
Die meisten Konkurse sind jedoch auf
nicht geeignetes Management
zurückzuführen.
(Leider)
Eben nicht nur. Durch die hohe Steuerlast in D ist es den meisten KMUs unmöglich, Kapital zur Vorfinanzierung größerer Prijekte als die üblichen zu erwirtschaften. Dieses müssen sie sich also von den Banken holen.
Dies ist auch, bei einer langjährigen Geschäftsbeziehung kein Problem. Nur neue Ideen oder Risikogeschäfte, die ja oft sehr lukrativ sind und neue Arbeitsplätze mit Zukunft versprechen, werden so in D schwer durchführbar.
Da liegt das Dilemma.
Unsere Banker haben einerseits keinen Mut, die Erschließung neuer Märkte zu unterstützen und andererseits kreieren sie in bekannten, kriselnden Märkten die neue Währungseinheit "Peanut".
Das ist für mich unglaubwürdig.
Der Staat rechtfertig dieses Verhalten dann noch zusätzlich durch seine schamlose Subventionspolitik sterbenden Branchen gegenüber.
Wie man sieht, bin ich in meiner Meinung momentan relativ zerrissen.
Ich weiß eben auch keine Patentlösung. Nur was ich weiß ist, dass der Fall Holzmann ein Einzelfall bleiben muß und staatliche Subventionen insgesamt immer mehr zurückgenommen und schließlich, außer für Wachstumsbranchen, eingestellt werden müssten.
Bis dann,
Mathias