Berlin-Wahl

Von: , Frage gestellt am Mo, 22. Okt 2001

Moin!

Ich kam, sah und wunderte mich.
Knapp 23% der Berliner entschieden sich für die PDS.
Größtenteils rekrutierten sich diese Wähler aus dem Ostteil der Stadt, hier lag das Ergebnis bei gut 40%.

Das ist nicht zu glauben und ich fasse dies als Beleidigung eines jeden auf, der vor 12 Jahren auf die Straße gegangen ist und die Befreiung der Ostzone durchgesetzt hat.
Das Wahlergebnis zeigt, daß viele Leute in den neuen BL mit ihrer neuen Freiheit nichts anfangen können und wieder der alten Kommunistenrhetorik folgen wollen.
Hier ist offensichtlich dringender Nachholbedarf in Sachen Demokratie vorhanden.

Wenn unsere Freunde und Brüder im Osten nun unbedingt den alten DDR-Filz zurückhaben wollen, dann geben wir ihnen doch in Gottes Namen ein eigenes Bundesland z.B. Sachsen-Anhalt, als eigenes, unabhängiges Staatsgebiet. Dort können sich dann alle unverbesserlichen Ostalgiker anschicken, eine bessere Welt in sozialistischer Freiheit und kommunistischer Verbrüderung aufzubauen, die sie dann aber bitte auch selbst bezahlen!

Ich persönlich fühle mich schlichtweg verarscht von diesen Leuten. Einer predigt die Umverteilung von reich auf arm (wobei er den Leuten vorher erzählt, sie selbst seien arm) und schon leufen die Ossis ihm wie die Lemminge hinterher.
Alles auf Neid, Dummheit und Unfähigkeit zu demokratischem Handeln aufgebaut.

Ich jedenfalls will mit diesen Leuten nichts zu tun haben und schlage vor, eine Volksabstimmung in der gesamten BRD darüber abzuhalten, ob Berlin weiterhin Hauptstadt belieben soll, wenn die SPD dort mit der PDS koalieren sollte.
Ich jedenfalls lehne jedweden Kontakt zu den Kommunisten ab und breche im Koalitionsfall sofort jeglichen wirtschaftlichen Kontakt zum Land Berlin ab.
Wir stellen sensible Dual-Use-Güter für die chemische Forschung, v.a. an Universitäten, her, die ich in solchen Händen für extrem gefährlich halte.

Grüße,

Mathias

P.S.: ich möchte nicht in diese lächerliche Argumentation á la Frau Pau einsteigen, die behauptet, die PDS hätte nur noch 5% der alten Mitglieder und die alten Blockparteien wären ohnehin die allerbösesten.
Das ist verlogen, hahnebüchen und irrelevant. Denn die alten Blockparteien besaßen allesamt wenigstens nicht die Dreistigkeit, unter dem alten Banner und den alten Ideen weiterzusegeln, sondern sahen ihre Fehler ein. Und das zählt für mich und sicherlich auch für viele, die wie Frau Pau argumentieren. Sonst hätte ein J. Fischer oder O. Schily niemals an die Regierung kommen dürfen.

52 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 2 Stunden hilfreich
    Re: Berlin-Wahl

    Moin Mathias,

    die Prozente der PDS sind bitter und entsetzend. Allerdings: Solange wie es keine der renomierten Parteien schafft, die Arbeitslosenquoten von bis zu 25 Prozent in manchen Regionen und Städten in der Zone zu reduzieren, den seit Unmassen an Jahren versprochenen Aufschwung (ja, auch die SPD tut dies immer wieder) zu realisieren, solange hie rnix passiert, solange werden die Leute diese partei wählen. Im Moment ist es nur die PDS....

    CIAo

    • Antwort von nach 4 Stunden hilfreich
      Re^2: Berlin-Wahl

      Hallo hafenmaus, die Prozente der PDS sind bitter und entsetzend. Allerdings:
      Solange wie es keine der renomierten Parteien schafft, die
      Arbeitslosenquoten von bis zu 25 Prozent in manchen Regionen
      und Städten in der Zone zu reduzieren, den seit Unmassen an
      Jahren versprochenen Aufschwung (ja, auch die SPD tut dies
      immer wieder) zu realisieren, solange hie rnix passiert,
      solange werden die Leute diese partei wählen. Im Moment ist es
      nur die PDS....
      Wie man Arbeitslosigkeit reduziert, dafür gibt es sicherlich keine Wundermethoden.

      Doch das in den Neuen Bundesländern kräftigst in Infrastrukturmaßnahmen investiert wurde scheint Dir wohl entgangen zu sein. Und um blühende Landschaften zu erzeugen (das war der Spruch zur Wiedervereinigung!) haben wir etliche Flächen vorbereitet. Nun müssen aber "die anderen" auch mal was tun!

      btw: Kennst Du Dich in den Neuen Bundesländern aus - oder waren das auch wieder Spekulationen?

      Gruß Klaus
      CIAo

      • Antwort von nach einem Tag hilfreich
        Re^3: Berlin-Wahl

        Mahlzeit, Doch das in den Neuen Bundesländern kräftigst in
        Infrastrukturmaßnahmen investiert wurde scheint Dir wohl
        entgangen zu sein.
        Nein, das ist mir nicht entgangen. Ich habe in wesentlichen Bereichen, in den kräftig investiert wurde, auch zahlreiche Vergleiche anstellen können (allein der Ausbau der Infrastrukturen ist gewaltig). Leider haben nur die wenigsten ehemaligen Zonis davon profitieren können. Die Arbeitslosenzahlen im Osten stagnieren weiterhin auf hohem Niveau. Und um blühende Landschaften zu erzeugen
        (das war der Spruch zur Wiedervereinigung!) haben wir etliche
        Flächen vorbereitet. Nun müssen aber "die anderen" auch mal
        was tun!
        Gebe ich Dir vollkommen Recht. Nur: Was sollen sie tun? Wer schon mal in FFO, Rostock, Berlin oder Schwerin auf dem Arbeitsamt gesessen hat, sieht kaum eine Möglichkeit, etwas dazu zu tun. Ausser seine Heimat zu verlassen und das Glück anderswo zu versuchen. Ist das aber die einzig mögliche Lösung? Oder soll sich jeder Arbeislose selbstständig machen, mit Bundesförderung und Lohnförderung, um einen Langszeitarbeitslosen einzustellen? Um nach einem Jahr wieder pleitezugehen, weil der Markt keinerlei Lücken und Raum mehr hergibt? btw: Kennst Du Dich in den Neuen Bundesländern aus - oder
        waren das auch wieder Spekulationen?
        Hierzu bedarf es meinerseits keinerlei weiterer Ausführungen.

        CIAo

        • Antwort von nach einem Tag hilfreich
          Re^4: Berlin-Wahl

          Hallo Reiko!

          Hier mische ich mich nochmal kurz ein, auch wenn Du meinen Standpunkt sowieso schon kennst.
          Die neuen Leute hier sollen das ruhig lesen. Doch das in den Neuen Bundesländern kräftigst in
          Infrastrukturmaßnahmen investiert wurde scheint Dir wohl
          entgangen zu sein.
          Nein, das ist mir nicht entgangen. Ich habe in wesentlichen
          Bereichen, in den kräftig investiert wurde, auch zahlreiche
          Vergleiche anstellen können (allein der Ausbau der
          Infrastrukturen ist gewaltig). Leider haben nur die wenigsten
          ehemaligen Zonis davon profitieren können. Die
          Arbeitslosenzahlen im Osten stagnieren weiterhin auf hohem
          Niveau.
          Wie sähe es aus, hätte die DDR fortbestanden?
          Ich sage nur: Armut und Hunger.
          Das Problem hat ja der böse Westen gelöst. Und um blühende Landschaften zu erzeugen
          (das war der Spruch zur Wiedervereinigung!) haben wir etliche
          Flächen vorbereitet. Nun müssen aber "die anderen" auch mal
          was tun!
          Meine Meinung! Gebe ich Dir vollkommen Recht. Nur: Was sollen sie tun? Wer
          schon mal in FFO, Rostock, Berlin oder Schwerin auf dem
          Arbeitsamt gesessen hat, sieht kaum eine Möglichkeit, etwas
          dazu zu tun. Ausser seine Heimat zu verlassen und das Glück
          anderswo zu versuchen.
          Genau das ist es!
          Hier ist der Knackpunkt!
          Wer zu Hause keinen Job findet, muß eben umziehen.
          Es werden genügend Leute gesucht in Deutschland.
          Ich akzeptiere es nicht, daß Leute auf meine Kosten zu Hause hocken und Stütze kassieren, weil sie unwillig sind, umzuziehen.
          Es ist nciht meine Aufgabe als gebendes Mitglied der Solidargemeinschaft, den Leuten ein schönes Leben an einem Ort ihrer Wahl zu ermöglichen. Vielmehr ist es die Pflicht eines jeden Arbeitslosen, sich schleunigst einen Job zu suchen und seine Mitbürger wieder zu éntlasten. Egal, wo dieser Job auch ist! Ist das aber die einzig mögliche
          Lösung? Oder soll sich jeder Arbeislose selbstständig machen,
          mit Bundesförderung und Lohnförderung, um einen
          Langszeitarbeitslosen einzustellen? Um nach einem Jahr wieder
          pleitezugehen, weil der Markt keinerlei Lücken und Raum mehr
          hergibt?
          "Der Markt" hat noch Platz für 20.000 Unternehmen.
          Das ist nicht das Problem. btw: Kennst Du Dich in den Neuen Bundesländern aus - oder
          waren das auch wieder Spekulationen?
          Hierzu bedarf es meinerseits keinerlei weiterer Ausführungen.
          Das kann ich bestätigen, Reiko ist ja auch´n alder Ossie!

          Grüße nach Austria,

          Mathias

          • Antwort von nach einem Tag hilfreich
            Re^5: Berlin-Wahl

            Hallo Reiko!

            Hier mische ich mich nochmal kurz ein, auch wenn Du meinen
            Standpunkt sowieso schon kennst.
            Die neuen Leute hier sollen das ruhig lesen.
            Na klar doch! Nur zu...;-) Wie sähe es aus, hätte die DDR fortbestanden?
            Ich sage nur: Armut und Hunger.
            Das Problem hat ja der böse Westen gelöst.
            Auch wieder Zustimmung. Anfang 90 und bis zum späten Frühjahr hinein mussten wir (hab damals eine Freundin im Oderbruch gehabt) beim Dorfbäcker ein Laib Brot 2 Wochen im Voraus bestellen! So sah es damals aus. Die Wirtschaft, und sei es nur um Mehl gegangen, war vollkommen zusammengebrochen. Und dies wäre auch ohne Mauerfall passiert, weil es schlichtweg nicht mehr vermeidbar war. Und um blühende Landschaften zu erzeugen
            (das war der Spruch zur Wiedervereinigung!) haben wir etliche
            Flächen vorbereitet. Nun müssen aber "die anderen" auch mal
            was tun!
            Meine Meinung!
            Auch meine im Wesentlichen. Ohne die Hilfe des Westens, und zahlreicher Menschen von dort, sähe es heute im Osten noch ganz anders aus. Das sollte niemand vergessen. Aber nach einem Jahrzehnt Nehmen darf man jetzt auch mal von Geben sprechen.
            Genau das ist es!
            Hier ist der Knackpunkt!
            Wer zu Hause keinen Job findet, muß eben umziehen.
            Es werden genügend Leute gesucht in Deutschland.
            Ich akzeptiere es nicht, daß Leute auf meine Kosten zu Hause
            hocken und Stütze kassieren, weil sie unwillig sind,
            umzuziehen.
            Auch Zustimmung. Allerdings: Für einen Familienvater ist es ziemlich schwer, einfach seine Frau und die Kinder einzupacken und wegzugehen. Ich ziele mehr auf die jungen Leute, die seit ihrem Schulabschluss von Stütze leben und nicht bereit sind, Ihre Bequemlichkeit aufzugeben und einen Anfang zu wagen. Und davon gibt es wahrlich nicht wenige, vor allem im Osten. Es ist nciht meine Aufgabe als gebendes Mitglied der
            Solidargemeinschaft, den Leuten ein schönes Leben an einem Ort
            ihrer Wahl zu ermöglichen. Vielmehr ist es die Pflicht eines
            jeden Arbeitslosen, sich schleunigst einen Job zu suchen und
            seine Mitbürger wieder zu éntlasten. Egal, wo dieser Job auch
            ist!
            Naja, von schönem Leben wage ich nicht zu reden. Die Lebenshaltungskosten sind in beiden Teilen Deutschlands identisch, das Einkommen beileibe noch lang enicht. Warum dies? Aber es stimmt, jeder ist seines Glückes Schmied. Man muss es nur versuchen. (P.S.: Hier in Austria ist das Leben auch nicht wesentlich einfacher wie in Germany, allerdings: ich habe seit meiner Ankunft hier Arbeit. Solange am Stück wie in Deutschland mein Leben nicht). "Der Markt" hat noch Platz für 20.000 Unternehmen.
            Das ist nicht das Problem.
            Welche Unternehmen? Wenn ich die Firmenpleiten jährlich sehen, dann beginne ich zu suchen.... Das kann ich bestätigen, Reiko ist ja auch´n alder Ossie!
            Eben. Aber auch ein sehr kritischer Ossi, was das eigene Volk angeht.
            Grüße nach Austria,

            Gruss nach Bavaria

            Reiko

            • Antwort von nach 4 Tagen hilfreich
              Re^6: Berlin-Wahl

              Hallo Reiko! Wie sähe es aus, hätte die DDR fortbestanden?
              Ich sage nur: Armut und Hunger.
              Das Problem hat ja der böse Westen gelöst.
              Auch wieder Zustimmung. Anfang 90 und bis zum späten Frühjahr
              hinein mussten wir (hab damals eine Freundin im Oderbruch
              gehabt) beim Dorfbäcker ein Laib Brot 2 Wochen im Voraus
              bestellen! So sah es damals aus. Die Wirtschaft, und sei es
              nur um Mehl gegangen, war vollkommen zusammengebrochen. Und
              dies wäre auch ohne Mauerfall passiert, weil es schlichtweg
              nicht mehr vermeidbar war.
              Schreibe das bitte auch den anderen Träumern hier ganz groß hin! Und um blühende Landschaften zu erzeugen
              (das war der Spruch zur Wiedervereinigung!) haben wir etliche
              Flächen vorbereitet. Nun müssen aber "die anderen" auch mal
              was tun!
              Meine Meinung!
              Auch meine im Wesentlichen. Ohne die Hilfe des Westens, und
              zahlreicher Menschen von dort, sähe es heute im Osten noch
              ganz anders aus. Das sollte niemand vergessen. Aber nach einem
              Jahrzehnt Nehmen darf man jetzt auch mal von Geben sprechen.
              So sieht es aus!
              Nur herummeckern ist nicht angebracht. Genau das ist es!
              Hier ist der Knackpunkt!
              Wer zu Hause keinen Job findet, muß eben umziehen.
              Es werden genügend Leute gesucht in Deutschland.
              Ich akzeptiere es nicht, daß Leute auf meine Kosten zu Hause
              hocken und Stütze kassieren, weil sie unwillig sind,
              umzuziehen.
              Auch Zustimmung. Allerdings: Für einen Familienvater ist es
              ziemlich schwer, einfach seine Frau und die Kinder einzupacken
              und wegzugehen. Ich ziele mehr auf die jungen Leute, die seit
              ihrem Schulabschluss von Stütze leben und nicht bereit sind,
              Ihre Bequemlichkeit aufzugeben und einen Anfang zu wagen. Und
              davon gibt es wahrlich nicht wenige, vor allem im Osten.
              Es ist mir, gelinde gesagt, scheißegal ob der Typ Kinder hat oder die Linde rauscht. Es interessiert sich auch niemand dafür, wenn ich Kinder habe und mein Geld lieber in sie investieren möchte als in Steuern, die dann wiederum Leuten zugute kommen, die das nicht zu schätzen wissen bzw. zu faul oder zu ignorant sind, selbst ihren Hintern zu bewegen. Es ist nciht meine Aufgabe als gebendes Mitglied der
              Solidargemeinschaft, den Leuten ein schönes Leben an einem Ort
              ihrer Wahl zu ermöglichen. Vielmehr ist es die Pflicht eines
              jeden Arbeitslosen, sich schleunigst einen Job zu suchen und
              seine Mitbürger wieder zu éntlasten. Egal, wo dieser Job auch
              ist!
              Naja, von schönem Leben wage ich nicht zu reden. Die
              Lebenshaltungskosten sind in beiden Teilen Deutschlands
              identisch, das Einkommen beileibe noch lang enicht.
              Noch ein Grund mehr, sich einen Job im Westen zu suchen und nciht im Osten auf meine Kosten hocken zu bleiben. Warum
              dies? Aber es stimmt, jeder ist seines Glückes Schmied. Man
              muss es nur versuchen. (P.S.: Hier in Austria ist das Leben
              auch nicht wesentlich einfacher wie in Germany, allerdings:
              ich habe seit meiner Ankunft hier Arbeit. Solange am Stück wie
              in Deutschland mein Leben nicht).
              Na also. "Der Markt" hat noch Platz für 20.000 Unternehmen.
              Das ist nicht das Problem.
              Welche Unternehmen? Wenn ich die Firmenpleiten jährlich sehen,
              dann beginne ich zu suchen....
              Tja, man sollte schon etwas nachdenken, bevor man sich selbständig macht.
              Aber Mittel und Wege gibt es immer, v.a. im Bereich Dienstleistung.
              Firmenpleiten resultieren zumeist aus rigider Kreditpolitik von Banken bzw. horrenden Steuervorauszahlungen und der daraus folgenden Illiquidität.
              Hier kann man durchaus noch etwas tun.
              Daß die deutschen Großbanken dringend einen Dämpfer benötigen zeigt für mich allein schon deren aktuelle Personalpolitik. Das kann ich bestätigen, Reiko ist ja auch´n alder Ossie!
              Eben. Aber auch ein sehr kritischer Ossi, was das eigene Volk
              angeht.
              Das mag ich.

              Grüße,

              Mathias

            • Antwort von nach 5 Tagen hilfreich
              Re^7: Berlin-Wahl

              Hallö Mathias, So sah es damals aus. Die Wirtschaft, und sei es nur um Mehl gegangen, war vollkommen zusammengebrochen. Und
              dies wäre auch ohne Mauerfall passiert, weil es schlichtweg
              nicht mehr vermeidbar war.
              Schreibe das bitte auch den anderen Träumern hier ganz groß
              hin!
              Das bringt nix. Es gibt doch zu viele Leute, die alles besser wissen und das, was man selber erfahren hat, als Hirngespinst abtun. So sieht es aus!
              Nur herummeckern ist nicht angebracht.
              Naja, hier, in diesem Forum wird ja weniger gemeckert, sondern teils eher realistisch gesehen. Aber im Reallife, im Osten, da wo es den Leuten tatsächlich oft dreckig geht, da wird gemeckert was das Zeug hält. Ohne auf die Idee zu kommen, doch mal selber in die Hände zu spucken und seines Glückes eigener Schmied zu werden. Ihre Bequemlichkeit aufzugeben und einen Anfang zu wagen. Und
              davon gibt es wahrlich nicht wenige, vor allem im Osten.
              Es ist mir, gelinde gesagt, scheißegal ob der Typ Kinder hat
              oder die Linde rauscht. Es interessiert sich auch niemand
              dafür, wenn ich Kinder habe und mein Geld lieber in sie
              investieren möchte als in Steuern, die dann wiederum Leuten
              zugute kommen, die das nicht zu schätzen wissen bzw. zu faul
              oder zu ignorant sind, selbst ihren Hintern zu bewegen.
              Vielleicht richtig. Vielleicht aber auch nicht. Es kann nicht angehen, dass in einem Land wie Deutschland nur noch die Arbeitskraft zählt (was ohnehin schon fast erreicht ist). Die Ideale wie Kinder und Familie zählen mittlerweile nix mehr. Was wird dadurch erreicht? Richtig ist, der Arbeitnehmer muss flexibler werden. Das kann und darf aber nicht heissen, dass er alle paar Monate seine Kinder aus der (neu) gewohnten Umgebung reisst und somit erheblich ihr Erwachsenwerden beeinflusst. Es ist nciht meine Aufgabe als gebendes Mitglied der
              Solidargemeinschaft, den Leuten ein schönes Leben an einem Ort
              ihrer Wahl zu ermöglichen. Vielmehr ist es die Pflicht eines
              jeden Arbeitslosen, sich schleunigst einen Job zu suchen und
              seine Mitbürger wieder zu éntlasten. Egal, wo dieser Job auch
              ist!
              Mathias, die Leute, die im Osten ein sprichwörtlich schönes Leben führen, leben in den seltensten Fällen von Deinen Beiträgen. Dennoch sind es einfach zuviel faule Menschen, die aufgrund der Tatsache Sozialhilfe nicht arbeiten gehen wollen. Allerdings: Würde die Wirtschaft ein Lohn zahlen, der deutlich über der Hilfe zum Lebensunterhalt liegt, sähe die Sache ganz anders aus. Noch ein Grund mehr, sich einen Job im Westen zu suchen und
              nciht im Osten auf meine Kosten hocken zu bleiben.
              Gegenfrage: vieviel Probleme hättst Du damit, von heut auf Morgen von Munich nach Klein-Pampow im Norden Berlins zu ziehen?
              Gesellschaftlich? Finanziell? Politisch?

              Prinzipiell stimme ich Dir aber zu. Das mag ich.
              Thanks

              CIAo

            • Antwort von nach 6 Tagen hilfreich
              Re^8: Berlin-Wahl

              Hi! Ihre Bequemlichkeit aufzugeben und einen Anfang zu wagen. Und
              davon gibt es wahrlich nicht wenige, vor allem im Osten.
              Es ist mir, gelinde gesagt, scheißegal ob der Typ Kinder hat
              oder die Linde rauscht. Es interessiert sich auch niemand
              dafür, wenn ich Kinder habe und mein Geld lieber in sie
              investieren möchte als in Steuern, die dann wiederum Leuten
              zugute kommen, die das nicht zu schätzen wissen bzw. zu faul
              oder zu ignorant sind, selbst ihren Hintern zu bewegen.
              Vielleicht richtig. Vielleicht aber auch nicht. Es kann nicht
              angehen, dass in einem Land wie Deutschland nur noch die
              Arbeitskraft zählt (was ohnehin schon fast erreicht ist). Die
              Ideale wie Kinder und Familie zählen mittlerweile nix mehr.
              Das wird aber auch nicht dadurch geändert, dass man die Leute für das Daheimhocken bezahlt.
              Eine einfache Argumentationskette könnte hier sein: mache den faulen Hunden Dampf, senke die Sozialbeiträge und erhöhe damit das Nettoeonkommen und schon ist es wieder etwas einfacher, eine Familie durchzubringen. Was wird dadurch erreicht? Richtig ist, der Arbeitnehmer muss
              flexibler werden. Das kann und darf aber nicht heissen, dass
              er alle paar Monate seine Kinder aus der (neu) gewohnten
              Umgebung reisst und somit erheblich ihr Erwachsenwerden
              beeinflusst.
              Es geht hier nicht darum, die Leute alle paar Monate umziehen zu lassen. Du verfälschst hier massiv die Tatsachen.
              Hier geht es darum, einmal eine prinzipielle Entscheidung für einen Umzug in eine andere Stadt aus beruflichen Gründen zu treffen.
              Ich hatte in den letzten 7 Jahren ca. 8 Wohnungen. Mich hat auch niemand gefragt. Ich wäre viel zu stolz gewesen, auch nur eine Mark anzunehmen.
              Bevor ich auf Stütze lebe, arbeite ich lieber bei McDoof in Frankfurt/oder. Es ist nciht meine Aufgabe als gebendes Mitglied der
              Solidargemeinschaft, den Leuten ein schönes Leben an einem Ort
              ihrer Wahl zu ermöglichen. Vielmehr ist es die Pflicht eines
              jeden Arbeitslosen, sich schleunigst einen Job zu suchen und
              seine Mitbürger wieder zu éntlasten. Egal, wo dieser Job auch
              ist!
              Mathias, die Leute, die im Osten ein sprichwörtlich schönes
              Leben führen, leben in den seltensten Fällen von Deinen
              Beiträgen.
              Falsch. Sie leben von der Stütze und die bezahle ich schließlich mit. Dennoch sind es einfach zuviel faule Menschen, die
              aufgrund der Tatsache Sozialhilfe nicht arbeiten gehen wollen.
              Allerdings: Würde die Wirtschaft ein Lohn zahlen, der deutlich
              über der Hilfe zum Lebensunterhalt liegt, sähe die Sache ganz
              anders aus.
              Würde die Sozialhilfe wirklich nur das absolute Minimum an Leben ermöglichen, wäre die Motivation deutlich höher, was zu tun.
              Die Wirtschaft wird in Zukunft noch weniger bezahlen, sogar die IG-Metall macht da mit.
              Die nächste Konsequenz ist dann natürlich auch ein deutliches Absenken der Sozialetats.
              Daher denke ich auch, dass die baldige Rezession auch ihre guten Seiten haben wird. Einige Leistungen wird man zweifelsfrei demnächst überprüfen.

              Egal wie man es dreht oder wendet, unsere Gesellschaft ist nun mal auf Leistung ausgelegt. Und wer diese Leistung erbringen kann aber nicht will, braucht eisigen Wind von vorne. Noch ein Grund mehr, sich einen Job im Westen zu suchen und
              nciht im Osten auf meine Kosten hocken zu bleiben.
              Gegenfrage: vieviel Probleme hättst Du damit, von heut auf
              Morgen von Munich nach Klein-Pampow im Norden Berlins zu
              ziehen?
              Gesellschaftlich? Finanziell? Politisch?
              s.o.
              Bevor ich anderen zur Last falle, gehe ich eben woanders hin, solange ich kann.
              Ich habe schon in schlimmen Städten gelebt, das könnte ich auch wieder. Nur habe ich an mir gearbeitet und muß das nicht tun. Wer das beizeiten nicht getan hat, hat dennoch nicht das Recht, heute bei mir abzugreifen!

              Grüße,

              Mathias

            • Antwort von nach 6 Tagen hilfreich
              Re^9: Berlin-Wahl

              Hallö, Ich hatte in den letzten 7 Jahren ca. 8 Wohnungen. Mich hat
              auch niemand gefragt.
              Ich bin seit 1990 9 mal umgezogen. Ich hab damit auch kein Problem. Aber viele andere halt. Ich wäre viel zu stolz gewesen, auch nur
              eine Mark anzunehmen.
              Zu stolz? Mensch, wenn Du kein Kanten Brot mehr daheim hast, nicht weisst, wovon Du Miete zahlen sollst, dann bin ich nicht zu stolz, das zu beantragen, was mir zustehet. Ich würde es aber nicht unt, um nicht arbeiten gehen zu müssen. Davon gibt es jedoch leider zuviele, hierin hast Du Recht. Bevor ich auf Stütze lebe, arbeite ich lieber bei McDoof in
              Frankfurt/oder.
              Glaub ich nicht. Drei-Schicht, für kanppe 7,50 brutto die Stunde, da gehst Du sicher nicht arbeiten.... Mathias, die Leute, die im Osten ein sprichwörtlich schönes
              Leben führen, leben in den seltensten Fällen von Deinen
              Beiträgen.
              Falsch. Sie leben von der Stütze und die bezahle ich
              schließlich mit.
              Du verstehst mich nicht. Ein wirklich schönes Leben führt kein Sozi-Empfänger. Diese mögen faul sein auf Kosten der Allgemeinheit, aber schön Leben? Es ist mehr ein Dahinvegetieren, allerdings meisst selbstverschuldet. Nur verwahre ich mich strikt dagegen, alle Stütze-Empfänger in einen Topf mit den Schmarotzern zu werfen. Dennoch sind es einfach zuviel faule Menschen, die
              aufgrund der Tatsache Sozialhilfe nicht arbeiten gehen wollen.
              Allerdings: Würde die Wirtschaft ein Lohn zahlen, der deutlich
              über der Hilfe zum Lebensunterhalt liegt, sähe die Sache ganz
              anders aus.
              Würde die Sozialhilfe wirklich nur das absolute Minimum an
              Leben ermöglichen, wäre die Motivation deutlich höher, was zu
              tun.
              Die Wirtschaft wird in Zukunft noch weniger bezahlen, sogar
              die IG-Metall macht da mit.
              Die nächste Konsequenz ist dann natürlich auch ein deutliches
              Absenken der Sozialetats.
              Daher denke ich auch, dass die baldige Rezession auch ihre
              guten Seiten haben wird. Einige Leistungen wird man
              zweifelsfrei demnächst überprüfen.
              Und der Endeffekt? Die Zahlen der Hilfeempfänger wird stetig steigen. Mit sinkenden Löhnen und Gehältern werden immer weniger bereit sein, zu arbeiten. Da stören sinkende Leistungen weniger. Leisten kann man sich dann eh kaum noch das wichtigste, da die Lebenshaltungskosten im Gegenzug stetig steigen. Der derzeitige Trend in der Wirtschaft wird zu einer massiven Verarmung ganzer Landstriche und Bevölkerungsschichten führen. Man sollte aufpassen, gewisse Sozialdemokraten haben eine Republik bereits einmal auf ähnliche Weise in den Abgrund geführt.... Ich habe schon in schlimmen Städten gelebt, das könnte ich
              auch wieder.
              Da kann ich zwiefelsohne mithalten, wetten? Schlimmer als Rostock gehts fast nimmer (rein aus sozialen Aspekten). Nur habe ich an mir gearbeitet und muß das nicht
              tun. Wer das beizeiten nicht getan hat, hat dennoch nicht das
              Recht, heute bei mir abzugreifen!
              Ich stimme Dir ja zu, nur: Eben dieses Recht hat er ja, laut Gesetzgeber. Und so lange musst Du es (wenn auch nicht stillschweigend) hinnehmen, dass ein Teil Deiner Beiträge eben dem Sozialwesen zugeführt wird.

              Übrigens ist die Sozialhilfe in Bayern wesentlich höher als in Brandenburg. Wer verschleudert mehr?

              ;-))

              CIAo
              Reiko



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