Kolonialmacht nur jenseits der See?

Von: , Frage gestellt am Mo, 11. Nov 2002

In Zuge des Verwüstungskrieges Russlands in Tschetchenien fällt mir was auf:
Muß zwischen einer Kolonialmacht und seinen Kolonien immer Wasser sein?
Die meisten westeuropäischen Länder haben sich zur Zeit der Kolonisationen in Übersee einen Wettlauf um die Besitzergreifung von Kolonien geliefert.
Das Zarenreich hat die Kolonisation "über Land" gemacht und die Völker und Gebiete bis zur Beringstraße (und darüber hinaus bis nach Alaska) unterworfen. Die UDSSR und als dessen Nachfolgestaat Rußland hat dieses koloniale Erbe übernommen.
Während die westeuropäischen Länder in den vergangenen Dekaden sich (unter teils mächtigem Druck) von ihren Kolonien trennen mußten (bis auf geringfügige Ausnahmen), ist Rußland noch immer eine Kolonialmacht und verweigert vielen Völkern ihre Selbstbestimmung.
Es ist meiner Meinung nach deshalb die letzte Kolonialmacht. Warum wird das nicht in Frage gestellt?

10 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 19 Minuten hilfreich
    nicht ganz einfach

    Hallo Jochen,

    bedenke bitte, daß Rußland bis 19... noch ein reines agrarland war. Da sind die Verhältnisse etwas anders.
    Vielleicht hilft dir das weiter:
    http://...

    Gruß
    Frank

    Team: URL entsprechend der AGB gelöscht

  2. Antwort von nach einer Stunde hilfreich
    Re: Kolonialmacht nur jenseits der See?

    Moin Jochen, Muß zwischen einer Kolonialmacht und seinen Kolonien immer
    Wasser sein?
    Nein, selbstverständlich nicht. Für Historiker ist Russland eine Kollonialmacht wie viele andere auch. Während die westeuropäischen Länder in den vergangenen Dekaden
    sich (unter teils mächtigem Druck) von ihren Kolonien trennen
    mußten (bis auf geringfügige Ausnahmen), ist Rußland noch
    immer eine Kolonialmacht und verweigert vielen Völkern ihre
    Selbstbestimmung.
    Mit dem Zerfall der UdSSR ist auch hier viel passiert. Anfang der Neunziger Jahre löste sich die UdSSR in ihre 15 Unionsrepubliken auf, die uneingeschränkt souverän wurden. der größte Teil (aber längst nicht alle) davon schloss sich zum losen Staatenbund GUS wieder zusammen. Die meisten der ehemaligen Unionsrepubliken haben das Problem, dass sie weiterhin Vielvölkerstaaten sind. Die Frage ist also, inwiefern eine Dekolonisation im Sinne des von dir angesprochenen "verweigern vielen Völkern die Selbstbestimmung" überhaupt Sinn macht und praktikabel, bzw. gewollt ist. Tschetschenien nimmt in diesem Konflikt sicherlich eine Sonderstellung ein, aber die Haltung Russlands macht hier im Zusammenhang der Ereignisse um Afghanistan, den Irak etc. durchaus Sinn. Es ist meiner Meinung nach deshalb die letzte Kolonialmacht.
    Nein, das ist Rußland nicht. Auch China (Tibet) und Israel (Palästina) werden z.B. allgemeinhin als Kolonialmacht angesehen im Sinne der Definition von Kolonialismus als "Kontrolle eines Volkes über ein fremdes unter wirtschaftlicher, politischer und ideologischer Ausnutzung der Entwicklungsdifferenz zwischen den beiden". (vergl. W. Reinhard: Kleine Geschichte des Kolonialismus, ISBN 3520475014 [Buch anschauen]) Warum wird das nicht in Frage gestellt?
    Wird es doch. Grade die Deklaration des Krieges von Russland gegen die Tschetschenen als "Kampf gegen den Terrorismus" im Kielwasser der USA wird doch zumindest von frei denkenden Menschen durchaus bezweifelt. Inwiefern die Weltmächte hier (mal wieder) einen Deal zur Aufteilung der Vorherrschaftsbereiche mit gegenseitigen Stillhalteübereinkommen erzielt haben, werden wir wohl erst in 50 Jahren erfahren :-)

    Gruss
    Marion

    • Antwort von nach 3 Stunden hilfreich
      Re^2: Kolonialmacht nur jenseits der See?

      Hallo pen, Inwiefern die Weltmächte hier
      (mal wieder) einen Deal zur Aufteilung der
      Vorherrschaftsbereiche mit gegenseitigen
      Stillhalteübereinkommen erzielt haben, werden wir wohl erst in
      50 Jahren erfahren :-)
      Nix für ungut, aber stell' Dir mal vor, es wäre anders. Vielleicht gäbe es dann in 50 Jahren überhaupt niemanden mehr, der auch nur irgendwas erfahren könnte.*)

      Gruss
      Bark

      *) Ausser natürlich Alice Schwarzer, die mit Sicherheit auch einen Atomkrieg überleben würde ;-))

      • Antwort von nach 3 Stunden hilfreich
        Re^3: Kolonialmacht nur jenseits der See?

        ahoi Bark, Inwiefern die Weltmächte hier
        (mal wieder) einen Deal zur Aufteilung der
        Vorherrschaftsbereiche mit gegenseitigen
        Stillhalteübereinkommen erzielt haben, werden wir wohl erst in
        50 Jahren erfahren :-)
        Nix für ungut, aber stell' Dir mal vor, es wäre anders.
        Vielleicht gäbe es dann in 50 Jahren überhaupt niemanden mehr,
        der auch nur irgendwas erfahren könnte.*)
        Das war von mir lediglich deskriptiv gemeint und keinesfalls wertend, aber dadurch, dass es deine Phantasie angeregt hat (stell dir mal vor), hast du mir zumindest die Arbeit abgenommen darauf hinzuweisen, dass solche Konstellationen nur solange subjektiv unbedenklich sind, wie man nicht die Begehrlichkeiten der Big-Babes weckt. :-) *) Ausser natürlich Alice Schwarzer, die mit Sicherheit auch
        einen Atomkrieg überleben würde ;-))
        Intelligenz hat schon immer die Überlebenschancen erhöht. Tut mir echt leid für dich Barkley *fg*. -)
        Gruss
        Drache

        • Antwort von nach 4 Stunden hilfreich
          Re^4: Kolonialmacht nur jenseits der See?

          *) Ausser natürlich Alice Schwarzer, die mit Sicherheit auch
          einen Atomkrieg überleben würde ;-))
          Intelligenz hat schon immer die Überlebenschancen erhöht. Tut
          mir echt leid für dich Barkley *fg*.
          ich hab mal gelesen, dass auch kakerlaken einen atomkrieg überleben würden...

          (rein deskriptiv gemeint, natürlich)

          äh - zwinkersmiley!!

          gruss

          • Antwort von nach 4 Stunden hilfreich
            Re^5: Kolonialmacht nur jenseits der See?

            Intelligenz hat schon immer die Überlebenschancen erhöht. Tut
            mir echt leid für dich Barkley *fg*.
            ich hab mal gelesen, dass auch kakerlaken einen atomkrieg
            überleben würden...
            Du meinst, Barkley hätte vielleicht doch eine Chance ?
            Tja, kann sein, danke für den Einwand *g*

            So, jetzt ist aber Schluss mit Plaudern :-))
            *Selbstzenzur*

            Gruss
            Marion

            • Antwort von nach 4 Stunden hilfreich
              Zensur, nicht Zenzur

              Hallo Stiftdrachen :-)

              nurmal so zum Besserwissermodus

              und Tschüß....

            • Antwort von nach 6 Stunden hilfreich
              Rache izt Blutwurzt

              MRZ MARION!

              Zensur=>Zenzur? Okay, zpiele mit.

              Zach' ma....Du beleidigzt mich hier in Abwezenheit und noch bevor ich eine Antwort geben kann, erklärzt Du die Debatte für beendet? Na warte, Zchwarte. Beim Treffen in Hamburg wirzt Du zchwer büzzen müzzen.

              Zo...und ab hier kannzt Du meinetwegen mit Deiner Zenzur anfangen. Intelligenz hat schon immer die Überlebenschancen erhöht. Tut
              mir echt leid für dich Barkley *fg*.
              Und wenn'z zo wäre, warum bizt Du dann zchon zo alt? Vielleicht ein Naturwunder *fg*. Na, man wird'z ja zehen.

              Gruzz
              Tom

            • Antwort von nach 11 Stunden hilfreich
              :-) o.T.

              mit
              *buzzi*

              *g*



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