Antwort von
nach 2 Tagen
hilfreich
Re: Was hat Schröder damit zu tun?
Da du mich so nett abqualifiziert, und
mich als ahnungslosen, nicht denkenden
Schreiber bezeichnet hast, möchte ich
nochmal antworten.
Da Du Dir die Mühe gemacht hast, Deine Anschuldigungen zu erklären, möchte ich Dich nicht im Unklaren lassen, was ich davon halte.
Die rechtsradikalen die Haider
mittlerweile als Versprecher abtut sind
hinlänglich bekannt. Haider lobte die
Prinzipientreue der Waffen-SS und die
vorbildliche Beschäftigungspolitik im
dritten Reich.
Hier sollte man die Texte im Zusammenhang kennen, und nicht nur so, wie sie von böswilligen Journalisten publiziert wurden.
Die Prinzipientreue bezog sich nämlich nicht auf die Waffen-SS im allgemeinen, sondern auf die Veteranen, vor denen Haider diese Rede hielt. Und es war nicht die Treue der SS gemeint, sondern die Haltung dieser alten Menschen, mit der sie zu ihrer damaligen Rolle stehen.
Du mußt nämlich wissen, dass es kurz nach dem Krieg genügend "Wendehälse" gegeben hat, die Stein und Bein schworen, nie etwas mit SS oder SA zu tun gehabt zu haben, nur um in einer politischen Partei wieder an die Macht zu kommen.
Die Geschichte mit der Beschäftigungspolitik war eine Falle des politischen Gegners.
Die Diskussion ging um die Frage, wie man arbeitslose Menschen dazu bewegen kann, eine Arbeit anzunehmen, die nicht gerade lukrativ ist. Und die Vorschläge, die Haider zu diesem Thema machte, veranlaßten einen sozialdemokratischen Abgeordneten zu dem Zwischenruf: "Das ist eine Beschäftigungspolitik wie im dritten Reich!"
Daraufhin konterte Haider, dass dann dort eben eine anständige Beschäftigungspolitik gemacht wurde.
Das hat im ersten Moment auch gar niemanden gestört. Erst in einer Pause haben die sozialdemokratischen Abgeordneten beraten, was aus dieser Aussage zu machen sei.
Und weil natürlich alles und jedes was im 3.Reich geschah falsch sein muß, wurde diese Aussage als rechtsradikal eingestuft.
Das allein ist schon ein
ziemlich unmissverständlicher Hinweis zu
seiner Gesinnung. Es gibt aber noch
weitere Hinweise darauf, daß Haider
braunes Gedankengut vertritt.
Sein Vater war einer der ersten in der
NSDAP und die Partei von Haider, - die
FPÖ - war nach dem Krieg ein Sammelbecken
alter Nazis.
Dass sein Vater in der NSDAP war, verhinderte, dass er sich einer anderen Partei anschließen konnte. So etwas nennt man andernorts Sippenhaftung.
Die FPÖ hat Wahlkampf geführt mit dem
Slogan "Stop der Überfremdung", was für
mich eine harmlose Formulierung einer
deutlichen Gesinnung ist.
Dazu müßtest Du die Probleme mit unserem Fremdengesetz kennen, um das so hinstellen zu können. Aber das würde hier sicher zu weit führen.
Mir persönlich reicht das um Haider nach
rechtsaussen zu stellen. Dir vielleicht
nicht, oderes deckt sich ja auch mit
deinem Weltbild.
Rechts muß aber nicht gleich rechtsaussen sein. Und faschistisch, rassistisch oder nationalsozialistisch ist Haider ganz sicher nicht.
Wenn die europäische Union
Isolierungsmaßnahmen ergreift betrifft
das doch die österreichische Demokratie
überhaupt nicht. Hier verwechselst Du
Ursache und Wirkung. Die FPÖ und ihre
Gesinnung haben bei den europäischen
Verbündeten eine Reaktion ausgelöst. Die
Haider Fraktion versteht sich natürlich
als Opfer einer Verschwörung.
Die Verschwörung hat schon 1986 begonnen und hat ihren Ursprung in der undemokratischen Gesinnung unserer Sozialdemokraten.
Damit das
klar ist: Die Össis können Regierungen
bilden wie sie wollen, daß aber darauf
Reaktionen aus dem Ausland erfolgen, wenn
die Regierung mit demokratischen
Grundsätzen Probleme hat, ist doch auch
verständlich.
Unsere Regierung hat mit demokratischen Grundsätzen keine Probleme. Wer hat Dir denn das eingeredet?
Übrigens sind es sämtliche
Mitgliedsstaaten der EU, die die
Isolierungsmaßnahmen unterstützen.
Was ja nur den Verdacht der Verschwörung bestätigt.
Man könnte das jetzt noch alles weiter
austreten, letztendlich ist doch die
subjektive Einschätzung der Person
Haiders ausschlaggebend. Ich habe mich
noch nie von Rechtspopulisten angezogen
gefühlt, weil sie die Eigenschaften
besitzen Problem auf Randgruppen ohne
Lobby abzuwälzen um beim Volk
Wählerstimmen zu ergattern. Ähnliches gab
es auch bei der Hessen-Wahl bei der
Kampagne gegen den Doppelpass der CDU.
Das zielt auf die latente
Fremdenfeindlichkeit beim Stimmvieh. Viel
wichtiger aber wären Ideen für eine
friedliche Koexistenz verschiedener
Nationalitäen und mehr Toleranz.
Und wie soll eine friedliche Koexistenz und Toleranz aussehen, wenn man gleich mit Ausgrenzung und Isolation reagiert?
Abschließend möchte ich mich für den Vorwurf des Nichtdenkens entschuldigen. Die immerwiederkehrenden gleichlautenden Vorwürfe lassen leider den Schluß des Nachsagen vorgefaßter Meinungen zu.
Gruß Harald