Ein Appell zur Vernunft!

Von: , Frage gestellt am Do, 9. Mär 2000

Aus der gettoattack-Mailingliste (http://www.t0.or.at/gettoattack)


Ein Appell zur Vernunft!

Auch wir wollen zur Vernunft zurückkehren - entsprechend dem Aufruf von Gottfried Pfaffenberger in einer bezahlten Anzeige im "Standard" vom 2. März 2000 - und
"einfach die Wahrheit sagen":

1. "Haider ist kein zweiter Hitler." Haider ist Haider - und das ist schlimm genug. Daß ihn manche mit Hitler verwechseln, ist ein Problem, mit dem er selbst fertig werden
muß. Wir sind es leid, irgend jemandem erklären zu müssen, wer oder was Haider ist.
2. "Österreich ist kein Naziland." Das hat auch kaum jemand behauptet. Doch es ist eines gewesen, und viele ÖsterreicherInnen verhalten sich so, als ob sie das nicht
wüßten.
3. "Österreich ist nicht fremdenfeindlich, hat es doch, gemessen an seiner Einwohnerzahl einen der höchsten Ausländeranteile aller EU-Staaten." Und Südafrika war
niemals rassistisch, weil sein Anteil an Schwarzafrikanern so hoch ist? Die Zahl der in Österreich lebenden AusländerInnen läßt keinen Rückschluß auf das Verhältnis zu,
das die übrigen EinwohnerInnen zu ihnen haben.
4. "In Österreich werden weder ethnische noch religiöse Minderheiten verfolgt. Jetzt nicht und in Zukunft auch nicht." Was in Zukunft geschehen wird, wissen wir nicht.
Doch schon bisher haben sich gewalttätige Übergriffe der Polizei bevorzugt gegen ethnische Minderheiten gerichtet. In der "Kronen Zeitung" hat Österreich nicht nur die
im Verhältnis größte Tageszeitung der Welt, sondern auch ein Blatt, das eine offene rassistische und antisemitische Hetze betreibt. Und in der FPÖ hat Österreich nicht
nur eine große Partei, sondern auch eine Partei, die ihre erfolgreichen Wahlkämpfe und ihre politische Arbeit zum Teil mit rassistischen Parolen bestritten hat.
5. "Österreich ist eines der wenigen europäischen Länder, in dem es keine gewalttätigen Ausschreitungen rechtsradikaler Gruppen gibt." In Österreich sitzen
Angehörige einer rechtsextremen Partei in der Regierung, und zahlreiche rechtsradikale Gruppen wissen sich durch diese Partei in den Gemeinden, in den Ländern und
im Bundesstaat offenbar zufriedenstellend vertreten. Die gewalttätigen Übergriffe besorgt in Österreich die Polizei. Dennoch hat es vereinzelt auch gewalttätige
Ausschreitungen rechtsradikaler Gruppen gegeben. Österreich ist das einzige europäische Land, in dem es ein rechtsradikaler Fanatiker geschafft hat, monatelang
Angehörige von ethnischen Minderheiten und deren tatsächliche und vermeintliche Sympathisanten mittels Briefbomben und Sprengfallen zu terrorisieren.
6. "Österreicher haben enorme Spendengelder für Asylanten und Katastrophengeschädigte aufgebracht." Ja, aber unter der Voraussetzung, daß diese Asylsuchenden
nicht in Österreich um Asyl ansuchen sollen und daß diese Katastrophen "im eigenen Land" - also im fremden - bewältigt werden.
7. "Die derzeitige Regierung verhält sich absolut EU-konform. Österreich ist Nettozahler in der EU und berechtigt bei allen EU-Entscheidungen mitzuwirken." Die
Konformität ist jetzt schon brüchig: wenn das Regierungsprogramm den EU-Beitritt einzelner osteuropäischer Staaten mit der Forderung nach der Entschädigung von
Vertriebenen verknüpft, wenn die FPÖ aktuelle Wahlkämpfe mit der generellen Ablehnung der EU-Osterweiterung bestreitet, wenn Mitglieder der Bundesregierung und
Vertreter der Regierungsparteien durch die Androhung eines Entscheidungsboykotts in den EU-Gremien Österreichs Partner zu erpressen versuchen, wenn
hochrangige Vertreter der FPÖ Österreichs Austritt aus der EU betreiben wollen... Wer mitzahlt schafft (mit-)an? Die Mitwirkung an Entscheidungen in der EU hängt
nicht von der Art und der Höhe der Beitragsleistungen ab.
8. "Österreich ist trotz seines Beitritts zur EU noch immer ein souveräner Staat, der seine Regierung demokratisch und ohne Einmischung von außen bilden kann." Die
Souveränität im Sinne des alten Völkerrechts ist ein zum Teil überholtes Konzept - nicht nur im Binnenverhältnis der EU-Mitgliedsstaaten, sondern auch im bilateralen
und multilateralen Verhältnis der internationalen Staatengemeinschaft. Wenn in letzterem die Unterscheidung von innen und außen - aufgrund internationaler Verträge
und faktischer politischer und militärischer Verhältnisse - nicht nur in Menschenrechtsangelegenheiten fraglich geworden ist, dann ist sie in ersterem auf den meisten
gesetzlichen Ebenen überhaupt nicht mehr eindeutig zu treffen. Ein beachtlicher Teil österreichischer Gesetze wird schon jetzt "in Brüssel" gemacht.
9. "Verantwortungsbewußte österreichische Staatsbürger wollen, daß Regierung und Opposition auf parlamentarischer Ebene in rationaler Weise agieren und lehnen den
permanenten und emotionalen Zuruf von der Straße ab." Verantwortungsbewußte österreichische StaatsbürgerInnen und verantwortungsbewußte BürgerInnen, die
keine österreichischen StaatsbürgerInnen sind, wohl aber in Österreich leben, lieben, arbeiten oder einfach zu Gast sind, wollen, daß Regierung und Opposition auf jeder
Ebene in rationaler Weise agieren. Da die Regierung von sich aus dazu nicht in der Lage ist, gehen sie auf die Straße, um ihr permanent zuzurufen: Agieren sie rational,
treten sie zurück!
10. "Wer mit der Regierung nicht zufrieden ist, kann sie spätestens in 3 1/2 Jahren abwählen. Das ist Demokratie wie wir sie verstehen." Demokratie besteht nicht nur
darin, seine Stimme bei Wahlen abgeben zu dürfen. Demokratie findet in einer aktiven Teilnahme aller BürgerInnen - und nicht nur der wahlberechtigten
StaatsbürgerInnen - am politischen Geschehen in aller Welt statt. Das ist Demokratie, wie wir sie verstehen. Das ist Demokratie, wie sie die österreichische
Bundesverfassung zumindest in Form von Grundrechten garantiert. Und das ist Demokratie, wie sie diesem Land immer noch vielfach fehlt und wie wir sie jetzt
einfordern.

Nur zum Nachdenken

Michael

20 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 20 Stunden hilfreich
    Das ist nicht vernünftig.


    Nur zum Nachdenken

    Michael
    Lieber Michael,
    was Du im vorausgehenden Artikel sagst, hat für mich mit Vernunft nichts zu tun.

    Und zum Nachdenken brauche ich sicher keinen Anstoß von Dir.

    Ein schönes Wochenende wünscht Dir
    Reginchen

    • Antwort von nach einem Tag hilfreich
      Re: Das ist nicht vernünftig.

      was Du im vorausgehenden Artikel sagst,
      hat für mich mit Vernunft nichts zu tun.
      Könntest Du bitte konkrete Punkte zitieren? Und zum Nachdenken brauche ich sicher
      keinen Anstoß von Dir.
      Gestatte mir eine Frage: Warum antwortest Du mir dann und ignorierst meinen Artikel nicht einfach? Offensichtlich denkst Du doch drüber nach. Hoffentlich auch über Deine Einstellung.

      Michael

      • Antwort von nach einem Tag hilfreich
        Re^2: Das ist nicht vernünftig.

        moin michael

        ich denke, "regina" wollte halt mal wieder ein bisschen rumstänkern, wie er/sie/es dies seit Wochen tut.
        Oder hast du bis jetzt auch nur EINEN artikel von "regina" gelesen, der argumentativ und sachlich gehalten war?
        ich nicht.
        ich kann mich auch weiterhin nur fragen, ob es sinnvoll ist, mit solchen leuten zu diskutieren.

        bis dann!

    • Antwort von nach einem Tag hilfreich
      Anstoß zum Nachdenken

      Lieber Michael,
      was Du im vorausgehenden Artikel sagst,
      hat für mich mit Vernunft nichts zu tun.

      Und zum Nachdenken brauche ich sicher
      keinen Anstoß von Dir.
      Habe den Eindruck, daß Du prinzipiell nicht gerne nachdenkst. Was prinzipiell schade ist.

      Schade, j.b.

  2. Antwort von nach einem Tag hilfreich
    Mut zur Vernunft!

    Mut zum Konsens

    Wie könnte der aussehen?

    Mein Wunsch an die FPÖ:

    Keine fremdenfeindliche Plakate, kein wenn auch noch so verstecktes Lob an die Nazis und keine Beleidigungen in Richtung anderer Regierungen. (Kritik, ja natürlich)
    Ein kleines vorsichtiges Lob an Riess-Passer: Sie bittet den israelischen Botschafter zu bleiben.

    Dann könnten SPÖ und GRÜNE langsam beginnen in der FPÖ eine normale Partei zu sehen, die man natürlich kritisieren kann und muß, aber die dann eines eben nicht ist, eine braune Partei.

    Dann könnten die EU-Staaten langsam sämtliche Sanktionen zurücknehmen.

    Mein Wunsch an Politiker aller Parteien.

    Bitte nehmt Österreich, die Menschen in Österreich wichtiger als Eure Ideologie, als Eure Partei.

    Vielleicht träume ich? Vielleicht bin ich nicht der einzige!

    Für ein einiges, friedliches und menschliches Österreich!

    Herbert

    • Antwort von nach 2 Tagen hilfreich
      Re: Mut zur Vernunft!

      Ich hätte noch einen Wunsch an alle Journalisten anzufügen:

      Bitte objektive Berichterstattung und keine Vorurteile propagieren.

      Für ein einiges, friedliches und menschliches Österreich!

      Harald [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

      • Antwort von nach 3 Tagen hilfreich
        Re^2: Mut zur Vernunft!

        Servus Harald!
        Ich hätte noch einen Wunsch an alle
        Journalisten anzufügen:

        Bitte objektive Berichterstattung und
        keine Vorurteile propagieren.
        Da kommen wir zur philosophischen Frage: Kann ein Mensch objektiv sein? Kann vielleicht nur derjeige halbwegs objektiv berichten, dem ein Thema egal ist? Ist die Berichterstattung dann auch gut?

        ... fragt sich Herbert, der sich auch Objektivität in der Berichterstattung wünscht.

        Servus und schöne Grüße nach Linz

        Herbert
        Für ein einiges, friedliches und
        menschliches Österreich!
        Ja, für ein einiges, friedliches und menschliches Österreich!

        • Antwort von nach 3 Tagen hilfreich
          Objektivität

          Servus Herbert! Ich hätte noch einen Wunsch an alle
          Journalisten anzufügen:

          Bitte objektive Berichterstattung und
          keine Vorurteile propagieren.
          Da kommen wir zur philosophischen Frage:
          Kann ein Mensch objektiv sein? Kann
          vielleicht nur derjeige halbwegs objektiv
          berichten, dem ein Thema egal ist? Ist
          die Berichterstattung dann auch gut?
          Da hast Du wahrscheinlich recht.
          Objektivität kann nur ein Unbeteiligter erbringen.

          Aber was mich stört, ist die manipulative Meinungsbildung der Medien. ... fragt sich Herbert, der sich auch
          Objektivität in der Berichterstattung
          wünscht.

          Servus und schöne Grüße nach Linz

          Herbert
          Servus

          Harald
          Für ein einiges, friedliches und
          menschliches Österreich!
          Ja, für ein einiges, friedliches und
          menschliches Österreich!

          • Antwort von nach 4 Tagen hilfreich
            Re: Objektivität

            Servus Harald, Da kommen wir zur philosophischen Frage:
            Kann ein Mensch objektiv sein? Kann
            vielleicht nur derjeige halbwegs objektiv
            berichten, dem ein Thema egal ist? Ist
            die Berichterstattung dann auch gut?
            Da hast Du wahrscheinlich recht.
            Objektivität kann nur ein Unbeteiligter
            erbringen.

            Aber was mich stört, ist die manipulative
            Meinungsbildung der Medien.
            Warum fällt mir bei manipulativ sofort die Kronen Zeitung ein? :-) Bei welchen Themen und bei welchen Medien wird Deiner Meinung nach manipuliert? Würde mich sehr interessieren. Da kann ich mich selber bei der Nase nehmen, wenn ich einer Manipulation zum Opfer gefallen wird.

            Manipuliert die FPÖ? Von SPÖ und GRÜNEN bestellte Sanktionen im Ausland? Bei konservativen Politikern z. B.? Oder ist alles wahr und wir werden von der Presse manipuliert, daß das nicht stimmt? Was ist (die) Wahrheit?

            Ich habe ein interessantes Gespräch mit einer FPÖ-Wählerin geführt. Sie meint, daß vor allem bei der Krankenkassengeschichte manipuliert worden ist. Sie meint, daß man nie vorgehabt hat, sozial Schwache zu belasten. Ich kann mich nicht erinnern, daß es eine Einkommensuntergrenze im Gespräch war. Oder habe ich was überhört/überlesen? Haben Zeitungen da absichtlich was nicht geschrieben?

            Manipuliert Haider? Als man ihm Prinzhorns Hormonzitat vor die Nase hielt, hat er gesagt, wenn Prinzhorn das tatsächlich gesagt habe, was er nicht glaube, würde Prinzhorn aus der FPÖ fliegen. Man hat Haider einen ORF-Mitschnitt vorgespielt, Prinzhorn ist immer noch in der FPÖ.

            Meine Meinung: Wir werden schon seit Menschengedenken manipuliert. Von Politikern und Medien. Nicht einmal die kennen noch die Wahrheit. Naja, wo fünf Menschen sind, gibt es sechs Wahrheiten... Was ist Wahrheit? ... fragt sich Herbert, der sich auch
            Objektivität in der Berichterstattung
            wünscht.
            ... jetzt erst recht.

            Servus und schöne Grüße nach Linz
            Herbert


            Für ein einiges, friedliches und
            menschliches Österreich!



Keine passende Antwort gefunden? Jetzt eigene Frage stellen!