Serbien und Kosovo gibt es auch woanders

Von: , Frage gestellt am Fr, 10. Sep 1999

Wenn man sich jetzt in den Nachrichten die aktuellen Meldungen aus Osttimor ansieht, dann fällt einem doch eine gewisse Parallelität zur serbischen Kosovo-Schlächterei auf:

Hier wie dort gehen gut ausgerüstete Verbrecher und Banditen, die mehr oder weniger offiziell von einem eher mehr als weniger mafiosen Regime unterstützt und ausgerüstet werden, auf eine ziemlich wehrlose Zivilbevölkerung los, indem sie von Haus zu Haus, von Ortschaft zu Ortschaft ziehen und Menschen einer bestimmten Volksgruppe planmäßig und kaltblütig hinschlachten oder im "besten" Fall vertreiben.

Hier wie dort ist die "Ursache" der Schlächterei der klar und demokratisch erklärte Wille eines übergroßen Bevölkerungsanteiles, zu dem Staat, in dem diese Menschen bisher lebten und leideten, nicht mehr gehören zu wollen.

Hier wie dort sind der UNO die Hände gebunden, da sie von so großartigen Staatsgebilden wie der "Volks"-Republik China und dem Säufer- und Mafia-Imperium Rußland an dem gehindert wird, was sie eigentlich tun sollte: Sich wirksam und hart für die Respektierung der elementarsten Menschenrechte einzusetzen, wenn nötig mit Gewalt und mit Hilfe der internationalen Staatengemeinschaft. - Nein, in Osttimor wird die UNO von der indonesischen Regierung und ihren Schergen nicht nur als bürokratische und in ihrer derzeitigen Form funktionsunfähige "Quatschbude" bloßgestellt, sie wird sogar noch gedemütigt und muß sich mit ihren Vertretern selbst Hals über Kopf aus dem Schlachthaus retten.


Einen Unterschied gibt es aber:
Im Fall Kosovo gab es eine andere internationale Organisation, die der handlungsunfähigen UNO das Heft aus der Hand nahm und das tat, was schon der menschliche Anstand gebietet: die NATO. Die NATO griff ein, handelte und stoppte Milosevic und seine Serbenmilizen.

Das Pech für die Osttimoresen ist nur, daß es im südostasiatischen Raum keine der NATO vergleichbare Organisation gibt, sodaß sich die dortigen Menschen, so wie es jetzt aussieht, in ihr Schicksal fügen und flüchten oder sterben müssen.

(Und so würde die Situation auch heute noch im Kosovo aussehen [bzw wäre schon längst jeder Albaner tot oder vertrieben], wenn die NATO damals auf das hysterische Gekreische der linken Chaoten, Farbbeutelwerfer, Gutmenschen und "Pazifisten" gehört hätte.)

Es bleibt zu hoffen, daß sich diesmal trotzdem - auch gegen das Aufheulen der weltweiten vereinigten Linken - insb Australien, die Philippinen (die beide ja schon Bereitschaft dazu erkennen lassen) und (wieder einmal) die USA aufraffen, um das Morden zu stoppen und den Osttimoresen zu ihrem Recht auf Selbstbestimmung zu verhelfen.


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So, das mußte mal gesagt werden. Bei den Schweinereien, die in der Welt laufen, kommt einem ja das Kotzen.

19 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 2 Stunden hilfreich
    Re: Serbien und Kosovo gibt es auch woanders

    Du hast vollkommen recht. ich möchte noch weitergehen: wenn ich irgendwo staatschef wäre, hätte ich schon lange vor der vollversammlung den ausschluss der ähemrepublik china und russland aus dem sicherheitsrat gefordert. deren plätze sollten japan und südafrika einnehmen, damit asien und afrika endlich repräsentiert sind. naja, statt japan besser die philippinen oder indien.diese kindergartenpolitik -"ich bin dagegen-ätschnätsch-veto"- muss endlich aufhören. DAS ist zum kotzen. Es ist unzumutbar, dass ein Militärregime sowas heute noch machen darf. ich dachte, DIE zeiten wären spätestens seit dem kosovokrieg vorbei. oh herr, lass hirn regnen!

    • Antwort von nach 17 Stunden hilfreich
      Re^2: Serbien und Kosovo gibt es auch woanders

      Das Problem ist ja nur, daß es sich bei China und Rußland um Atommstaaten und Großmächte handelt.

      OK, Rußlands Kriegsmaschinerie wird ja heutzutage zum Großteil vom Westen finanziert, wie man ja an den ebenso kostspieligen wie unnützen IWF-"Krediten" (richtige Kredite wären es ja nur dann, wenn man mit einer Rückzahlung rechnen könnte) und der ebenso unnützen EU-"Hilfe" (geholfen wird nur dem Säuferpräsidenten und seinem Mafia-Clan) erkennen kann.
      Es war ja auch sehr auffällig, daß die Russen ihren Dagestan-Krieg starteten, kurz nachdem die EU wieder Geld nach Rußland geschickt hatte. (Da hatten die Herren im Kreml endlich wieder Geld zum Kriegführen.)

      Solange der Westen sich von Jelzin und seinen nahezu täglich wechselnden Regierungen auf der Nase herumtanzen läßt, also trotz der dauernden Obstruktions- und Verhinderungspolitik einer eigentlich schon ehemaligen Großmacht immer wieder aufs neue Geld nach Rußland schickt, das der wirklich hilfsbedürftigen Bevölkerung dort in keinster Weise zugute kommt, sondern auf dubiosen Bankkonten von korrupten und kriminellen Cote d´Azur-Russen verschwindet, solange werden die Russen von ihrer Politik auch nicht abgehen.
      Warum auch? Sie bekommen ja beides: Sie können ihren gekränkten Nationalstolz (der eigentlich nur noch ein Nationaltrotz ist) kultivieren, und zudem steckt der Westen sein Geld der russischen Mafia (zu der ich auch die Regierung zähle) geradezu in den A****.


      China wird man wahrscheinlich nicht so leicht in den Griff bekommen können, aber es wurde ja schon einmal ein chinesischer Staat (Taiwan) aus der UNO ausgeschlossen. Vielleicht macht man das einmal umgekehrt: Die VR China muß gehen, da sie für das System der kollektiven Sicherheit mittlerweile untragbar ist, und dafür wird Taiwan (das sicherlich eher legitimiert ist, für das chinesische Volk zu sprechen) wieder hineingenommen.
      Aber diese Möglichkeit ist wohl doch nur reine Utopie, denn da stecken ganz andere, gewaltige Macht- und Wirtschaftsinteressen mit drin.


      Aber ich gebe Dir auch recht, daß es bei weitem am sinnvollsten wäre, endlich auch Staaten aus der Dritten Welt (bzw Asien und Afrika) zu ständigen Mitglieder des Sicherheitsrats zu machen. Gerade Indien (die größte - trotz aller Probleme - Demokratie der Welt) wäre dafür wohl der erste Kandidat.

      Aber auch was die europäischen Staaten angeht, die sowieso überrepräsentiert sind, gibt es mE Verbesserungsmöglichkeiten.
      So wäre zB ein SR-Sitz für Deutschland, den wirtschaftlich wichtigsten Staat Europas und des Mittelmeerraumes, im Austausch gegen das sowohl wirtschaftlich als auch moralisch und politisch kränkelnde Rußland auch nicht abzulehnen.
      (Und das sage ich, obwohl ich Österreicher bin... *g*)

      • Antwort von nach 17 Stunden hilfreich
        Re^3: Serbien und Kosovo gibt es auch woanders

        Der Sicherheitsrat muss sowieso reformiert werden, egal wer drin ist. das vetorecht muss SOFORT abgeschafft werden. Nur die Vollversammlung darf das Recht haben, eine Entscheidung zu blockieren. Die USA waren/sind ja keineswegs besser: wie gesagt, kindergartenpolitik. Hierbei werden die Interessen der Vöker der Welt völlig ignoriert. Es geht nur um (wirtschaftliche) Macht. Ich würde den Rat auf 9 Mitglieder (USA,GB,F,D,CH,RU,IND,JAP,SÜD) ausbauen, dann gibt es immer eine Entscheidung. Es sei denn, die Vollversammlung (also alle anderen) sind dagegen. Die Afrikaner und Arbaer sind da zwar unterrepräsentiert, aber die sollen sich erstmal selber grün werden. [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

      • Antwort von nach einem Tag hilfreich
        wird nix!

        China wird man wahrscheinlich nicht so
        leicht in den Griff bekommen können, aber
        es wurde ja schon einmal ein chinesischer
        Staat (Taiwan) aus der UNO
        ausgeschlossen. Vielleicht macht man das
        einmal umgekehrt: Die VR China muß gehen,
        da sie für das System der kollektiven
        Sicherheit
        mittlerweile untragbar
        ist, und dafür wird Taiwan (das
        sicherlich eher legitimiert ist, für das
        chinesische Volk zu sprechen) wieder
        hineingenommen.
        Aber diese Möglichkeit ist wohl doch nur
        reine Utopie, denn da stecken ganz
        andere, gewaltige Macht- und
        Wirtschaftsinteressen mit drin.
        Hast du da nicht was übersehen? Taiwan war Ansprechpartner für China im Sicherheitsrat, bis die Chinesen in der VR die Atombombe hatten.
        Dann hat die Welt gekuscht und die VR statt dessen aufgenommen.
        Offiziell gehört Taiwan übrigens immer noch zu China, auch wenn die Realität anders aussieht und Taiwan als eigenständiger Staat behandelt wird.
        Drum gibt es jedes mal diese Machtspiele von der VR wenn Taiwan darüber nachsdenkt sich völlig von China loszusagen. (Mit Planspielen wie "in 5 Tagen wäre Taiwan überrannt!)
        anhand des Verhaltens Chinas bei Grenzstreitigkeiten mit Russland früher, kann man sagen, daß die Chinesen immer das Problem in der Region sein werden. Ganz nach dem damaligen Motto: wir können einen Atomkrieg riskieren - wenn 500 Mio Chinesen sterben, dann haben wir immer noch 600 Mio.
        Mit dem Gegner schaut es anders aus....

        Ivo

        • Antwort von nach einem Tag hilfreich
          Re: wird nix!

          Die Problematik, daß die VR China nicht nur Atommacht ist, sondern auch noch über ein schier grenzenloses Potential an Menschen (Soldaten) verfügt, habe ich ja ua auch mit den Machtinteressen gemeint.
          Mit China wollen es sich nicht einmal die USA verscherzen.

          Und was die wirtschaftliche Seite angeht, geht ja mittlerweile eh schon jede westliche Regierung vor den Chinesen in die Kniee, um nicht einen Handelspartner zu verlieren.

          Vor gar nicht langer Zeit zB die österreichische Re(a)gierung:
          Der chinesische Ministerpräsident wird hofiert, aber geschätzte 10 demostrierende Tibeter werden auf mehrere 100 m "Respektabstand" zu ihm gehalten (während zur gleichen Zeit und in geringerer Entfernung die Serben gegen die Nato und für Milosevic skandieren dürfen...)

          • Antwort von nach einem Tag hilfreich
            Re^2: wird nix!

            Ich hasse westliche Politiker!

            gefühllos
            berechnend
            kalt
            hinterhältig
            intrigant
            populistisch
            ignorant
            unfähig

            um nur ein paar attribute aufzulisten. [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

            • Antwort von nach einem Tag hilfreich
              Re^3: wird nix!

              Ich hasse westliche Politiker!

              gefühllos
              berechnend
              kalt
              hinterhältig
              intrigant
              populistisch
              ignorant
              unfähig

              um nur ein paar attribute aufzulisten.
              ;-)

              Naja, es sind sicher nicht alle so.
              Aber andererseits muß man diese Attribute nicht auf westliche Politiker beschränken.

            • Antwort von nach 2 Tagen hilfreich
              Re^4: wird nix!

              Naja, es sind sicher nicht alle so.
              nein. nur die, die in führenden positionen sind. selbst wenn sie anders sind, zwingt sie doch das etablierte system dazu, wie oben beschrieben zu agieren. Aber andererseits muß man diese Attribute
              nicht auf westliche Politiker
              beschränken.
              das ist richtig. aber von den anderen kriegt man ja nicht soviel mit. und ausserdem haben die meisten ja dann auch solche probleme in ihrem land, dass das ncith ganz so auffällt.

  2. Antwort von nach 3 Tagen hilfreich
    Re: Serbien und Kosovo gibt es auch woanders

    Wenn man sich jetzt in den Nachrichten
    die aktuellen Meldungen aus Osttimor
    ansieht, dann fällt einem doch eine
    gewisse Parallelität zur serbischen
    Kosovo-Schlächterei auf:

    Hier wie dort gehen gut ausgerüstete
    Verbrecher und Banditen, die mehr oder
    weniger offiziell von einem eher mehr als
    weniger mafiosen Regime unterstützt und
    ausgerüstet werden, auf eine ziemlich
    wehrlose Zivilbevölkerung los, indem sie
    von Haus zu Haus, von Ortschaft zu
    Ortschaft ziehen und Menschen einer
    bestimmten Volksgruppe planmäßig und
    kaltblütig hinschlachten oder im "besten"
    Fall vertreiben.

    Hier wie dort ist die "Ursache" der
    Schlächterei der klar und demokratisch
    erklärte Wille eines übergroßen
    Bevölkerungsanteiles, zu dem Staat, in
    dem diese Menschen bisher lebten und
    leideten, nicht mehr gehören zu wollen.

    Hier wie dort sind der UNO die Hände
    gebunden, da sie von so großartigen
    Staatsgebilden wie der "Volks"-Republik
    China und dem Säufer- und Mafia-Imperium
    Rußland an dem gehindert wird, was sie
    eigentlich tun sollte: Sich wirksam und
    hart für die Respektierung der
    elementarsten Menschenrechte einzusetzen,
    wenn nötig mit Gewalt und mit Hilfe der
    internationalen Staatengemeinschaft.
    Wie sollen denn bitte Länder wie Rußland und v.a. die VR China in adäquater Weise Menschenrechtsfragen beurteilen ?
    Die UNO ist m.E. schon lange nicht mehr handlungsfähig. Grund hierfür ist die Politik des "jeden Aufnehmens", um Konflikte zu vermeiden. Wenn alle in der UNO sind, gibt es keinen Ärger mehr.
    Das kann allein schon aufgrund der komplett verschiedenen Kulturen in den einzelnen Mitgliedsstaaten nicht funktionieren.
    Vielleicht sollte man die UNO in eine mit mehr Kompetenzen und ausgewählten Mitgliedern ausgestattete Nachfolgeorganisation überführen. Nein, in Osttimor wird die UNO von der
    indonesischen Regierung und ihren
    Schergen nicht nur als bürokratische und
    in ihrer derzeitigen Form
    funktionsunfähige "Quatschbude"
    bloßgestellt, sie wird sogar noch
    gedemütigt und muß sich mit ihren
    Vertretern selbst Hals über Kopf aus dem
    Schlachthaus retten.
    Das zeigt nur die Handlungsunfähigkeit der Politiker in den Mitgliedsstaaten. Gemütliche Sitzungen bei horrenden Sitzungsgeldern sind bequemer, als Entscheidungen, wie sie hier nötig wären, zu treffen.

    Einen Unterschied gibt es aber:
    Im Fall Kosovo gab es eine andere
    internationale Organisation, die der
    handlungsunfähigen UNO das Heft aus der
    Hand nahm und das tat, was schon der
    menschliche Anstand gebietet: die NATO.
    Die NATO griff ein, handelte und stoppte
    Milosevic und seine Serbenmilizen.

    Das Pech für die Osttimoresen ist nur,
    daß es im südostasiatischen Raum keine
    der NATO vergleichbare Organisation gibt,
    sodaß sich die dortigen Menschen, so wie
    es jetzt aussieht, in ihr Schicksal fügen
    und flüchten oder sterben müssen.
    Ferner ist Osttimor weit weg. Es besteht keine Gefahr für die westl. Staaten. Außerdem hat man keine finanziellen Interessen in diesem Gebiet.
    (Und so würde die Situation auch heute
    noch im Kosovo aussehen [bzw wäre schon
    längst jeder Albaner tot oder
    vertrieben], wenn die NATO damals auf das
    hysterische Gekreische der linken
    Chaoten, Farbbeutelwerfer, Gutmenschen
    und "Pazifisten" gehört hätte.)
    Endlich sagt es mal einer. Im Endeffekt hat allerdings sogar die Führungsspitze der "Grünen" eingesehen, daß es manchmalo nicht anders geht.
    Nur: war der militär. Eingriff wirklich ein Erfolg ?
    Leider habe ich gerade die Zahlen nicht im Kopf, aber gestern wurde in der Zeitung ungefähr so berichtet.

    Man dachte, man hätte ca. 800 serbische Panzer abgeschossen, es waren 400.
    Man dachte, man hätte ca. 400 Flugabwehrstellungen der Serben zerstört, es waren 8.
    Ferner bauen wir die Infrastruktur, welche wir gerade zerstört haben, nun für dasselbe Regime wieder auf !
    Sollen sie ihren Mist doch selber in Ordnung bringen.
    Bevor es in YU keinen Regierungswechsel gibt, würde ich keinen Pfennig bezahlen. Vielmehr würde ich serbische Konten im Ausland dafür benutzen, die NATO-Einsätze sowie die nun folgende Polizeiarbeit zu finanzieren.
    Es bleibt zu hoffen, daß sich diesmal
    trotzdem - auch gegen das Aufheulen der
    weltweiten vereinigten Linken - insb
    Australien, die Philippinen (die beide ja
    schon Bereitschaft dazu erkennen lassen)
    und (wieder einmal) die USA aufraffen, um
    das Morden zu stoppen und den
    Osttimoresen zu ihrem Recht auf
    Selbstbestimmung zu verhelfen.
    Bis dahin ist es für tausende von Menschen zu spät. Man bedenke: es gibt dort nicht so viele.

    Gruß,

    Mathias



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