spanische und deutsche Mentalität.

Von: , Frage gestellt am So, 14. Mär 2004

In Spanien findet ein schrecklicher
Anschlag statt, und die spanische
Bevölkerung steht plötzlich auf der
Seite einer Partei, die "ohne Gewalt"
an das Problem rangehen will.

Sind das Weicheier oder was?

Versteht mich nicht falsch, ich bin
gegen jede Gewalt, aber ich finde es
würdelos, dass ein ganzes Land
den Schwanz einzieht.

Wie würde Deutschland reagieren?
Lieber einen gar heftigen Gegenschlag,
oder ... "reden"??

OK, ich stelle mal die Behauptung
auf, unsere Regierung würde erst mal
eine Terrorsteuer einführen, und das
Geld für die Hinterbliebenen der Selbstmord-
attentäter spenden. Und vom Rest noch eine
kleine Diätenerhöhung :-(((


Gruss, Marco

11 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 2 Stunden hilfreich
    Re: spanische und deutsche Mentalität.

    gewalt erzeugt gegengewalt, hat man dir das nie erklärt?

  2. Antwort von nach 3 Stunden hilfreich
    Re: spanische und deutsche Mentalität.

    Hallo,

    zugegeben: ein Posting, das nach einer Gegenposition schreit! In Spanien findet ein schrecklicher
    Anschlag statt, und die spanische
    Bevölkerung steht plötzlich auf der
    Seite einer Partei, die "ohne Gewalt"
    an das Problem rangehen will.
    Ja, warum nicht. Die Politik bietet verschiedene Lösungswege an. Das Volk nimmt jene an, an die es glaubt bzw. die gefallen. Es gibt den Vorschlag "Feldzug" (Irak-Krieg-Unterstützung des Premier) und die Methode "Nichtangriffspakt". Im Moment sieht es so aus, als hätte das span. Volk erstmal genug von der ersteren. Sind das Weicheier oder was?
    Nur weil man einem keine reinhaut, wenn man provoziert wird, ist man kein Weichei. Manchmal ist es besser, wenn man sich nicht wie ein gereizter Idiot zu einem Gegenschlag verleiten lässt, sondern das Problem (in diesem Fall der zunehmende Islamismus, wenn es dieser war, der den Anschlag verübt hat) bei der Wurzel packt und die Glut nicht noch weiter schürt. Versteht mich nicht falsch, ich bin
    gegen jede Gewalt, aber ich finde es
    würdelos, dass ein ganzes Land
    den Schwanz einzieht.
    Wem ist damit geholfen? Beispiel Israel. Wenn beide Seiten immer weitermachen und "nie den Schwanz einziehen", wie soll das enden? Eine Seite muss irgendwann aufhören? Wie würde Deutschland reagieren?
    Lieber einen gar heftigen Gegenschlag,
    oder ... "reden"??
    Deutschland ist es schon durch das Grundgesetz her verboten, einen Angriffskrieg zu führen. Ich bezweifle auch, dass sich das als Verteidigung hinstellen lässt. Deswegen halte ich das für sehr, sehr unwahrscheinlich. Es gibt aber noch etliche andere Möglichkeiten als Gegenschlag oder "reden". OK, ich stelle mal die Behauptung
    auf, unsere Regierung würde erst mal
    eine Terrorsteuer einführen, und das
    Geld für die Hinterbliebenen der Selbstmord-
    attentäter spenden.
    Blödsinn #1. Und vom Rest noch eine
    kleine Diätenerhöhung :-(((
    Blödsinn #2

    Ich kann wirklich nicht verstehen, wie man einen Gegenschlag (im übrigen: gegen welches Land, gegen welche Institution) als wirksames Gegenmittel gegen derartige Attentate und Anschläge sehen kann. Glaubt Ihr bzw. Du wirklich, dass dies mögliche Anschläge in der Zukunft verhindern kann? Seid ihr der Meinung, dass ein Gegenschlag und die "starke" Position nach Anschlägen die Attentäter glauben macht, dass sie gegen die allmächtigen und übergroßen Westländer nichts mehr ausrichten können und deswegen schnellstmöglich ihren Kampf aufgeben sollten? Ernsthaft?

    Mein Vorschlag: Mehr Bildung im Nahen/Mittleren Osten (eine Untersuchung der UN hat jüngst den Zusammenhang zwischen Bildung und der Achtung von Menschenrechten nachgewiesen), weniger Ausbeutung (Öl), gemäßigter Islam-Unterricht (ich halte nichts von der Entkultivierung. Man sollte den Menschen ihre Wurzeln lassen, ihnen aber beibringen, dass zB die Forderung nach einen Kopftuch nicht im Koran enthalten ist, ebenso wenig wie der derzeitige Djihad). Völliger Irrsinn ist die momentane Einrichtung einer Verfassung, die die Gleichstellung von Mann und Frau proklamiert, ohne dass dies im Bewusstsein der Menschen verankert ist. Auf die Schnelle fällt mir momentan nichts weiteres ein, jedoch sollte der "Westen" endlich aufhören, so viel wie möglich für neue Attentate zu tun!

    Grüße
    Andreas

    • Antwort von nach 3 Stunden hilfreich
      Re^2: spanische und deutsche Mentalität.

      Hallo Herr Pedro zugegeben: ein Posting, das nach einer Gegenposition schreit!
      [Statement]
      Dein Statement ist gut und bedarf nahezu keiner
      Hinzufügung, allerdings ... fällt mir momentan nichts weiteres ein, jedoch sollte der
      "Westen" endlich aufhören, so viel wie möglich für neue
      Attentate zu tun!
      es sei denn, ...

      Ein es sei denn, muss man in
      den Raum stellen.

      Euer CMБ

    • Antwort von nach 22 Stunden hilfreich
      Re^2: spanische und deutsche Mentalität.

      Hi! Man sollte den Menschen
      ihre Wurzeln lassen, ihnen aber beibringen, dass zB die
      Forderung nach einen Kopftuch nicht im Koran enthalten
      ist, ebenso wenig wie der derzeitige Djihad).
      Plapperst du nur irgendwelchen Leuten nach oder hast du den Koran gelesen?

      Wenn letzteres, dann sag mir bitte, wie ein Moslem zum Thema Kopftuch Sure 24/31 und Sure 33/59 (Khoury-Übersetzung von 1992) interpretieren soll?

      Zum zweiten Thema empfehle ich das Studium der Suren 5 und 8:
      "Ungläubig sind gewiss diejenigen, die sagen: Christus, der Sohn Marias, ist Gott."
      "Wahrlich, in die Herzen der Ungläubigen werfe ich Schrecken. So haut ein auf ihre Hälse und haut ihnen jeden Finger ab."

      Derer Sätze gibt es noch mehr im Koran.

      Aber das ist ein anderes Thema.

      Grüße
      Heinrich

      • Antwort von nach einem Tag hilfreich
        Re^3: spanische und deutsche Mentalität.



        Hallo, Plapperst du nur irgendwelchen Leuten nach oder hast du den
        Koran gelesen?
        Ruhig, Brauner. Nein, das Geschriebene war lediglich das Ergebnis einer Unterhaltung mit einem relativ bekannten Islamwissenschaftler.
        Und nein, ich habe den Koran weder gelesen, noch habe ich es in nächster Zeit vor.
        Meines Wissens stand in den Stellen (kann ich leider nicht nachprüfen), dass sich damals Frauen bei Ankunft Fremder verhüllen sollen. Dies bedeutete aber weder ein Kopftuch oder gar eine Burka, sondern schlicht und einfach das Verdecken des Busens.

        Und der Djihaad (auch hier kann ich Dir nicht die genaue Stelle im Koran schreiben) ist keinesfalls gegen Frauen und Kinder zu führen (was bei einem Selbstmordattentat an einer Bushaltestelle zwangsläufig der Fall ist) und vor allem ganz wichtig: Der muss angekündigt werden (was zB in New York bzw Madrid nicht der Fall war).

        Meine Meinung zu dem Thema ist eben, dass sich bestimmte Gruppen bestimmte Passage aus den Gebetbüchern rauspicken, die ihnen in den Kram passen. Und hier sind wir wieder bei meinem Vorschlag: Koran ja, aber ohne Interpretation gewaltbereiter Islamisten sondern Aufklärung in diesem Bereich (so schwierig das dann auch zu gestalten ist).

        Grüße
        Andreas

  3. Antwort von nach 7 Stunden hilfreich
    Re: spanische und deutsche Mentalität.

    Hallo,
    Sind das Weicheier oder was?

    war Gandhi ein Weichei?

    Gruß
    Camilla

  4. Antwort von nach 23 Stunden hilfreich
    Re: spanische und deutsche Mentalität.

    In Spanien findet ein schrecklicher
    Anschlag statt, und die spanische
    Bevölkerung steht plötzlich auf der
    Seite einer Partei, die "ohne Gewalt"
    an das Problem rangehen will.
    Ich glaube der Grund waren eher die allzu durchschaubaren Lügen über die tatsächlichen Urheber der Anschläge. Wenn der Premierminister persönlich Zeitungen anruft, um sie von seiner Version der Geschichte zu überzeugen, ist halt auch dem Dümmsten klar. daß Misstrauen angebracht ist.

    LG
    Stuffi

  5. Antwort von nach einem Tag hilfreich
    Re: spanische und deutsche Mentalität.

    Versteht mich nicht falsch, ich bin
    gegen jede Gewalt, aber ich finde es
    würdelos, dass ein ganzes Land
    den Schwanz einzieht.
    Die Spanier haben einfach die naheliegende Konsequenz gezogen. Rund 90% der Bevölkerung war gegen den Krieg im Irak und eines der wichtigsten Argumente bestand darin, daß mit diesem Krieg weitere Anschläge provoziert werden und Spanien sich mit seiner Beteiligung an diesem Krieg zu einem potentiellen Ziel solcher Angriffe macht. Wie soll die spanische Bevölkerung wohl sonst reagieren, nachdem sich diese Befürchtungen nun bestätigen? Soll sie gegen ihre ursprüngliche Überzeugung nachträglich auf den Konfrontationskurs der Regierung einschwenken, obwohl sich dieser als kontraproduktiv erwiesen hat? Das wäre doch völlig unlogisch.

    • Antwort von nach einem Tag hilfreich
      Berechtigte und unberechtigte Gewalt???

      Die Spanier haben einfach die naheliegende Konsequenz gezogen.
      Rund 90% der Bevölkerung war gegen den Krieg im Irak und eines
      der wichtigsten Argumente bestand darin, daß mit diesem Krieg
      weitere Anschläge provoziert werden und Spanien sich mit
      seiner Beteiligung an diesem Krieg zu einem potentiellen Ziel
      solcher Angriffe macht. Wie soll die spanische Bevölkerung
      wohl sonst reagieren, nachdem sich diese Befürchtungen nun
      bestätigen? Soll sie gegen ihre ursprüngliche Überzeugung
      nachträglich auf den Konfrontationskurs der Regierung
      einschwenken, obwohl sich dieser als kontraproduktiv erwiesen
      hat? Das wäre doch völlig unlogisch.
      Der Angriffskrieg gegen den Irak war unberechtigt.

      Ist deshalb der Terroranschlag gegen unschuldige
      Zivilisten, die sogar *gegen* den Krieg waren
      berechtigt?

      Sich zu wehren ist *immer* gerechtfertigt,
      aber einfach auf Schwächere (spanische
      Zivilisten) einzuprügeln, weil man sich
      nicht direkt mit der Regierung anlegen kann,
      ist absolut daneben.

      Wie auch immer der Gesamtkonflikt angefangen
      hat, so ein feiger Anschlag ist *nicht*
      berechtigt. Durch nichts.


      Gruss, Marco



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