Forderung nach mehr Mitspracherecht!

Von: , Frage gestellt am Do, 2. Dez 1999

Der Dachverband der US-Gewerkschaften, AFL/CIO, hatte schon im Vorfeld der WTO-Runde in Seattle eine Großdemonstration angekündigt. Die Gewerkschaften forderten die WTO auf, Mindeststandards für Arbeitnehmerrechte festzuschreiben. Sie fürchten die Verlagerung von Arbeitsplätzen in Billiglohnländer. Andere Gruppierungen traten für verbesserten Umweltschutz ein. Eine andere Forderung der Demonstranten war mehr Mitspracherecht: "Wenn die Welt demokratischer wird, muss auch die WTO demokratischer werden."

Wie wäre es mit diesem Thema welches uns ALLE betrifft!
Gruß Ina

73 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach einer Stunde hilfreich
    endlich wieder strassenschlachten

    ich denke, die bürger in den usa haben denen "da oben" verdammt klar gemacht, was sie von wild wucherndem kapitalismus ohne jegliche staatliche kontrolle halten.

    und schon folgten die ersten rückzieher, wenn auch nur verbal und floskelhaft von Clinton, Schröder und Konsorten...
    ich bin gespannt... schön dass es noch leute gibt, die sich für ihre zukunft interessieren. [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

    • Antwort von nach 3 Stunden hilfreich
      Re: 'ENDLICH' ????? (Chaostage in Seattle)

      Im Grundsätzlichen gehe ich sicher auch konform mit der Meinung, daß sich (auch) die WTO mehr für Belange wie fairen Güteraustausch zwischen 1. und 3. Welt (aber was ist "fair"?), für verstärkten Schutz der Umwelt bzw Schonung der Ressourcen dieser Planeten (das geht wohl an erster Stelle an die Adresse der USA), für weltweite soziale Mindeststandards (aber welche Mindeststandards - sollen dieselben Standards wie in der EU zB auch in Indien gelten? Können sie das überhaupt?) etc pp interessieren sollte.

      Aber daß man die Straßenschlachten, die sich ein wütender und vermummter Pöbel in Seattle mit der Polizei liefert, "endlich" begrüßt, zeugt doch von - gelinde gesagt - gewisser Naivität. Wenn so ein wünschenswertes "Interesse" für die Zukunft aussehen soll, dann interessiere ich mich lieber für gar nix...
      Mit Zerstörung und Anarchie, wie sie zZ gerade in Seattle von diesen linken Anarchos, Ökofaschisten, Grünverbrechern und Neokommunisten vorexerziert wird, wird man der Lösung jener Probleme, wie sie sich unserem Planeten für das 21. Jh stellen, sicher nicht näher kommen.
      Eher im Gegenteil: Der Mob, der jetzt gerade wütet, wird in der arbeitenden Bevölkerung (jawohl: "arbeitend" - denn Zusammenrottung und linke Agitation ist keine Arbeit!) eher jede Sympathie und Einsicht für va ökologische Reformen, die auch große Umwälzungen in der Arbeits- und Steuerpolitik mitbringen werden, vernichten.

      Dabei muß man sich natürlich im klaren darüber sein, daß die Gewalttätigen nur eine kleine Minderheit neben all jenen sind, die (wie insb die Gewerkschaften) friedlich, deswegen aber nicht minder deutlich auf ihre Anliegen hinweisen.
      Nur widerstrebt es zB mir persönlich, auch für diese Demonstranten größere Sympathien zu hegen, wenn daneben diverse Polizisten und Konferenzteilnehmer krankenhausreif geprügelt werden, das "Kapital" bzw der "Kapitalismus" in Anlehnung an die Diktion unseliger Zeiten pauschal verteufelt wird, Geschäfte und Autos einfach aus der Lust am Zerstören und als Mittel des "Meinungsäußerung" in Brand gesetzt bzw zertrümmert werden.
      Und wenn die von den Demonstranten geforderte "Demokratisierung" so aussieht, dann kann ich darauf auch gerne verzichten.

      Es ist mir auch bewußt, daß die Menschen (in vielen Fällen wohl auch berechtigte) Angst vor der neuen Globalität haben, aber man darf nicht übersehen, daß es auf der anderen Seite auch viele Gewinner dieser Entwicklung gibt. Wirtschaft ist eben ein ständiges Gewinnen und Verlieren.
      Ziel einer Weltwirtschaftsordnung kann es deswegen mE nicht sein - wie jetzt von Demonstrantenseite gefordert wird -, den weltweiten Freihandel einfach aufzuheben bzw gar nicht erst erstarken zu lassen, oder nur die Verlierer zu schützen, indem man niemanden mehr gewinnen läßt.
      Denn Wohlstand und Entwicklung ist nur in einer Wirtschaft möglich, in der den einzelnen Wirtschaftssubjekten jede Freiheit gegeben wird, sich in einem freien Wettbewerb zu messen und ohne Behinderung von staatlicher Seite sein eigenes Glück anzustreben. (Die Ostblockwirtschaft ist der beste Beweis dafür.)
      Das schließt mE aber keineswegs regulierende staatliche Eingriffe aus, wenn auch diese auf die Garantierung ebendieser "Dispositionsfreiheit" (sei es durch arbeitsrechtliche Normen, sei es durch wettbewerbsrechtliche Normen etc) abzielt. Doch sollte man sich bei jedem dieser Eingriffe immer die Frage stellen, ob man sie noch unter den Begriff "soziale Marktwirtschaft" oder schon unter "sozialistische Wirtschaft" einordnen kann.


      Abgesehen von dieser Problematik möchte ich nur noch anmerken, daß die Hilflosigkeit bzw mangelnde Vorbereitung der Sicherheitskräfte in Seattle wohl nicht von ungefähr kommt.
      Denn die Chaostage von Seattle wurden ja schon Wochen vorher insb im Internet angekündigt, aber Clinton, dessen Vize Al Gore für die nächsten US-Präsidentschaftswahlen va auch auf die Stimmen der amerikanischen Öko-Lobby zählt, wollte eben dieses Wählerpotential nicht vo den Kopf stoßen. Darauf läßt auch das jüngste, eher sehr halbherzige Statement Clintons zu den Gewaltexzessen schließen.

      • Antwort von nach 5 Stunden hilfreich
        jawoll, endlich

        das war aber ne ganze menge...

        naja jedenfalls bin ich natürlich nicht dafür, da einen bürgerkrieg auf dauer durchzuführen, aber offensichtlich muss manchmal erst eine eskalation stattfinden, damit die leute auf manche problematik aufmerksam werden.

        • Antwort von nach einem Tag hilfreich
          Re: jawoll (?), endlich (?)

          naja jedenfalls bin ich natürlich nicht
          dafür, da einen bürgerkrieg auf dauer
          durchzuführen, aber offensichtlich muss
          manchmal erst eine eskalation
          stattfinden, damit die leute auf manche
          problematik aufmerksam werden.
          Aufmerksam auf eine Problematik macht man, indem man jemand anderen darauf hinweist, seine Argument, Probleme, Anliegen, Themen vorbringt und vermittelt (sei es durch Sprechchöre, friedliche Demonstrationen, Plakate, Transparente, von mir aus auch durch aktionistische, aber gewaltlose Veranstaltungen).
          Mit Gewalt und Zerstörung macht man nur auf sich selbst und seine mangelnden sozialen Fähigkeiten aufmerksam.

          Oder schlägst Du auch gleich zu, wenn Dir einmal was gegen den Strich geht?

          Ich denke nicht... :-)
          P.

          • Antwort von nach einem Tag hilfreich
            Re^2: jawoll (?), endlich (?)

            Aufmerksam auf eine Problematik macht
            man, indem man jemand anderen darauf
            hinweist, seine Argument, Probleme,
            Anliegen, Themen vorbringt und vermittelt
            (sei es durch Sprechchöre, friedliche
            Demonstrationen, Plakate, Transparente,
            von mir aus auch durch aktionistische,
            aber gewaltlose Veranstaltungen).
            Ja, und die Reaktion sind Ignoranz und ein massives Polizeiaufgebot. Tolle De-Eskalationsstrategie. Mit Gewalt und Zerstörung macht man nur
            auf sich selbst und seine mangelnden
            sozialen Fähigkeiten aufmerksam.
            Mag sein. Trotzdem finde ich es gut, dass es auch militante Leute gibt, die sich nicht alles gefallen lassen. Argumente mögen die nicht haben, aber das ist denen auch ziemilch egal. Die Anderen dürfte das nicht zusehr berühren. Oder schlägst Du auch gleich zu, wenn Dir
            einmal was gegen den Strich geht?
            nö. ich kann mich ja artikulieren. allerdings: werde ich ignoriert oder abgekanzelt kann ich auch rabiat werden. aber nicht brutal.

            ciao

            • Antwort von nach einem Tag hilfreich
              Re^3: jawoll (?), endlich (?)

              Ja, und die Reaktion sind Ignoranz und
              ein massives Polizeiaufgebot. Tolle
              De-Eskalationsstrategie.
              EIn halbwegs vernünftiger und rechtstreuer Mensch fühlt sich durch Polizei nicht a priori bedroht, weswegen allein die Präsenz von Polizisten, wie sie bei jeder (auch friedlichen) Demo üblich ist, wohl noch keine Eskalation bedeutet.
              Zur "Eskalation" kommt es erst, wenn die Demonstranten (wie in Seattle) gewalttätig werden und die Polizei deswegen eingreifen muß.
              Die Polizei sitzt in der Hinsicht sowieso auf dem kürzeren Ast, weil die sich IMMER so weit wie möglich zurück halten muß, während die Anarchos sich austoben können (siehe auch zB die Kurden-"Proteste": da haben sich die "Demonstranten" nicht bei der Polizei, aber bei den Israelis tödlich verschätzt). Mag sein. Trotzdem finde ich es gut, dass
              es auch militante Leute gibt, die sich
              nicht alles gefallen lassen.
              Mhm, mhm...
              Du weißt schon, daß dieser Satz auch die Skinheads zB von Hoyerswerda "rechtfertigt", die sich die Asyl- und Ausländerpolitik der deutschen Regierung "nicht gefallen ließen" und "militant" wurden, also das Asylantenheim angezündet haben?
              Denk mal darüber nach, was Du so von Dir gibst. Oder ist Gewalt von links für Dich OK, von rechts aber nicht? Argumente
              mögen die nicht haben, aber das ist denen
              auch ziemilch egal.
              Die haben auch keine Argumente, deswegen müssen sie ja auf Mittel wie Gewalt und Vernichtung ausweichen. Wer nichts zu sagen hat, der muß schlagen.
              Daß das diesen Verbrechern "egal" ist, ist ein weiterer Hinweis auf die mangelnden intellektuellen und menschlichen Fähigkeiten der "Autonomen". Oder schlägst Du auch gleich zu, wenn Dir
              einmal was gegen den Strich geht?
              nö. ich kann mich ja artikulieren.
              Dann hätten wir ja ein Problem weniger. :-))) allerdings: werde ich ignoriert oder
              abgekanzelt kann ich auch rabiat werden.
              aber nicht brutal.
              Hmmm... ZB wenn Dich die Wurstbedienung im Supermarkt "ignoriert" und jemand anderen zuerst bedient, setzt Du dann die Wursttheke "rabiat, aber nicht brutal" in Brand?
              Wenn Deine Freundin mit Dir Schluß macht und Dich somit "abkanzelt", schlägst Du ihr dann "rabiat, aber nicht brutal" ein blaues Auge?
              ciao
              Ciao

            • Antwort von nach 2 Tagen hilfreich
              Re^4: jawoll (?), endlich (?)

              EIn halbwegs vernünftiger und
              rechtstreuer Mensch fühlt sich durch
              Polizei nicht a priori bedroht, weswegen
              allein die Präsenz von Polizisten, wie
              sie bei jeder (auch friedlichen) Demo
              üblich ist, wohl noch keine Eskalation
              bedeutet.
              Zur "Eskalation" kommt es erst, wenn die
              Demonstranten (wie in Seattle)
              gewalttätig werden und die Polizei
              deswegen eingreifen muß.
              Die Polizei sitzt in der Hinsicht sowieso
              auf dem kürzeren Ast, weil die sich IMMER
              so weit wie möglich zurück halten muß,
              während die Anarchos sich austoben können
              (siehe auch zB die Kurden-"Proteste": da
              haben sich die "Demonstranten" nicht bei
              der Polizei, aber bei den Israelis
              tödlich verschätzt).
              na gut, lassen wir die kurden beiseite, ansonsten stimmt das schon. andererseits prügelt die bullerei auch gerne mal auf harmlose und friedlihce demonstranten ein, wenn sie erstmal losgelegt hat: siehe Anti-Atomkraft-Demos. Du weißt schon, daß dieser Satz auch die
              Skinheads zB von Hoyerswerda
              "rechtfertigt", die sich die Asyl- und
              Ausländerpolitik der deutschen Regierung
              "nicht gefallen ließen" und "militant"
              wurden, also das Asylantenheim angezündet
              haben?
              nee, eigentlich nicht, da sich die gewalt hier gegen eine internationale organisation gerichtet hat und nicht gegen einzelne menschen, wie in hoyerswerder. hätten die rechten damals in bonn strassenschlachten angezettelt wäre das was anderes, oder? Denk mal darüber nach, was Du so von Dir
              gibst. Oder ist Gewalt von links für Dich
              OK, von rechts aber nicht?
              eigentlich schon. klingt asi, ich weiss. Daß das diesen Verbrechern "egal" ist,
              ist ein weiterer Hinweis auf die
              mangelnden intellektuellen und
              menschlichen Fähigkeiten der "Autonomen".
              wohl wahr. Hmmm... ZB wenn Dich die Wurstbedienung
              im Supermarkt "ignoriert" und jemand
              anderen zuerst bedient, setzt Du dann die
              Wursttheke "rabiat, aber nicht brutal" in
              Brand?
              nein, verbal rabiat. oder kann man auch verbal brutal werden? naja wahrscheinlich. ich meinte jedenfalls verbal aggressiv.

              ciao

            • Antwort von nach 2 Tagen hilfreich
              Re^5: jawoll (?), endlich (?)

              na gut, lassen wir die kurden beiseite,
              ansonsten stimmt das schon. andererseits
              prügelt die bullerei auch gerne mal auf
              harmlose und friedlihce demonstranten
              ein, wenn sie erstmal losgelegt hat:
              siehe Anti-Atomkraft-Demos.
              Da hast Du Recht. Hat's bei uns bei der Besetzung von Hainburg auch gegeben. soweit ich mich noch erinnern kann...
              Aber der springende Punkt ist halt, daß jene Demonstranten in Seattle, um die es bei uns geht, eben nicht friedlich waren. nee, eigentlich nicht, da sich die gewalt
              hier gegen eine internationale
              organisation gerichtet hat und nicht
              gegen einzelne menschen, wie in
              hoyerswerder.
              Gegen eine "Organisation" kann man keine Gewalt üben, nur gegen Menschen oder Sachen. In Seattle haben die Anarchos ja auch nicht auf "die" WTO engetreten, sondern auf die Delegierten. hätten die rechten damals
              in bonn strassenschlachten angezettelt
              wäre das was anderes, oder?
              Was war damals in Bonn? Mir ist glaub ich was entgangen, bzw versteh ich nicht, was Du meinst. (Das ist jetzt nicht zynisch gemeint! Ich weiß wirklich nicht, worums geht, sorry.) Denk mal darüber nach, was Du so von Dir
              gibst. Oder ist Gewalt von links für Dich
              OK, von rechts aber nicht?
              eigentlich schon. klingt asi, ich weiss.
              *Hehe* nein, verbal rabiat. oder kann man auch
              verbal brutal werden? naja
              wahrscheinlich. ich meinte jedenfalls
              verbal aggressiv.
              Ok, akzeptiert.
              Aber die Leute in Seattle waren halt nicht nur verbal "aktiv".

              Servus :-)
              P.

            • Antwort von nach 2 Tagen hilfreich
              Re^6: jawoll (?), endlich (?)

              Da hast Du Recht. Hat's bei uns bei der
              Besetzung von Hainburg auch gegeben.
              soweit ich mich noch erinnern kann...
              Aber der springende Punkt ist halt, daß
              jene Demonstranten in Seattle, um die es
              bei uns geht, eben nicht friedlich waren.
              ja gut. Gegen eine "Organisation" kann man keine
              Gewalt üben, nur gegen Menschen oder
              Sachen. In Seattle haben die Anarchos ja
              auch nicht auf "die" WTO engetreten,
              sondern auf die Delegierten.
              JA schön, aber diese Delgierten repräsentieren doch diese Organisation. hätten die rechten damals in bonn strassenschlachten angezettelt
              wäre das was anderes, oder?
              Was war damals in Bonn? Mir ist glaub ich
              was entgangen, bzw versteh ich nicht, was
              Du meinst. (Das ist jetzt nicht zynisch
              gemeint! Ich weiß wirklich nicht, worums
              geht, sorry.)
              ich meinte, wären die rechten nach Bonn gefahren anstatt Krawall in Hoyerswerda zu machen und hätten sich dann da mit der Bullerei geprügelt, dann wäre das für mich zwar nicht OK, aber verstädnlich. Ok, akzeptiert.
              Aber die Leute in Seattle waren halt
              nicht nur verbal "aktiv".
              wohl wahr. was soll man machen, wenn einem die oberen nicht zuhören?

              ciao



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