ÖVP Innen- und Aussenpolitik

Von: , Frage gestellt am So, 5. Dez 1999

Hallo Freunde!
ÖVP-Obmann Schüssel hat heute bei der Pressestunde seine ‚Forderungen' bekanntgegeben, bei deren Einhaltung eine ÖVP-Beteiligung an einer Regierung denkbar wäre.

Zwei davon möchte ich herausgreifen:

Österreich soll die Neutralität zu Gunsten einer 'Friedenspartnerschaft' innerhalb der EU aufgeben. Eventuell: Natobeitritt
Mein Einwand: Österreich ist mit der Neutralität immer gut gefahren. Sie war sowohl für unser Land, als auch für andere Staaten. (Konferenzen zwischen Ost und West) vorteilhaft.
Gegeneinwand: Bei einem Krieg, so unwahrscheinlich er auch ist (hoffe ich doch) könnte unser Heer höchstens Liechtenstein stoppen.

Keine Grundsicherung bei Pensionen; Pensionen sollen Versicherungscharakter behalten.
Mein Einwand: Arbeitsuche wird bei unseren älteren Mitmenschen immer schwieriger. Ein Blick in unsere Zeitungen kann das bestätigen. Es kann schon passieren, daß ein paar Jahre fehlen. Auch bei Menschen, die 30 Jahre oder länger gearbeitet haben. Alle anderen Parteien haben Vorschläge über Grundsicherung im Alter gemacht, so unterschiedlich sie auch sein mögen.
Gegeneinwand: Wer soll das bezahlen? Wer hat Vorschläge?

Für mich sieht's so aus, daß die ÖVP, die als einzige der Parteien beschlossen hat in Opposition zu gehen, mit einiger Wahrscheinlichkeit doch in der nächsten Regierung sitzen wird. Sie wird auf jeden Fall versuchen diese Forderungen durchzusetzen. Was ist Eure Meinung?

Servus
Euer Herbert

88 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach einer Stunde hilfreich
    Re: ÖVP Innen- und Aussenpolitik

    Mein Einwand: Österreich ist mit der
    Neutralität immer gut gefahren. Sie war
    sowohl für unser Land, als auch für
    andere Staaten. (Konferenzen zwischen Ost
    und West) vorteilhaft.
    Mein Gegenargument:
    Österreich ist mit (eigentlich trotz) seiner Neutralität nur deswegen "gut gefahren", weil wir immer die Nato im Rücken hatten. Hätte es die Nato nicht gegeben und hätten die Russen nicht gewußt, wie die Nato reagieren würde, hätte uns der Warschauer Pakt wahrscheinlich schon überrannt.
    Schließlich weiß man ja heute, daß im russischen Militär zB 1968 Ideen herumgeschwirrt sind, wonach man die "Intervention" in der CSSR auch gleich nützen sollte, um im selben Zug über Österreich Tito-Jugoslawien in die Zange zu nehmen und damit wieder auf Kurs zu bringen.
    Um die Neutralität hätte sich im Fall des Falles keiner der beiden Blöcke einen Dreck geschert, schließlich ist gerade das Donaugebiet als Aufmarschgebiet bzw die Lage Österreichs als "Riegel" zwischen D und Italien strategisch viel zu interessant.

    Abgesehen davon, ist Österreich sowieso schon längst nicht mehr "neutral" im eigentlichen Sinn des Wortes. Ein richtig neutraler Staat (wie die Schweiz) könnte nicht an der PfP teilnehmen, könnte nicht Mitglied von UNO oder EU sein, wäre nach Völkerrecht zur Haltung eines effizienten Heeres verpflichtet (sodaß man im Winter zB keine Nato-Hubschrauber als Hilfe anfordern müßte).

    Und die Konferenzen machen in letzter Zeit sowieso einen großen Bogen um das "neutrale" Österreich:
    Dayton liegt im Nato-Staat USA, genauso wie der Friede von Oslo in Norwegen beschlossen wurde. Auch die OSZE trifft sich im Nato-Land Türkei...
    Und auf den Klima als Vermittler ist die Welt wohl auch nicht angewiesen... Sie wird auf jeden
    Fall versuchen diese Forderungen
    durchzusetzen. Was ist Eure Meinung?
    Die ÖVP soll sich aus der Umklammerung der SPÖ lösen und mit der FPÖ koalieren. Nur so kann sie ihre Ziele sinnvoll umsetzen und gleichzeitig ihren Abwärtstrend dadurch beenden, indem sie die FPÖ durch eine Regierungsbeteiligung "entzaubert".
    Jaja, werft jetzt ruhig mit Beschimpfungen auf mich....

    Gruß
    P.

    • Antwort von nach 6 Stunden hilfreich
      Re^2: ÖVP Innen- und Aussenpolitik

      Servus Mein Einwand: Österreich ist mit der
      Neutralität immer gut gefahren. Sie war
      sowohl für unser Land, als auch für
      andere Staaten. (Konferenzen zwischen Ost
      und West) vorteilhaft.
      Mein Gegenargument:
      Österreich ist mit (eigentlich trotz)
      seiner Neutralität nur deswegen "gut
      gefahren", weil wir immer die Nato im
      Rücken hatten. Hätte es die Nato nicht
      gegeben und hätten die Russen nicht
      gewußt, wie die Nato reagieren würde,
      hätte uns der Warschauer Pakt
      wahrscheinlich schon überrannt.
      Das stimmt, die Pläne gab es wirklich. Aber, ich denke auf der anderen Seite war es dem Warschauer Pakt wichtig, daß es ein neutrales Land zwischen den beiden Blöcken gegeben hat. Immerhin war Ostösterreich das einzige von der Sowjetunion wieder freigegebene Gebiet. Im übrigen habe ich mal gehört, daß Deutschland eine ähnliche Chance gehabt hat. Deutschland hätte sich neben ein paar anderen Dingen verpflichten müssen, neutral zu bleiben. Wer weiß wie mehr darüber? Schließlich weiß man ja heute, daß im
      russischen Militär zB 1968 Ideen
      herumgeschwirrt sind, wonach man die
      "Intervention" in der CSSR auch gleich
      nützen sollte, um im selben Zug über
      Österreich Tito-Jugoslawien in die Zange
      zu nehmen und damit wieder auf Kurs zu
      bringen.
      Um die Neutralität hätte sich im Fall des
      Falles keiner der beiden Blöcke einen
      Dreck geschert, schließlich ist gerade
      das Donaugebiet als Aufmarschgebiet bzw
      die Lage Österreichs als "Riegel"
      zwischen D und Italien strategisch viel
      zu interessant.
      Schon richtig, ich weiß natürlich, daß die Neutralität im Kriegsfall nicht viel wert gewesen wäre. Es geht aber auch um andere Dinge, z.B. Militäreinsätze. Kann es uns egal sein, wenn unsere Kinder in fremde Länder geschickt werden, um zu kämpfen und dort vielleicht sterben? Wer weiß welchen Weg die Nato in Zukunft geht. Natürlich wäre es dann nicht gerecht, bei einem Überfall die Nato zu Hilfe zu rufen. Hier bin ich, wie in so vielen Dingen, im Zwiespalt mit mir selber. Abgesehen davon, ist Österreich sowieso
      schon längst nicht mehr "neutral" im
      eigentlichen Sinn des Wortes. Ein richtig
      neutraler Staat (wie die Schweiz) könnte
      nicht an der PfP teilnehmen, könnte nicht
      Mitglied von UNO oder EU sein, wäre nach
      Völkerrecht zur Haltung eines effizienten
      Heeres verpflichtet (sodaß man im Winter
      zB keine Nato-Hubschrauber als Hilfe
      anfordern müßte).
      Stimmt natürlich, aber das sehe ich als Definitionssache. Ich finde, jeder Staat sollte das Recht haben, selbst zu bestimmen, wie 'neutral' er ist.
      Und die Konferenzen machen in letzter
      Zeit sowieso einen großen Bogen um das
      "neutrale" Österreich:
      Dayton liegt im Nato-Staat USA, genauso
      wie der Friede von Oslo in Norwegen
      beschlossen wurde. Auch die OSZE trifft
      sich im Nato-Land Türkei...
      Und auf den Klima als Vermittler ist die
      Welt wohl auch nicht angewiesen...
      Stattgegeben Sie wird auf jeden
      Fall versuchen diese Forderungen
      durchzusetzen. Was ist Eure Meinung?
      Die ÖVP soll sich aus der Umklammerung
      der SPÖ lösen und mit der FPÖ koalieren.
      Nur so kann sie ihre Ziele sinnvoll
      umsetzen und gleichzeitig ihren
      Abwärtstrend dadurch beenden, indem sie
      die FPÖ durch eine Regierungsbeteiligung
      "entzaubert".
      Glaub ich nicht. Ich denke, die ÖVP würde jene Wähler verlieren, die nicht mit dem Stil der FPÖ einverstanden sind. Und jene Wähler, denen die FPÖ sympathisch ist, haben sie ohnehin bei der letzten Wahl gewählt.
      Aber wer weiß? Die FPÖ kann sich ja noch ändern. Und die ÖVP könnte dann jene Wähler zurückgewinnen, die gegen eine Koalition mit der SPÖ waren. Man sieht: Prophet bin ich keiner.

      Auf jeden Fall glaube ich, daß für Österreich eine SP-VP Regierung das Beste ist. Vielleicht unter Einbeziehung der anderen Parteien. (Sofern die FPÖ auf Vernunftskurs geht). Das würde aber nur gehen, wenn den Parteien die Menschen wichtiger sind, als ihre eigene Befindlichkeiten. Optimist wird man ja noch sein dürfen? Jaja, werft jetzt ruhig mit
      Beschimpfungen auf mich....
      Ich bestimmt nicht.
      Beschimpfungen hats genug gegeben, denke ich. Wier sind ja nicht im Parlament ;-)

      Servus
      H. Gruß
      P.

      • Antwort von nach 13 Stunden hilfreich
        Re^3: ÖVP Innen- und Aussenpolitik

        Servus Die ÖVP soll sich aus der Umklammerung
        der SPÖ lösen und mit der FPÖ koalieren.
        Nur so kann sie ihre Ziele sinnvoll
        umsetzen und gleichzeitig ihren
        Abwärtstrend dadurch beenden, indem sie
        die FPÖ durch eine Regierungsbeteiligung
        "entzaubert".
        Glaub ich nicht. Ich denke, die ÖVP würde
        jene Wähler verlieren, die nicht mit dem
        Stil der FPÖ einverstanden sind. Und jene
        Wähler, denen die FPÖ sympathisch ist,
        haben sie ohnehin bei der letzten Wahl
        gewählt.
        Glaub ich doch.
        Bleibt die FPÖ in Opposition, kann sie weiter auf die Regierungsparteien schimpfen und wahrscheinlich noch einmal zulegen.
        Wielange sollte dieses Spiel gehen? Warten wir darauf, dass die FPÖ die absolute Mehrheit bekommt?
        Bricht die SPÖ aber jetzt Neuwahlen vom Zaun, ist das erst recht Wasser auf den Mühlen Jörg Haiders!
        Nur wenn sie in einer Koalition ihre Wahlversprechen umsetzen soll, wird sich herausstellen auf welch tönernen Füßen ihr Programm steht. Wie eben auch in Kärnten zu beobachten. Auf jeden Fall glaube ich, daß für
        Österreich eine SP-VP Regierung das Beste
        ist. Vielleicht unter Einbeziehung der
        anderen Parteien. (Sofern die FPÖ auf
        Vernunftskurs geht). Das würde aber nur
        gehen, wenn den Parteien die Menschen
        wichtiger sind, als ihre eigene
        Befindlichkeiten. Optimist wird man ja
        noch sein dürfen?
        Dein Optimismus in Ehren, aber das hatten wir doch in den letzten Jahren schon. Und was ist dabei herausgekommen?? Jaja, werft jetzt ruhig mit
        Beschimpfungen auf mich....
        Ich bestimmt nicht.
        Beschimpfungen hats genug gegeben, denke
        ich. Wier sind ja nicht im Parlament ;-)
        Gott sei Dank !

        Gruß Harald

        • Antwort von nach 2 Tagen hilfreich
          Re^4: ÖVP Innen- und Aussenpolitik

          Servus Die ÖVP soll sich aus der Umklammerung
          der SPÖ lösen und mit der FPÖ koalieren.
          Nur so kann sie ihre Ziele sinnvoll
          umsetzen und gleichzeitig ihren
          Abwärtstrend dadurch beenden, indem sie
          die FPÖ durch eine Regierungsbeteiligung
          "entzaubert".
          Glaub ich nicht. Ich denke, die ÖVP würde
          jene Wähler verlieren, die nicht mit dem
          Stil der FPÖ einverstanden sind. Und jene
          Wähler, denen die FPÖ sympathisch ist,
          haben sie ohnehin bei der letzten Wahl
          gewählt.
          Glaub ich doch.
          Bleibt die FPÖ in Opposition, kann sie
          weiter auf die Regierungsparteien
          schimpfen und wahrscheinlich noch einmal
          zulegen.
          Wielange sollte dieses Spiel gehen?
          Warten wir darauf, dass die FPÖ die
          absolute Mehrheit bekommt?
          Bricht die SPÖ aber jetzt Neuwahlen vom
          Zaun, ist das erst recht Wasser auf den
          Mühlen Jörg Haiders!
          Naja, wie man's macht, macht man's falsch.
          Ich denke, wenn sich die SPÖ auf das Wohl der Arbeitnehmer, Arbeitslose und gegen Sozialabbau einsetzten würde, bräuchte sie sich um Stimmenverluste nicht zu sorgen. Seit Vranitzky scheint sie sich für eine Partei für Banken zu entwickeln. Ähnliches gilt für die ÖVP. Wenn sie sich wirlich um die Interessen ihrer Wähler kümmern würde... Statt dessen spielt sie taktische Spielchen. Nur wenn sie in einer Koalition ihre
          Wahlversprechen umsetzen soll, wird sich
          herausstellen auf welch tönernen Füßen
          ihr Programm steht. Wie eben auch in
          Kärnten zu beobachten.
          Wenn man wenigstens Bemühungen sehen würde... Auf jeden Fall glaube ich, daß für
          Österreich eine SP-VP Regierung das Beste
          ist. Vielleicht unter Einbeziehung der
          anderen Parteien. (Sofern die FPÖ auf
          Vernunftskurs geht). Das würde aber nur
          gehen, wenn den Parteien die Menschen
          wichtiger sind, als ihre eigene
          Befindlichkeiten. Optimist wird man ja
          noch sein dürfen?
          Dein Optimismus in Ehren, aber das hatten
          wir doch in den letzten Jahren schon.
          Naja, nicht so wirklich. Und
          was ist dabei herausgekommen??
          Stimmt Jaja, werft jetzt ruhig mit
          Beschimpfungen auf mich....
          Ich bestimmt nicht.
          Beschimpfungen hats genug gegeben, denke
          ich. Wier sind ja nicht im Parlament ;-)
          Gott sei Dank !
          Jou Gruß Harald
          Servus Herbert

      • Antwort von nach 20 Stunden hilfreich
        Re^3: ÖVP Innen- und Aussenpolitik

        Hallo! Aber, ich denke auf der anderen Seite war
        es dem Warschauer Pakt wichtig, daß es
        ein neutrales Land zwischen den beiden
        Blöcken gegeben hat.
        Ja, sicher. Eben deshalb, weil ein neutrales Gesamt-Österreich, das einen Keil zwischen den Natoländer BRD und Italien bildet, für die UdSSR strategisch wertvoller war als ein separates West-Österreich, das mit den USA verbündet ist (so wie die BRD).
        Die Neutralität bzw Unabhängigkeit Österreichs war für die UdSSR somit nur das "geringere Übel". (Zumal sich die Russen den Staatsvertrag ja teuer genug bezahlen haben lassen durch die Ausplünderung Ostösterreichs und jahrzehntelange Erdöllieferungen etc...) Immerhin war
        Ostösterreich das einzige von der
        Sowjetunion wieder freigegebene Gebiet.
        Im übrigen habe ich mal gehört, daß
        Deutschland eine ähnliche Chance gehabt
        hat. Deutschland hätte sich neben ein
        paar anderen Dingen verpflichten müssen,
        neutral zu bleiben. Wer weiß wie mehr
        darüber?
        Hmm... Soviel ich weiß, war Konrad Adenauer gegen einen solchen Deal, womit die Sache vom Tisch war. (Mehr kann ich auch nicht dazu sagen.)
        In dieser Hinsicht wird man wohl die "Freigabe" Österreichs auch als ein Lockangebot der UdSSR an die Deutschen, sich die Einheit mit Bündnislosigkeit zu erkaufen, zu sehen haben. (So ist es auch bei Hugo Portisch, Österreich II herausgekommen, wenn ich mich richtig erinnere.) Schon richtig, ich weiß natürlich, daß
        die Neutralität im Kriegsfall nicht viel
        wert gewesen wäre. Es geht aber auch um
        andere Dinge, z.B. Militäreinsätze. Kann
        es uns egal sein, wenn unsere Kinder in
        fremde Länder geschickt werden, um zu
        kämpfen und dort vielleicht sterben?
        Das sicher nicht.
        Aber die Nato ist ein Verteidigungsbündnis, was bedeutet, daß der Bündnisfall nur dann eintritt, wenn ein Mitglied von einem Nicht-Nato-Staat angegriffen wird. (Auch der Kosovo-Einsatz wurde zwar von der Nato getragen, war aber kein Verteidigungsfall, weshalb die Teilnahme der einzelnen Staaten auf Freiwilligkeit beruhte. Griechenland hat sich ja zB vehement den Luftschlägen widersetzt.)
        So "fremd" werden die Länder somit wohl nicht sein, in denen es zu einem Einsatz (hoffentlich nie!) kommen würde. Es würde sich wohl - da Verteidigung - immer nur um den europäischen Raum handeln, wo aber im Falle des Falles auch ein neutrales Österreich bald in einen Konflikt mit hineingezogen werden könnte.
        Natürlich bereitet mir in dieser Hinsicht die Türkei gewisses Kopfzerbrechen. Dieses Nato-Mitglied grenzt direkt an so gefährliche Staaten wie Syrien und den Irak, mit denen es (ua wegen der Wassernutzung) mehr oder weniger im Dauerstreit liegt.
        Deshalb würde ich der Nato auch eine rein europäische Lösung (ohne USA, Kanada und va Türkei) vorziehen, insb im Rahmen der EU (WEU). Aber solange daraus nichts Konkretes zu erwarten ist, bleibt nur die Nato. Jedenfalls bin ich der Meinung, daß die Sicherheit Österreichs besser in einem kollektiven Verteidigungssystem angelegt ist als in der Neutralität. Wer
        weiß welchen Weg die Nato in Zukunft
        geht.
        Naja, seit Ende des Kalten Krieges versteht sich die Nato ja auch nicht mehr als reines Verteidigungssystem, sondern hat zB in London (1990 glaub ich) beschlossen, verstärktes Augenmerk auf den Ausbau der politischen Gewichtung der Nato zu legen. Ob die Zukunft der Nato tatsächlich so aussehen wird, wird sich natürlich erst weisen müssen, der Kosovo-Einsatz ist aber mE ein Indiz dafür. Stimmt natürlich, aber das sehe ich als
        Definitionssache. Ich finde, jeder Staat
        sollte das Recht haben, selbst zu
        bestimmen, wie 'neutral' er ist.
        Das stimmt.
        Ich habe halt nur die Definition von Neutralität wiedergegeben, wie sie im Völkerrecht gebräuchlich ist, und wie sie auch in Österreich 1955 im Sinne einer "Neutralität nach dem Muster der Schweiz" gebraucht wurde/wird.
        In diesem Zusammenhang möchte ich nur anmerken, wie einfallsreich man in Österreich schon immer war, um sich den Begriff der "Neutralität" zurechtzubiegen:
        Als Österreich der UNO beigetreten ist, kam die Diskussion auf, ob denn ein (nach schweizer Muster) neutraler Staat überhaupt Mitglied in der UNO sein kann, da ja der Sicherheitsrat auch verbindliche Beschlüsse zu Kampfeinsätzen etc fassen kann, an die auch Österreich gebunden wäre. Damals hat man (= die Politik) sich gesagt, daß der SR im Ernstfall die Neutralität Ös akzeptieren werde und Ö deshalb nicht zu irgendwelchen "nicht-neutralen" Aktivitäten verpflichten werde.
        Als dann im Zuge des Golfkrieges auch Nato-Panzer und -Flugzeuge (in Befolgung des entsprechenden SR-Beschlusses zur Befreiung Kuwaits) auch durch Ö transportiert werden mußten, war die oben erwähnte "Ausrede" natürlich widerlegt: Ö war durch den SR-Beschluß verpflichtet, die Nato durchzulassen. Deshalb hat man eine neue Ausrede erfunden und plötzlich festgestellt, daß Kampfeinsätze, die vom SR angeordnet werden, kein "Krieg" sind und somit auch keiner Neutralitätspflicht widersprechen können.
        Ich bin jedenfalls schon gespannt, bis wann diese neue Definition halten wird, und wie einfallsreich man bei der nächsten sein wird... Glaub ich nicht. Ich denke, die ÖVP würde
        jene Wähler verlieren, die nicht mit dem
        Stil der FPÖ einverstanden sind. Und jene
        Wähler, denen die FPÖ sympathisch ist,
        haben sie ohnehin bei der letzten Wahl
        gewählt.
        Ich kann jetzt nur für mich sprechen, aber ich denke, ich bin nicht der einzige:
        Ich habe bei den NR-Wahlen die ÖVP gewählt, um ihr die Chance zu geben, entweder die SPÖ zu überflügeln (ok, war unrealistisch ;-) ) oder zumindest in leitender Position mit der FPÖ koalieren zu können. Kurz gesagt: Ich wollte (will!) ganz einfach die SPÖ vom Kanzlersessel weg haben.
        Wenn aber die ÖVP jetzt erst wieder als Juniorpartner mit der SPÖ zusammengeht und ich somit meine Befürchtungen bestätigt erhalte, wonach jede ÖVP-Stimme eine indirekte Stimme für die SPÖ ist, dann werde ich bei den nächsten Wahlen (in 4 Jahren oder früher) mit 100%iger Sicherheit zum ersten Mal bei einer NR-Wahl die FPÖ wählen.
        Ich habe einfach die Nase voll von 30 Jahren SPÖ. Wenn es auf die für mich optimale Weise (=ÖVP) nicht geht, muß ich halt den suboptimalen Weg (=FPÖ) wählen.
        (Grüne und LIF sind ja indiskutabel bzw irrelevant.)
        So, das war das einzige, was ich dazu zu sagen habe. *g* Ich bestimmt nicht.
        Beschimpfungen hats genug gegeben, denke
        ich. Wier sind ja nicht im Parlament ;-)
        Schade eigentlich. Hier bekommt man ja kein Geld fürs Politisieren. ;-)

        Ciao
        Patrick

        • Antwort von nach 2 Tagen hilfreich
          Re^4: ÖVP Innen- und Aussenpolitik

          Servus!

          Ich stimme mit Dir in den meisten Punkten überein. Hmm... Soviel ich weiß, war Konrad
          Adenauer gegen einen solchen Deal, womit
          die Sache vom Tisch war. (Mehr kann ich
          auch nicht dazu sagen.)
          In dieser Hinsicht wird man wohl die
          "Freigabe" Österreichs auch als ein
          Lockangebot der UdSSR an die Deutschen,
          sich die Einheit mit Bündnislosigkeit zu
          erkaufen, zu sehen haben. (So ist es auch
          bei Hugo Portisch, Österreich II
          herausgekommen, wenn ich mich richtig
          erinnere.)
          Ja, daran erinnere ich mich auch. Ich frage mich, warum Deutschland das Angebot nicht angenommen hat. Was hätten sie zu verlieren gehabt? Oder hatte die damalige Regierung Deutschlands Angst gehabt, ganz von der UdSSR vereinnahmt zu werden? Schon richtig, ich weiß natürlich, daß
          die Neutralität im Kriegsfall nicht viel
          wert gewesen wäre. Es geht aber auch um
          andere Dinge, z.B. Militäreinsätze. Kann
          es uns egal sein, wenn unsere Kinder in
          fremde Länder geschickt werden, um zu
          kämpfen und dort vielleicht sterben?
          Das sicher nicht.
          Aber die Nato ist ein
          Verteidigungsbündnis, was
          bedeutet, daß der Bündnisfall nur dann
          eintritt, wenn ein Mitglied von einem
          Nicht-Nato-Staat angegriffen wird.
          Stimmt. Vielleicht war die Nato ein Garant für nunmehr 55 Jahre Friede in Europa. (Leider mit Ausnahme von Jugoslawien). Aber die Verhältnisse haben sich geändert. Da steht nicht mehr der Warschauer Pakt gegen die Nato. Jedoch die Nato hat sich nicht viel verändert. Ein paar Beschlüsse, aber sonst? Vielleicht wäre mir eine Nato, die nicht nur mit Ketten rasselt, sondern auch aktive Friedenspolitik betreibt lieber. (Auch
          der Kosovo-Einsatz wurde zwar von der
          Nato getragen, war aber kein
          Verteidigungsfall, weshalb die Teilnahme
          der einzelnen Staaten auf Freiwilligkeit
          beruhte. Griechenland hat sich ja zB
          vehement den Luftschlägen widersetzt.)
          So "fremd" werden die Länder somit wohl
          nicht sein, in denen es zu einem Einsatz
          (hoffentlich nie!) kommen würde. Es würde
          sich wohl - da Verteidigung - immer nur
          um den europäischen Raum handeln, wo aber
          im Falle des Falles auch ein neutrales
          Österreich bald in einen Konflikt mit
          hineingezogen werden könnte.
          Natürlich bereitet mir in dieser Hinsicht
          die Türkei gewisses Kopfzerbrechen.
          Dieses Nato-Mitglied grenzt direkt an so
          gefährliche Staaten wie Syrien und den
          Irak, mit denen es (ua wegen der
          Wassernutzung) mehr oder weniger im
          Dauerstreit liegt.
          Leider.
          Man sieht, die Kriegsgefahr ist nicht so gering. Deshalb würde ich der Nato auch eine rein
          europäische Lösung (ohne USA, Kanada und
          va Türkei) vorziehen, insb im Rahmen der
          EU (WEU). Aber solange daraus nichts
          Konkretes zu erwarten ist, bleibt nur die
          Nato. Jedenfalls bin ich der Meinung, daß
          die Sicherheit Österreichs besser in
          einem kollektiven Verteidigungssystem
          angelegt ist als in der Neutralität.
          Ich muß zugeben, daß ich im Zwiespalt mit mir selber bin. Auf der einen Seite, bin ich beruhigt, daß es die Nato gibt, auf der anderen Seite beunruhigen mich solche Dinge. Könnte durch die Nato ein kleiner Konflikt zu einem Krieg werden? Leider habe ich vom Aufbau und den Gesetzen der Nato zu wenig Ahnung. Was, wenn ein Nato-Land einen ungerechtfertigten Krieg beginnt? Wer
          weiß welchen Weg die Nato in Zukunft
          geht.
          Naja, seit Ende des Kalten Krieges
          versteht sich die Nato ja auch nicht mehr
          als reines Verteidigungssystem, sondern
          hat zB in London (1990 glaub ich)
          beschlossen, verstärktes Augenmerk auf
          den Ausbau der politischen Gewichtung der
          Nato zu legen. Ob die Zukunft der Nato
          tatsächlich so aussehen wird, wird sich
          natürlich erst weisen müssen, der
          Kosovo-Einsatz ist aber mE ein Indiz
          dafür.
          Naja, ich glaube, die Nato hat sich bis jetzt nicht viel verändert. Stimmt natürlich, aber das sehe ich als
          Definitionssache. Ich finde, jeder Staat
          sollte das Recht haben, selbst zu
          bestimmen, wie 'neutral' er ist.
          Das stimmt.
          Ich habe halt nur die Definition von
          Neutralität wiedergegeben, wie sie im
          Völkerrecht gebräuchlich ist, und wie sie
          auch in Österreich 1955 im Sinne einer
          "Neutralität nach dem Muster der Schweiz"
          gebraucht wurde/wird.
          In diesem Zusammenhang möchte ich nur
          anmerken, wie einfallsreich man in
          Österreich schon immer war, um sich den
          Begriff der "Neutralität"
          zurechtzubiegen:
          Wir sind doch rechte Schlitzohren ;-) Als Österreich der UNO beigetreten ist,
          kam die Diskussion auf, ob denn ein (nach
          schweizer Muster) neutraler Staat
          überhaupt Mitglied in der UNO sein kann,
          da ja der Sicherheitsrat auch
          verbindliche Beschlüsse zu Kampfeinsätzen
          etc fassen kann, an die auch Österreich
          gebunden wäre. Damals hat man (= die
          Politik) sich gesagt, daß der SR im
          Ernstfall die Neutralität Ös akzeptieren
          werde und Ö deshalb nicht zu
          irgendwelchen "nicht-neutralen"
          Aktivitäten verpflichten werde.
          Als dann im Zuge des Golfkrieges auch
          Nato-Panzer und -Flugzeuge (in Befolgung
          des entsprechenden SR-Beschlusses zur
          Befreiung Kuwaits) auch durch Ö
          transportiert werden mußten, war die oben
          erwähnte "Ausrede" natürlich widerlegt: Ö
          war durch den SR-Beschluß verpflichtet,
          die Nato durchzulassen. Deshalb hat man
          eine neue Ausrede erfunden und plötzlich
          festgestellt, daß Kampfeinsätze, die vom
          SR angeordnet werden, kein "Krieg" sind
          und somit auch keiner Neutralitätspflicht
          widersprechen können.
          Ich bin jedenfalls schon gespannt, bis
          wann diese neue Definition halten wird,
          und wie einfallsreich man bei der
          nächsten sein wird...
          und alle anderen auch... ;-)

          Na gut, bis dahin waren wir ja ziemlich einer Meinung. Ich kann jetzt nur für mich sprechen,
          aber ich denke, ich bin nicht der
          einzige:
          Ich habe bei den NR-Wahlen die ÖVP
          gewählt, um ihr die Chance zu geben,
          entweder die SPÖ zu überflügeln (ok, war
          unrealistisch ;-) ) oder zumindest in
          leitender Position mit der FPÖ koalieren
          zu können. Kurz gesagt: Ich wollte
          (will!) ganz einfach die SPÖ vom
          Kanzlersessel weg haben.
          Wenn aber die ÖVP jetzt erst wieder als
          Juniorpartner mit der SPÖ zusammengeht
          und ich somit meine Befürchtungen
          bestätigt erhalte, wonach jede ÖVP-Stimme
          eine indirekte Stimme für die SPÖ ist,
          dann werde ich bei den nächsten Wahlen
          (in 4 Jahren oder früher) mit 100%iger
          Sicherheit zum ersten Mal bei einer
          NR-Wahl die FPÖ wählen.
          Ich habe einfach die Nase voll von 30
          Jahren SPÖ. Wenn es auf die für mich
          optimale Weise (=ÖVP) nicht geht, muß ich
          halt den suboptimalen Weg (=FPÖ) wählen.
          (Grüne und LIF sind ja indiskutabel bzw
          irrelevant.)
          So, das war das einzige, was ich dazu zu
          sagen habe. *g*
          Naja, ich habe die Erfahrung gemacht: Taktisch wählen funktioniert nicht. Bei den letzten Wahlen dachte ich, eine SP-VP Regierung mit einer starken (Nicht-FPÖ) Opposition wäre das geringere Übel.
          Was tun?

          OK, SPÖ wählen? Wäre dienlich, auch wenn ich mich über die SPÖ ziemlich geärgert habe. (Wenn auch, wahrscheinlich aus anderen Gründen, als Du.)

          Nun, ÖVP wählen, damit sie nicht von der FPÖ überflügelt wird? Ja, aber was wenn die ÖVP nach den Wahlen mit der FPÖ zusammengeht?

          Die FPÖ? Wäre dann eine starke Opposition, aber ich wollte ja eine starke Nicht-FPÖ-Opposition.

          Die GRÜNEN? Gut, haben viele gemacht.

          Und jetzt nicht lachen: Das LIF, damit die GRÜNEN nicht die einzige Oppositionspartei im Parlament außer der FPÖ sind. Hab ich gemacht. Na, Du lachst ja doch ;-)




          Ich bestimmt nicht.
          Beschimpfungen hats genug gegeben, denke
          ich. Wier sind ja nicht im Parlament ;-)
          Schade eigentlich. Hier bekommt man ja
          kein Geld fürs Politisieren. ;-)

          Oja, uns kostet das nur Onlinekosten Ciao
          Patrick
          Servus
          Herbert

          • Antwort von nach 2 Tagen hilfreich
            Re^5: ÖVP Innen- und Aussenpolitik

            Servus!
            Hi! Ich stimme mit Dir in den meisten Punkten
            überein.
            Na, dann wern wir mal sehen... ;-) Ja, daran erinnere ich mich auch. Ich
            frage mich, warum Deutschland das Angebot
            nicht angenommen hat. Was hätten sie zu
            verlieren gehabt? Oder hatte die damalige
            Regierung Deutschlands Angst gehabt, ganz
            von der UdSSR vereinnahmt zu werden?
            Ich kann da natürlich nur spekulieren, aber wahrscheinlich hat man befürchtet, daß ein Deutschland, das nicht Nato-Mitglied ist und somit mehr oder weniger ungeschützt ist (die Russen hätten den Deutschen sicher noch strengere Rüstungsbeschränkungen auferlegt als Österreich), sehr bald gewaltsam vom Ostblock vereinnahmt wäre bzw von den Kommunisten unterwandert wäre.
            Aber wie gesagt, das ist nur eine Spekulation meinerseits... Stimmt. Vielleicht war die Nato ein
            Garant für nunmehr 55 Jahre Friede in
            Europa. (Leider mit Ausnahme von
            Jugoslawien). Aber die Verhältnisse haben
            sich geändert. Da steht nicht mehr der
            Warschauer Pakt gegen die Nato.
            Ja, genau. Jetzt geht es nicht mehr um den Gegensatz zwischen zwei großen, mehr oder weniger homogenen Blöcken, sondern um regional begrenzte Konflikte zwischen einzelnen Staaten bzw innerhalb einzelner Staaten.
            Die Nato war/ist von ihrem Grundkonzept auf die erste Konstellation ausgelegt, während man jetzt eine starke Ordnungsmacht in Europa braucht, die flexibel und effizient auf solche regionalen Konflikte reagieren kann.
            Politische "Vorarbeit" bzw "präventives Krisenmanagement" etc, wofür zB die OSZE konzipiert ist, ist ja gut und schön, aber ohne ein schlagkräftiges und notfalls auch einsetzbares militärischen Droh- bzw Sanktionspotential ist doch bei Leuten wie Milosevic & Co jede "aktive Friedenspolitik" von vornherein zum Scheitern verurteilt.
            ME wäre es der beste Weg, die politische Komponente (va OSZE, EU, Europarat) mit der militärischen (Nato, WEU?) irgendwie in Einklang zu bringen.
            Denn gerade die ewigen Verhandlungen und Vermittlungen mit Milosevic haben ja gezeigt, daß gutes Zureden bei manchen Regimen nicht viel bringt, wenn man nicht auch noch mit dem "Zaunpfahl winken" kann. Und zum "Wink mit dem Zaunpfahl" gehört auch, daß man als ultima ratio auch einmal mit dem Zaunpfahl zuschlägt, wenn es anders nicht geht (siehe Kosovo). Jedoch
            die Nato hat sich nicht viel verändert.
            Ein paar Beschlüsse, aber sonst?
            Vielleicht wäre mir eine Nato, die nicht
            nur mit Ketten rasselt, sondern auch
            aktive Friedenspolitik betreibt lieber.
            Siehe oben.
            Entweder betreibt die Nato diese Politik selbst oder sie wird zum "militärischen Arm" einer politischen Organisation wie EU oder OSZE. Aber dann wird man sich in der Nato auch vom Selbstverständnis als Verteidigungsbündnis lösen müssen und eher in Richtung Ordnungsmacht oder "Weltpolizei" gehen müssen.

            Ein weiteres Problem ist aber: Wer soll die Nato kontrollieren bzw ihr ein Mandat zu kriegerischen Aktionen geben?
            Wenn man als eine derartige Instanz die EU nimmt, dann wird bald der Vorwurf auftauchen, daß die Nato nur Vollstrecker einer selbstgerechten "westlichen" Politik "der Reichen" ist (wenn sich ihre Aktivitäten nicht bloß auf das Territorium der EU beschränken).
            Nimmt man OSZE (oder die UNO), dann hat man das gleiche Problem, wie es schon jetzt in der UNO/Sicherheitsrat existiert: Die "Bösen" (zB Jugoslawien, Rußland) sind auch Mitglieder der OSZE, weshalb sie eine Entscheidung hinauszögern bzw verhindern können.
            Leider.
            Man sieht, die Kriegsgefahr ist nicht so
            gering.
            Vor allem ist es mehr als verwunderlich, daß immer und überall genug Geld für Waffen und Soldaten gibt, während va in diesen Ländern die Wirtschaft nicht gerade als "blühend" bezeichnet werden kann.
            Ich frage mich auch, wieso Unmengen von EU-Geldern und Krediten nach Rußland fließen müssen, wenn man dort anscheinend sowieso mehr als genug Geld selbst hat (siehe Tschetschenien-Feldzug). Könnte durch die Nato ein kleiner
            Konflikt zu einem Krieg werden? Leider
            habe ich vom Aufbau und den Gesetzen der
            Nato zu wenig Ahnung. Was, wenn ein
            Nato-Land einen ungerechtfertigten Krieg
            beginnt?
            Dann läge ja kein Verteidigungsfall vor. Denn das Nato-Land wäre ja nicht von außen angegriffen worden, sondern hätte selbst angegriffen.
            Ist natürlich auch nur ein schwacher Trost: Wenn die Türkei zB selbst nicht als erstes schießt, sondern Syrien einfach lange genug provoziert, bis dieses seinerseits losschlägt, dann hätten wir wieder einen Verteidigungsfall. Nato zu legen. Ob die Zukunft der Nato
            tatsächlich so aussehen wird, wird sich
            natürlich erst weisen müssen, der
            Kosovo-Einsatz ist aber mE ein Indiz
            dafür.
            Naja, ich glaube, die Nato hat sich bis
            jetzt nicht viel verändert.
            Ich meine, gerade die Tatsache, daß sie im Kosovo-Fall eingegriffen hat, ohne daß ein solcher Eingriff vom Nato-Pakt vorgesehen wäre (weil keine Angriffssituation), zeigt doch, daß die Nato jetzt "mehr" als ein reines Verteidigungsbündnis sein will. (Daß dabei die neue Ausrichtung auf eine "politische" Aktivität nicht unbedingt deutlich zu erkennen ist, bzw daß man dieses "Mehr" noch nicht genau definieren kann, das steht auf einem anderen Blatt.) Wir sind doch rechte Schlitzohren ;-)
            Es gibt auch einen Haufen linke Schlitzohren *g* Na gut, bis dahin waren wir ja ziemlich
            einer Meinung.
            Jaja, jetzt wirds spannend... ;-) *händereib* OK, SPÖ wählen? Wäre dienlich, auch wenn
            ich mich über die SPÖ ziemlich geärgert
            habe. (Wenn auch, wahrscheinlich aus
            anderen Gründen, als Du.)
            Meine Antipathie gegen die SPÖ ist tief verwurzelt und nicht monokausal begründbar... ;-) (Wobei ich natürlich von einzelnen Sozialisten auch viel halte, zB von der Lore Hostasch, obwohl sie als Gewerkschafterin nicht gerade für meine Zuneigung prädestiniert ist ;-) )
            Nun, ÖVP wählen, damit sie nicht von der
            FPÖ überflügelt wird? Ja, aber was wenn
            die ÖVP nach den Wahlen mit der FPÖ
            zusammengeht?
            Dann wäre zumindest mein Ziel erreicht gewesen. Die SPÖ wäre draußen, die ÖVP muß sich nicht weiter vom Seniorpartner gängeln lassen, und die FPÖ hätte die Chance (Pflicht!) zu zeigen, was sie kann. Und jetzt nicht lachen: Das LIF, damit
            die GRÜNEN nicht die einzige
            Oppositionspartei im Parlament außer der
            FPÖ sind. Hab ich gemacht. Na, Du lachst
            ja doch ;-)
            Ich lach gar nicht. :-)
            Ich hab ja auch zwischen drei Parteien geschwankt: ÖVP, FPÖ (jawohl!) und LIF (jawohl!).
            Wenn das LIF mehr durch Leute wie den H.P. Haselsteiner und den Volker Kier und weniger durch Leute wie die Heide Schmidt präsentiert wäre (gewesen wäre), dann hätte ich sie wahrscheinlich auch gewählt.

            Kurzzeitig war ich sogar vom Alexander van der Bellen angetan, aber nur gaaaaaaaanz, gaaaaaaaanz kurz. ;-)

            Jedenfalls
            Servus
            Patrick

            • Antwort von nach 4 Tagen hilfreich
              Nunmehr NATO, UNO, EU und ein wenig Innenpolitik

              Servus! Ja, daran erinnere ich mich auch. Ich
              frage mich, warum Deutschland das Angebot
              nicht angenommen hat. Was hätten sie zu
              verlieren gehabt? Oder hatte die damalige
              Regierung Deutschlands Angst gehabt, ganz
              von der UdSSR vereinnahmt zu werden?
              Ich kann da natürlich nur spekulieren,
              aber wahrscheinlich hat man befürchtet,
              daß ein Deutschland, das nicht
              Nato-Mitglied ist und somit mehr oder
              weniger ungeschützt ist (die Russen
              hätten den Deutschen sicher noch
              strengere Rüstungsbeschränkungen
              auferlegt als Österreich), sehr bald
              gewaltsam vom Ostblock vereinnahmt wäre
              bzw von den Kommunisten unterwandert
              wäre.
              Aber wie gesagt, das ist nur eine
              Spekulation meinerseits...
              Hätte es nicht so ähnlich wie in Österreich kommen können? Naja wer weiß... Stimmt. Vielleicht war die Nato ein
              Garant für nunmehr 55 Jahre Friede in
              Europa. (Leider mit Ausnahme von
              Jugoslawien). Aber die Verhältnisse haben
              sich geändert. Da steht nicht mehr der
              Warschauer Pakt gegen die Nato.
              Ja, genau. Jetzt geht es nicht mehr um
              den Gegensatz zwischen zwei großen, mehr
              oder weniger homogenen Blöcken, sondern
              um regional begrenzte Konflikte zwischen
              einzelnen Staaten bzw innerhalb einzelner
              Staaten.
              Die Nato war/ist von ihrem Grundkonzept
              auf die erste Konstellation ausgelegt,
              während man jetzt eine starke
              Ordnungsmacht in Europa braucht, die
              flexibel und effizient auf solche
              regionalen Konflikte reagieren kann.
              Politische "Vorarbeit" bzw "präventives
              Krisenmanagement" etc, wofür zB die OSZE
              konzipiert ist, ist ja gut und schön,
              aber ohne ein schlagkräftiges und
              notfalls auch einsetzbares militärischen
              Droh- bzw Sanktionspotential ist doch bei
              Leuten wie Milosevic & Co jede "aktive
              Friedenspolitik" von vornherein zum
              Scheitern verurteilt.
              ME wäre es der beste Weg, die politische
              Komponente (va OSZE, EU, Europarat) mit
              der militärischen (Nato, WEU?) irgendwie
              in Einklang zu bringen.
              Denn gerade die ewigen Verhandlungen und
              Vermittlungen mit Milosevic haben ja
              gezeigt, daß gutes Zureden bei manchen
              Regimen nicht viel bringt, wenn man nicht
              auch noch mit dem "Zaunpfahl winken"
              kann. Und zum "Wink mit dem Zaunpfahl"
              gehört auch, daß man als ultima ratio
              auch einmal mit dem Zaunpfahl zuschlägt,
              wenn es anders nicht geht (siehe Kosovo).

              Ich kann mich noch gut an meine Verwunderung beim Natoeinsatz im Kosovo erinnern. Ich war der Meinung, daß so ein Einsatz eigentlich von der UNO beschlossen hätte werden müssen.

              Auf jeden Fall bin ich der Meinung, daß solche Einsätze, wenn sie unbedingt notwendig sind, unter der bestmöglichen Schonung von Menschenleben zu geschehen haben. Wie leichtfertig da umgegangen worden ist, sehen wir an der Bombardierung der chinesischen Botschaft. Jedoch
              die Nato hat sich nicht viel verändert.
              Ein paar Beschlüsse, aber sonst?
              Vielleicht wäre mir eine Nato, die nicht
              nur mit Ketten rasselt, sondern auch
              aktive Friedenspolitik betreibt lieber.
              Siehe oben.
              Entweder betreibt die Nato diese Politik
              selbst oder sie wird zum "militärischen
              Arm" einer politischen Organisation wie
              EU oder OSZE. Aber dann wird man sich in
              der Nato auch vom Selbstverständnis als
              Verteidigungsbündnis lösen müssen und
              eher in Richtung Ordnungsmacht oder
              "Weltpolizei" gehen müssen.
              Ein weiteres Problem ist aber: Wer soll
              die Nato kontrollieren bzw ihr ein Mandat
              zu kriegerischen Aktionen geben?
              Wenn man als eine derartige Instanz die
              EU nimmt, dann wird bald der Vorwurf
              auftauchen, daß die Nato nur Vollstrecker
              einer selbstgerechten "westlichen"
              Politik "der Reichen" ist (wenn sich ihre
              Aktivitäten nicht bloß auf das
              Territorium der EU beschränken).
              Nimmt man OSZE (oder die UNO), dann hat
              man das gleiche Problem, wie es schon
              jetzt in der UNO/Sicherheitsrat
              existiert: Die "Bösen" (zB Jugoslawien,
              Rußland) sind auch Mitglieder der OSZE,
              weshalb sie eine Entscheidung
              hinauszögern bzw verhindern können.
              Ja, das stimmt schon. Aber die Alternative gefällt mir auch nicht. Ich bin gegen zuviel Macht in einer Hand, und wenn sie zu einem Militär gehört, dann macht mich das ein wenig ängstlich...
              Leider.
              Man sieht, die Kriegsgefahr ist nicht so
              gering.
              Vor allem ist es mehr als verwunderlich,
              daß immer und überall genug Geld für
              Waffen und Soldaten gibt, während va in
              diesen Ländern die Wirtschaft nicht
              gerade als "blühend" bezeichnet werden
              kann.
              Exakt! Darin sehe ich eine der Miseren dieser Welt: Viel Geld wird für nicht lebensnotwendige Dinge wie Militär usw. ausgegeben, und auf der anderen Seite verhungern die Menschen. Auch in Österreich gibt es 700 000 Menschen die unter der Armutsgrenze leben. Ich frage mich auch, wieso Unmengen von
              EU-Geldern und Krediten nach Rußland
              fließen müssen, wenn man dort anscheinend
              sowieso mehr als genug Geld selbst hat
              (siehe Tschetschenien-Feldzug).
              Da stellt sich natürlich die Frage ob das Geld nicht mehr oder weniger indirekt ins Militär fließt. Wie könnte man es richtig machen? Könnte durch die Nato ein kleiner
              Konflikt zu einem Krieg werden? Leider
              habe ich vom Aufbau und den Gesetzen der
              Nato zu wenig Ahnung. Was, wenn ein
              Nato-Land einen ungerechtfertigten Krieg
              beginnt?
              Dann läge ja kein Verteidigungsfall vor.
              Denn das Nato-Land wäre ja nicht von
              außen angegriffen worden, sondern hätte
              selbst angegriffen.
              Ist natürlich auch nur ein schwacher
              Trost: Wenn die Türkei zB selbst nicht
              als erstes schießt, sondern Syrien
              einfach lange genug provoziert, bis
              dieses seinerseits losschlägt, dann
              hätten wir wieder einen
              Verteidigungsfall.
              Das hatten wir ja leider schon mal.
              Wie hat der 2. WK begonnen? Nato zu legen. Ob die Zukunft der NATO
              tatsächlich so aussehen wird, wird sich
              natürlich erst weisen müssen, der
              Kosovo-Einsatz ist aber mE ein Indiz
              dafür.
              Naja, ich glaube, die Nato hat sich bis
              jetzt nicht viel verändert.
              Ich meine, gerade die Tatsache, daß sie
              im Kosovo-Fall eingegriffen hat, ohne daß
              ein solcher Eingriff vom Nato-Pakt
              vorgesehen wäre (weil keine
              Angriffssituation), zeigt doch, daß die
              Nato jetzt "mehr" als ein reines
              Verteidigungsbündnis sein will. (Daß
              dabei die neue Ausrichtung auf eine
              "politische" Aktivität nicht unbedingt
              deutlich zu erkennen ist, bzw daß man
              dieses "Mehr" noch nicht genau definieren
              kann, das steht auf einem anderen Blatt.)
              Ich würde mir halt eine Nato wünschen, die unter Friedensicherung nicht nur 'Kettenrasseln' versteht. Wir sind doch rechte Schlitzohren ;-)
              Es gibt auch einen Haufen linke
              Schlitzohren *g*
              Ja ;-) Na gut, bis dahin waren wir ja ziemlich
              einer Meinung.
              Jaja, jetzt wirds spannend... ;-)
              *händereib* OK, SPÖ wählen? Wäre dienlich, auch wenn
              ich mich über die SPÖ ziemlich geärgert
              habe. (Wenn auch, wahrscheinlich aus
              anderen Gründen, als Du.)
              Meine Antipathie gegen die SPÖ ist tief
              verwurzelt und nicht monokausal
              begründbar... ;-) (Wobei ich natürlich
              von einzelnen Sozialisten auch viel
              halte, zB von der Lore Hostasch, obwohl
              sie als Gewerkschafterin nicht gerade für
              meine Zuneigung prädestiniert ist ;-) )
              Das verstehe ich gut. Ich empfinde ähnlich bei der FPÖ. Sätze, wie über die Beschäftigungspolitik im 3. Reich haben meine Sympathie schwinden lassen. Dabei sehe ich natürlich einige gute Vorschläge. Ich finde SPÖVP machen es sich zu einfach diese zu ignorieren, nur weil sie von der FPÖ kommen. Nun, ÖVP wählen, damit sie nicht von der
              FPÖ überflügelt wird? Ja, aber was wenn
              die ÖVP nach den Wahlen mit der FPÖ
              zusammengeht?
              Dann wäre zumindest mein Ziel
              erreicht gewesen. Die SPÖ wäre draußen,
              die ÖVP muß sich nicht weiter vom
              Seniorpartner gängeln lassen, und die FPÖ
              hätte die Chance (Pflicht!) zu zeigen,
              was sie kann. Und jetzt nicht lachen: Das LIF, damit
              die GRÜNEN nicht die einzige
              Oppositionspartei im Parlament außer der
              FPÖ sind. Hab ich gemacht. Na, Du lachst
              ja doch ;-)
              Ich lach gar nicht. :-)
              Ich hab ja auch zwischen drei Parteien
              geschwankt: ÖVP, FPÖ (jawohl!) und LIF
              (jawohl!).
              Schau an. Da sind wir beide voll im Trend. Zum ersten Mal waren die Wechselwähler in der Mehrheit. Immer weniger Wähler stehen hinter einer Partei, sondern wählen taktisch, oder das geringere Übel. Etwa: Das geringere Übel ist eine rotschwarze Regierung, weil ich mir sonst nichts vernünftiges vorstellen kann, oder ich wähle FPÖ, weil ich von der rotschwarzen Regierung genug habe. Ich habe jedenfalls noch nie mit voller Überzeugung eine Partei gewählt. Wenn das LIF mehr durch Leute wie den
              H.P. Haselsteiner und den Volker Kier und
              weniger durch Leute wie die Heide
              Schmidt präsentiert wäre (gewesen wäre),
              dann hätte ich sie wahrscheinlich auch
              gewählt.
              Vielleicht ist es nicht so wichtig, wer eine Partei präsentiert, sondern wofür sie steht. Nur leider haben das beim LIF nicht viele Menschen verstanden. Das war, denke ich, ein Fehler der Parteiführung. Statt dessen kam hauptsächlich der Kleinkrieg mit der FPÖ in die Medien. Kurzzeitig war ich sogar vom Alexander
              van der Bellen angetan, aber nur
              gaaaaaaaanz, gaaaaaaaanz kurz. ;-)
              Bei mir hat der Zustand etwas länger angehalten... Ich erinnere mich noch an die Zeiten von Freda Meissner Blau und Günther Nenning. Und das obwohl ich glaube, daß Nenning ein besserer Journalist, als Politiker ist.

              Servus
              Herbert Jedenfalls
              Servus
              Patrick

            • Antwort von nach 6 Tagen hilfreich
              1/2 Außen-, 1/2 Innenpolitik

              Hallo! :-) Hätte es nicht so ähnlich wie in
              Österreich kommen können? Naja wer
              weiß...
              Möglich ist natürlich alles.
              Va wenn man bedenkt, daß es 1953 tatsächlich einen (glücklicherweise mißlungenen) Putschversuch der Kommunisten in Ö gegeben hat.
              Aber Deutschland war der UdSSR wohl jedenfalls wichtiger als Österreich (was ja auch angesichts der Lage, Bevölkerungszahl, Fläche und Wirtschaftsmacht verständlich ist), sodaß das "Ziel" wohl immer Deutschland war, während Österreich nur das "Mittel" war. Ich kann mich noch gut an meine
              Verwunderung beim Natoeinsatz im Kosovo
              erinnern. Ich war der Meinung, daß so ein
              Einsatz eigentlich von der UNO
              beschlossen hätte werden müssen.
              Der Meinung war ich auch.
              Aber was soll man tun, wenn ein entsprechender SR-Beschluß von Staaten wie Rußland und China, denen man ja keine große Kompetenz in Sachen Menschenrechte zusprechen kann, immer blockiert wird?
              Abgesehen davon war das ja nicht der erste Fall, daß der SR umgangen wurde: Schon 1950 hat die Generalversammlung den von der UdSSR blockierten SR "umgangen", indem sie (anläßlich des kommunistischen Überfalls auf Korea) in der Resolution "Uniting for Peace" ausgesprochen hat, daß es Pflicht des SR sei, Einstimmigkeit anzustreben. Da diese Einstimmigkeit aufgrund der Sowjet-Blockade nicht erreichbar war, hat die GV eine (angebliche) Subsidiärkompetenz zur Ermächtigung zu militärischen Operationen in Anspruch genommen, auf deren Grundlage gegen N-Korea militärisch vorgegangen wurde. Auf jeden Fall bin ich der Meinung, daß
              solche Einsätze, wenn sie unbedingt
              notwendig sind, unter der bestmöglichen
              Schonung von Menschenleben zu geschehen
              haben. Wie leichtfertig da umgegangen
              worden ist, sehen wir an der
              Bombardierung der chinesischen Botschaft.
              Naja, so leichtfertig war ja der Nato-Einsatz gegen Serbien ja doch nicht. Die Albaner wären froh gewesen, wenn die "Polizei-Aktionen" der Serben gegen die UCK und ihre Landsleute ähnlich "leichtfertig" gewesen wären wie die Aktionen der Nato gegen Serbien.
              Und was die chinesische Botschaft angeht, glaube ich gar nicht, daß es sich um ein Versehen, sondern eher um Absicht gehandelt hat. Denn meines Wissens gibt es Gerüchte, daß von diesem Gebäude Funksendungen der YU-Armee oder dergleichern ausgegangen sind. (Was natürlich nichts daran ändert, daß die betroffenen Botschaftsangehörigen unzulässigerweise getötet bzw verletzt wurden.) Ja, das stimmt schon. Aber die
              Alternative gefällt mir auch nicht. Ich
              bin gegen zuviel Macht in einer Hand, und
              wenn sie zu einem Militär gehört, dann
              macht mich das ein wenig ängstlich...
              Hinter dem Militär der Nato steht ja auch immer die Politik, also die Regierungen der einzelnen Nato-Staaten. Ohne "Sanctus" der Regierungen kommt es ja auch zu keinem Einsatz. Und die Regierungen werden ja letzten Endes sowieso von den Parlamenten kontrolliert, buw müssen sich vor ihnen verantworten.
              Die Nato ist ja kein selbständiger, von den einzelnen Staaten unabhängiger Militärapparat, sondern ein Staatenbündnis, in dem Staaten ihre militärischen Potentiale vereinen. Wenn also diese Staaten ihre Armeen im Griff haben, sollten sie auch die Nato im Griff haben. Exakt! Darin sehe ich eine der Miseren
              dieser Welt: Viel Geld wird für nicht
              lebensnotwendige Dinge wie Militär usw.
              ausgegeben, und auf der anderen Seite
              verhungern die Menschen. Auch in
              Österreich gibt es 700 000 Menschen die
              unter der Armutsgrenze leben.
              Auch wenn das jetzt zynisch klingt, glaube ich, daß zB die russischen Armen froh wären, wenn sie im Sinne der österreichischen Armutsgrenze arm wären.
              Natürlich bin ich mir dabei aber auch der Tatsache bewußt, daß Armut kein absoluter Begriff ist, sondern immer nur im Verhältnis zur jeweiligen Gesellschaft, in der der "Arme" lebt. Deshalb ist es sicher richtig, daß auch ein "österreichischer" Armer unterstützenswert (und bemitleidenswert) ist, mag er auch nach anderen (russischen, afrikanischen etc) Maßstäben nicht arm sein.
              Um am finanziellen Abgrund zu stehen, reicht's hierzulande ja oft genug schon, wenn man als alleinerziehende Mutter 2 oder 3 Kinder hat...
              Aber ich glaube auch nicht, daß das österreichische Militärbudget groß genug wäre, um diese Armut effektiv bekämpfen zu können... (Wenn das Thema nicht so ernst wäre, käme jetzt ein " ;-) " .) Also kann's daran eher nicht liegen, sondern eher an einer verfehlten Sozial-, Steuer- und Arbeitspolitik. Da stellt sich natürlich die Frage ob das
              Geld nicht mehr oder weniger indirekt ins
              Militär fließt. Wie könnte man es richtig
              machen?
              Es mag jetzt hart klingen, aber ich denke, wenn Rußland keine Kredite etc mehr gewährt, wird sich die russische Regierung entschieden müssen: Entweder man stopft das (nunmehr geringere) Geld weiterhin in den Krieg, hungert damit die Bevölkerung aus und riskiert damit einen Aufstand, oder man nutzt es für sinnvollere Ziele (Aufbau der Wirtschaft, soziale Maßnahmen etc) und vermeidet so einen sozialen Aufruhr. Das hatten wir ja leider schon mal.
              Wie hat der 2. WK begonnen?
              Naja, der 2. WK hatte ja nix mit dem Mechanismus zu tun, der einem Verteidigungsbündnis zugrunde liegt.
              Und außerdem lag der Verteidigungsfall (also der Anfriff Polens gegen Deutschland, "Seit 5 Uhr 45 wird jetzt zurückgeschossen.") auch gar nicht vor, sondern wurde von der deutschen Propaganda nur vorgetäuscht.
              Es kommt halt ua auch darauf an, daß der Verteidigungsfall zweifellos vorliegt. Ich würde mir halt eine Nato wünschen,
              die unter Friedensicherung nicht nur
              'Kettenrasseln' versteht.
              Das, was jetzt in Bosnien (IFOR) und im Kosovo (KFOR) geschieht, ist ja auch mehr als "Kettenrasseln", sondern die Herbeiführung einer Basis für ein zukünftig hoffentlich mehr oder weniges friedliches Miteinander. Das verstehe ich gut. Ich empfinde
              ähnlich bei der FPÖ. Sätze, wie über die
              Beschäftigungspolitik im 3. Reich haben
              meine Sympathie schwinden lassen.
              Das mit der "ordentlichen Beschäftigungspolitik" finde ich (verzeih mir ;-) ) bei genauerer Betrachtung des Wortlautes und der vorhergehenden Provokationen in der Landtagsdebatte gar nicht so verwerflich, wie es immer dargestellt wird. Man hat hier auch eine Äußerung (einen einzelnen Satz) aus einem größeren Zusammenhang gerissen, ohne die dahinter stehenden Umstände zu berücksichtigen. (Weiter mag ich mich darüber nicht ausbreiten.)
              Was mich an der FPÖ eher gestört hat, waren die Sache mit dem Anti-EU/Anti-Euro-Kurs (vollkommener Schwachsinn), das "Österreich Zuerst"-Volksbegehren (überflüssig) und die grundsätzliche Opposition gegen die EU-Osterweiterung. (Was die "Überfremdungs"-Plakate in Wien angeht, will ich mich nicht näher äußern, da ich kein einziges selbst gesehen habe und mE diese "Anti-Überfremdungs"-Forderung noch im Rahmen dessen war, was in einem Wahlkampf als "Zuspitzung" bzw Vereinfachung zulässig ist --- Jetzt muß ich mich aber vor Dir ducken, oder? ;-) ) Dabei
              sehe ich natürlich einige gute
              Vorschläge. Ich finde SPÖVP machen es
              sich zu einfach diese zu ignorieren, nur
              weil sie von der FPÖ kommen.
              Ja, stimmt genau. Ich habe jedenfalls noch nie mit voller
              Überzeugung eine Partei gewählt.
              Ich auch nicht. Es sollte ja bei einer Wahl immer um Inhalt gehen, nicht bloß um eine "Farbe". Ärgern tut man sich ja früher oder später über jede Partei.
              Obwohl ich doch denke, daß ich im Zweifel eher für eine bestimmte, mir generell am meisten zusagende Partei als für eine andere stimmen würde.
              Ist bei Dir ja auch nicht anders, oder...? ;-) Vielleicht ist es nicht so wichtig, wer
              eine Partei präsentiert, sondern wofür
              sie steht. Nur leider haben das beim LIF
              nicht viele Menschen verstanden. Das war,
              denke ich, ein Fehler der Parteiführung.
              Statt dessen kam hauptsächlich der
              Kleinkrieg mit der FPÖ in die Medien.
              Der Kleinkrieg wurde ja vom LIF (bzw Schmidt) auch bewußt in die Medien getragen. Aber warum soll man eine Partei wählen, deren eigentliches Programm nur darin besteht, gegen eine andere Partei zu sein?
              Und was die Heide Schmidt betrifft: Verzeih mir, aber ich finde sie einfach unsympathisch und rechthaberisch (mag sie auch in manchem/vielem objektiv Recht haben), während andere LIF'ler (zB H.P.H.) auf mich nicht so negativ wirken. Und warum soll ich eine Partei wählen, deren Spitzenkandidatin mir extrem widerstrebt?
              Emotionen gehören bei einer Wahlentscheidung halt auch in einem gewissem Grad dazu... Bei mir hat der Zustand etwas länger
              angehalten... Ich erinnere mich noch an
              die Zeiten von Freda Meissner Blau und
              Günther Nenning. Und das obwohl ich
              glaube, daß Nenning ein besserer
              Journalist, als Politiker ist.
              Was mich angeht, sind mir die heutigen Grünen va zu links. Die (bürgerlichen) VGÖ würden mir ja auch zusagen, aber die einzige für mich "erreichbare" Wahl, bei der die kandidieren, sind die Gemeinderatswahlen in Klagenfurt. :-)
              Und der Nenning ist mir als Politiker lieber als als Journalist, weil mir seine Artikel (zB im "Presse"-"Kommentar von außen") einfach zu langatmig und unklar sind. Ist halt auch Geschmackssache... ;-)


              Ciao ciao
              Patrick



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