Hi Linda,
die Tragik liegt im ewigen Konflikt zwischen Aufwand und Ertrag: Je besser die Schätzung sein soll, desto mehr nähert sich der Aufwand dem, der zur Erstellung der Software nötig ist.
Software ist komplex; alle Verfahren versuchen, die Komplexität zu messen. Das wiederum setzt voraus, dass die Komplexität verstanden wird. Verstanden ist sie aber erst, wenn sie auf ein Maß heruntergebrochen ist, das dem menschlichen Verstand zuträglich ist. Das Herunterbrechen ist nun genau die Arbeit, die der Systemplaner sowieso tun muss, wenn er Teilaufgaben resp. Teilziele festlegen will. Und da beißt sich die Katze in den Schwanz.
Function Point liefert brauchbare Ergebnisse, wenn die Projekte nicht zu klein sind (> 100 MT) und hinreichend Erfahrung mit der Methode vorliegt - so jedenfalls stand es schon vor fast 30 Jahren im Originaltext, den Allan Albrecht von der IBM herausgebracht hat.
Gruß Ralf