Re^3: Wohin geht die Internetprogrammierung?
(dann könte man endlich mal diversen Kram
vernünftig verifizieren und könnte z.B. BBCode praktisch
komplett abschaffen).
Mir ist nicht klar, wie Du hierauf kommst. Erklärst Du's mir
bitte?
HTML ist mehr oder weniger chaotisch. Innerhalb eines HTML-Dokuments gibt es - so wie viele Leute es verwenden - keine wirkliche Struktur, und was an Struktur vorhanden ist ist ab und zu nicht eindeutig (siehe z.B. die Beispiele zur Tabellendarstellung in der XHTML-Doc vom W3C). XHTML ist als XML-Abkömmling viel stärker strukturiert und kann vor allem von einfachen Parsern gelesen werden, die einem Standard gehorchen. Das macht es viel einfacher, Fragmente einer Seite, also z.B. Foreneinträge, innerhalb eines einfachen Modells der Umgebung zu prüfen, ohne dabei einen Umweg über Metasprachen zu gehen. Per XSLT könnte man sogar noch lustigere Sachen bauen, ohne einen halben Kilometer Parser für die eigene Sprache in tausendfacher Ausführung auf dem Server laufen zu lassen.
Was Perl angeht wird wohl mit Version 6
endlich "richtiges" OOP kommen.
Mein freudiges Lächeln in Erwartung von Perl 6 ist mit den
Jahren ein wenig hölzern geworden. Es sind ja wirklich tolle
Dinge versprochen worden, aber wann kann man die endlich mal
nutzen?
Larry ist Gott, und was Gottes Mühlen angeht wissen wir ja alle bescheid ;-)
(und für die Pienzer: ^^Sarkasmus^^)
Perl wurde schon zu Grabe getragen als PHP noch kaum bekannt
war, und es wird immernoch verwendet und aktiv entwickelt. [...]
Davon abgesehen bin ich nach wie vor der Meinung, dass PHP für
Anfänger ungeeignet ist, weil es so einfach ist. Meine
persönliche Empfehlung für den Einstieg ist Python.
Flamewar? Ein Wort: Whitespace. So nett Python sein mag, eine Sprache, die unsichtbarem einen dermaßen hohen semantischen Wert zuweist hat ein Designproblem. Das ist eine der größten Macken an make (damals war es IIRC noch ein ehrlicher Fehler), die kritisiert wird praktisch seit es das Programm gibt, und dann kommen die Python-Macher daher und machen daraus ein Konzept. Wer die Geschichte nicht kennt...
Da bin ich anderer Ansicht. Erstens hat HTML mit Darstellung
nichts zu tun ;-) und zweitens meine ich, dass die
W3C-Techniken gerade in den letzten Jahren erwachsen geworden
sind und man sich nunmehr nur noch von den Jugendsünden
trennen muss. XHTML/2.0 mit CSS/3.0 dürfte da die ideale Basis
bieten.
HTML hat leider was mit der Darstellung zu tun. Insofern würde ich es sogar begrüßen, wenn Webbrowser (La)TeX schlucken würden, das ist wenigstens für sowas gemacht. Wenn du von der Darstellung unabhängig sein willst, musst du z.B. XML+XSLT verwenden. Da fangen dann die proprietären Formate an, weil es für einen Anbieter natürlich viel einfacher zu kontrollieren ist, wenn er seine Daten verschlüsselt in einen eigenen XML-Viewer schickt.
Über XHTML 2 und CSS 3 können wir uns dann leider erst in ein paar Jahren richtig unterhalten wenn der Kram mal offiziell wird. Auf XHTML 2 freue ich mich u.A. wegen der freizügigeren Schachtelung von Blockelementen und der Abschnittsverwaltung (nie wieder "bei welchem hn bin ich?"), CSS 3 bringt hoffentlich wirklich mit dem Border-Modul auch den Tod der schlimmsten Tabellen-Pfuscher.
Was die Verbreitung von proprietären Formaten angeht könnte man als prominentestes Beispiel Flash anführen, das IMAO außerhalb von "künstlerisch wertvollen" Seiten nichts zu suchen hat, und das erfolgreich tausende von Seiten wegen kurzsichtiger Designer unbrauchbar macht (http://supcom.gaspowered.com/ ist z.B. nur nutzbar, wenn man Pop-Ups aus Flash heraus zulässt).
Unterstützt wird meine Ansicht von der Beobachtung,
dass selbst Microsoft mittlerweile beginnt, sich dem Markt zu
unterwerfen - und die Standards unterstützt.
So wie CSS 2.1?