Das Problem mit den Einheitswerkzeugen ;-)
Hallo,
Wäre es nicht einfacher alles in einer Sprache nur einmal zu machen,
das dann auch auf allen Systemen läuft?
Sehr gute Idee.
geht das
Ja, das geht schon, aber nur wenn sich absolut nix mehr weiter entwickelt,
was natürlich in der Computertechnik sowieso der fall ist, nicht wahr.
oder warum es manchmal günstiger oder auch notwendig,ein
Projekt in verschiedenen Sprachen oder auch für mehrere
Plattformen zu entwickeln?
Das ist so, als ob du allen Handwerkern ein Einheitswerkzeug für alle
ihre Arbeiten und für alle Zeiten vorschreibst.
Also z.B. einen richtig großen Hammer, den der Schmid braucht, um
große Teile zu schmieden und damit arbeiten dann alle Maurer,
Zimmerleute, Uhrmacher, Bäcker, Köche, Elektriker und KFZ-Schlosser.
Kannst natürlich auch den kleinsten Schraubendreher vom Uhrmacher als
Einheitswerkzeug deklarieren, aber damit kommen auch nicht alle so
richtig klar :-(
Also, da gibt es nur eine Lösung: Das universelle
Hammer-Dreh-Bohr-Schneid-Schlüssel-Mess-Schipp-Drück-Löt-Schweiß-Werkzeug,
in dem die ca. 500 einzelnen Spezialwerkzeuge aller Handwerker
integriert sind.
Diese tolle Teil nur ein paar kleine Macken:
1) Wiegt knapp 600 Kilo, was dem etwas schwächlichen Uhrmacher
etwas Kopfzerbrechen macht.
2) Kostet 20.000€, was allen nicht so toll gefällt, weil jeder nur
höchstens 3% aller Möglichkeiten nutzt.
3) Die Suche nach dem richtigen Werkzeug in diesem wirklich universellen
"Schweizer-Taschemmesser" dauert oft 30 Minuten, was die Kunden etwas
nervt, weil die Werkzeugsuche zu An- und Abfahrtzeiten hinzukommt
4) Irgend was ist an dem Teil immer gerade nicht einsatzbereit, weshalb
die Reparaturen unbezahlbar sind und das Teil eigentlich nie benutzbar
ist, weil gerade beim Herstellerservice.
5) Die Messfunktionen leiden beim Hämmern doch erheblich, so dass selbst
der Schmied nicht unter 10mm Genauigkeit hin bekommt.
6) Die jährliche Sicherheitsüberprüfung z.B. der VDE-Sicherheit
dauert 14-Tage und bringt auch wieder einen Haufen Reparaturaufträge.
8) Der Hersteller geht bald Pleite, weil es nach kurzer Zeit keine
Handwerker mehr gibt, die das Ding kaufen könnten.
So ähnlich ist es auch mit den Programmierwerkzeugen.
Da gibt es richtig großer Hammer-Compiler mit paar hunder MB für die
ganz großen Projekte zu den Super-Duper-Prozessor-Befruchtern und
dann gibt es so mittelgroße Zangen-Compiler für die Desktop-Softis
und dann gibt es so ganz kleine Minidreher-Interpreter für die
Mikrocontroler-Fuzzis und ein Haufen weiteres Werkzeuge
für Datenbankheinis, Internetfreaks, Scriptkidis, .............
Und natürlich ist ein Werkzeug, das mal zu Zeiten von einer
Großrechenanlage der 60iger Jahre entwickelt wurde (das Teil hatte
etwa die Rechenleistung eines heutigen Taschenrechners, wurde aber
nicht mit Tasten bedient, sondern mit Lochkarten) nicht mehr ganz
so gut nutzbar für einen heutigen 64-Bit-Prozessor, mit etwas
der 10Mdr-fachen Rechenleistung und dem 100Mio-fachen Speicher.
Gruß Uwi