Hallo Bernd.
Ein höher empfindlicher Film braucht weniger Licht, um richtig belichtet zu sein. Dies bedeutet in der Praxis, dass ein doppelt so empfindlicher Film nur halb so lange belichtet werden muss.
Ein Beispiel:
Ist für einen ASA 100 Film bei Blende 5,6 eine 1/60s Belichtungszeit nötig, so reicht bei einem ASA 200 Film schon eine 1/125 s, oder man kann die Blende auf 8 schließen. Kameras mit Belichtungsautomatik (wie z.B. in den modernen Zoomkompaktmodellen) haben bei höher empfindlichen Filmen die Möglichkeit, das Risiko des Verwackelns zu reduzieren und die Tiefenschärfe1 zu vergrößern.
Nun weiß ich nicht, ob diese LOMO überhaupt eine Belichtungsmessung hat; in diesem Fall ist ein höher empfindlicher Negativfilm besser, da diese Überbelichtung besser vertragen als Unterbelichtung. Allerdings kann in der Tat ein zu empfindlicher Film die Qualität senken; so ist ein 400er in einer einfachen Kamera in Ägypten eventuell schlecht.2 Hier aber sollte es keine Probleme geben.
In aller Regel wird die Aufnahme durch einen höher empfindlichen Film nicht schärfer, da die Korngröße steigt und somit die Auflösung sinkt; für besonders scharfe Aufnahmen werden eher niedrig empfindliche Filme verwendet. Eine einfache Kamera kann aber die Schärfereserve eines besonders scharfzeichnenden Films nicht ausnutzen, so dass wegen der Schärfe nichts gegen einen 400er spricht.3
Bei größeren Abzugsformaten kann bei hochempfindlichen Filmen das Korn stören; dies ist besonders bei 800er Filmen der Fall. Da dies aber Geschmackssache ist (mich stört Korn meist weniger), muss man dies ausprobieren.
Dies war jetzt alles etwas verkürzt; im Zweifel einfach nachfragen.
Schöne Grüße
Leo
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1Bitte keine Tiefenschärfe vs. Schärfentiefe - Diskussion ;-)
2Außer, das Motiv liegt tief im Schatten. Das macht manchmal die Wahl des richtigen Films so schwierig.
3Auch gibt es keine generelle Abhängigkeit zwischen Filmentfindlichkeit und Schärfe mehr: Ein guter 400er kann feinkörniger und schärfer als ein einfacher 100er sein.