Für gewerbliche Zwecke photographiere ich gelegentlich Waren.
Mit unmittelbarer Beleuchtung war ich nicht zufrieden: Dunkle Bereiche wurden strukturloses Tiefschwarz, Glanzlichter wurden zu strukturlosen weißen Flecken.
Die besten Ergebnisse im allgemeinen erzielte ich draußen am frühen Nachmittage ohne strahlenden Sonnenschein – auch im Winter. Das Sonnenlicht ist das beste Licht, die Farben kommen kräftig heraus.
Nur diffus sollte das Licht nicht sein, denn durch dunklere Bereiche wird die dritte Dimension veranschaulicht. Ich meine, daß wenn alles gleichmäßig ausgeleuchtet ist, das Bild platt aussieht.
Ich stelle manches Mal einen Aufheller oder einen Neger (Fachausdruck, von »negieren«) an die Seiten. Das sind mit schwarzem Samt bezogene Pappen oder Pappen, auf die ich mit Klebeband ein weißes Blatt klebte (wenn das Papier schmutzig wird, dann kann ich es leichter austauschen, außerdem kann ich darauf gleich den Weißabgleich der digitalen Kamera vornehmen). Damit die Pappen stehenbleiben, sind sie an ihren Rückseiten mit Paketklebeband an Buchstützen von Ikea befestigt.
Heute leuchte ich so aus, daß das Bild keine harten Gegensätze (Kontraste) hat, sondern im mittleren Tonwertbereich gut aussieht. In einem Bildbearbeitungsprogramm stelle ich mir die Schatten und Glanzlichter ein (zum Beispiel auf einer zusätzlichen Ebene im Verknüpfungsmodus »Lichtpunkte«).
Für Mineralienstufen benötigte ich mehr gerichtetes Licht. Die photographierte ich auch draußen. Eine normale Lampe kommt gegen das Sonnenlicht nicht an (oder sie ist fast im Bild). Ich ließ eine Gehilfin eine 1.000-Watt-Photoleuchte in 2–4 m Entfernung halten.
Problematisch beim Photographieren draußen ist, daß man den Standort der Lichtquelle nicht beeinflussen kann. Deshalb ist manchmal der geneigte Aufbau sehr aufwendig – er soll nicht rutschen, kippen oder gar zusammenbrechen. Oftmals muß eine Gehilfin den Aufbau von Hand stützen oder den Hintergrund (fest-)halten (1-Euro-Jobs?).