Re: Digitale Bridge Kamera als Ersatz für DSLR
So eine Bridge-Kamera kann keinen optischen Sucher haben. Wie soll denn das funktionieren? Das ist ja eigentlich das Wesensmerkmal der Bridges. Eine Optik, ähnlich wie die der SLRs, jedoch ohne die Spiegel-Mimik und ohne Wechselobjektive. Dafür mit einem Zoom mit recht großem Brennweitenbereich. Quasi die Bridge-Kamera als Konkurrenz zur DSLR mit "Immerdrauf-Zoom".
Doch wie soll nun ein optischer Sucher funktionieren, wenn kein Spiegel da ist, welcher das Licht, das durchs Objektiv kommt, in den Sucher umlenkt? Ein Extra-Sucher, der am Objektiv vorbei schaut, wie bei manchen Kompakt-Kameras noch zu finden, kommt wegen des enormen Zoom-Bereiches der Bridge-Kameras nicht in Frage. Das Fehlen eines optischen Suchers ist der Preis für den großen Zoom-Bereich.
Die einzige Lösung wäre eine "zweiäugige" Kamera. Dabei müsste man für den Sucherdurchblick ein zweites Objektiv spendieren, das mit dem Aufnahmeobjektiv gekoppelt ist. Wenn man mal davon ausgeht, daß das Objektiv die Hälfte des Preises einer Bridge-Kamera ausmacht, dann würde ein zweites so eine Kamera um 50% verteuern. Wer wäre bereit diesen Preis zu bezahlen, nur um einen optischen Sucher zu haben? Villeicht wäre das eine Marktlücke. Immerhin könnte man dann das stromfressende Live-Display abschalten und ungeahnte Akku-Laufzeiten realisieren. Bisher hat es aber meines Wissens nach noch kein Hersteller gewagt, diesen Weg zu gehen.
Was auf der einen Seite als Nachteil erscheint, kann man auch als Vorteil betrachten: die Bridges haben "live View", was bei einer DSLR schwierig zu realisieren ist. Da stellt sich das Problem umgekehrt.
Also, wenn du dich mit dem Gedanken trägst, eine Bridge-Kamera zu kaufen, dann musst du dich wohl von dem Wunsch nach einem optischen Sucher verabschieden.
Liebe Grüße,
Thomas.