Wie werden Objektivhersteller überleben?

Von: , Frage gestellt am Di, 19. Dez 2000

hallo,

da sich im fotobereich immer mehr die digitale fotografie durchsetzt, kann ich mir vorstellen, daß es firmen die sich nur oder hauptsächlich auf objektivherstellung spezialisiert haben
es in zukunft schwerer haben werden, oder? ich denke mal eine firma sigma z.b. , was können die tun, denn die neuen digitalkameras brauchen doch keine wechseloptik.wer kennt die neuesten marktzahlen oder kann mir bei meinen fragen kurz behilflich sein? oder wer kennt internetseiten?
danke im voraus.

10 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach einer Stunde hilfreich
    Re: Wie werden Objektivhersteller überleben?

    Hi,

    jetzt lehne ich mich mal aus dem Fenster und behaupte: Sigma, Tamron u.ä. waren für wirkliche Photgraphen noch nie eine Alternative. Vielmehr wandten die sich an ein Publikum, das zugunsten des Preises Qualitätsabstriche gemacht hatn. Diese Hersteller werden wohl ein Problem bekommen, wenn sich das "gemeine" Publikum auf die Digi-Cams stürzt, warum auch immer. M.W. hat Sigma noch kein einziges Objektiv abgeliefert, das alle Spezifikationen eines echten Original-Objektives darstellen konnte.

    Richtig photographieren läßt sich immer noch nur mit Spiegelreflexkameras und dafür braucht man Objektive. Ein Hersteller wie Nikon, der m.E. sowieso die einzig wahren Kameras und Objekitve herstellt, sieht sich da wohl vor weniger Probleme gestellt.

    Gruß
    Christian

    P.S. Ich bin mal auf die bösen Antworten gespannt. Bitte nur nicht persönlich werden.

    • Antwort von nach 17 Stunden hilfreich
      Re^2: Wie werden Objektivhersteller überleben?

      Was sind denn "Spezifikationen eines Originalobjektivs"? Äpfel kann man sowieso nicht mit Birnen vergleichen ... Die originalen haben Vorteile, und die fremden haben Vorteile. Und ich würde einen Teufel tun und mir z.B. für eine Namibia-Reise für die Tierfotografie ein schweineteures Original-Telezoom kaufen, was ich dann später sehr selten brauchen werde. Da gibt's ein ganz tolles Tamron 150-500/5,6 Fluorit für rund 1600,- D-Mäuse. Sowas in dieser Kombination hat kein Original-Hersteller zu bieten. Fluorit ist wichtig bei Teles. Gerade bei Tieren, wo der meiste Mist herauskommt, weil sich die Viecher bewegen oder verstecken oder Staub aufwirbeln oder das Licht gerade Scheiße ist mittags ... Da kommt es rundherum auf soviele andere Sachen an, dass die Frage, ob original oder fremd, wurscht ist. Und das allerwichtigste ist ohnehin das Hirn und das Auge des Fotografen: Welche Geschichte will ich mit dem Foto erzählen, und wie erzähle ich es? Das Equipment ist völlig nebensächlich. Ein Zuviel an Technik und Einstellmöglichkeiten kann auch verursachen, dass im entscheidenden Moment das Ding irgendwie nicht aufs richtige Motivprogramm eingestellt war usw. ...
      Ich habe einige Freunde, die bei jedem Diaabend nur die Schärfe von Objektiven testen und sich dran begeilen. Tolle Motive sind nicht dabei - sie können einem leid tun ...

      Und Nikon ist sicher nicht mehr das einzig Wahre! Das war es vielleicht noch zu Zeiten der Nikon F/F2. Danach haben sie sich (auch in den Augen von Profis) ganz schöne Flops geleistet. Wie definiert man das "beste System" überhaupt? Ideen-Führerschaft z.B.? Da zumindest hat Canon die Nase vorn (Augengesteuerter Autofocus, USM-Motoren ...). Dass ziemlich viele Features in Kameras hineingebaut werden, die kein Mensch braucht, um gute Bilder zu machen (Bildidee, Sichtweise des Fotografen ...), ist wieder eine andere Geschichte. Ich habe noch keinen Fotografen getroffen, der die 1/16000 Sekunde der Minolta gebraucht hätte. Bei mir ist in der Praxis bei 1/1000 Schluss - mehr habe ich noch nicht gebraucht, obwohl meine EOS 5 die 1/8000 drauf hat. Netter Werbegag, mehr nicht. Außer man fotografiert direkt in die Sonne ...

      So, ich bin doch ganz sachlich geblieben, oder?

      Gruß, Dietmar [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

      • Antwort von nach 17 Stunden hilfreich
        Re^3: Wie werden Objektivhersteller überleben?

        Hallo,
        Ich habe schon weiter oben was geschrieben, aber das ist das, was ich mit Prakmatismus und eine gewisse Leidenschaftslosigkeit (gegenüber der Technik)meine. Meine Kameras haben bei -20° C ebenso funktioniert, wie bei +50° C und auf die Skipiste nehme ich ein altes 28-200 mm Tamron mit !
        Wenn ich auf dem liegend leider mal wieder den Berg runterstürze kratzts mich nicht. Und das Beste ist, es ist schon passiert, und es funktioniert immer noch.
        Allerdings forste ich auch auf, wenns darauf ankommt.
        Ansonsten bin ich mit Dir völlig einer Meinung. Das ist meiner Ansicht nach der Blick fürs Wesentliche, der vielen fehlt !!

        Gruß, Stephan

      • Antwort von nach einem Tag hilfreich
        Re^3: Wie werden Objektivhersteller überleben?

        Hi auch,

        Da ich selten bis gar nicht waghalsige Abenteuer mit meiner Kamera unternehme, stellt sich das Problem des evtl. teuren Sachschadens nicht. Dennoch hat meine Nikon F70 schon einige Wetterunbilden überstanden, während die Kameras meiner Begleiter entweder komplett die Flügel strecken mußten oder zumindest anschließend intensivere Wartung benötigten.
        Schnickschnack an der Kamera muß auch bei mir nicht sein. Blenden- und Belichtungsautomatik und meinetwegen Autofokus reichen vollkommen aus. Das Bild macht in der Tat nicht das Material sondern der Photograph. Dennoch hat man mit bestimmten Material andere Möglichkeiten. Ich decke den Bereich von 18-200 mm mit drei Objektiven ab, aller mit einer „konstanten“ Lichtstärke von 1:2,8 (dazu noch ein 2:1 Konverter für Notfälle und Sonnenfinsternisse). Das konnten „nicht-original“-Objektive bisher nicht leisten.

        Gruß
        Christian

        • Antwort von nach 2 Tagen hilfreich
          Re^4: Wie werden Objektivhersteller überleben?

          Ich decke mit meinen Zubehör-Objektiven einen Bereich von 28-210 mm ab, mit einer konstanten Lichtstärke von 2,8. Ein 2:1 Konverter ist auch dabei. Je Weitwinkliger, umso weniger kommt es auf Lichtstärke an. Bei 18 mm machst du Landschaftsaufnahmen mit Blende 16. Was können jetzt „nicht-original“-Objektive nicht leisten ?
          Also, ich will ja jetzt nicht rumrösten, aber ne Sonnenfinsternis mit 400mm, die Sonne ist dann 5Mark-Stück groß auf nem DIN A4-Blatt. Sowas machst Du ;-) Sofi fängt m. E. bei 800mm an interessant zu werden. Aber, Du bist nicht allein, ich habs auch gemacht, kurz geschmunzelt und meine Ergebnisse in irgendeine Schublade gesteckt.
          Aber geh mal zum Autorennen: da ist dann Schluß mit lustig. Ich hatte mal Glück gehabt und ne Akkreditierung fürs F1 Qualifying am Hockenheimring bekommen. Da stehste zum ersten Mal bei diesem Mega-Event mit ner Karte um den Hals, die Dir viele Tore öffnet, bist eh zwischen Staunen und Stolz, und dann sollste noch gescheite Bilder abliefern. Das war mal was ganz anderes. Da ist ein externer Belichtungsmesser gut, um schon vorher mal zu messen, da brauchste auch mal ne 4000stel sec., da brauchste gutes, sehr gutes Material und 1:2,8. Und ? Hab ich alles mit Sigma und Co erledigt. Zuverlässig in perfekter Qualität.

          Gruß, Stephan [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

          • Antwort von nach 2 Tagen hilfreich
            Re^5: Wie werden Objektivhersteller überleben?

            Ich decke mit meinen Zubehör-Objektiven einen Bereich von
            28-210 mm ab, mit einer konstanten Lichtstärke von 2,8. Ein
            2:1 Konverter ist auch dabei. Je Weitwinkliger, umso weniger
            kommt es auf Lichtstärke an. Bei 18 mm machst du
            Landschaftsaufnahmen mit Blende 16. Was können jetzt
            „nicht-original“-Objektive nicht leisten ?
            Also, ich will ja jetzt nicht rumrösten, aber ne
            Sonnenfinsternis mit 400mm, die Sonne ist dann 5Mark-Stück
            groß auf nem DIN A4-Blatt. Sowas machst Du ;-) Sofi fängt m.
            E. bei 800mm an interessant zu werden. Aber, Du bist nicht
            allein, ich habs auch gemacht, kurz geschmunzelt und meine
            Ergebnisse in irgendeine Schublade gesteckt.
            Aber geh mal zum Autorennen: da ist dann Schluß mit lustig.
            Ich hatte mal Glück gehabt und ne Akkreditierung fürs F1
            Qualifying am Hockenheimring bekommen. Da stehste zum ersten
            Mal bei diesem Mega-Event mit ner Karte um den Hals, die Dir
            viele Tore öffnet, bist eh zwischen Staunen und Stolz, und
            dann sollste noch gescheite Bilder abliefern. Das war mal was
            ganz anderes. Da ist ein externer Belichtungsmesser gut, um
            schon vorher mal zu messen, da brauchste auch mal ne 4000stel
            sec., da brauchste gutes, sehr gutes Material und 1:2,8. Und ?
            Hab ich alles mit Sigma und Co erledigt. Zuverlässig in
            perfekter Qualität.
            Dann ist ja gut. Du wirst wohl recht haben, ich habe jedoch von anderen "Sparern" genug negatives gehört, um meine Meinung nicht ändern zu wollen. Aber das ist es letztlich auch: Meinung.

            Noch zum Thema Sonnenfinsternis: Daß die Sonne im Original nicht riesig ist, ist schon klar. Aber es soll ja auch Vergrößerungen geben. Im Endeffekt hängen meine Bilder vom letzten Jahr in diversen Fotoläden in dieser Stadt. Außerdem hat die örtliche Sternwarte bei der zweiten Vortragsreihe auf ihre eigenen Aufnahmen mit 2000mm-Objektiven verzichtet, und stattdessen meine vier Filme vorgeführt. Wie gesagt: Brennweite zwar nur 400mm aber mit einem 50er Film und vor allem einem gescheiten Filter, nicht mit dem ach so tollen Folienschrott Marke Eigenbau. Aber das war ja nicht das Thema.

            Ich wollte ja niemanden zwingen, teurere Original-Objektive zu kaufen, sondern - wie erwähnt - eine Meinung kund tun. Deine ist sicherlich auch in Ordnung und beruht anscheinend auf eigenen guten Erfahrungen.

            Gruß
            Christian

  2. Antwort von nach einer Stunde hilfreich
    Re: Wie werden Objektivhersteller überleben?

    Hast du schon mal an digitale Spiegelreflexkameras gedacht?
    Die verwenden die exakt gleichen Objektive wie "NOrmale"

    J. [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

    • Antwort von nach 3 Stunden hilfreich
      Re^2: Wie werden Objektivhersteller überleben?

      natürlich habe ich das bedacht, aber wie hoch ist denn der anteil momentan? der is ja minimal, nicht zuletzt auf grund der zur zeit noch sehr hohen preise.
      der hintergrund meiner frage war unter anderem der: ich habe demnächst ein vorstellungsgespräch bei einem hersteller. nun stelle ich mir eben die frage ob das ganze denn nun zukunftssicher ist.
      danke trotzdem für die antwort

      olli [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

      • Antwort von nach 2 Tagen hilfreich
        Re^3: Wie werden Objektivhersteller überleben?

        der hintergrund meiner frage war unter anderem der: ich habe
        demnächst ein vorstellungsgespräch bei einem hersteller. nun
        stelle ich mir eben die frage ob das ganze denn nun
        zukunftssicher ist.
        Hallo Olli,

        da würde ich mir an Deiner Stelle überhaupt keine Sorgen machen. Die Digitalkameras verdrängen die herkömmliche Fotografie nur in einem Marktsegment, ansonsten ist es eine Ergänzung und kein Ersatz. Außerdem brauchen auch die digitalen Kameras ein Objektiv.

        Die Fotografie ist zudem nur eines von mehreren Betätigungsfeldern der Hersteller von Objektiven. Film- und Videokameras, jeweils wieder in den professionellen und Hobbybereich unterteilt, brauchen Objektive. Vom Diaprojektor, über Fotokopierer, Overheadprojektoren, Mikroskope... eine Aufzählung ohne Ende, überall sind Objektive im Einsatz. Du kannst sogar davon ausgehen, daß die Digitalfotografie zur Belebung des ansonsten unter Sättigungserscheinungen leidenden Marktes geführt hat.

        Vollkommene Verdrängungen durch Neuerungen gibt es durchaus, aber sie sind in allen Bereichen eher die Ausnahme.
        Dagegen gehören Marktveränderungen zum Tagesgeschehen aller Hersteller. Wer nicht völlig verkrustet ist, sieht darin keine Gefahr, sondern immer wieder eine neue Chance.

        Nimm den Job, wenn er Dir ansonsten zusagt.

        Gruß
        Wolfgang



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