Re: Was braucht ein Anfänger fürs eigene Fotolabor
1. Wenn ich jetzt boshaft sein wollte, könnte ich sagen, Du solltest vielleicht nicht Filme "vollknipsen", sondern überlegt fotografieren. Aber am Anfang ist es wichtig, zu probieren - es wird sich einpendeln.
2. Dias sind auf das Stück bezogen billiger als Papierbilder (Diafilm + Rähmchen im Vergleich zu Neg.-Film + Abzug). Nochdazu rahmst Du nur die Dias, die Dir gefallen und sparst Rahmen. Die Papierbilder mußt Du alle nehmen (und kaufen), es sei denn, sie haben einen technischen Mangel und Du kannst das eine oder andere zurückgeben. Allerdings brauchst Du für Dias einen Diaprojektor und eine Leinwand.
3. Das eigene Labor macht bei Farbe wirklich keinen Sinn, das haben zwei andere Kommentatoren schon sehr richtig bemerkt. Wo es aber wirklich toll ist: im Schwarzweiß-Bereich. Da hat man ja über normale Labors gar keine Chance, Filmentwicklung und Abzüge in einer auch nur halbwegs guten Qualität zu erhalten - und sie kosten darüberhinaus mehr als ein Farbprint. "Fotografie" kommt aus dem Griechischen und heißt "mit Licht malen". Schwarzweiß fotografieren heißt, interessante Lichtstimmungen und Motive erkennen und festhalten - also eigentlich die hohe Schule der Fotografie. Da habe ich nur Kontraste, Linienführung, Formen - und keine Farbe, mit der ich mich über uninteressantes Licht oder langweilige Komposition hinwegschummeln kann.
Und es ist nicht mit dem Druck auf den Auslöser getan. Das Entwickeln, das gespannte Warten, wenn sich der Abzug in der Entwicklerschale langsam zu zeigen beginnt - das alles ist der zweite Teil dieses schönen Hobbys, fast schöner als das Fotografieren, weil Kreativität gefordert ist (Wie möchte ich den Kontrast, wie die Helligkeit, wo muß ich nachbelichten, wo abwedeln?). Das fertige Bild hat unter Umständen mit der Wirklichkeit garnicht mehr so viel gemeinsam, davon abgesehen, daß sowieso die Farbe schon fehlt.