Morgengezwitscher

Hallo, ich weiß nicht, ob ich hier richtig bin, aber: Jetzt meine Behauptung, oder ist es schon eher eine Feststellung?

Ich wohne im Südhessischen Raum, in locker bebauter Vorstadt. In früheren Jahren war im Frühlung, etwa zu dieser Jahreszeit, morgens ein Vogelgezwitscher in der Luft, daß man manchmal fast meinen konnte, es wird einem zu viel. Jedenfalls, ein schöner Anfang der wärmeren Jahreshälfte.

Seit einigen wenigen Jahren meine ich festzustellen, das wird weniger und weniger, in diesem Jahr grade noch mal eine Amsel, die sich redlich müht. Von dem „brüllenden“ (meine ich positiv) Vogelkonzert morgens keine Spur mehr.

Höre ich das nur nicht mehr, von wegen Alter? :smile:, oder ist das tatsächlich so? Hat auch jemand anderer sowas bemerkt?

Antal

Hallo Antal,

bei uns ist es nicht weniger geworden, eher sogar mehr. Das wird gezwitschert und geträllert oder nur bekreischt (die Elster :smile:).
Allerdings hat mir mein Vater letztens erzählt, dass bei ihnen auf dem Campingplatz das Gezwitschere immer weniger wird. Das ist dort aber auch kein Wunder - holzt doch der Platzwart alles ab, was im Herbst Laub - und somit eventuell Arbeit - erzeugen könnte.

Sogar jetzt eben - wo es in Strömen regnet - pfeifen die munteren Kerlchen fröhlich vor sich hin.

Liebe Grüße

Userine

Das beruhigt mich etwas, denn man wird ja heute recht „hellhörig“. Muß also an uns (oder unseren Katzen, oder unseren Elstern oder unseren… liegen). Wo, in welchem „Biotop“ wohnst Du?

Antal

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Das beruhigt mich etwas, denn man wird ja heute recht
„hellhörig“. Muß also an uns (oder unseren Katzen, oder
unseren Elstern oder unseren… liegen). Wo, in welchem
„Biotop“ wohnst Du?

Antal

Hallo Antal,

na ja, ein Biotop ist unser Garten nun nicht gerade, wenn wir auch viel, viel Grünzeugs haben.
Allerdings habe ich den Wald auch „fast“ vor der Haustüre, wenn ich aus meinem Bürofenster rausschaue, dann lacht er mich geradezu an. Letztes Jahr hat mich sogar ein Fuchs auf meiner Terrasse besucht (welch ein Schreck!).
Wohnen tue ich in der Nähe von Stuttgart.

Liebe Grüße

Userine

Hallo !

Treiben bei Euch vielleicht sogenannte Vogel- und Tierschützer ihr Unwesen??
Werden dort vielleicht Elstern, Eichelhäher, Krähen, Raben usw mit jungen Singvögeln gemästet?
Dann ist es so, dann sterben die Kleinen aus!

Gruß max

Wir haben noch ein paar Elstern, sind aber weniger geworden. Raben habe ich dieses Jahr mit Bewußtsein noch gar nicht gesehen. Eichelhäher jommen hier wohl aufgrund der Gesamtlage nicht vor: Zu wenig Wald.

Aber: Ich habe einen Nistkasten für Kohlmeisen, in dem (videoüberwacht!!) zwei mal im Jahr Meisen brüten. Dieses Jahr ist es mir zum ersten Mal passiert, daß die Mutter von jetzt auf nachher weggeblieben ist (verunglückt? Katze?, keie Ahnung). Der Meisenmann bemüht sich aber heftig, fliegt unermüdlich, und ich helfe mit Mehlwürmern, wo ich kann. Männliche Solidarität.

Antal

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… hat ein Sternchen von Frau verdient :smile: !

Liebe Grüße

Userine

Von den 10 gelegten Eiern ist eins nicht ausgeschlüpft, ein kücken ist schon am ersten Tag gestorben, wohl zu schwach. Die anderen habe ich durch zufüttern durchgebracht. ( Kerle wälzen sich jetzt bräsig im Nest. Normalrweise füttern ja die Alten immer den, der den Schnabel am weitesten aufreist, und das ist imemr der Stärkste, udn der schwächste liegt untern im Nest, hat kaum mehr Kraft den Schnabel aufzumachen oder sich nach oben durchzukämpfen. Abhilfe: So feste zufüttern, bis auch die Ältesten und Stärksten, rülps, aufgeben mit Schnabelsperren udn wegschlummern. Dann haben auch die Kleinen eine Chance. istz ebsodmers wichtig an kalten und regnerischen Tagen wie heute; da finden die Eltern - jetzt ja nur noch der Vater - nicht genügend Gewürm.

Antal

… hat ein Sternchen von Frau verdient :smile: !

Liebe Grüße

Userine

Hallo Antal,

wir stehen unter der Woche immer so um kurz nach 5 auf, und wenn ich um halb 6 aus dem haus gehem dann ist momentan schon einiges los. Vor einigen tagen kam es mir sehr laut vor, aber das kann auch an dem Schall ziwschen den häusern gelegen haben. Im grossen und ganzen würde ich sagen, es ist sehr laut um die Zeit.
Wir wohnen in einem Dorf (60 Häuser) mit Durchgangsstrasse, ringsum Felder, ein kleines Wäldchen in unmittelbarer Nähe; dort wohnen Enten und reiher (die auf den felödern nach nahrung suchen, aber die machen wohl keinen lärm. Ansonsten habe ich gesehen (un dgehört): Amseln, Meisen, Rotschwänzchen, Rotkehlchen, Buchfink; Elstern sind noch nicht gross in Erscheinung getreten; Milan und Bussard auf den Feldern, Lärchen (Lerchen?, naja, also der Vogel :wink: ). Leider kann ich bis auf Amseln und Meisen keine Vogelstimmen zuordnen, aber vielleicht gibt es noch mehr Krakeler morgens um halb 6.

Soviele Vögel, obwohl hier gerade unser Nachbar sehr viele Katzen (5 Stück) herumlaufen hat, und ein paar Hunde natürlich auch.

Viele Grüsse,
Deborah

PS: vor ein paar Wochen war die Vogeluhr Thema bei der Maus, aber einige Vögel fehlten,- es war insgesamt nicht schön gemacht (zu oberflächig).

Hi Antal,

es wird leider immer weniger, meistens. Morgens ist immer das meiste los. Hat sich an der Strucktur des Wohnraumes (menschlich) was geaendert? Viele neue Hausdaecher? Dann haben die Haussperlinge schon mal keinen Stich mehr. Vielleicht kannst Du auch noch eine Meisenkasten mit einem groesserem Einflugloch aufhaengen, vielleicht wird er angenommen. Dann: Hat sich die Struktur Eurer (nicht Deines) Gaerten geaendert? Weniger Pflanzen = Blumen und Beete, Stauden, mehr Rasen, weniger und einfacher zu haltende Arten, fremde Arten? Neue Verkehrswege oder ein riesen Windpark (nix gegen diese Energieform, aber wenns zuviele Muehlen werden, moegen das die Maetze auch nicht so)oder weniger Baumbestaende? Da kanns dann mit dem Nachzug der Pieplinge aus eben diesen Bereichen in die Gaerten hapern (ist vor allem bei Amseln beliebt.
Schau mal nach den Arten der Voegel, sinds weniger als vorher?
Ansonsten viel Glueck beim Aufpaeppeln (ich tus auch immer wieder, obwohl es immer Aufschreie gibt, aber was soll man machen, wenn die Meisen schon ans Fenster klopfen)

Viele piepende Gruesse

falke

Hi Antal,

es wird leider immer weniger, meistens. Morgens ist immer das
meiste los. Hat sich an der Strucktur des Wohnraumes
(menschlich) was geaendert? Viele neue Hausdaecher? Dann haben
die Haussperlinge schon mal keinen Stich mehr. Vielleicht
kannst Du auch noch eine Meisenkasten mit einem groesserem
Einflugloch aufhaengen, vielleicht wird er angenommen. Dann:
Hat sich die Struktur Eurer (nicht Deines) Gaerten geaendert?
Weniger Pflanzen = Blumen und Beete, Stauden, mehr Rasen,
weniger und einfacher zu haltende Arten, fremde Arten? Neue
Verkehrswege oder ein riesen Windpark (nix gegen diese
Energieform, aber wenns zuviele Muehlen werden, moegen das die
Maetze auch nicht so)oder weniger Baumbestaende? Da kanns dann
mit dem Nachzug der Pieplinge aus eben diesen Bereichen in die
Gaerten hapern (ist vor allem bei Amseln beliebt.
Schau mal nach den Arten der Voegel, sinds weniger als vorher?
Ansonsten viel Glueck beim Aufpaeppeln (ich tus auch immer
wieder, obwohl es immer Aufschreie gibt, aber was soll man
machen, wenn die Meisen schon ans Fenster klopfen)

richtig…

Viele piepende Gruesse

falke

Hallo antal,
kein Wunder, daß Du nix mehr hörst;- die sind jetzt nämlich alle bei uns in Rhein-Erftkreis. Nein also im Ernst, letztes Jahr hab ich mich auch gesorgt, da war hier auch im gegensatz zu den Vorjahren gespenstische Stille. Nur die Meisen waren völlig wild auf die Pferde-Winterhaare die ich ihnen hingehängt hatte. Spatzen waren gar keine zu sehen. Und dieses Jahr ist hier ab 6 Uhr richtig was los und eine ganze Schar Spatzen bespricht auf unserer Terasse den weiteren Tagesablauf. Also komisch ist das - aber woran das liegt??

Gruß
Suse

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Das beruhigt mich; vielleicht kommt es ja auch bei usn wieder? Ich hoffe sehr darum.

Antal

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Leider kenne ich die politischen Verhältnisse im Südhessischen nicht, doch bei uns in Norddeutschland sind vor einigen Jahren durch die Politik (Politiker haben ja von allem Ahnung, und je länger sie auf ihren Stühlen sitzen desto mehr) Elstern und Krähen geschützt worden. Seit der Zeit sind die Bestände an Singvögeln so zurückgegangen, dass man sich schon nicht mehr erinnern kann wie die Amsel, Zaunkönig und andere noch singen.
Ein Hoch auf den Sachverstand der Obrigkeit!! Onno

Zu Politikern kann ich Dir nur zustimmen. Andererseits. Dies ist ein solcher Scheißjob (und das meine ich ernst!!), daß man nur Leute findet bei herzlich guter Bezahlung, wenn sie noch dazu hinreichend beschränkt sind, um das alles nicht zu merken.

Ein NORMALER Mensch tut sich das doch nicht an!!!

Zu den Vögeln: Das mit den Elstern könnte schon sein. Bei uns in der Gegend hatte vor einigen Jahren eine ziemliche Elsternflut eingesetzt, vielleicht kommts dadurch. Inzwischen sind diese Räuber seit vielleicht 2 jahren wieder erheblich zurückgegangen, ich weiß nicht wodurch, aber ich vermute, einer meiner näheren oder weiteren Nachbarn hat eine gute Knarre mit top-Schalldämpfer ( und sich eine Dreck um solche Vorschriften gekümmert), oder sonst ein „gutes Verfahren“ (hail to this neighbour!!!). Und ich denke, wir müssen jetzt wieder etwas warten, bis der Level unserer Änger wieder steigt. ich jedenfalls tu auch meines dazu.

Antal

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Hallo „Vogelfreunde“!
Ich bin leider etwas entsetzt über einige unqualifizierte Bemerkerungen und Verallgemeinerungen als Antwort auf Antals Frage!
Seit dem CARSON Mitte der Siebziger Jahre sein berühmtes Buch „Der stumme Frühling“ verfasst hat, hat sich die Lage der Singvögel in Deutschland nicht wirklich verbessert. Das hat aber nun wirklich nicht nur mit der angeblichen Zunahme von Elster und Co. zu tun, sondern ist ein Wirkungsgefüge, dass nicht nur die Vogelwelt negativ beeinflusst.
Es hat sehr lange gedauert bis der Artenschutzgedanke (z.B. für Greifvögel) in den Köpfen der Menschen Fuss gefasst hat. Leider haben insbesondere einige Mitglieder der Jägerschaft immer noch nicht verstanden, dass es sich hierbei nicht um „Raubvögel“ handelt, sondern um wichtige Regulatoren der Ökosysteme. Langsam verstand dann auch die Allgemeinheit, dass der Kolkrabe (der aufgrund zahlreicher Hetzkampagnen der letzten Jahrzehnte an den Rand des Aussterbens gebracht wurde) kein „böser Zeitgenosse“ ist, sondern wichtige Selektions- und Hygienefunktionen erfüllt. Aber irgendwie scheinen wir Menschen Feindbilder in der Natur zu brauchen und so geht es nun gemeinsam gegen die bösen Elstern, die die süssen kleinen Piepser verschlingen! Lassen wir bitte Emotionalitäten aus dem Spiel! Jedes Lebewesen hat seine Ernährungsstrategie und wir sollten uns nicht anmaßen, diese aus menschlichem Blickwinkel zu bewerten!
Kurz zur vermeindlichen Zunahme der Elstern: In zahlreichen Studien wurde nachgewiesen, dass die Elster-Populationen insgesamt nicht zugenommen haben. Es lässt sich aber eine vermehrte Verlagerung der Brutstätten aus der freien Landschaft in die Stadt beobachten. Die Elster findet aufgrund der intensivierten Landwirtschaft nicht mehr das Nahrungsspektrum, das sie braucht. Sie ist daher gezwungen in größeren Populationen die Städte zu besiedeln. Daher ist eine verstärkte Beobachtung von „räubernden“ Elstern verständlich.
Kurz zu dem Singvogelrückgang: Wie sieht es in den Städten aus für unsere Vogelwelt? Wo sind denn noch Naturparzellen? Wo finden sich noch genügend Brutmöglichkeiten für die Singvögel, die auf spezielle halbhöhlenartige Quartiere angewiesen sind?
Geht doch mal durch die Neubaugebiete mit ihren schmucken Einfamilienhäusern? Ist das noch Lebensraum für eine vielfältige Vogelwelt (Rotschwänze, Girlitz, Dompfaff, Grasmücken, Laubsänger, Spechte,…). Für Amsel und Meise geht es da noch einigermaßen…
Und wie sieht es mit dem Vogelfang in den Mittelmeerländern zur Zugzeit aus? Hunderttausende der eifrigen Sänger finden ihren Tod in den Leimfallen der Vogelfänger Frankreichs und Italien.

Der Artikel ist schon zu lang und ich könnte noch einige Gründe für den Rückgang nennen. Es ist sicherlich einfach sich nicht an die eigene Nase zu fassen und Übeltäter im Tierreich verantwortlich zu machen! Nur: Eine Tierart hat noch nie andere ausgerottet - das schafft nur das Tier Mensch…
Also: Tod den Elstern?
Gruß
Leonhard