Kompost als Hauptbestandteil eines Substrates

Ausgereifter Kompost, fast ausschließlich ist das zu nahrhaft ?
Theoretisch weiß ich, daß ja, aber hat jemand Erfahrungen?
Kann doch eigentlich auch nicht mehr drin sein, als in dem, was einst die Grundlage bildete, sprich totes Pflanzenmaterial, wozu ja auch Küchenabfälle etc. gehören.
Und damit keine höhere Nährstoffkonzentration, als in der Pflanze, die drin wächst.
Habe einen Riesenhaufen bekommen und würde es gerne als Substrat für einige neuangelegte Beete nehmen, in denen Rosen und Beeren und ein paar Stauden wachsen sollen.
Beste Grüße an alle schneckengeplagten Gärtner und die wenigen glücklichen Anderen, Semele

Hallo Semele.

Also, reiner kompost (vorausgesetzt, es wurde richtig kompostiert) ist mitunter das optimalste, was du deine Pflanzen antun kannst.Gerade Kompost enthält so ziemlich alles, was Pflanzen brauchen; Nährstoffe und Bodenlebewesen (z.b regenwürmer, micro-organismen,etc).Im Gegensatz zu Mulch (in Form von Gras-schnitt oder Rindenmulch oder…) hat es einen Ausgeglichenen C:N - Verhältnis : wenn Mulch von den Bodenorganismen umgesetzt wird, entziehen diese den BODEN Stickstoff (N), damit sie den Kohlenstoff © abbauen können.Der Stickstoff ist somit für die Pflanzen dann nicht mehr vorhanden…

Im übrigen lieben es manche Pflanzen, mit ihre eigne „Abfällen“ gedüngt zu werden (so z.B. die Tomate)

Was eigene Erfahrungen angeht; keine kranke Obstbaum-äste kompostieren; diese können dann als kompost die gesunde Bäume anstecken.Pass auf den PH-Wert auf, es gibt auch Pflanzen (z.B Rhododendron i.S.) mit niederigen PH-Wert, die Kompost nicht oder Z.T. schlecht vertragen …
Viel erfolg …
gruss, Rüben

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Hi Semele,

ich würde aber den Kompost nicht einfach oben aufs Beet schütten, sondern in den vorhandenen Boden bis etwa 5cm tief einarbeiten (geht mit Holzrechen ganz gut). Wenn du die Erde ersetzen willst, dann mische in den Kompost noch Sand mit ein (Menge kommt auf den Kompost an, so etwa 20% Sand reicht meist). Das macht den neuen Boden nicht so schwer, da dieser sich ja mit der Zeit verdichtet, eben noch mehr verrottet. Wenn du die Pflanzen setzt, dann mache das Pflanzloch doppelt so groß wie nötig, fülle den überschüssigen Platz mit reinem Kompost auf (besonders unten) und setz dann die Pflanze ein. Eine solche Startdüngung hift besonders bei Stauden, Wein, Hecken und bei Baumpflanzungen. Sicher wird das bei Rosen nicht anders sein, hab da keine Erfahrungen. Wichtig: In der ersten Zeit gut wässern, der Kompost trocknet schnell aus.

Gruß
André

Hallo Andre,
das mit der Verdichtung und dem Sand, das ist ein sehr guter Tip, an die Ebene hatte ich gar nicht gedacht, nur an die Chemie. Und das scheint ja nicht nur OK, sondern sogar recht gut zu sein.
Vielen Dank für Deine hilfreiche Antwort.
Grüße von Semele

Hallo Rüben,
gut, daß ich gefragt habe, Eure Antworten ersparen mir monatelanges Warten ob sie es nun vertragen haben oder viellleicht doch nicht, die Pflanzen.
Der pH, der ist ja in der Tat wichtig, wegen Festlegung einiger Nährstoffe und so, habe ich auch gar nicht mit bedacht, Rhodos entsprechen zwar nicht unbedingt meinem Geschmack, aber nun würde ich es dennoch gerne genauer wissen.
Weißt Du den pH ?

Und, wo Du es schon ansprichst, der Mulch.
Daß besonders bei Strohmulchung N eine Weile festgelegt wird, das ist ja nicht unbekannt.
Ich mulche nur mit Rindenmulch, Nadelhölzer, um einen zu hohen pH runterzubringen und wegen Schnecken, der verrottet ja auch relativ langsam. Darum hatte ich den N- Faktor auch nicht beachtet.
Die Pflanzen haben auch keine Mangelsymptome,
doch die Beete sind auch noch sehr jung.
Stickstoff über das Normalmass hinaus zu geben erscheint mir nicht notwendig, was sagst Du?

GAnz herzlichen Dank zunächst mal für Deine nicht nur hilfreiche, sondern mich noch zum Weiterdenken anregende Antwort.
Gruß, Semele

…beim angucken fällt mir die erste Antwort schon selber ein, daß ich jetzt nämlich mal schön den pH-Meter nehme und rausgehe…

Hallo Semele,

welchen PH-wert meinst du ? Die von deinem Kompost weiss ich natürlich nicht *g* aber Rhodos sind s.g. Moorbeetpflanzen, und brauchen einen niedrigen PH-Wert (so 3-4).Allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, das auch die Feuchtigkeit des Bodens ausschlaggebend ist, zu trocken ist nicht gut.

Ferner rate ich jedem bei einer Neupflanzung davon ab zu düngen;
m.e. soll man die neue Pflanzen nicht „verwöhnen“, die sollen erst mal so anwachsen.Im übrigen können die Wurzeln von junge Stauden (oder junge Wurzeln, wie manns nimmt) alzu scharfen Industriedünger meistens nicht gut vertragen.Ausserdem wachsen dann die Wurzeln auch nicht in der Tiefe, da sie die Nährstoffe ja direkt an der Oberfläche vorfinden.Und wenn dann im Sommer der Boden austrocknet …da heisst es dann giessen,giessen,giessen …

Vorsicht auch mit der kombination Sand und Dünger; Sand enthält keine „Pufferzone“, da kann man mit den falschen Dünger viel Unheil was der Ph-wert angeht ausrichten.Ansonsten ist Sand immer gut, zumindenst hier bei uns im Oberbergischen, wo wir doch steinigen lehmboden haben …

gruss, rüben