Blattläuse an Kirschbaum - kann Leimring helfen?

Von: , Frage gestellt am Fr, 28. Jun 2002

Hallo,

mir ist aufgefallen, dass an unserem Süßkirschbaum die meisten Blätter an den Astspitzen gekräuselt sind - bei näherem Besehen durch starken Blattlausbefall.

Da ich weiß, dass die Ameisen an der Verbreitung der Blattläuse tatkräftig mitwirken: Ist es denkbar, dem Baum einen Leimring zu verpassen, auf dem die Ameisen kleben bleiben? Ich weiß, dass Leimringe eigentlich gegen die Frostspanner gedacht sind - aber es könnte doch auch gegen Ameisen wirken.

Oder klappt das nicht ?

Danke für Eure Hinweise.

Gruß
Martin

PS: Im nächsten Jahr probiere ich mal den Tipp aus dem Archiv mit der Kapuzinerkresse unter dem Baum ...

16 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach einer Stunde 0 hilfreich
    Re: Blattläuse an Kirschbaum - kann Leimring helfe

    Hi Martin,

    ja, der Leimring hält die Ameisen fern (eben die "Züchter" der Läuse). Aber die Läuse solltest du trotzdem bekämpfen (wahrscheinlich geht hier bei den Massen nichts ohne diverse Chemie).

    Kapuzinerkresse kann Ameisen vertreiben, Leimring bitte trotzdem. Ist eben nur eine unterstützende Methode.

    Gruß
    André

    • Antwort von nach 4 Tagen 0 hilfreich
      Re^2: Blattläuse an Kirschbaum - kann Leimring hel

      (wahrscheinlich geht hier bei den Massen nichts ohne diverse
      Chemie).
      Ganz genau, bei der Gelegenheit beseitigst Du auch gleich gründlich die Ohrenkneifer und Marienkäfer, die Deine Blattläuse normalerweise fressen. Die Blattlauspopulation erholt sich aber bestimmt 10 mal schneller als die Blattlausfresser.
      Da die üblichen Insektenvertilgungsmittel starke Nervengifte sind(extrem gefährlich ist vor allem dieses Zeug aus Chrysanthemenblüten), die z.Z. aus chemischen Kampfstoffen(!) entwickelt werden, wünsche ich dann guten Appetit bei den Kirschen.

      Gruß Tilo

      • Antwort von nach 4 Tagen 0 hilfreich
        Grundsätzlich richtig

        Hallo Tilo,

        chemische Keule nur im Notfall und als letztes Mittel. Richtig.

        Zum einen vernichtet man alles. Dann nach ein paar Tagen noch die schlüpfende Brut. Nun, wo alles tot ist, wird es Zeit die biologischen Feinde der Läuse anzusiedeln. Das klappt im allgemeinen erst dann ganz gut.

        Was die Kirschen angeht, jedes Insektizid ist schädlich, hat aber bestimmte Karenzzeiten. Wer das nicht mag, kann bestimmt auch mal ein Jahr auf die Ernte verzichten.

        Im übrigen, nur das ausgewogene Verhältnis von Blattläusen und Feinden derselben garantiert den Erfolg, dabei sollten die "Vertilger" der Läuse natürlich schon bei der ersten Lausinvasion vorhanden sein, ansonsten haben auch diese Tierchen kaum eine Chance.

        Ich bin auch grundsätzlich gegen Chemie, aber es gibt Fälle, wo nur dieser Einsatz der chemischen Mittel noch Rettung bringt. Übrigens, die Eier der Blattläuse überstehen auch den härtesten Winter, dezimiert, aber sie schaffen es. Gut wenn man schon im Frühjahr für Nützlinge sorgt ...

        Gruß
        André

        • Antwort von nach 5 Tagen 0 hilfreich
          Re: Grundsätzlich richtig

          Hallo André,

          ich verstehe nicht ganz, wie Du Blattlausfresser ansiedeln willst, wenn Du vorher die Blattläuse vergiftest, wovon sollen die Blattlausfresser denn dann leben. Die müssen doch qualvoll verhungern?
          Na ja, kommt sicher auf die Tierarten an. Spinnmilben lassen sich am besten mit Raubmilben dezimieren, wenn es viele Spinnmilben sind. Die Raubmilben vermehren sich dann innerhalb kürzester Zeit rasant und fressen alles auf, echt alles, weil sie jetzt zu viele sind suchen sie auch die letzte Spinnmilbe.
          Dann verteilen sie sich im Garten und weiter und sind bei Gefahr sofort wieder zur Vermehrung bereit. Ausserdem sind sie für Menschen völlig harmlos und sehen wunderschön aus.
          Mit den anderen Viechern kenne ich mich nicht so gut aus.

          Gruß Tilo

      • Antwort von nach 5 Tagen 0 hilfreich
        Re^3: Blattläuse an Kirschbaum - kann Leimring hel

        Hallo, extrem gefährlich ist vor allem dieses Zeug aus
        Chrysanthemenblüten
        kann ich nur bedingt zustimmen. Naturpyrethrum (aus Chrys.-blüten) ist zwar ein Nervengift, aber sehr instabil und bereits nach wenigen Tagen abgebaut. Anders die synthetischen Pyrethroide wie zB Permethrin, welches eine Halbwertszeit von mehreren Monaten hat.

        Grundsätzlich ist aber der Verzicht auf solche Gifte die beste Gesundheitsvorsorge.

        Gruss, Niels

        • Antwort von nach 5 Tagen 0 hilfreich
          Re^4: Blattläuse an Kirschbaum - kann Leimring hel

          Hallo, extrem gefährlich ist vor allem dieses Zeug aus
          Chrysanthemenblüten
          kann ich nur bedingt zustimmen. Naturpyrethrum (aus
          Chrys.-blüten) ist zwar ein Nervengift, aber sehr instabil und
          bereits nach wenigen Tagen abgebaut. Anders die synthetischen
          Pyrethroide wie zB Permethrin, welches eine Halbwertszeit von
          mehreren Monaten hat.
          Es ist völlig egal, ob das Zeug sich in der Umwelt schnell oder langsam abbaut, wenn der gewöhnliche deutsche Gartengiftsprüher das Zeug ohne Atem- und Hautschutz versprüht und sich dabei eine ordentliche Dosis Gift verpasst.
          Ausserdem sind Pyrethroide für den Menschen erheblich giftiger und gemeiner als manch andere Gifte (z.B. Lindan) die bereits seit langem verboten sind und damit habe ich ein Problem. Deshalb benutze ich auch grundsätzlich keinerlei solche Stoffe in meinem Umfeld.

          Übrigens Blattläuse von Rosen beseitige ich mit etwas in Wasser gelöster flüssiger Pflanzenseife. Damit die Rosen gegossen und die Blattläuse sind am nächsten Tag um 90% reduziert. Es ist unschädlich für Nützlinge, die kommen dann mit dem Rest an Blattläusen auch gut klar. Für einen Kirschbaum evtl etwas aufwendig, weil man mit der Gießkanne über den Baum muß.

          Die Idee mit dem Leimring finde ich gut. Hilft zwar nicht gegen die Blattläuse, hindert aber die Ameisen daran, sich neue Blattlauskolonien im Baum anzulegen.

          Gruß
          Tilo

          • Antwort von nach 9 Tagen 0 hilfreich
            Re^5: Blattläuse an Kirschbaum - kann Leimring hel

            Hallo, Es ist völlig egal, ob das Zeug sich in der Umwelt schnell
            oder langsam abbaut, wenn der gewöhnliche deutsche
            Gartengiftsprüher das Zeug ohne Atem- und Hautschutz versprüht
            und sich dabei eine ordentliche Dosis Gift verpasst.
            nun, es baut sich nicht nur in der Umwelt schneller ab, sondern kann auch im Körper besser verstoffwechselt werden. Das grosse Problem der Pyrethroide ist die Anreicherung im Körper.

            Ich wollte das aber nicht als Verharmlosung verstanden haben. Du hast recht, dass man besser auf solche Gifte verzichtet. In den FAQ ist die Schmierseifen-Spiritus-Methode gegen Blattläuse (und auch andere Schadinsekten) beschrieben.

            Gruss, Niels

    • Antwort von nach 5 Tagen 0 hilfreich
      Re^2: Blattläuse an Kirschbaum - kann Leimring hel

      Hallo, Kapuzinerkresse kann Ameisen vertreiben
      Kapuzinerkresse dient weniger zum vertreiben der Ameisen, als vielmehr dazu, die Läuse anzulocken und von den Kulturpflanzen fernzuhalten.

      Gruss, Niels

  2. Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
    Re: Blattläuse an Kirschbaum

    Hallo!

    Biologische Unterstützung für den Kampf gegen Blattläuse bieten "Ohrenkneifer"! (wie die Viecher richtig heißen, weiß ich leider nicht)

    Um denen eine optimale Brutmöglichkeit zu geben, solltest Du zwei bis vier Blumentöpfe mit Holzwolle füllen (diese natürlich gut befestigen) und die Töpfe mit der Öffnung nach unten in den befallenen Baum oder Strauch hängen.
    Es sollten sich innerhalb weniger Tage einige Ohrenkneifer dort ansiedeln (und fruchtbar sein...) und sich künftig an deinen Blattläusen schadlos halten!


    Diese Viecher sind zwar nicht unbedingt schön anzusehen, aber für dich und deine Pflanzen jedenfalls harmlos - was man von den Blattläusen ja nicht behaupten kann...

    Schönen Gruß,
    Robert



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