ich habe im Garten drei alte Apfelbäume, einen roten Berlepsch, einen Glockenapfel und einen Ananasapfel. Wann werden diese Apfelsorten geerntet? Eignen sich alle drei Sorten zum Einlagern und was muß ich dabei beachten? Im Netz habe ich z.B. Informationen gefunden wie: „Ernte Mitte Oktober - Genußreife von November bis April“. Heißt das, ich pflücke im Oktober und muß sie liegenlassen bis mindestens November, bevor sie schmecken? Den Teil, den ich nicht sofort verarbeiten kann (und das sind viele dies Jahr *froi*), würde ich gerne im Keller einlagern. Es ist ein Altbaukeller, eher feucht, dunkel und nicht sehr warm. Reicht es, die Äpfel einfach auf Regalbretter zu legen?
Genußreife von November bis April". Heißt das, ich pflücke
im Oktober und muß sie liegenlassen bis mindestens November,
bevor sie schmecken?
Den Zeitpunkt der Ernte bestimme ich bei meinen Äpfeln stets mit der Zunge. Die Angaben ‚von bis‘ nehme ich als grobe Richtschnur.
Das einige Äpfel besser werden wenn man sie liegen läßt, bedeutet nicht, daß man sie nicht sofort genießen kann/darf.
Allerdings hab ich die Erfahrung gemacht, daß zu langes Lagern den Geschmack nicht unbedingt zuträglich ist.
eher feucht, dunkel und nicht sehr warm.
dunkel ist gut, möglichst kühl, aber frostfrei ist auch gut, aber feucht ist nicht so doll. Trocken sollte das Lager schon sein, sonst faulen die Äpfel doch recht schnell.
Reicht es, die Äpfel
einfach auf Regalbretter zu legen?
das ist OK, aber achte darauf, daß sie sich nicht berühren. Mein Vater sagte immer, ein daumenbreit solle dazwischensein.
Hallo, Sams,
und weil ich gern den Gandalf ergänze noch folgende Info:
Gelagerte Äpfel verströmen Ethylen, was den Reifeprozeß bei anderen Früchten befördert. Kartoffeln z.B. keimen in der Nähe von Äpfeln heftiger und schneller.
Für das Lagern eignen sich dünne Beutel aus Polyethylen (PE) mit Löchern, die in kühlen, dunklen Räumen aufbewahrt werden. Dadurch wird weniger Ethylen abgegeben, ausgeatmete Kohlensäure reichert sich im Beutel an und Feuchtigkeit wird gehalten, daher schrumpeln die Äpfel nicht so schnell.
Regelmäßig kontrollieren. Jeden Apfel mit Faulstelle sofort aussortieren.
Temperatur frostfrei unter 7°C - je wärmer desto kürzere Lagerzeit.
Hi,
meines Wissens werden Äpfel, die noch verkauft werden sollen, in einer reinen Stickstoffatmosphere gelagert, also Sauerstofffrei. Vielleicht etwas viel Aufwand für den Privatmann, ist daher auch nur als Info gedacht.
cu Jörg
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meines Wissens werden Äpfel, die noch verkauft werden sollen,
in einer reinen Stickstoffatmosphere gelagert, also
Sauerstofffrei.
Sauerstoffrei schon, aber in einer Atmosphäre, die aus Stickstoff und Kohlensioxid besteht. Die genaue Zusammensetzung ist mir nicht bekannt, aber ich glaube mich zu erinnern, daß es 80 % Stickstoff und 20 % Kohlendioxid waren.
Die Luftfeuchtigkeit spielt auch noch eine Rolle und die Temperatur war so etwa 2 - 3 °C.
Aber wie Du schon sagtest, für einen Privatmenschen vielleicht doch etwas viel Aufwand.
vielen Dank für die hilfreichen Antworten. Tja, das mit dem kühlen aber frostfreien Keller ist kein Problem - die recht hohe Feuchtigkeit könnte eher schwierig werden. (Wobei das im Winter ja nicht ganz so schlimm ist, wie im Sommer.) Immerhin weiß ich jetzt sogar wie’s die Profis machen (Danke für die Erklärungen, Jörg & Gandalf) und versuche mal als Laie mein Glück. (c:
Ich würde auf jeden Fall Papier unter die Äpfel legen - wenn dann mal einer faulig wird (und das wird sicher nicht nur einer sein…), musst du den Matsch dann nicht vom Regal kratzen …
Du solltest die Äpfel ohnehin regelmäßig kontrollieren - am besten rein optisch - und solche mit Faulstellen rechtzeitig entfernen, bevor sie zu Matsch werden…
Und was das Pflücken angeht: Druckstellen vermeiden, die Äpfel wie rohe Eier behandeln (also auch - ich hab da schon manches erlebt…: wirklich pflücken, nicht schütteln!), auch in den Pflückkörben usw. nicht zu hoch schichten. Wurmstichige und Falläpfel gleich wegwerfen oder fürs Apfelmus nehmen, jedenfalls gar nicht erst einlagern.
Hallo Sams,
beim Glockenapfel ist es tatsächlich so, dass er vor der Genussreife einige Wochen ablagern muss. Da er ab einem gewissen Zeitpunkt dann aber mehlig wird, er also relativ kompliziert ist im Vergleich zu anderen Sorten ,findet man ihn kaum noch im Sortiment der Händler. Schade ! Ist nämlich seit Kindertagen mein absoluter Lieblingsapfel ! Heute bekomme ich ihn nur noch am Viktualienmarkt, dort wird er in den ersten Monaten des Jahres vom ein oder anderen Öko-Landwirt verkauft.
Meine Eltern lagern übrigens auch jedes Jahr Äpfel im Keller ein. Am frischesten bleiben dabei die Äpfel, die in den Drahtkörben eines alten, abgeschalteten Gefrierschranks auf Zeitungspapier liegen !
es grüßt (voll Neid beim Gedanken an Glockenäpfel…)
die Heidi