hat jemand eine Idee, ob oder wie man Kirschlorbeer und Buxus für den Winter vorbereiten muss?
Im vergangenen Winter sind beide braun geworden und haben sich nur sehr schwer wieder erholt und erst im Spätsommer wieder frische Triebe hervorgebracht. Was mache ich falsch?
gar nichts. Braune Blätter sind typische Frostschäden für beide Arten. Das einzige, was man dagegen machen kann, ist schneiden, aber bitte erst, wenn es garantiert nicht mehr friert.
Hallo,
wo wohnst Du? Hat es (starken/langen) Frost/Schnee gehabt?
Deborah
das Grundstück liegt zwischen Stuttgart und Pforzheim. Es hat im vergangenen Winter bis - 17° C gehabt, auch 20 cm Schnee. Deshalb versuche ich für den kommenden Winter Maßnahmen zu finden, die derartige weitere Schäden verhindern sollen.
alles hübsch fein in die Erde gepflanzt und war auch wunderbar gewachsen - bis vergangenes Jahr strenger Frost und Schnee die Schäden im Frühjahr sichtbar werden ließ. Und das soll diesen Winter nicht mehr passieren.
Hallo Harald !
Wir haben bei uns im Garten eine Buxushecke von ungefähr 130 m (Meter) Länge. 40 cm hoch und 30 cm breit.
Seit 8 Jahren. Diese hat schon 15 Grad minus über mehrere Tage/Nächte mitgemacht und nichts ist passiert. Buxus hat keine Probleme im Frost!!!
Aber - jede Pflanze braucht auch im Winter Wasser. Ich nehme an, sie sind vertrocknet. Wenn es längere Zeit friert, dabei der Boden austrocknet, verdursten die Pflanzen.
Also würde ich den Boden abdecken mit Laub oder Schredder oder Mulch, damit die Feuchtigkeit nicht entfleuchen kann.
gar nichts. Braune Blätter sind typische Frostschäden für
beide Arten. Das einzige, was man dagegen machen kann, ist
schneiden, aber bitte erst, wenn es garantiert nicht mehr
friert.
Das ist doch Unfug.
Dass die braunen Blätter Frostschaden sind, hat der Poster ja schon selbst festgestellt.
Wenn die Büsche nicht zu gross sind, lassen sich evtl. (beim Lorbeer) die Zweige locker zusammenbinden, sodass sie senkrechter stehen (damit der Schnee besser abrutschen kann und die Pflanze nicht noch weiter niederdrückt und noch mehr Auflagefläche hat), und mit Tannenzweigen abdecken; oder/und man baut ein Gerüst um die Sträucher, auf das alter Stoff/Laken/ Decken gelegt/gespannt wird, um die Sträucher vor festfrierendem Eis und direkter Schneeauflage zu schützen. Vielleicht streut man dann etwas Laub um die Sträucher, um sie vor der Kälte an sich zu schützen (eigentlich macht das ja der Schnee, aber bei diesen Pflanzen kann es dann zum Braunwerden führen). Nur sollte der eingepackte Strauch nicht zu dicht verpackt werden, damit er noch Luft hat/ bekommt, nichts anfängt zu gammeln usw.
Was dann nach dem Winter braun ist, gegebenenfalls abschneiden (werden beim Lorbeer nicht die alten, braunen Blätter sowieso im Laufe des Frühjahrs abgeworfen?)
Hier in Bonn wird jedes Jahr im Winter eine etwa 5-6 m hohe Palme in einem Privatgarten mit Hilfe eines alten Sonneschirms, Stangen, Folien usw. eingepackt.
…stuttgart raum also ?.. wenn ich mich recht erinnere hatten wir da im winter zu all dem frost auch sehr sonnige tage, an denen oberflächlich der frost auf den büschen und bäumen abschmilzt… aber die ersten bodenschichten trotzdem gefroren bleiben. Ich tippe auf verdurstet! Wenn die blätter stark erwärmen verbrauchen sie ihre restfeuchtigkeit… leider kommt von der wurzel nichts nach weil der boden „zu“ ist.
MAX hat da vermutlich recht !! Mehr als den boden vor frost schützen kannst du nicht tun.
Früher sagte man… man solle nach starken schneefällen den schnee vorsichtig entfernen… ohne schnee ist zwar die bruchgefahr gebannt… aber dafür kann die sonne wieder „angreifen“… zweischneidige sache bei immergrünen gehölzen.
Was aber sicherlich hilft… ist den pflanzen im herbst ordentlich wasser geben damit sie den winter mit einem vollen vorrat besser überstehen…aber… nicht mehr bei frost!!
Haben die Lorbeerpflanzen an den ästen oder am stamm kleine braune längliche narben nach dem winter gehabt??
Dass die braunen Blätter Frostschaden sind, hat der Poster ja
schon selbst festgestellt.
Habe ich gelesen. Ich bezog mich auf seine Frage: was mache ich falsch. Darauf antwortete ich: gar nichts. Braune Blätter sind…
unw.
Sträucher einpacken:
nur zu. Nach meinen Erfahrungen kommen die Sträucher damit nicht besser durch den Winter, als wenn man gar nichts macht. Natürlich sind die Temperaturen in Folien/Decke/Gestell höher.
Entfernt man den Schutz nicht rechtzeitig, hat die Pflanze sich darin bereits auf Austrieb eingestellt und erfriert genau deshalb.
Was dann nach dem Winter braun ist, gegebenenfalls abschneiden
(werden beim Lorbeer nicht die alten, braunen Blätter sowieso
im Laufe des Frühjahrs abgeworfen?)
Sicher. Kirchlorbeer treibt sogar unterhalb der erfrorenen Spitzen neue Triebe. Nur sieht das vielleicht nicht mehr sehr schön aus. Eine Frage der Optik, wenn Du so willst.
Hier in Bonn …
hast Du gesegnetes Klima. Bereits in Stuttgart dürfte das mit der Palme nicht mehr klappen. In meinem fränkischen Sibirien haben wir jeden Winter mindestens 1x minus 20 Grad, meist als Barfrost, das heißt es ist keine Schneedecke vorhanden. Der kommt nämlich meist erst so richtig im Februar.
Trotzdem überleben Kirchlorbeer und Buxus ohne Probleme.
Sie werden nämlich mit dem Alter immer frosthärter.
einiges von dem, was hier unten steht, ist zwar im Ansatz
richtig, aber dennoch ist nach meinem Wissen keine ganz
befriedigende Antwort dabei. Hier also mein Sembf:
Es ist richtig, dass die Schäden mit dem Frost zu tun haben.
Aber: Gehölze erfrieren nicht. Es handelt sich um Vertrockungen.
Und dagegen helfen in der Tat folgende Maßnahmen: Dickes Mulchen
am Fuß der Gehölze mit Rindenschrot, Gehölzschnitt, Grasschnitt,
Laub usw. um den Boden möglichst frostfrei zu halten. Die Pflanze
verdunstet über Blätter/Nadeln Wasser und bekommt bei gefrorenem
Boden von unten keinen Nachschub. Deshalb hilft auch eine andere
Maßnahme, nämlich das Beschatten der Pflanze, damit sie weniger
verdunstet. Der Fachmann tut dies mit sogenanntem Schattenleinen,
einem losen leinen- oder rupfen- bzw. Sackleinwandähnlichen
Gewebe, das man als Meterware im Fachhandel bekommt. Dies wird
lose in einfacher Lage um das Gehölz gewickelt, lässt noch
genügend Licht durch, aber vermindert die Verdunstung. Es kann
auch als „Schattenzaun“ davor aufgespannt werden.
Es ist völlig falsch, Schnee oder Eis zu entfernen, da dann
die Schäden noch größer werden. Schnee und Eis sind nicht
besonders kalt, und es handelt sich ja auch nicht um
Erfrierungen, sondern eben um Vertrocknungen durch a) gefrorenen
Boden und b) Sonneneinstrahlung. So lange Schnee auf dem Boden
liegt, ist die Bodentemperatur sogar höher, weil der Schnee mit
der darin enthaltenen Luft isoliert. Und der Schnee auf den
Pflanzen verhindert deren Sonnenbestrahlung. Mit Eis verhält es
sich ebenso. Ein Blick in frostgefährdete Weinbaugebiete lehrt,
wie man’s richtig macht (ein Freund von mir ist Weinbauer in
Südtirol): Dort gibt es im Weinberg und in Obstgärten
Sprinkleranlagen. Droht Frost, schiebt jemand Nachtwache und
misst die Temperatur. Sinkt sie bis auf zwei Grad plus, wird die
Sirene ausgelöst, um die Bauern zu wecken. Jeder kann nun
entscheiden, ob er noch zuwartet oder gleich loslegt und die
Sprinkleranlage öffnet. Dann erhalten nämlich bei Frost alle
jungen Austriebe und Blütenknospen einen Eispanzer, der sie vor
dem richtigen Frost schützt (weil es darunter nur null Grad hat).
Wird es wärmer, taut die Sonne bzw. die warme Luft das Eis wieder
ab.
Also: Keine Angst vor Eis und Schnee, die sind gut!
Keine Angst vor Erfrierungen, die Pflanze bekommt nur kein Wasser
mehr. Und das hauptsächlich bei schneeloser Kälte. Unbedingt für
genügend Schatten sorgen, Boden mulchen und bei offenem Wetter
(ohne Bodenfrost) wässern, wenn nötig.
Viel Erfolg im nächsten Winter!
Bolo2L
Mein Bester,
ich habe zurechtgerückt:
a) dass es sich um keine Erfrierungen handelt, wie in manchen
Beiträgen stand
b) dass man die Verdunstung über die Blätter herabsetzen kann und
soll (z.B. mit Schattenleinen), was in keinem Beitrag stand und
c) dass Eis und Schnee nicht schlecht, sondern gut sind gegen
Frost- bzw. Vertrocknungsschäden.
Das nur nochmal zur Zusammenfassung.
Danke,
Bolo2L