Kompostieren

Hallo Ihr alle,

ich bin vor etwas über 3 Monaten umgezogen und wohne nun in einem Haus mit Garten in dem schon seit (ich vermute mal) fast 3 Jahren nichts mehr gemacht wurde.

Heute war ich fast drei Stunden draussen und habe erste einmal das gröbste an Gras, Blättern etc. entfernt. Nun kann ich allerdings diese Mengen nicht mehr bewältigen. Ich wohne mitten in der Stadt und habe auch nur eine kleine Grüne Tonne.

Kennt jemand von Euch eine gute, platzsparende, schnelle und eingermassen billige Möglichkeit das gnaze Zeugs zu verkompostieren. Evtl. auch etwas zum Selberbauen - ist vielleicht billiger als die gekauften Dinge.

Dank Euch

Karsten

Sali Karsten,
Kompostieren kann man auf verschiedene Arten;

  1. Heisskompostieren

Das ganze Zeug, verkleinert in ein Drahtkompostsilo (ohne Schwarze Folie) stampfen. Es entsteht Hitze bisca.70°C. Nach 3 Wochen , Drahtsilo öffnen, alles auflockern, (wenn später vorhanden)ca 2-3 Schaufeln halbverroteten Kompost beimischen und alles diesmal locker einfüllen.
Jetzt im Winter musst Du ev. zum Starten in ca. 20 ltr heisses Wasser 500 Gr Zucker auflösen und über den Kompost giessen. (Trick aus dem vorletzten Jahrhundert)

Vorteil: Wildkrautsamen werden durch Hitze zerstört.

  1. Kaltkompostieren über den Wurm

Offene Kompostmiete, Breite 1.20 m Höhe bis 1.50 m Länge nach Bedarf. Material locker aufschichten, frische Küchenabfälle, inkl. Kaffeefilter mit Inhalt beimischen, wenn wiederum vorhanden mit halbverrotetem Kompost impfen. Alle 1 bis 2 Wochen umarbeiten, 50 cm zusätzlichen Platzbedarf erforderlich.
Du wirst freudig zusehen können wie massenhaft tausende Würmer für Dich gratis arbeiten.

Sofern Du keine Erde an den Gräsern lässt, wird aus 10 Karetten Grünabfäle 1 Karette Fertigkompost entstehen.
Die eigenen Grünabfälle genügen nicht um die Nährwerte im Gartenboden zu erhalten .Es gelten die gleichen Gesetze wie beim Geldsack, wenn Du mehr heraus nimmst als … wird man oder der Boden arm an Substanz. Wenn sich in der näheren Umgebung ein Pferdestall befindet, sollst Du mit ca. 1m3 Mist ein „warmes „ Treibbeet einrichten( anfangs - mitte März) Im Herbst diesen nun verrotteten Mist mit dem Sommerkompost vermischen und im Verlauf des Winters ca. 4-5 mal umarbeiten.( jetzt immer mit PVC-Folie Zudecken) Im Frühjahr 1-2 cm auf die vorbereiteten Gartenbeete streuen. Die Würmer werden noch nicht ganz verrottete Teile in den Boden einziehen, also Kompost nie eingraben !
Nicht zu empfehlen sind Folieneinlagen in den Drahtsilos! Solche Komposte stinken, weil das eingefüllte Material nicht verrotet sondern nur verfault. Das viele Wasser ca. 90-95 % im Grünzeug muss verdunsten können.
Für die Frischabfälle verwende ich ein blaues PVC- Fass mit Deckel ohne Boden (120ltr). den nach einwärts verjüngten Teil (40 cm) mit Winkelschleifer abtrennen. Die untere Hälfte des Fasses mit (10-15 mm) durchlöchern (3 cm Abstand Loch-Loch)

Vorteil:
wenn das Fass voll ist, kannst Du es mit Drehbewegung anheben, von unten kannst Du dann immer eine Schaufel halbverroteten Kompost wegnehmen und auf die Küchenabfälle streuen.
Vögel und andere Viecher können Deinen Kompost nicht vernaschen.

Damit das Wasser besser verdunsten kann, jeweils am Morgen , wenn die Sonne scheint, alle 2 Wochen alles ausbreiten und am Abend wieder einfüllen. ( 2mal 5 min Zeitaufwand)

Wenn Du richtig Freude bekommst mit Kompostieren wirst Du jeweils in 2-3 Monaten Fertigkompost erhalten.

Viel Glück und Vergnügen wünscht Dir aus dem Urwald
Fritz

hallo karsten, lass dich nicht abschrecken, wir kompostieren seit über 15 jahren erfolgreich mit wenig aufwand. einmal im jahr bloss schichten wir den ganzen haufen um, auf einen anderen platz (gleich daneben), etwas grobes geäst am anfang und dann den alten, noch unverrotteten kompost drauf. am alten platz bleibt die fertige erde liegen, die wir nach und nach aufbrauchen. wir müssen nie für unser 1000m²
grundstück erde zukaufen. auf den kompost kommt nur, was anfällt, manche raten ab, zuviel walnusslaub draufzuhauen, wir scheren uns darum nichts. gartenabfälle und küchenabfälle, that´s it. möglicherweise musst du am anfang etwas kompost vom nachbarn dazugeben, um ihn mit den kleinstlebewesen erst mal zu „infizieren“. nicht gut verrotten tannenzapfen und größere holzstücke. ein häcksler schafft da abhilfe.
viel spass und gutes gelingen, barbie aus wien