Gingko

Und noch eine Frage aus dem Msueum:

lese dort, Gingko sei eine irgendwie übriggebliebene Pflanze, irgendwie dazwischen, paßt nicht hierhin, paßt nicht dahin. Schon Goethe soll sich ja damit beschäftigt haben.

Gleichwohl, auch in diesem Museum haben sie mir wieder keine Erklärung eggeben, sondern eher, so wie Amis das mögen: Ist halt so.

kann mir jemand in wenigen Sätzen sagen, wo der kasus knacktus liegt?

Danke schon jetzt.

Antal

Hallo Antal,

hoffentlich sinds nicht zu viele Sätze geworden :wink:, der Baum ist einfach faszinierend!

Pflanze: Ginkgo biloba L.
Familie: Ginkgoaceae
Der 30 m bis 40 m hoch wachsende Ginkgobaum gehört entwicklungsgeschichtlich zu den ältesten Pflanzenarten der Erde.
Botanisch stellt der Ginkgo ein Verbindungsglied zwischen Farnen - vegetativ hochentwickelte Kryptophyten mit archaischer Fortpflanzung und den eigentlichenh Samenpflanzen dar. Der Ginkgo verbreitet weder Sporen (wie die Farne) noch Samen (wie der Nußbaum) sondern eine Samenanlage. Auch damit nimmt der zweihäusige Baum eine Sonderstellung ein.
Der Ginkgo ist zweihäusig, d.h. es gibt männliche und weibliche Pflanzen. Der Name biloba = zweilappig weist auf die typische herzförmige Blätterform hin.
Der Ginkgo wird der gleichen Gruppe zugeordnet wie die Nadelgehölze (Nacktsamer). Versteinerungen beweisen, dass der Fächerblattbaum schon zu Urzeiten die Erde bevölkert hat.

Der ursprünglich in China, Korea und Japan beheimatete Baum wird zunehmend auch in Europa angepflanzt, da er gegen schädliche Umwelteinflüsse sehr resistent zu sein scheint.
Es gibt auch eine Geschichte, dass ein Ginkgo Hiroshima „überlebt“ hätte. Er brannte ab und trieb ohne Schaden neu wieder aus. Leider kann ich dazu keinen Link oder sonstige Bestätigung geben.

Zum Abschluss noch der Goethe:

GINGKO BILOBA

Dieses Baumes Blatt, der von Osten
Meinem Garten anvertraut,
Gibt geheimen Sinn zu kosten,
Wie’s den Wissenden erbaut.
Ist es ein lebendig Wesen,
Das sich in sich selbst getrennt?
Sind es zwei, die sich erlesen,
Daß man sie als eines kennt?
Solche Fragen zu erwidern
Fand ich wohl den rechten Sinn.
Spürst du nicht an meinen Liedern,
Daß ich eins und doppelt bin ?

aus:
Der Westöstliche Diwan

Viele Grüße
Heidi

Hallo Antal,

der Ginkgo ist die vermutlich älteste auf der Erde lebende Baumart. Trotz seiner fächerförmigen Blätter zählt er botanisch eher zu den Nadelbäumen.
In Google müsste etliches zu finden sein.

Gruß
Johnny

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Danke Dir, Jonny, für den Hinwesi. Google ist voll von Stichworten über Gingko, aber, leider so nach dem Muster. G. zur Potezsteigerung, G. füpr das ewige leben, G. als Hustensaft, etc. pp.

Antal

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Hallo Antal,

hoffentlich sinds nicht zu viele Sätze geworden :wink:, der Baum
ist einfach faszinierend!

Pflanze: Ginkgo biloba L.
Familie: Ginkgoaceae
Der 30 m bis 40 m hoch wachsende Ginkgobaum gehört
entwicklungsgeschichtlich zu den ältesten Pflanzenarten der
Erde.
Botanisch stellt der Ginkgo ein Verbindungsglied zwischen
Farnen - vegetativ hochentwickelte Kryptophyten mit
archaischer Fortpflanzung und den eigentlichenh Samenpflanzen
dar. Der Ginkgo verbreitet weder Sporen (wie die Farne) noch
Samen (wie der Nußbaum) sondern eine Samenanlage. Auch damit
nimmt der zweihäusige Baum eine Sonderstellung ein.

Danke Dir, Heidi, nein, nein, es sind nicht zu viele Sätze egworden. Aber, was ist eine „Samenanlage“?

Der Ginkgo ist zweihäusig, d.h. es gibt männliche und
weibliche Pflanzen.

Ist also insofern nichts sehr besonderes.

Der Name biloba = zweilappig weist auf die

typische herzförmige Blätterform hin.
Der Ginkgo wird der gleichen Gruppe zugeordnet wie die
Nadelgehölze (Nacktsamer).

Also: Nadelgehölz oder nicht? Ich hab´s, tut mir leid, immer noch nicht gerafft.

Und auch mit Goethe (nicht mißverstehen, nicht wegen DEINES Textes, sondern überhaupt): Mit ist von alledem so dumm…
Ich denke da z.b. aus der Fauna an das neuseländische (oder australische??) Schnabeltier. Auch von allem was, vorne Schnabel, hinten eierlegend, Säuger glaub ich, und so weiter und so fort. Da hält sich doch auch niemand ewig damit auf. Oder liegts daran, daß der Goethe sich damit beschäftigt hat?

Antal

Versteinerungen beweisen, dass der

Fächerblattbaum schon zu Urzeiten die Erde bevölkert hat.

Der ursprünglich in China, Korea und Japan beheimatete Baum
wird zunehmend auch in Europa angepflanzt, da er gegen
schädliche Umwelteinflüsse sehr resistent zu sein scheint.
Es gibt auch eine Geschichte, dass ein Ginkgo Hiroshima
„überlebt“ hätte. Er brannte ab und trieb ohne Schaden neu
wieder aus. Leider kann ich dazu keinen Link oder sonstige
Bestätigung geben.

Zum Abschluss noch der Goethe:

GINGKO BILOBA

Dieses Baumes Blatt, der von Osten
Meinem Garten anvertraut,
Gibt geheimen Sinn zu kosten,
Wie’s den Wissenden erbaut.
Ist es ein lebendig Wesen,
Das sich in sich selbst getrennt?
Sind es zwei, die sich erlesen,
Daß man sie als eines kennt?
Solche Fragen zu erwidern
Fand ich wohl den rechten Sinn.
Spürst du nicht an meinen Liedern,
Daß ich eins und doppelt bin ?

aus:
Der Westöstliche Diwan

Viele Grüße
Heidi

Hallo Antal,

was ist eine „Samenanlage“?

ZITAT: Die Samenanlage war eine ganz wesentliche Errungenschaft; sie stellt jedoch nicht die einzige Besonderheit in der Fortpflanzung des Ginkgo dar. Bei den höheren Pflanzen keimt der Pollen auf der Narbe der Blume und stößt einen langen Schlauch bis zur Samenanlage vor, damit die männliche Keimzelle in die Eizelle eindringen kann.

Beim Ginkgo unterscheidet sich dieser Vorgang grundlegend. Am oberen Pol der Samenanlage bildet sich eine mit Flüssigkeit gefüllte äußerst kleine Höhle: die Pollenkammer. Diese Kammer besitzt eine winzig kleine Öffnung, die Mikrophyle, durch die visköse Tröpfchen dringen, die ein Pollenkorn bei seinem Erscheinen einfangen.

Der Pollen keimt schließlich und erzeugt bewegliche Spermatozoide, die sich auf die Eizelle zubewegen und sie durchdringen, um mit ihr zu verschmelzen.

Dieser Mechanismus entspricht sowohl der Fortpflanzung der Tiere als auch der der Kryptogamen; mit dem Unterschied jedoch, daß sich alles in der weiblichen „Blume“ selbst abspielt. Bei den Farnen dagegen, wie auch bei den Algen, werden die männlichen Gameten in die Natur ausgesetzt, wo die Mehrzahl verlorengeht.

Die Fortpflanzung des Ginkgo gilt damit, ebenso wie die der Samenpflanzen, bereits als „geschützt“. Dabei ist allerdings ein wichtiger Unterschied zu verzeichnen: Wachstum, Vermehrung der Reserven und Erlangung einer normalen Entwicklung der Samenanlagen vollziehen sich beim Ginkgo unabhängig von der eigentlichen Befruchtung, d.h. von der Fusion der Spermatozoiden mit der Eizelle, die oft erst Wochen nach dem Abfallen der Samenanlage erfolgt. Bei den moderenen Pflanzen dagegen entwickeln sich der Samen und die ihn umgebende Frucht erst nach vollzogener Befruchtung. Dieses System ist sehr viel ökonomischer als das der Pflanzen mit Samenanlagen, die für ein möglicherweise bescheidenes Ergebnis sehr viel Energie verbrauchen: wenn z.B. bei zu großer Kälte die Befruchtung nicht zustande kommt. Außerdem müssen für ein Gelingen der Befruchtung mehrere günstige Bedingungen gegeben sein: der Embryo erlebt keine Dehydratation und keinen Entwicklungsstillstand, sein Wachstum verläuft kontinuierlich, d.h. er kann bei einer ihm ungünstigen Umgebung nicht auf eine Besserung der Bedingungen warten. Damit wird verständlich, warum die Samenpflanzen am Ende des Mesozoikum im Laufe von wenigen Millionen Jahren die Mehrzahl ihrer weniger wirtschaftlichen Konkurrenten verdrängt haben.
ZITAT ENDE
(von http://www.asg-passau.de)

Nadelgehölz oder nicht? Ich hab´s, tut mir leid, immer
noch nicht gerafft.

Hatte ich so verstanden: Nadelgehölz in seiner früheren(?) Form, sozusagen der Vorlaüfer der Nadelgehölze, bzw. eine Zwischenform, Bindeglied zwischen niederen und höheren Pflanzen, (Farnen und Koniferen). Aber ich bin kein Biologe.

Ich denke da z.b. aus der Fauna an das neuseländische (oder
australische??) Schnabeltier. Auch von allem was, vorne
Schnabel, hinten eierlegend, Säuger glaub ich, und so weiter
und so fort. Da hält sich doch auch niemand ewig damit auf.
Oder liegts daran, daß der Goethe sich damit beschäftigt hat?

Goethe hat sicher auch was da damit zu tun, bzw. die Vermarktung des Mythos. Warst du schon mal in Weimar? Dort springen dich die Gingkoblätter in allen denkbaren „Veredelungen“ aus den Geschekeshops förmlich an. Ich denke, da wurde ein Markt entdeckt, wie auch die „Nicht-Literaten“ ein Stückchen Goethe mit nachhause nehmen können.
Dazu kommt noch die Eignung des Ginkgo als Heilpflanze. Auch hier sehe ich zwar mehr Vermarktung als Tatsachen, aber das Marketing für diverse Mittelchen hat den Baum halt populär gemacht. In der Werbung kann man dann ja auch darauf zurückgreifen, dass schon der Goethe … Auch der hat sich mit Vielem befasst, aber z.B. die Farbenlehre ist halt nicht so „zum Anfassen“.
Nicht von der Hand zu weisen ist, dass dieser Baum tatsächlich sehr robust und extem anpassungsfähig ist(botanisch nennt man das nicht sehr spezialisiert - glaub ich). Das hat Menschen schon immer fasziniert (vgl. Eichen) - und er ist leichter zu bekommen und zu pflegen als beispielsweise ein Schnabeltier :wink:

Schon wieder so lang geworden… du wolltest es wissen … ich hoffe das Mühlrad stoppt nun :wink:

Liebe Grüße
Heidi