Hallo drambeldier,
wir hielten uns auch all die Jahre an diesen 24. Juni als „Cut off“ für die Rhabarberernte.
Es stimmt, dass sich der Oxalsäuregehalt im Laufe einer Vegetationsperiode steigert.
Oxalsäure bindet im Verdauungstrakt das Nahrungscalcium (Chelatbildung), sodass man eine Unterversorgung des Organismus mit Calcium befürchtete.
Aber, wer nur hin und wieder mal Rhabarber isst, der wird deshalb noch lange keinen Mangel an Calcium erleiden.
Es stimmt auch, dass Oxalsäure besonders bei Menschen, die zu wenig trinken, die Nierensteinbildung fördert. Patienten mit Niereninsuffizienz, Rheuma, Arthritis, Gicht, empfindlichem Magen und Darm; sehr kleine Kinder und Schwangere sollten grundsätzlich keinen Rhabarber essen, während der Rest der Bevölkerung auch bei einer Ernte nach dem 24.6., wie man heute weiß, keine Schäden, wie z. B. Osteoporose, erleidet.
Ausreichende und regelmäßige Flüssigkeitsaufnahme schützt vor Nierensteinbildung, vor allem wenn Spinat, Sauerampfer, Mangold, Schokolade, Rhabarber und Co. verzehrt werden!
Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass in den Zeiten, als der Johannestag (Namenstag) im damaligen Volksglauben von einer späteren Rhabarberernte abriet, grundsätzlich zu wenig getrunken wurde. Man kritisierte sogar die Kinder, wenn sie Wasser tranken im irrigen Glauben, dies sei ungesund - die Folgen waren vielfältig. Im Zusammenspiel mit reichlich Rhabarberverzehr bildeten sich in diesem Fall sogar Nierensteine.
Hier ist eine Seite, die wunderbar beschreibt, wie man u. a. den Oxalsäuregehalt des Rhabarbers, etwa durch gleichzeitigen Verzehr von Milchprodukten, neutralisieren kann, Stengel gut schälen, Blätter sind stark oxalsäurehaltig und daher giftig - und die auch überzeugend wiedergibt, dass ein moderater Rhabarberverzehr auch nach dem „magischen Datum“ niemand umzubringen vermag (vorsicht aber bei den erwähnten Risikogruppen):
http://www.infodienst-mlr.bwl.de/ernaehrung/lebensmi…
Es versteht sich von selbst, dass man der Pflanze nicht das letzte Blatt raubt, damit sie wie bereits unten gesagt, assimilieren kann. Sie benötigt auf jeden Fall eine ausreichende Ruhepause, um im nächsten Jahr wieder ertragreich zu sein.
Gruß, Renate
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